Himmel & Erde

Bedeutung und Arbeiten mit den Tarotkarten – Der Narr

Frau Maske zweites GesichtBedeutung und Arbeiten mit den Tarotkarten – Der Narr / 01

Im Folgenden möchte ich die 22 Karten der großen Arkana einmal von zwei Seiten beleuchten.
Die erste Seite finde ich sehr gut beschrieben vom leider viel zu früh verstorbenen Hajo Banzhaf, die zweite Seite ist eine eher magisch-spirituelle Betrachtungsweise.
Der Ursprung des Tarot liegt ja ein wenig im Dunkeln, und es gibt mehrere Erklärungsansätze. Einer davon ist z.B., dass die Tempelritter in diesem Deck ihre Geheimnisse verschlüsselt haben – damals allerdings mit vier Karten mehr.
Hajo Banzhaf schreibt in seinem Buch „Das Tarot-Handbuch“ über die Herkunft: „Eine schöne, sicherlich nicht wahre Geschichte des französischen Mystikers Papus … !“, dass bereits vor einigen tausend Jahren die alten Ägypter das damalige Wissen der Menschheit in den Tarotkarten verbargen.
Ich selbst stolperte das erste Mal über Tarotkarten, da war ich wohl etwa 20 Jahre alt. Sie fielen mir in einem Buchladen auf und zogen mich wie magisch an, so dass ich gar nicht anders konnte als sie zu kaufen. Allerdings blieben sie mir quasi ein Buch mit sieben Siegeln.
Erst etwa 20 Jahre später kam ich – dann im Zusammenhang mit der Astrologie – wieder ernsthaft auf das Thema „Kartenlegen mit Tarotkarten“.
Beides lässt mich seitdem nicht mehr los, und so ergab es sich, dass ich alternativ zur Astrologie immer dann die Karten legte, wenn ich keine konkreten Angaben für die Astrologie hatte.
Das „Tarotskop“ war geboren, das ich Ihnen zum Abschluss dieser Reihe gern vorstelle.
Wie Sie sicherlich bemerken, ist das eine Wortschöpfung aus „Tarot“ und „Astrologie“, und es bedeutet, dass ich das astrologische Häusersystem, wo ja jedes Haus in seiner Bedeutung klar definiert ist, ins Zusammenspiel mit den Tarotkarten bringe. Das ist eine sehr spannende Technik, mit deren Hilfe mir deutlich wird, was so im Laufe der nächsten Monate geschehen kann.
Im Folgenden stelle ich Ihnen jetzt die 22 Karten der großen Arkana vor, und zwar einmal in der klassischen Deutung – wobei ich mich an Hajo Banzhaf anlehne – und dann auch in der mehr mystisch-spirituellen Bedeutung, die für mich persönlich auch wichtig ist, weil sie hinführen will zum „Erkenne Dich selbst!“, wie es am Tempel in Delphi geschrieben stand.
„Erkenne Dich selbst!“ ist ja nichts Schlimmes. Wir begegnen dabei ausschließlich uns selbst, erkennen die Energie in uns und ein Stück weit auch unseren Lebensweg. Wichtiger scheint mir jedoch zu sein, mit Hilfe der Tarotkarten einen Weg zu finden, den ich als Lernprozess bezeichne. Es gibt für mich keine wie auch immer benannte Instanz, die uns verurteilt oder gar bestraft. Unser Lebensweg ist ein Weg des Lernens hin zur Erkenntnis, dass es letztlich nur eine Quelle gibt, einen Ursprung, aus dem wir alle entstanden sind und dessen Funken wir in uns tragen.
Sie sind herzlich willkommen, diesen Weg mit mir zu beschreiten.

Ihr
Manfred Aubert
Im Dezember 2015

Narr Karneval MaskeBedeutung und Arbeiten mit den Tarotkarten / 02

Der Narr

Er kann sowohl als Null, aber auch als „22“ verstanden werden.
Die Karte des Narren wird schnell und oft verkannt. In unserer Umgangssprache ist ein Narr ein Dummkopf, jemand, der die Folgen seines Tuns (oder auch Nicht-Tuns) nicht überschauen kann – oder will, der auch als oberflächlich interpretiert wird.
Gehen wir gedanklich in der Zeit etwas zurück, zum Beispiel ins Mittelalter, waren die Narren oft hochgeschätzte Menschen, die in einer unterhaltsam wirkenden Weise auch Themen ansprechen durften, die sonst eher tabu waren. Einerseits war es seine Aufgabe zu unterhalten, andererseits brachte er jedoch oft eine Form von Weisheit mit, die ihn nicht selten zum Vertrauten und Ratgeber seines Herrschers werden ließ.
Somit machte der Narr häufig eine Gratwanderung, was im Bild ja auch deutlich zu sehen ist.
Damit wird man der Interpretation der Karte jedoch nicht gerecht. Man kann alle Karten auch von einem anderen Blickwinkel ansehen.
Bei Hajo Banzhaf finden wir in Stichworten folgende Erklärung:
„Das Unbekümmerte; Gefahr; hilfreiche Stimme der Instinkte; Warnung vor Gefahr; Unschuld; hohe Ziele, die noch nicht gesehen werden; Reinheit, Naivität; das Nichts, aus dem alles entsteht.“
Mit dem letzten Gedanken weist Banzhaf darauf hin, dass es mehr gibt als das, was wir als zum Alltag zählend interpretieren. „Das Nichts, aus dem alles entsteht!“
Genau dieser Gedanke ist Zentrum vieler „Geheimwissenschaften“. Da wird die Null verstanden als Symbol der absoluten Einheit, für die schöpferische Energie, die da war, bevor sie begann, sich auch zu materialisieren.
Albert Einstein soll gesagt haben: „Die Vorstellung eines Gottes, der den Urknall initiierte, ist mir sympathischer als die Vorstellung eines Gottes, der mit Lehmkügelchen spielte.“
Soweit ich verstehe, ist das absolut nicht blasphemisch gemeint, sondern Einstein wollte deutlich machen, dass das, was wir als Gott bezeichnen, weit über unser Verstehen-können hinausgeht.
So verstehe ich unter dieser Karte auch eher einen Menschen, der auf seinem seelischen Weg schon fortgeschritten ist und einen guten und vertrauensvollen Kontakt „zur Quelle“ hat. Aus diesem Vertrauen heraus weiß er: „Alles wird gut! Vielleicht nicht so, wie ich mir das wünsche, aber trotzdem wird es für mich und meine Entwicklung gut werden!“
Ihr

Manfred Aubert

Tarotskop Manfred Aubert

 

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