Aufstieg & Lernen Selbsthilfe - Übungen

Das Glücksmantra

ich bin glücklichDas Glücksmantra

1 Bedingungsloses Glück

Obwohl der größte Teil dieses Buches das bilaterale Tappen beschreibt, mit dem wir Ängste, emotionale Blockaden, einengende Überzeugungen und Kindheitswunden lösen können um so immer mehr in unsere Essenz und damit ins bedingungslose Glück zu gelangen, soll hier  einmal die Arbeit mit dem Glücksmantra beschrieben werden. Das ist eine ganz einfache Methode, die wir jederzeit im Alltag anwenden können und die jeweils gar keine Zeit braucht, nur ein kurzes Innehalten und einen Satz denken und nachspüren. Wenn du mit diesem Glücksmantra ständig im Alltag arbeitest, wird die Arbeit mit dem Tapp-Souling® noch effektiver werden. Es ergänzt die Arbeit mit dem Tappen. Mit der lösen wir all unser Unglück auf, und mit dem Glücksmantra erinnern wir uns im Alltag immer mal wieder daran, daß unsere wahre Natur eigentlich das bedingungslose Glück ist.

Fürs Tappen brauchst du schon einen besonderen Raum und eine besondere Zeit, um dich ausführlicher mit einem Problem, einem schwierigen Gefühle oder einem Thema zu beschäftigen. Aber für den Alltag mitten in deinem Leben in Familie oder Arbeit, oder auch allein, ist das Glücksmantra eine ganz wundervolle Sache.

2 Brief an Anne

Ich beginne mal dieses Kapitel mit einer Antwort an Anne, die mich anmailte, dass sie sehr unglücklich wäre, weil eine Verliebtheit, von der sie sich viel versprochen hatte, wieder geplatzt wäre. Du kennst sie schon vom Kapitel über das erste Tappen. Ich glaube, wir alles kennen solche Situationen, wo Wünsche und Hoffnungen nicht erfüllt wurden und wir verzweifelt, traurig, ängstlich oder ärgerlich reagieren. In diesem Brief ist ganz verdichtet alles drin, was für die Arbeit mit der Glücksformel wichtig ist, aber alles wird danach noch genauer angeschaut, beschrieben und erklärt.

Liebe Anne,

dann gehörst du auch zu den Auserwählten, die so lange alles Äußere loslassen müssen, bis sie das bedingungslose Glück im Inneren fühlen. Und dann wird alles einfach, dann fliegt einem alles zu. Und es ist so einfach. Arbeite einfach mit der Formel „Ich bin im Glück, ganz egal, was ich fühle, denke oder was passiert“. Oder auch „Ich bin im Glück, auch wenn…..“ Und bei …..einsetzen: „auch wenn ich ganz traurig bin“ oder „ganz wütend“ oder „alles Scheiße ist“. Das geht zusammen. Denn dieses Glück ist nicht das Glück, was das Gegenteil von Unglück ist, es ist ein nonduales Glück, was in allem ist, auch in der Traurigkeit, dem Ärger, der Angst und dem Unglück“. Die Gefühle gehen dann nicht weg, aber es kommt ein größerer Atemzug, der Energiekörper  erweitert sich und dein Schwingungsniveau erhöht sich. Es ist jedesmal eine Erinnerung an unser Selbst. Alle Gefühle dürfen da sein, werden z.T. sogar noch deutlicher, aber wir erinnern uns mit der Formel an unser Selbst, unsere Seele, unsere Göttlichkeit. Aber diese Worte sind alle zu abgehoben. Du spürst das Richtige, wenn du die Formel sagst und nachspürst. Meist fühlt es sich dann leichter an.  Wenn es passt, kannst du dich beim Sagen auch noch auf deine Herzgegend konzentrieren. Das ist oft noch hilfreich.
Und wenn das Problem zu groß ist, dann musst du eben Tappen, und landest dann zum Schluss mit einem Essenzsatz beim Glück.
Lieben Gruß – Martin

