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Achtsamkeit

1Pool_ASCAchtsamkeit im Buddhismus

Im Buddhismus hat die Achtsamkeit (Pali: sati; Sanskrit: smṛti स्मृति ) einen zentralen Stellenwert: Achtsam sein bedeutet, ganz in der Gegenwart, im Hier und Jetzt zu sein und sich seiner Gefühle, Gedanken und Handlungen in jedem Augenblick voll bewusst zu sein (reine Wahrnehmung der Fülle, die sich im Augenblick bündelt, ohne sie zu beurteilen, einfach nur als Zeuge in sich ruhend). Buddhisten üben sich in Achtsamkeit vornehmlich durch Meditation. Buddhistische Meister betonen die Wichtigkeit, Achtsamkeit zu einer das ganze Leben prägenden und durchdringenden Geisteshaltung zu machen. Die Lehre von den vier Grundlagen der Achtsamkeit (Achtsamkeit auf den Körper, die Empfindungen, den Geist und die Geistobjekte) wird im Mahāsatipatthāna Sutta (inhaltsgleich Satipatthāna Sutta ), der Lehrrede von den Grundlagen der Achtsamkeit, ausführlich dargelegt.

Achtsamkeit ist das 7. Glied des achtfachen Pfades, der erste Punkt der Sieben Faktoren des Erwachens sowie die dritte der „Fünf Fähigkeiten“ (Vertrauen, Energie, Achtsamkeit, Sammlung, Weisheit)

Achtsamkeit oder Gewahrsamkeit und Konzentration – Abgrenzung

Zu differenzieren ist zwischen Achtsamkeit und Konzentration. Es gibt zwar die unterschiedlichsten Formen von Aufmerksamkeit. Die deutschen Bezeichnungen dafür sind aber zumeist recht vage.

Mit Achtsamkeit ist umgangssprachlich beispielsweise am ehesten eine erhöhte, vielleicht auch gezielt gelenkte, bewusst kontrollierte Aufmerksamkeit gemeint. Bereits eine Aufmerksamkeitseinstellung dieser Art geht mit erhöhter Wahrnehmungsbereitschaft und mit einem schnelleren, möglicherweise auch flexibleren und situativ oft angemesseneren Reagieren einher. Auch die Selbst- und Fremdwahrnehmung kann gesteigert sein, die persönliche Willensbildung umsichtiger gestaltet und die Selbststeuerung genauer, differenzierter und auf diese Weise besser auf die Realität abgestimmt werden.

Jon Kabat-Zinn hat in seinem Buch „Im Alltag Ruhe finden“ folgende Beschreibung von Achtsamkeit gegeben:

„…so intensiv und befriedigend es auch sein mag, sich in der Konzentration zu üben, bleibt das Ergebnis doch unvollständig, wenn sie nicht durch die Übung der Achtsamkeit ergänzt und vertieft wird. Für sich allein ähnelt sie (die Konzentration) einem Sich-Zurückziehen aus der Welt. Ihre charakteristische Energie ist eher verschlossen als offen, eher versunken als zugänglich, eher tranceartig als hellwach. Was diesem Zustand fehlt, ist die Energie der Neugier, des Wissensdrangs, der Offenheit, der Aufgeschlossenheit, des Engagements für das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrung. Dies ist die Domäne der Achtsamkeitspraxis…“

Die hier genannte „Aufgeschlossenheit“ und zwar gleich „für das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrung“ kann auf persönlicher Ebene auf eine Weise erreicht werden, die allgemein kaum bekannt ist. Sie stellt den Gegensatz zur gewöhnlichen Aufmerksamkeitseinstellung dar, die darin besteht, dass man sich auf einen beschränkten Bereich der Wahrnehmung fokussiert oder konzentriert.

„In der Übung der Achtsamkeit“ wendet man sich umgekehrt mit ungeteilter Aufmerksamkeit seinem gesamten zur Verfügung stehenden Wahrnehmungsspektrum zu, „erweitert“ dabei den Bereich, auf den man sich aufmerksam richtet, immer mehr – bis zu jener „unbegrenzten“ und deswegen weit-offenen Achtsamkeitshaltung, die mit „Achtsamkeit“ gemeint ist und gelegentlich auch als „Gewahrsamkeit“ bezeichnet wird.

Im Unterschied zum Englischen, in der die Bezeichnung „mindfulness“ üblich ist, kann die Verwendung des alltagssprachlichen Wortes „Achtsamkeit“ für diese Aufmerksamkeitseinstellung sehr leicht zu Verwechselungen mit dem gewöhnlichen Verständnis dieses Begriffs kommen, wenn überhaupt erfasst wird, was gemeint ist. Die eher ungewöhnliche und deswegen an sich besser geeignete Bezeichnung „Gewahrsamkeit“ dafür hat sich nicht durchgesetzt.

Quelle: Wikipedia

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