Weisheit

Wie wirklich ist wirklich?

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Das Geheimnis des Bewusstseins und der Realität

Der Punkt in diesem Geheimnis besteht sowohl für Wissenschaftler als auch Philosophen darin, dass unsere alltägliche Welt nicht die reale Welt zu sein scheint. Wir scheinen vielmehr in einer Illusion zu leben – in den alten Zeiten nannte man dies auch Schattenwirklichkeit. Sie ist nur eine Spiegelung von etwas das viel wirklicher ist als unsere Alltagsrealität. Allen diesen Ansätzen ist die Idee gemeinsam, dass die eigentliche Wirklichkeit nicht hier ist. Sie ist noch nicht einmal in gewisser Weise hier. Unsere Körper sind hier in dieser Welt, aber die Lebenskraft, die durch unsere Körper zum Ausdruck kommen, stammt von woanders, aus einer umfassenderen Wirklichkeit, die wir von unserem Standpunkt aus nicht erkennen können.
Historisch gesehen neigt die Wissenschaft dazu, solche Denkansätze als unwissenschaftliche Fantasien abzutun, mit denen versucht wird, Dinge zu erklären, die man nicht versteht oder nicht anders erklären kann. Doch jetzt befassen sich vermehrt Wissenschaften mit der Erörterung höherer Dimensionen, der wachsenden Möglichkeit, dass unsere Welt eine Simulation ist, und der Annahme, dass der Stoff, aus dem alles hervorgeht, Bewusstsein ist. Doch sowohl aus wissenschaftlicher Sicht als auch aus spiritueller Sicht läuft alles auf dieselbe alte Frage hinaus.

Wie wirklich ist unsere Wirklichkeit?

Einstein soll dazu häufig gesagt haben, dass die Wirklichkeit nur eine Illusion ist, wenn auch eine hartnäckige. Desweiteren sagt er: Soweit sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit bezögen, seien sie nicht sicher. Nach diesem Hinweis, was alles nicht gewusst wird, sagt er: Und soweit die Gesetze der Mathematik sicher seien, bezögen sie sich nicht auf die Wirklichkeit. Heißt: Wir wissen nicht wie das Universum funktioniert. Dies galt zu Einsteins Lebzeiten und heute auch noch.
In einem zentralen Text des Mahayana-Buddhismus (gilt als direkt überliefert von Buddha) gilt folgende Feststellung: in unserer Wirklichkeit gibt es keine äußeren Objekte. Nur das Bewusstsein existiert. Im Bewusstsein all dessen, was ist, entsteht sowohl die Welt der Formen als auch die Welt des Formlosen durch eine besondere Art des Bewusstseins, das subjektive Imagination genannt wird.
Natürlich erscheinen uns Erfahrungen als real, doch den Lehren zu Folge wird eine mögliche Wirklichkeit nur zu einer tatsächlichen Wirklichkeit, weil wir unsere Aufmerksamkeit auf sie richten, während wir bezogen auf das Objekt unserer Aufmerksamkeit bestimmte Gefühle empfinden. Das was wir hiernach als alltägliche Wirklichkeit erfahren, wäre ein kollektiver Traum.
Von der Ausdrucksweise abgesehen, klingen diese alten Lehren ganz ähnlich wie die neuen Theorien über virtuelle Wirklichkeiten. Sowohl in der alten als auch der neuen Art des Denkens sind wir auf das innigste mit der Realität verwoben. Durch unsere Interaktionen im Traum werden die Möglichkeiten unseres Geistes Wirklichkeit. In beiden Perspektiven geht es darum, dass wir nicht unbeteiligte Betrachter sind, die auf geheimnisvolle Weise in diese Wirklichkeit gefallen sind, sondern dass wir untrennbar mit dieser Realität verbunden sind.
In Bezug auf die Realität könnte man davon ausgehen, dass wir nicht nur eine Rolle spielen, sondern dass wir Teilnehmer an diesem Universum sind. Als Teilnehmer entspricht der Fokus unserer Aufmerksamkeit – allein das Betrachten dieser Welt – einem schöpferischen Akt. Wir schauen. Wir untersuchen unsere Welt. Und überall wohin wir schauen erzeugt unser Bewusstsein etwas, das wir wahrnehmen können.
In einem teilnehmenden Universum sind wir sowohl die Auslöser der Ereignisse unseres Lebens als auch diejenigen, die das Erzeugte erfahren. Beides geschieht gleichzeitig.
Nach welchen Regeln funktioniert diese Wirklichkeit? Sind wir weise genug, sie zu erkennen, wenn wir ihnen begegnen?
Letztlich sind wir alle gefangen in unserer Erfahrungen und Überzeugungen, aber wer spürt es nicht, das nicht alles so ist wie es erscheint!

Uwe Taschow

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