Klima & Meere

Erderwärmung im Akkord

Erde im BlattErderwärmung im Akkord

Der Klimawandel ist die größte Herausforderung, der sich die Menschheit derzeit stellen muss.

Das massive Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle und Öl macht die Erde zum Treibhaus. Die Prognose der führenden Klimaexperten: Wenn die Industrie- und Schwellenländer ihren Treibhausgasausstoß nicht drastisch senken, könnte die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um weitere vier Grad ansteigen. 

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Allein der jährliche Ausstoß des Treibhausgases CO2 in den am schnellsten wachsenden Industrienationen China und Indien macht sämtliche Einsparungen in anderen Industrieländern zunichte. China hat mittlerweile sogar die USA überholt. Bei den Pro-Kopf-Emissionen aber liegen die USA immer noch vorn. Im Jahr 2013 kamen auf jeden US-Bürger 16,5 Tonnen CO2, auf jeden Einwohner Chinas nur 7,4 Tonnen. Der Pro-Kopf-Ausstoß in Deutschland betrug 10,2 Tonnen.

Klimawandel in der Diskussion

Noch in den 1990er Jahren diskutierten Wissenschaftler kontrovers über die Ursachen der schnellen Erwärmung. Klimaschwankungen durch natürliche Prozesse wurden in Betracht gezogen. Ein natürlicher Prozess wäre zum Beispiel Vulkanismus. Extreme Vulkanausbrüche können das Klima  verändern. In den zurückliegenden 150 Jahren war der Vulkanismus allerdings nicht ausgeprägter als in den Jahrhunderten zuvor. Ein weiteres Beispiel ist die Sonnenaktivität. Tatsächlich gibt es regelmäßige Sonnenzyklen mit stärkerer und geringerer Strahlungsintensität, doch Satellitenmessungen zeigen, dass die Schwankungen zwischen Minimum und Maximum der Strahlung in den vergangenen Jahrzehnten viel zu gering waren, um den derzeitigen Klimawandel auszulösen.

Seit den 1950er Jahren wird regelmäßig die CO2-Menge in der Atmosphäre gemessen. Verglichen mit anderen Forschungsdaten zeigt sich, dass die Konzentration heute so hoch ist wie zuletzt vor 800.000 Jahren. Natürliche Schwankungen im Erdklima gab es immer, sie entwickelten sich jedoch über sehr lange Zeiträume. Die heutige Entwicklung geht rasant vor sich. Nachweisbar ist außerdem, dass das gemessene CO2 fossilen Ursprungs ist, also aus der Verbrennung von Kohle und Öl stammt. Dabei befindet sich nur etwa die Hälfte des Kohlendioxids  in der Atmosphäre, die andere Hälfte haben die Meere und die Erdbiosphäre aufgenommen.

Heute gibt es so gut wie keine Klimaforscher mehr, die von einer natürlichen Entwicklung ausgehen. Die Datenlage spricht für einen sogenannten anthropogenen, einen vom Menschen ausgelösten Klimawandel. Das bestätigt auch der UN-Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) – ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium, in dem Hunderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt mitwirken. Seine Berichte erscheinen regelmäßig. Der jüngste ist 2014 herausgekommen.

Klimaskeptiker und die Kohle- und Ölindustrie

Nach wie vor gibt es eine Handvoll sogenannter Klimaskeptiker, die die These eines vom Menschen verursachten Klimawandels ablehnen. Sie sind vielleicht wirklich nicht von der Stichhaltigkeit der Argumente überzeugt. Oder sie sind nicht bereit, ihren Lebensstil in Frage zu stellen, auch wenn er den Planeten ruiniert. Oft aber stehen Lobbyisten aus Industrie und Wirtschaft hinter den Skeptikern, vor allem die Öl- und Kohleindustrie. Das überrascht nicht, denn diese beiden Industriezweige und ihr lukratives Geschäft stehen auf dem Prüfstand.

Die Rolle des Ölmultis ExxonMobil (Esso) in diesem Spiel ist längst belegt. In den USA leisteten die organisierten Lobbyisten in den Neunzigerjahren ganze Arbeit. Dass die Vereinigten Staaten das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichneten, geht nicht zuletzt auf von Exxon bezahlte Klimaskeptiker zurück. US-Klimaskeptiker waren es auch, die 1996 das European Science and Environment Forum (ESEF) gründeten – eigens zu dem Zweck, eine effektive europäische Klimaschutzpolitik zu verhindern. Eine Studie von Greenpeace International aus dem Jahr 2011 belegt, in welchem Maße Konzerne auch heute noch versuchen, Klimaschutzgesetze zu verhindern.

(c) www.greenpeace.de

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