Politik

Die Zukunft des Geldsystems

Geld, Münzen, PflanzeDie Zukunft des Geldsystems

Über die derzeitige Verfassung des Geld und Finanzsystems wird viel spekuliert. Es ist fragil, marode und führt zu Ungleichheit, Unfreiheit, Korruption, letztlich zur Zersetzung westlicher Demokratien und damit verbundene Werte. Doch nützt es. Einigen wenigen. Denn: Das staatliche Papiergeldsystem sorgt für eine systematische Umverteilung von Arm nach Reich. Vermögende werden bevorzugt. Und das Finanzsystem hat mit Marktwirtschaft nicht mehr viel zu tun. Unser Geldsystem verteilt also systematisch um, und zwar tendenziell von Arm zu Reich. Plutokraten wie George Soros lachen sich ins Fäustchen und verteidigen selbstverständlich unser Geldsystem verbissen.
Die größten Heuchler sind jene Politiker, die bei jeder Gelegenheit die „soziale Gerechtigkeit“ beschreien, wohl wissend das der Prozess nicht mehr umzukehren ist.
Aber die Selbstrechtfertigung funktioniert nicht. Denn es ist ja gerade der Staat selbst, der die ungerechte Umverteilung über das Geldsystem ermöglicht. Das inflationäre und monopolistische Staatsgeldsystem und das Privileg der Banken, Geld aus dem Nichts schöpfen zu können, gehen auf staatliche Interventionen zurück. Der Staat erzeugt selbst die „soziale Ungerechtigkeit“, die er zu bekämpfen vorgibt.

Eine Welt ohne Geld – Eine Utopie?

Tagtäglich hantieren wir mit Euroscheinen, ohne zu wissen wie Geld überhaupt entsteht. Wir nehmen Geld als selbstverständlich hin, das wir zum Leben Geld benötigen. Und wehe wir haben nicht genug oder es wird uns weggenommen.
Unser heutiges Geldsystem ist mit etlichen Fehlern behaftet und es scheint so, als würde es an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit stoßen. Folgende Fragen scheinen demnach zu den wichtigsten gesellschaftspolitischen Fragen der heutigen Zeit zu gehören: Gibt es alternative Geldsysteme, die sich als zukunftsfähiger erweisen können? Liegt die Zukunft zum Beispiel in einem dezentralen, auf dem Internet basierenden Geldsystem? Oder steuern wir gar auf eine geldlose Zukunft zu?

Die Zukunft ist nicht vorhersagbar, schon gar nicht die des Geldes. Wenn man über die Zukunft spricht, so tut man dies immer aus der jetzigen Perspektive heraus. Selbstverständlich kann man Trends ausmachen und diese in die Zukunft weiterführen. Doch was man noch nicht sehen kann, ist das Neue. Denn das Neue ist ja gerade dadurch definiert, dass es noch nicht ist. Der Philosoph Karl-Heinz Brodbeck drückt das in folgendem Satz aus: „Wer Neues prognostiziert, müsste es selbst erfinden.“? Das ist auch der Grund, weshalb alte Zukunftsfilme oft lächerlich wirken. Sie sind immer aus ihrer Zeit heraus betrachtet und konnten deshalb auch nicht neue Entwicklungen einbinden. Im Nachhinein ist man sprichwörtlich immer klüger. Was kann man jedoch tun, wenn man über die Zukunft des Geldes spricht? Man kann sich erstens darüber klar werden, wie das heutige Geldsystem funktioniert und was seine Fehler sind. Zweitens kann man über Utopien sprechen. Man kann sich vorstellen, wie die Zukunft aussehen könnte oder besser, wie sie sein sollte! Ein Geldsystem ist designbar, es ist nicht vom Himmel gefallen! Deshalb kann man sich Erwartungen bilden und davon ausgehend sich mögliche Handlungen überlegen, die einen vom Istzustand zur Utopie bringen. Die Handlungen muss man dann immer in der Gegenwart ausführen, denn wie heißt es so schön: „Yesterday is history, tomorrow a mystery, today is a gift, that’s why it’s called the present“.

Das heutige Geldsystem basiert auf Schulden

Euro oder Dollar sind nicht mehr durch Gold gedeckt.
Der Goldstandard ist eine bzw. eine Goldwährung, bei der die Währung entweder aus Goldmünzen besteht oder aus Banknoten, die einen Anspruch auf Gold repräsentieren und in Gold eingetauscht werden können. Im einfachsten Fall fungiert geprägtes Gold direkt als Geld (Warengeld, Kurantmünze). Ein Goldstandard besteht aber auch dann, wenn eine Notenbank einen festen Umtauschkurs ihrer Währung in Banknoten zu Gold garantiert und tatsächlich jederzeit zum Umtausch in der gesamten Menge in der Lage und bereit ist.