3 Das bedingungslose Glück ist nondual

Das eben Gesagte beinhaltet alles, was ich zur Arbeit mit diesem Glücksmantra sagen kann, aber sehr verdichtet. Wir wollen uns jetzt bestimmte Aspekte des Textes genauer anschauen. Hier soll noch mal deutlich gemacht werden, dass dieses bedingungslose Glück nicht das Glück ist, daß das Gegenteil vom Unglück ist. Das wäre dann ein normales Ding in unserer dualen Welt, wo es immer das eine gibt und dann auch das Gegenteil, wie Nacht und Tag und Gut und schlecht und oben und unten usw. Aber dieses bedingungslose Glück ist etwas aus der nondualen Welt. Es ist ein Glück, was alles umarmen und beinhalten kann – auch jedes Unglück. Es ist mehr als ein Gefühl. Es ist  ein Seinszustand, der allem zu Grunde liegt. Es ist die göttliche Energie, die universale Kraft, die Quelle oder das Quantenfeld selbst – was immer für einen Namen du für diese universale Energie benutzen willst – mit dem wir uns mit unserem Glücksmantra verbinden. Du kannst diesen Zustand nicht mit dem Verstand verstehen, du kannst ihn nur sein und erfahren. Und da darf auch alle Angst, aller Schmerz und alle Wut da sein – und trotzdem kannst du im Innersten dieses göttliche Glück spüren. Für den Verstand ist das schwer zu verstehen. Er funktioniert ja dual. Aber wenn du mit dem Glücksmantra arbeitest und dann einfach deine Erfahrung spürst, dann wirst du merken, wie das möglich ist. Dass dir Tränen über die Wangen laufen, dass du vor Angst zitterst oder vor Wut deine Fäuste ballst – und wenn du das Mantra sagst, spürst du meist einen erleichternden Atemseufzer und eine Erweiterung deines Energiekörpers. Du bekommst mehr Raum. Du wirst größer als die schwierigen Gefühle. Wir sagen dazu, daß du mehr in dein Selbst kommst. Du erinnerst dich mit diesem Mantra immer wieder an dein wahres göttliches Selbst im Inneren, deinen Urgrund,  der immer da ist, was du nur im Alltag allzu häufig vergißt, wenn du in deinen Gedanken, Gefühlen und Tätigkeiten vollkommen aufgehst. Du verbindest dich mit deinem zeitlosen Selbst, wo du nicht mit deinen Gefühlen und Gedanken identifiziert bist, sie hast, sie aber nicht bist. Und mit der Formulierung „Ich bin im Glück, ganz egal, was ich denke, fühle und was passiert“ machst du einen klaren Schnitt zu deiner Persönlichkeit (Gedanken und Gefühle) und beamst dich in dein Selbst oder in deine Seele, die jenseits deiner Persönlichkeit ist. Und von dort aus kannst du viel besser mit deinen Gefühlen und Gedanken umgehen. Mit dem bedingungslosen Glück kannst du sehr gut die Wahrheit deiner Persönlichkeit erforschen, weil dir egal wird, ob du positive oder negative Gefühle hast. Oder noch besser ausgedrückt – weil du positive wie negative Gefühle besser genießen kannst. Du fühlst, was du fühlst und alles ist durch das innere Glücksgefühl durchstrahlt – selbst der Schmerz, die Angst und die Wut.

Die Arbeit mit dem Glücksmantra soll auf keinen Fall dazu führen, negative Gefühle zu vermeiden und sich positiv zu denken. Nein – ganz im Gegenteil, sie führt dazu, dass wir unsere Angst vor negativen Gefühlen verlieren und sie so durchfühlen können, dass sie sich akzeptiert fühlen und sich auflösen und integrieren können.

