Mensch-Sein

Du darfst keinen Spass haben!

Freude-Meadchen-laecheln-joyDu darfst keinen Spass haben!
Gedanken von Pascal Voggenhuber

Oje, was ist mit der Spiritualität los? Manchmal frage ich mich, ob ich zu dieser Mainstream-Spiritualität noch dazu gehören will.

«Du darfst keinen Spass haben!»

Oje, was ist mit der Spiritualität los? Manchmal frage ich mich, ob ich zu dieser Mainstream-Spiritualität noch dazu gehören will. Wenn ich mir die Szene anschaue, fällt mir auf, dass es immer mehr Dogmen und Systeme gibt, die vorschreiben, welches Verhalten spirituell ist und welches nicht. Wenn ich auf der Bühne lache und Witze reisse, lachen viele Zuschauer mit. Anschliessend kommen aber Mails in mein Büro – ich werde verurteilt, weil ich lache, Witze mache, lebe und die Menschen auffordere, mehr Spass zu haben. Mir wird vorgeworfen, ich sei eine Schande für die spirituelle Szene! Ich soll doch bitte Vorbild sein! Leute was geht?! Für mich persönlich ist Spiritualität Lebensfreude pur! Ich will kein Vorbild sein. Ich möchte, dass die Menschen glücklich und unabhängig sind und Schöpfer ihres Lebens. Denn ich glaube, jeder der wirklich glücklich ist, trägt zum Frieden bei.

Ich wollte nie in eine Schublade passen oder irgend etwas erreichen oder sein. Ich denke, wir sollten alle aufwachen und aufhören, uns selbst zu «beweihräuchern». Aufhören uns abzukapseln weil wir denken wir seien besser oder schlechter. Wir sind alle Geschöpfe dieser Erde und jeder folgt seinem Auftrag. Ist es wirklich wichtig, was für Aurafarben oder wie viele Geistführer ich habe? Wie viele Stunden ich in Meditation verbringe? Wie ich mich ernähre? Welche Worte ich benutze? Ob ich hellsichtig bin? Wie hoch meine Schwingung ist? Auf welcher Ebene ich bin? Ob ich erleuchtet bin? Oder weise? Oder was auch immer. All diese Eso-, Spirit-Etiketten – brauchen wir die wirklich?

Ich für meinen Teil will sie nicht mehr haben. Ich will lachen, ich will die Leute zum lachen bringen dürfen auf der Bühne. Und ja, manchmal ist der Witz schmutzig oder unangebracht. Doch ich will leben. Wenn ich Vorbild sein möchte, dann nur für meinen Sohn. Ich wünsche mir, dass er eines Tages sagt: «Mein Papa war glücklich und hat mir gezeigt, wie es ist, glücklich zu sein!»

Hören wir doch auf, uns selbst was vorzumachen. Beginnen wir wieder zu leben, richtig zu leben! Lass die Freude und die Liebe in Dein Herz, bleib bei Dir. Höre auf, Dich mit Etiketten zu schmücken und Du wirst erkennen, dass Du vielleicht Dein Umfeld veränderst. Wichtig ist – du wirst gelebt haben. Natürlich ist das nur meine persönliche Meinung.

«Gib Dir Dein Leben zurück!»
Wenn ich mein Leben betrachte, fällt mir auf, dass es immer wieder Momente gab, in denen ich nicht mein Leben führte, sondern vom Leben gelebt wurde. Ich gestaltete es nicht aktiv, sondern liess mich von Umständen, Situationen, Menschen und Begebenheiten leiten. Ich bin bestimmt nicht der einzige dem das passiert ist und deshalb möchte ich Dich aufwecken und Dir sagen: Lebst Du so, wie Du möchtest, oder führst Du Dein Leben so, wie andere es von Dir erwarten? Achte bewusst darauf, wie viele Dinge Du nur tust, weil es Dein Partner, Deine Eltern, Deine Religion, Deine spirituellen Überzeugungen, Deine Ängste, Dein Chef, Dein Umfeld oder wer auch immer von Dir erwarten. Überlege Dir, wie Du Dein Leben gestalten würdest, wenn es all diese Einflüsse nicht geben würde. Schreib auf, wie Du gerne wärst, was Du gerne tun oder nicht mehr tun möchtest, was Dich glücklich machen würde und was Du ändern würdest. Erfinde Dich neu!