Bei dem reinen Goldstandard entspricht die Geldmenge eines Landes dem Wert des monetär genutzten Goldbestandes eines Landes. Zwischen Ländern, die einem reinen Goldstandard unterliegen, besteht grundsätzlich ein System fester Wechselkurse. Daneben gibt es u. a. das Proportionalsystem, bei dem nur für einen Teil der Geldmenge ein Goldbestand gehalten wird.

„Das Währungsregime des Goldstandards war weltweit um das Jahr 1870 herum vorherrschend geworden. Mit der vermehrten Nutzung von Banknoten und Giralgeld entfernte sich die Geldmenge bereits Ende des 19. Jahrhunderts mehr und mehr vom reinen Goldstandard in Richtung auf ein Proportionalsystem. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde die Einlösungspflicht von Banknoten in Gold von vielen Staaten ausgesetzt. Spätestens während der Weltwirtschaftskrise ab 1929 wurde der Goldstandard in fast allen Ländern zugunsten eines Systems flexibler Wechselkurse aufgegeben. Im Juli 1944 beschlossen Repräsentanten aus 44 Staaten das System von Bretton Woods, das die Vorteile des Goldstandards als festen Wechselkurssystems mit den Vorteilen eines flexiblen Wechselkurssystems kombinieren sollte. Dieses System scheiterte 1973.“1

Geld basiert auf dem Vertrauen, das entgegengebracht wird. Dabei ist es interessant zu wissen, dass ein Großteil der umlaufenden Geldmenge Buchgeld ist, also Geld, dass bei privaten Geschäftsbanken entsteht und wieder vergeht. Wie kommt dieses quasi elektronisch gedruckte Geld in Umlauf? Durch einen Kredit. Wenn man zu einer Geschäftsbank geht und einen Kredit für beispielsweise 1.000 Euro aufnimmt, dann entstehen genau diese 1.000 Euro im Moment der Verbuchung. Buchhalterisch gesehen bucht die Bank auf der Passivseite die 1.000 Euro als Guthaben des Kunden und auf der Aktivseite als Gegenbuchung den Kredit an den Kunden. Die Bank nimmt also nicht das Geld von Sparern, um es weiter zu leihen, sondern erschafft tatsächlich selbst Geld. Durch diese Bilanzverlängerung entsteht ein Großteil der Geldmenge, denn es ist betragsmäßig viel mehr Buchgeld in Umlauf wie Bargeld. Wie kommt das Bargeld in Umlauf? Auf ähnlichem Weg wie das Buchgeld, nur dass der Kreditgeber nun die Zentralbank ist und der Kreditnehmer eine Geschäftsbank. Fazit: Ohne Schuld kein Geld, weder Bargeld, noch Buchgeld. Wie verschwindet Geld wieder? Durch Kreditrückzahlung. Wenn der Kreditnehmer eine Rate zurückzahlt, wird der Betrag einfach wieder ausgebucht.

Doch was ist das Problem bei diesem System? Das Problem ist, dass der Kreditnehmer nicht nur seine gesamte Kreditsumme zurückzahlen muss, sondern zusätzlich noch Zinsen. Die muss er von anderen Wirtschaftsteilnehmern erlangen. Meistens wird er das mittels Arbeit für andere erreichen. Aber Arbeit kann kein Geld erschaffen. Das Geld für die Zinsen muss deshalb wiederum aus dem Kredit eines anderen Teilnehmers stammen. Das Problem ist also, dass nie alle Schulden des Systems zurückgezahlt werden können, weil immer für das vorhandene Geld schon Zinsen anfielen. Jeder Euro, der mittels Kredit in Umlauf kam, muss mit einem Zinsaufschlag wieder zurückgezahlt werden. Dieser Zins kann nur aus einem anderen Kredit stammen, auf den wieder Zinsen anfallen. Das System schaukelt sich hoch.