Man könnte für unsere Formel auch Liebe, Frieden, Sein oder Bewusstsein nehmen, welche andere Methoden in den Vordergrund stellen (im Osten wurden Liebe, Bewusstsein und Glückseligkeit als die 3 Qualitäten des Göttlichen gesehen) aber für den Alltag hat sich für mich nach langem Experimentieren das Glück als die beste Formel herausgestellt. Warum, werde ich gleich beschreiben.
Wir haben täglich ca. 80 000 Gedanken, die durch unseren Kopf jagen, von denen die wenigsten essentiell und aufbauend sind. Ist es da nicht sinnvoll, immer mal wieder mit dem Glücksmantra Abstand zu diesem Gedankenkarrussel aufzunehmen und sich mit der inneren Quelle zu verbinden?
Und es ist kollossal, wieviel Spannungen und Kampf du dadurch verlieren kannst. All der Kampf, um Unglück zu vermeiden und zum Glück zu streben. All dieses kann zusammenfallen und du kannst es loslassen, wenn du dir deines nondualen bedingungslosen Glücks bewusst wirst.

4 Warum wir das bedingungslose Glück nehmen

In unserem emotionalen Bereich wollen wir alle glücklich sein. Das Bestreben, glücklich zu sein, ist dem Menschen einfach eingegeben. Es beeinflusst all unsere Wünsche und Tätigkeiten. Wir wünschen uns eine gute Beziehung, einen erfüllenden Beruf, ein Haus und Kinder oder auch Berühmtheit und Aufregung – alles nur, um glücklich zu sein. Und dafür strengen wir uns an oder arbeiten ganz spirituell mit dem Gesetz der Resonanz oder der Anziehung. Und manchmal klappt es, wir bekommen, was wir uns wünschen und manchmal klappt es nicht, wir werden enttäuscht und frustriert. Beim ersteren fühlen wir uns glücklich und beim letzteren unglücklich. Das alles ist aber ein von Bedingungen abhängiges Glück – nicht zu vergleichen mit einem bedingungslosen Glück.
Wenn wir dieses bedingungslose Glück haben, dann haben wir es immer, ob wir reich oder arm, gesund oder krank, allein oder in Beziehung, erfolgreich oder erfolglos sind. In all diesen Situationen haben wir strahlende Augen, einen freien Atem und ein Glücksgefühl, was nicht von dieser Welt ist. Ist das nicht wahnsinnig? Ja – für den Verstand ist das wahnsinnig – aber es ist einfach toll. Für mich ist dieses bedingungslose Glück das höchste Ziel, meine größte Liebe, für das ich alles bereit bin, zu geben. Und aus diesem bedingungslosen Glück folgt alles ganz von selbst: Wohlstand, Beziehungen, Erfolg und Erfüllung auf allen Ebenen fliegt uns zu – obwohl wir es gar nicht mehr brauchen. Wir können uns darüber freuen, es genießen und dankbar sein – aber wir lassen es uns schenken und wir suchen nicht mehr danach. Es ist die Natur des bedingungslosen Glücks, in die Welt und auf andere Menschen auszustrahlen und Erfüllung für uns und die anderen auszuschütten – wie ein großes Füllhorn. Mit anderen Worten: das bedingungslose Glück möchte sich manifestieren und hier auf der Erde Form annehmen.
Und zum anderen lässt das Bewusstsein für das bedingungslose Glück all unseren Charakter, unsere Persönlichkeit oder unsere Normal-Neurose langsam einschmelzen. Denn diese ist ja eine Konstruktion, die sich um ein grundlegendes Gefühl und Unglück, von „Zu wenig sein“ oder „Zu wenig haben“ herum gebildet hat. Bei jedem Menschen sind in der Kindheit einige grundlegende Bedürfnisse nicht richtig befriedigt worden (wie wir im Kapitel „Charakter und Essenz“ gesehen haben), es entstand dieses Gefühl von Mangel, Unglück und Unwert und nun entwickeln wir Verhaltensweisen und eine Persönlichkeit, die es uns doch noch ermöglichen soll, diese Bedürfnisse  zu bekommen. Und es entsteht Anstrengung, Kampf und Krampf. Das ist dann unser Charakter. Wenn wir das bedingungslose Glück immer mehr in uns spüren können, darf all das zusammenfallen, einschmelzen oder sich auflösen und wir leben immer mehr aus unserem wahren Wesen, aus unserer Essenz heraus und erleben ein müheloses glückliches Leben.

