Gesellschaft

Die Angst vor dem fremden Mann

viele Augen schauenWas tun mit den Flüchtlingsströmen

Die Angst vor dem fremden Mann

  • Ein Drittel befürwortet Grenzzaun
  • Jeder Zweite will verstärkte Grenzkontrollen
  • Gerade ältere Menschen sind unzufrieden

In vielen Teilen der Welt stehen Armut, Krieg und Verzweiflung auf der Tagesordnung. Gerade Syrien hat mit diesen Problemen am meisten zu kämpfen und scheint sie nicht unter Kontrolle zu bekommen. Angefangen mit dem Machtkampf um die staatliche Ordnung mit dem Diktator Al-Assad, mit dem eine freie und neue Ordnung entstehen sollte. Stattdessen folgte der Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“, die in das entstandene Machtvakuum eindrang und jetzt in großen Regionen die Vorherrschaft übernommen hat. Situationen wie diese sind es, die die Menschen so sehr zur Verzweiflung treiben, dass sie entscheiden eine lange beschwerliche, unmenschliche und gefährliche Reise zu wagen, um am Ende vielleicht einen Ort zu finden, an dem sie überleben können. Europa ist diese Region. Durch Wohlstand und Stabilität magnetisiert die EU Hunderttausende von Flüchtlingen. Nur Europa kommt mit diesem Andrang von Menschen nicht zurecht und sucht Auswege. Der CSU-Politiker Manfred Weber sieht diesen in einem Grenzzaun, nach dem ungarischen Vorbild. Aufgrund dessen hat der mingle-Trend gefragt, was denn die Menschen von diesem Vorschlag halten.

Dass die Menschen mit der jetzigen Situation unzufrieden sind, lässt sich an den Umfragewerten direkt erkennen. So sind lediglich 20 Prozent der Bevölkerung mit der offenen Grenzpolitik zufrieden und befürworten sie. Dem gegenüber steht der Großteil der Bevölkerung (80%), deren Wunsch es ist, die Grenzen vermehrt zu schützen und zu kontrollieren. Unter den Befürwortern gibt es jedoch gespaltene Vorstellungen in der Umsetzung. So verlangt ein Drittel der Bevölkerung nicht nur mehr Engagement an den Grenzen, sondern den Bau eines Zaunes entlang der Außengrenzen. In Ungarn war es der amtierende Präsident Orban, der diese Art der Lösung in der Praxis umsetzte, mit dem Ziel, die Flüchtlinge auf ein Minimum zu reduzieren.

Ebenso ist auffällig, dass Männer den Grenzzaun eher befürworten als Frauen (34 zu 30 Prozent), aber zugleich auch zufriedener mit der momentanen Situation sind (23 zu 17 Prozent). Betrachtet man die Generationen, verdeutlicht sich, dass der Trend mit dem Alter stetig zunimmt und mehr Präsenz an der Grenze verlangt wird. Von den 14 bis 19-Jährigen bis hin zur Altersgruppe der 60 bis 69-Jährigen wächst die Prozentzahl der Zaun-Befürworter von 22 auf 36 Prozent an, die Zahl der Zufrieden sinkt von 33 auf 15 Prozent.

Europa versucht seit Jahrzehnten, die Integration der europäischen Staaten zu fördern und eine Gemeinschaft zu entwickeln, in der man sich frei bewegen kann und miteinander lebt. Ein Zaun, gefordert von einem EU-Abgeordneten, der diese Ideale vertritt, könnte ein solches Konstrukt gefährden. Schlussendlich zählt es zwischen Nutzen und Auswirkungen abzuwägen. Denkt Ihr, der Zaun in Ungarn hat in dieser Flüchtlings-Krise geholfen?

U.T.

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