Das heutige Geldsystem lässt sich also zusammenfassend so skizzieren:

  • Es basiert rein auf dem Vertrauen der Wirtschaftsteilnehmer und ist nicht durch Edelmetalle gedeckt, wie es früher einmal der Fall war.
  • Es ist ein instabiles System, bei dem sämtliche Schulden aufgrund der Zinsen niemals bedient werden können.
  • Es dient größtenteils jenen, die mehr Zinserträge erlangen als sie zahlen müssen. Dabei muss man einberechnen, dass Unternehmen ihre Zinszahlungen auf ihre Preise aufschlagen, Konsumenten also generell ebenfalls Zinszahler sind, auch wenn sie persönlich nicht verschuldet sind. Über die Preise zahlt man immer auch die Schuldentilgungen und Zinsen mit!
  • Es schaukelt sich immer mehr auf. Die Schulden steigen und die Umverteilung nach oben über die Zinsen ebenso. Es ist damit ein krisenanfälliges System.

Menschen in der Zukunft

Utopie der geldlosen Gesellschaft

Eine Utopie ist der altgriechischen Bedeutung nach ein Ort, der nicht existiert. Es ist eine Gesellschaftsordnung, die es nur in unserer Vorstellung gibt. Mittels Utopien stellen wir uns Entwürfe unseres Lebens vor. In jedem Produkt steckt dieser kreative Akt. Jedes Produkt, sei es ein Dosenöffner oder ein Flugzeug, war zunächst ein Problem, verbunden mit dem Wunsch, es zu lösen. Der Mensch hat die Möglichkeit, Lösungen in seinem Geist zu entwerfen und dann umzusetzen. Wenn zum Beispiel ein Haus gebaut wird, so entsteht dieses zuerst im Kopf des Architekten. Er bringt diese Vorstellung dann auf Papier, von welchem es dann andere umsetzen und tatsächlich so aufbauen. Diese Kreativität können wir jedoch nicht nur direkt auf Gegenstände des alltäglichen Lebens, sondern auch auf ganze Gesellschaften anwenden. Damit entstehen Sozialutopien, die Visionen einer besseren Zukunft versprechen. Der Begriff „Utopie“ ist unmittelbar mit dem im 16. Jahrhundert veröffentlichten Roman von Thomas Morus, mit dem Titel „Utopia“, verbunden, welcher eine ideale soziale Zukunft darstellt. Morus wollte das ideale System der Versorgung und des Zusammenlebens konstruieren. Interessant dabei: Geld spielt in seiner Vision keine Rolle. Die Utopier regeln ihre Verteilung ohne ein Geldsystem. Jeder bekommt, was er braucht und arbeitet für die Gemeinschaft.

Dieser Vision einer Zukunft ohne Geld sind viele nachgefolgt. So träumte etwa Karl Marx davon, dass in einer kommunistischen Gesellschaft das Geld verschwinden würde, weil es nicht mehr gebraucht werde. Auch in der Sciencefiction Serie Star Trek wird eine geldlose Zukunft gezeigt, in der die Menschen nicht mehr nach Reichtum, sondern nach Erkenntnis und nach Erforschung des Universums streben. Offenbar versteckt sich in all diesen utopischen Vorstellungen der Gedanke, dass ein Geldsystem auf lange Sicht schlecht für die menschliche Entwicklung sei und deshalb auch überwunden werden müsse.

Abgesehen von diesen sozial romantischen Vorstellungen kann man sich noch Trends ansehen, um zu erahnen, wohin die zukünftige Reise geht. Die Vergangenheit zeigt, dass Geld im Laufe der Geschichte immer immaterieller wurde. Waren es früher Edelmetalle oder gar Muscheln, die als Geldmaterial dienten, so hat sich mit der Zeit der Trend hin zu bedrucktem Papier und schließlich in den letzten Jahrzehnten zu reinen Daten in Computern entwickelt. Geld ist damit nicht mehr ein abzählbarer Gegenstand sondern nur noch eine Zahl im Computer. Es ist eine Information. Mittels dieser Datensätze in den Computern wird bewertet, was in der Gesellschaft wichtig ist und was nicht. Anhand von ihnen regeln wir die Verteilung und Produktion unserer Güter. Es fällt dann nicht schwer, die Gesellschaft mit einem großen Netzwerk zu vergleichen, in welchem die Datensätze Geld hin- und hergeschoben werden. Die Informationsrevolution hat auch vor dem Geldsystem nicht halt gemacht.

Wir haben dem Geld eine Macht über uns eingeräumt die unseren Charakter, Werte und Ethik bestimmt. Wir befinden uns in einer Abhängigkeit, die bereits ganze Gesellschaften ruiniert hat. Dank unseres digitalen Finanzsystems steht nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft der Menschheit auch an dieser Stelle auf dem Spiel.

(c) U.T.

1 Quelle Wikipedia

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