5 Bedingungsloses Glück und Schmerz

Die Arbeit mit dem Glücksmantra ist auf der einen Seite ein Weg der Freude und zur gleichen Zeit ein Weg, bei dem wir Schmerz und andere schwierigen Gefühle annehmen und sie auf keinen Fall unterdrücken. Dann das rächt sich nur. Verdrängte negative Gefühle zeigen sich dann in Krankheiten, Neurosen, Persönlichkeitsstörungen und Schicksalsschlägen. Wie ich ja schon weiter vorne gesagt habe, können wir das Mantra auch benutzen, wenn wir Schmerz, Angst, Ärger oder andere schwierigen Gefühle fühlen und das Mantra hilft, dass das Gefühl ganz da sein darf und zur gleichen Zeit gibt es uns mehr Raum und Freiheit. Dadurch hilft es, dass das Gefühl sich akzeptierend auflösen und integrieren darf.
Und der Kontext von negativen Gefühlen, Enttäuschungen, Frustrationen, Krankheit und Schicksalsschlägen ist jetzt folgender: wir nehmen unsere schmerzlichen und frustrierten Gefühle war, arbeiten vielleicht mit dem bilateralen Tappen daran, aber wir wissen auch, dass diese Gefühle oder Ereignisse eine Hilfe sind, unser Glück noch bedingungsloser erleben zu dürfen. Wie ich schon im Brief an Anne sagte, sind wir, wenn wir besonders starke Krisen erleben, eigentlich Auserwählte, die lernen dürfen, das bedingungslose Glück auch in schwierigen Situationen zu erleben. Am deutlichsten wird das in dem youtube-Videos von Nick Vujicic deutlich, in denen er – ein Mann ohne Arme und ohne Beine – so viel bedingungsloses Glück und Liebe ausstrahlt, dass diese Videos ein großer Trost sind, wenn man sich sehr belastet fühlt. Du kannst es auf meiner web-site unter „links“ anschauen.
Die Arbeit mit dem Glücksmantra bringt auch alle unerledigten negativen Gefühle hoch, die wir häufig schon in der Kindheit erlebt haben und damals verdrängen mussten – sonst hätten wir nicht gut überlebt. Diese Ängste, Schmerzen und Traumen sind einfach verschiedene Formen unseres grundlegenden Unglücks, das wir alle in uns haben. Das Unglück, von unserer Quelle, von unserem göttlichen Teil oder von unser Urliebe und unserem Urglück getrennt zu sein. Und je mehr wir diesen alten Schutt in uns bewußt machen, aufräumen und auflösen – z.B. durch das Tapp-Souling® – desto mehr gelangen wir ins bedingungslose Glück.
Und häufig ist es auch eine Hilfe auf dem Weg zum bedingungslosen Glück, freiwillig alte Gewohnheiten, Süchte und Anhaftungen, die alle auf dem Loch des Unglücklichseins beruhen, loszulassen. Z.B. kann Fasten oder ein Rückzug in eine freiwillige Einsamkeit oder sogar ein Rückzug in einen Dunkelraum helfen, zum inneren göttlichen Kern und zum bedingungslosen Glück durchzustossen. Auf diesem Weg lernen wir  ein Loslassen von Vielem, mit dem wir unserem Loch des Unglücklichseins entfliehen wollten. Das kann sich manchmal wie ein Tod anfühlen. Deswegen kann auch die freiwillige Konfrontation mit dem Tod oder dem Sterben in einem Tapp-Souling® sehr hilfreich sein, was im Band 2 ausführlicher geschehen wird.  

