Mensch-Sein

Erwartungen und Enttäuschungen

Zauber des AnfangsErwartungen!

Unter dem Autorenpseudonym, Tyra Reeves, habe ich meinen ersten Roman „Gottessöhne“ veröffentlicht, der auch hier, auf Spirit Online, vorgestellt wurde.‘
Ich möchte Euch gerne daran teilhaben lassen, wie das Schreiben und alles was dazu gehört, mich geprägt hat. Eigentlich war mein ursprünglicher Plan Euch zu erzählen, wie ich auf die Idee zu meinem Buch gekommen bin und wie viele widersprüchliche Stimmen in meinem Kopf mich letztendlich nach vielen Zweifeln überzeugt haben, doch den Weg in die Öffentlichkeit zu wagen. Denn dieser Schritt ist mit vielen Ängsten, Zweifeln aber auch Hoffnungen und Erwartungen verknüpft.

Heute möchte ich ein paar Gedanken zum Thema „Erwartungen“ darlegen.
Woran denke ich, und was geht in mir vor, wenn ich den Begriff Erwartungen höre? Zuerst steigt ein Gefühl vager Vorfreude in mir hoch, was wird mich in der Zukunft erwarten? Ich beginne mir ein Bild zu machen, wie wird mein Leben sein, so wie ich es mir wünsche? Hoffnung beflügelt mich und ich sehe wie sich meine Erwartungen, das gewünschte Ergebnis in der Zukunft, erfüllen. Doch direkt eine Sekunde später, schickt mir mein Verstand Achtung, Vorsicht! hinterher und das Wort Enttäuschung drängt sich in mein Bewusstsein.

Wie waren meine Erwartungen, nachdem ich meinen ersten Roman fertiggestellt hatte und ihn per Veröffentlichung in die Welt geschickt habe? Sie waren zittrig vor Hoffnung und ängstlich vor der harten Realität. Ich habe meinen Freunden mitgeteilt, dass ich ein Buch veröffentlicht habe und die Reaktionen in meinem Bekanntenkreis waren: Mensch, nun wirst du berühmt, das ist ja klasse, und und… So wuchsen meine Erwartungen wieder ein Stückchen und ein Bild nahm in meinem Kopf Gestalt an, dass ich vom Schreiben leben könnte. Doch diese Erwartung wurde nicht erfüllt, es kamen Tiefschläge. Was machte das mit mir? Ich fühlte mich enttäuscht und auch vom Leben ungerecht behandelt. Wieso konnte es nicht so sein, wie ich es erwartet hatte? Wahrscheinlich, weil das Leben seinen eigenen Kopf hat und sich nicht in ein enges Zimmer, wie das der Er-Wartung pressen lässt. Doch was sollte ich tun? Wieder einen meiner Träume an den Nagel hängen? Dort hing schon der ein oder andere Lebenstraum schlaff und kraftlos am Haken. Nein, diesmal nicht.
Ich machte einfach weiter und so kam in gewissen Dingen eine Routine auf, die mir zumindest die Selbstsicherheit wiedergab. Doch immer wieder gab es Überraschungen, die ich so nie erwartet hätte, zum Beispiel wurde mein Buch (von einer unbekannten Indie Autorin, wie mir) von einer renommierten Fachzeitschrift als Lesetipp vorgestellt und das direkt neben dem Buch eines Bestseller Autors. Wow, das hätte ich niemals erwartet!
Doch meine Erwartung, dass ich vom Schreiben leben kann, hat sich bis jetzt nicht erfüllt. Ich habe allerdings gelernt, dass ich besser ab und zu (besser öfters) loslassen sollte um zu sehen, wie das Leben mir weiterhilft. Loslassen bedeutet, sich von Erwartungen zu lösen. Warum fällt mir das so schwer? Weil ich gerne Kontrolle über mein Leben habe möchte, aber das Leben meint: nöh, es stehen dir Überraschungen und Ereignisse bereit, die du dir mit deinem Verstand nicht vorstellen kannst. Los-Lassen bedeutet für auch, sich vom krampfhaften Fest-Halten der eigenen Erwartungen los-zu-sagen. Es hat etwas Entspannendes und neugierig Interessiertes. Darum ist es besser, ich sage mir, schau mal was der heutige Tag mit sich bringt und freu dich über jedes kleine Geschenk, was er für dich bereit hält.

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