Innere Stimme Selbsthilfe - Übungen

Auf die innere Stimme hören

SelbstliebeAuf die innere Stimme hören – wer will das nicht?

Aber was ist das, diese innere Stimme und warum fällt es uns so schwer, sie wahrzunehmen, obwohl sie doch zu uns gehört?

Die Antworten sind ganz einfach. Das, was du in dir fühlst, spürst, weißt, willst, das, das du für dich als wahr erachtest, das sagt dir deine innere Stimme. Sie ist ein dir zutiefst vertrauter innerer Verbündeter, der dir ständig und immer anzeigt, was du brauchst, um im Gleichgewicht zu sein und deinen Weg zu gehen. Die innere Stimme eines Babies hört man lautstark, sie äußert sich deutlich. Doch wie oft wurdest du nicht gehört? Irgendwann verstummt die Stimme, zunächst im Außen, dann auch innen. Es tut einfach zu weh, in dieser ständigen Diskrepanz zwischen dem, was du  zu tun hast und dem, was du wirklich willst, zu leben. Deine innere Stimme ist wie dein innerer Kompass und der hat sicherlich niemals gesagt: „Richte dich möglichst schmerzfrei ein, halte die Füße still und funktioniere“. Doch halt. Stimmt das?

Nimm das nicht so unüberprüft hin. Denn es stimmt nicht. Du hast mehrere innere Stimmen, so, wie du verschiedene Hirnteile hast und all diese inneren Stimmen geben dir unterschiedliche Impulse. Die innere Stimme deiner Schmerzvermeidung, die sehr wichtig ist, sie sagt dir nämlich zum Beispiel: „Vorsicht, Feuer, heiß, Rauch, Tod, weg hier!“ würde dir genau das oben Genannte raten, wenn es die Situation erfordert. Und so ist es nicht nur wichtig, die innere Stimme zu hören, sondern erst recht, zu entscheiden, welchem inneren Impuls du folgen möchtest!

Und hier kommst du in Schwierigkeiten, deshalb folgst du der inneren Stimme oft nicht. Denn wenn du das tust, übernimmst du Verantwortung für alle Konsequenzen. Bist du psychologisch gesehen zu sehr im inneren Kind verfangen, handelst du oft aus der Angst heraus, bestraft zu werden, wenn du nicht funktionierst, befürchtest du, deine äußere Sicherheit zu verlieren, wenn du deinem inneren Gefühl folgst, dann hast du keine Möglichkeit, deiner inneren Stimme zu folgen. Denn ihr zu folgen erfordert unbedingtes Vertrauen, dass sie dich auch führen kann. Stell dir einfach mal vor, du bist das Pferd und deine innere Stimme ist der Reiter. So wäre es wünschenswert, denn deine innere Stimme hat einen größeren Überblick über das Gelände, sie kennt deinen Seelenplan und weiß, was sie dir in welchem Moment zutrauen kann und was nicht. Sie wäre eine gute Reiterin, deine innere Stimme, aber vertraust du ihr? Folgst du ihr? Erlaubst du ihr, dich zu bewegen? „Wer bewegt wen?“ ist eine wichtige, wesentliche Frage in einer Pferdeherde. Bewegst du deine innere Stimme, indem du sie hinterfragst, verbiegst, verzerrst oder erlaubst du ihr, dich zu bewegen?

Lieber Leser. Und jetzt? Hast du was gelernt über deine innere Stimme? Genug geredet. Schreiten wir zur Tat, denn die innere Stimme zu hören und ihr zu folgen sind Handlungen.

Nimm dir bitte zwei Stühle oder zwei Kissen.

Leg sie voreinander mit ein wenig Abstand. Der erste Stuhl steht für dich, für dein normales Bewusstsein, so, wie du hier sitzt und liest. Der zweite Stuhl steht für deine innere Stimme. Du brauchst sie nicht zu kennen und auch kein inneres Bild zu haben, sie nicht zu benennen, stell ihr einfach einen Stuhl hin. Nimm dir jetzt bitte was zu schreiben oder nutze ein Aufnahmegerät.
Nun setz dich bitte auf den ersten Stuhl, deiner inneren Stimme gegenüber. Schreib jetzt alles auf, was du auf diesem Platz wahrnimmst – auf dem Platz, auf dem du sitzt, nicht was du über den Platz der inneren Stimme wahrnimmst! Fühle dich selbst auf dem Platz – was macht deine Atmung? Wie geht es dir? Kannst du gut auf den anderen Stuhl schauen, hast du Vertrauen zu dem, was dir da gegenüber sitzt? Oder befürchtest du, dein Gegenüber könnte dich in gehörige Schwierigkeiten bringen und hat jede Menge Anforderungen an dich, gar Ermahnungen? Sei ganz ehrlich, es gibt nichts zu verändern. Nimm es nur wahr und schreib es auf.
Wenn du auf diesem Platz alles wahrgenommen hast, was es zu fühlen gibt (das kann sehr schnell gehen oder eine weile dauern), dann steh auf und setz dich auf den andere Platz, den deiner inneren Stimme. 
Wie geht es dir hier? Lass dich ganz eintauchen in dieses Gefühl, in diese Wahrnehmung. Was hat dieser Platz zu sagen? Geht es dir gut hier, wirst du gehörst? Bist du verstummt, bist du wütend, weil dir keiner zuhört, bist du ein Engel oder ein höheres Wesen? Wie nimmst du den Platz dir gegenüber wahr, hast du einen Bezug zu ihm?
Sprich wieder alles auf, was gibt nichts zu verändern, nimm es nur wahr. hast du alles wahrgenommen und aufgeschrieben, dann wechsle wieder den Platz.

Wie geht es dir jetzt? 

Wechsle bitte so lange die Plätze, bis sich die beiden Plätze gegenseitig wahrnehmen und in Dialog miteinander getreten sind. Wenn du nun in Kontakt mit deiner inneren Stimme kommen willst, dann nutze einfach diese Übung. Setz dich auf den ersten Platz und frag sie: „Was hast du mir zu sagen, was sollte ich wissen?“ Dann setz dich auf den Patz deiner inneren Stimme und gib dem Fragenden eine Antwort.
Natürlich wird diese ganze Prozedur noch viel sinnvoller, wenn du das, was deine innere Stimme dir rät, auch tust!  Aber schon wenn du sie nur hörst, bekommst du auf die Dauer eine andere Sicht der Dinge. Irgendwann folgen die Handlungen wie von selbst. In Wahrheit seid ihr sowieso eins, deine innere Stimme und du. Deine Handlungen wollen ihr folgen. Es ist sehr viel Kräfte zehrender, ständig gegen das innere Gefühl zu handeln statt dir ein Herz zu fassen und zu tun, was du in dir spürst. Fordere das Leben heraus, gib ihm eine Chance, dir eine neue Lösung, einen neuen Weg anzubieten. Hier auf der Erde wirkt Evolution und du darfst dieser großartigen Fähigkeit, des Lebens, sich immer wieder neuen Gegebenheiten anzupassen, in aller Ruhe vertrauen. Gib dem Leben neue Parameter und es gibt dir neue Lösungen. So einfach ist das…

In Liebe und Verbundenheit,
Susanne

Susanne Hühn

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