Man könnte die Arbeit mit dem Glücksmantra auch missbrauchen – nämlich wenn man es sich krampfhaft sagt, um einem negativen Zustand entfliehen zu wollen. Das wäre kontraproduktiv und würde dem grundlegenden Prinzip widersprechen, alles akzeptierend und ohne Wertung wahrzunehmen. Richtig ist es, das Glücksmantra absichtslos zu sagen, dann zu schauen, wie es sich jetzt anfühlt und sich akzeptierend – weil man jetzt meist mehr Raum hat – dem Negativen wieder zuzuwenden.
Dann fühlt sich das bedingungslose Glück auch nicht immer ekstatisch an, sondern kann  manchmal eher wie ein Frieden und das Gefühl, das alles in Ordnung ist, gefühlt werden. Ein stilles O.k.-Gefühl, bei dem ich auch grantig, unzufrieden oder unglücklich sein darf. Das geht nur für den Verstand nicht zusammen. Wenn du es ausprobierst, wirst du sehen, das das schon zusammengeht. Alle Gefühlsinhalte geschehen dann in einem Meer von o.k.-Sein, Frieden und Glück.
Das Glücksmantra hilft uns sozusagen, bereitwilliger und leichter der inneren Realität Raum zu geben, die gerade vorhanden ist. Wir sagen es nur ganz locker, weil die Wahrheit ja ist, daß wir sowieso schon im bedingungslosen Glück sind. Wir vergessen es nur immer wieder und deswegen ist es gut, sich durch das Sagen immer mal wieder daran zu erinnern.

6 Das ist doch zu groß für mich

So magst du vielleicht bei all dem Gesagten denken: „Bedingungsloses Glück – das ist doch etwas für Erleuchtete. Für Ausnahmemenschen. Ich bin doch viel zu klein und viel zu schwierig dafür.“ Oder „Das ist ja eine Zumutung, dass ich mit all meinem Unglück und meiner Neurose jetzt das Ziel haben soll, ins bedingungslose Glück zu kommen“ oder „Da brauche ich aber noch viele Leben, um so weit zu sein, das erleben zu können“.
Da möchte ich dir die frohe Botschaft vermitteln, dass für das Erleben des bedingungslosen Glücks keine Vorbereitung, kein Können, kein Erlerntes oder Erübtes notwendig ist. Das wäre dann ja auch ein von Bedingungen abhängiges Glück. Spiel einfach mal ein paar Tage mit dem Glücksmantra und schau, was passiert. Du mußt nicht besonders spirituell, erfolgreich, durchtherapiert oder in irgendeiner Weise „gut“ zu sein. Du kannst gerne sagen: „Ich bin im Glück, auch wenn ich ein Versager bin“ oder „Ich bin im Glück, wenn ich überhaupt nichts wert bin“ oder „Ich bin im Glück, auch wenn ich nur Unglück anziehe“. Laß deinen Verstand beiseite und schau einfach, was das in dir für ein Echo gibt. Außerdem können die Körperübungen auf den Selbsthilfe-Meditations-CD’s dir dabei helfen.
Und du wirst mit der Zeit auch erkennen können, wie alle schwierigen Dinge in deinem Leben letztlich eine Hilfe waren, um mehr zu diesem bedingungslosen Glück zu kommen.
So hat es Steven Hawkins ausgedrückt, als er einmal sagte, dass seine Krankheit das Beste wäre, was ihm hätte passieren können. Oder denk  noch mal an die  youtube-Videos von Nick Vujicic.
Also – wenn das bei denen funktioniert, mit ihren Krankheiten und Behinderungen, dann wird das bei dir ja wohl auch funktionieren können.