«Aber das ist doch nicht möglich…»

Pascal VoggenhuberIch weiss, während Du dies aufschreibst, wird sich immer wieder eine Stimme in Deinem Kopf melden, die sagt: «Das geht nicht, weil … das ist unmöglich … das ist egoistisch … Du hast doch Kinder, Mann, Frau … » Schalte einfach den inneren Kritiker aus. Es geht einzig darum, Dir bewusst zu machen und aufzuschreiben, was Du gerne hättest. Beobachte, wie viele Argumente Dein innerer Kritiker bereit hält. Denn je mehr er protestiert, desto weniger lebst Du Dein Leben, sondern wirst von Deinem Umfeld und den Mitmenschen gelebt.

Wenn es Dir schwerfällt Dir ein Leben vorzustellen, das frei von fremden Erwartungen ist, dann ist auch das ein Hinweis, dass Du stark vom Leben gelebt wirst. Aber Dein Leben kann nicht besser werden, wenn Du nicht weisst, was Dich erfüllt, wie Du gerne wärst und was Dich glücklich macht. Ich persönlich schaue regelmässig mein Leben an und entdecke immer wieder, dass ich mich in gewissen Situationen um des lieben Friedens Willen auf Gedanken von Pascal Voggenhuber eine bestimmte Art verhalte oder weil es alle anderen so machen oder weil es einfach von mir so erwartet wird.

Die Meinung Anderer schafft keine Realität

Immer wenn ich das bemerke, frage ich mich: «Pascal, willst Du das wirklich?» Wenn dann ein Nein kommt, dann geh ich meinen eigenen Weg! Sei Dir bewusst, dass egal was Du tust, irgendjemand Deine Entscheidung immer falsch finden wird. Was immer Du machst, es wird immer einer über Dich lästern, Dich beurteilen oder verurteilen. Löse Dich von all dem! Denn die Meinungen von Anderen schaffen keine Realität! Nur das, was Du über Dich denkst wird zu Deiner Realität. Da Du es ohnehin nie allen recht machen kannst, brauchst Du Dich bei Entscheidungen nicht auf das zu stützen, was andere erwarten. Ich habe mich entschlossen all die Dinge zu machen, die mich erfüllen. Sodass ich am Abend in den Spiegel schauen und sagen kann: «Ja, Pascal, Du hast heute das Richtige gemacht!» Auch wenn manche das anders sehen. Der einzige, der mein Leben wirklich beurteilen kann, bin ich selbst.

Erkenne, dass Du Dein Leben führen kannst und nicht so von den Erwartungen anderer abhängig bist, wie du glaubst. Es allen recht zu machen, funktioniert nicht. Und ebenso wenig helfen Erwartungen, die Du an Dich selber stellst. Kommt Dir Folgendes bekannt vor? «Ich will niemanden enttäuschen. Ich will nicht unfreundlich sein …»

Geniesse jeden bewusst gelebten Tag

Du lebst erst Dein Leben, wenn Du weisst, wie Du es gerne leben möchtest und auch den Mut hast, es zu tun! Frag Dich am Ende des Tages, was Du heute getan hast, ohne dass Du es wirklich tun wolltest, nur um eine Erwartung zu erfüllen. Und geniesse bewusst jene Tage, an denen Du zufrieden sagen kannst: «Bravo, heute habe ich wieder mein Bestes gegeben und ich war glücklich!» Das ist genug Anerkennung.

Viel Spass dabei, Dein Leben zu leben!

Alles Liebe Pascal

(c) baseler psi verein

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