7 Macht das bedingungslose Glück nicht passiv?

Wenn du mit dem bilateralen Tappen immer mehr von deinem Unglück auflöst und dich mit dem Glücksmantra im Alltag immer wieder an das bedingungslose Glück erinnerst, kann man da nicht vollkommen passiv und untätig werden? Ist man dann nicht ohne Bedingungen so zufrieden, dass man gar keinen Sinn mehr darin sieht, irgendetwas zu kreieren, aufzubauen oder zu verändern? Diese Frage kommt häufig auf, wenn Menschen diesen Weg gehen.
Aber das muß so nicht sein. Natürlich ist es erst einmal so, dass du auf diesem Weg so viele Ängste, Mangelgefühle und Spannungen abbaust, die unter deinen Wünschen, Absichten und Ambitionen liegen, dass sie dir unwichtiger werden. Du wirst im ganzen absichtsloser und hast nicht mehr das Gefühl, dass du unbedingt dieses oder jenes haben oder tun mußt, um glücklich zu sein. Du läßt damit eine Menge deiner Charakterfixierung und deiner Anhaftungen los. Du benutzt die Welt auch nicht mehr suchtartig wie eine große Brust, die dafür da ist, deine Bedürfnisse zu befriedigen. Und du wertest auch nicht mehr und sagst „Dies ist gut“ und „Das ist schlecht“ – sondern läßt das Leben mehr so fließen, wie es fließt. Und das führt auch dazu, dass du öfters einfach dasitzen kannst, ohne irgendetwas zu tun oder zu wollen, und dich einfach wohl und gut dabei fühlst.
Aber das bedeutet nicht, dass du weiterhin nicht aktiv handeln, kreieren, dich schöpferisch ausdrücken und die Welt gestalten kannst. Ganz im Gegenteil, da dein Handeln jetzt seinen suchtartigen Charakter verloren hat, bekommt es viel mehr Kraft und Effektivität. Es kann engagiert und leidenschaftlich sein, weil es jetzt mehr aus deinem Herzen kommt als aus deinem Kopf. Du handelst einfach, weil es dir Freude und Erfüllung bringt, so zu handeln. Nicht, um etwas zu bekommen.  Dabei  verliert es eine gewisse Ich-Haftigkeit. Es kommt nicht aus deiner Persönlichkeit, sondern mehr aus deinem Selbst. Du nimmst dich dabei  nicht mehr so wichtig, und lässt dein Handeln einfach geschehen. So wurde bei mir aus „Ich muß dieses oder jenes tun, um gesund zu werden“ einfach „Es geschieht jetzt Gesundung“ und aus dieser Haltung machte ich die gleichen Methoden weiter, aber das geschah einfach. Aus „Ich muß mich anstrengen, um dieses Buch zu schreiben“ wurde „Das Buch schreibt sich“. Und aus „Ich will mein Leben richtig leben“ wurde eben „Das Leben lebt sich durch mich“. Und alles hat seine Quelle in einem Glück und einem Frieden, die nicht von dieser Welt sind.
Mit dieser Haltung wirst du einen großen Batzen von Spannungen und Anstrengung los, bzw, diese Haltung entsteht, wenn du viele Spannungen und Blockaden mit Tapp-Souling abgearbeitet hast. Aus einem Sucher wird ein Finder. Und du erinnerst dich daran immer wieder mit dem Glücksmantra.

7 Die Übung noch mal ganz praktisch

Sage dir oft am Tage den Satz: „Ich bin im Glück, ganz egal, was ich denke, fühle und was passiert“ und schau dann, wie sie das in dir anfühlt. Kannst du evtl. einen kleinen Seufzer spüren und eine Erweiterung deines Energiekörpers? Oder kommen auch erst einmal Widerstände und Blockaden hoch? Auf jeden Fall erhöht sich deine Schwingungsebene. Das ist alles. Mit dieser Formulierung trennst du dich am stärksten von deiner Persönlichkeit. So erinnerst du dich immer wieder an deine Essenz, deine Quelle, deinen göttlichen Kern, wo du Abstand hast zu deiner Persönlichkeit, zu deinen Gedanken und Gefühlen – und auch zum äußeren Geschehen. In diesem moment bist du auf der einen Seite ein Mensch der eine spirituelle Erfahrung macht, und auf der anderen Seite ein spirituelles Wesen, was eine menschliche Erfahrung macht.
Es ist dabei gut, dich zunächst auf deinen Atem im Unterbauch zu konzentrieren und dich in das Nichtwissen hineinfallen zu lassen, wie du es aus den Tapp-Prozessen und den Atemübungen kennst. Das verbindet dich schnell mit der Quelle. Und dann kannst du den Atem von dort aus auch in dein Solar-Plexus und dein Herzzentrum gehen lassen.
Nach einigen Erfahrungen mit diesem Glücksmantra kannst du auch andere Formulierungen benutzen:

  • „Ich bin im Glück, auch wenn…….“
  • „Ich bin im Glück mit allem, was ich bin“
  • „Die Quelle durchströmt mich mit bedingungslosen Glück, auch wenn……“ oder „…mit allem, was ich bin“.
  • „Das Licht meines Herzens durchströmt mich mit bedingungslosen Glück, auch wenn……“ oder „…..mit allem, was ich bin“.

8 Die Übung „Selbst und Stimme“

Schau auch noch mal ins Kapitel 5 (Übungssequenz). Dort wird ja ausführlicher die Selbst und Stimme-Übung mit dem Glücksmantra beschrieben und auch demonstriert. Das ist ebenso eine gute Übung, um sich wieder mit dem bedingungslosen Glück zu verbinden.

9 Die Wirklichkeit erschaffen

Das alles, was eben gesagt worden ist, bedeutet nicht, dass du nicht Bedürfnissen und Wünschen auf der horizontalen Ebene nachgehen kannst. Solche Bedürfnisse sind vollkommen natürlich und wichtig. Es ist nur so, dass die Wunscherfüllung in der Welt um so leichter geschieht, je weniger du an deinem Wunsch anhaftest und das Gefühl hast, nur diese Wunscherfüllung kann dich glücklich machen. Wenn dein Wünschen auf Grund schwieriger Kindheitserfahrungen Suchtcharakter hat, dann wirst du auf viele Widerstände treffen und deine Bedürfnisse werden oft nicht befriedigt. Je mehr du aber in deinem Inneren in einem inneren Frieden, einer Zufriedenheit, einer Erfülltheit und einem Glück ruhst, desto eher werden deine Bedürfnisse ganz von selbst befriedigt werden. Und wenn nicht – bist du auch nicht totunglücklich oder total frustriert. Je niedriger deine Schwingungsfrequenz ist, desto mehr frustrierende Dinge ziehst du in deinem Leben an. Und je höher deine Schwingungsfrequenz ist, desto mehr ziehst du das an, was du dir wünscht.
Deswegen ist es so, dass Kreation oder Manifestation aus dem Zustand des inneren Friedens und des bedingungslosen Glücks sehr viel lustvoller und effektiver ist als die übliche Arbeit mit Affirmationen oder Wünschen ans Universum, die häufig unbewusst ein Gefühl von Mangel mittransportieren. Ich wünsche mir etwas stark und dabei schwingt mit „Ich hab es ja noch nicht“ und „Wenn ich das habe, dann werde ich glücklich sein“.
Ein Manifestieren aus dem Zustand des inneren Friedens oder des  bedingungslosen Glücks ist dagegen ganz natürlich und mühelos. Deswegen trenne dich zunächst von deiner Persönlichkeit und komme in dein Selbst indem du dir das Glücksmantra sagst: „Ich bin im Glück, ganz egal was ich denke, fühle oder was passiert“ und beginne dann von dort aus zu kreieren oder zu  manifestieren. Du bist schon im Glück und hast eine ganz natürliche Lust,  dieses Glück in eine Form zu gießen. Und fühle dann deine vorgestellte Manifestation mit Freude, Glück, Genuß und Dankbarkeit in deinem Körper, als ob es jetzt schon da ist. Ich wünsche dir, daß du auf diese Weise in deinem Leben erschaffen kannst, was dir wichtig ist. Und dass du deine Mission und deine Botschaft – jeder Mensch hat die – in die Welt hineingestalten kannst.
Mögest du glücklich sein, mögen alle Wesen glücklich sein.
How.

(c) Martin Raffael Siems

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