Aufstieg & Lernen

Fasten

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„… Wieder richtete jemand sein Wort an den Fremden. Wir streiten schon lange um eine Frage sag mir: „Ist Fasten und sich zügeln in weltlichen und fleischlichen Dingen dem Seelenheil zuträglich oder nicht?“
Der Fremde stellte behutsam den Becher auf den Tisch und erwiderte: „Nun, ich kenne Mystiker die gingen 40 Tage in die Wüste, um zu sich selbst zu finden, um sich zu sammeln, zu reinigen und um neue Kräfte zu tanken. Manche von ihnen wurden erleuchtet, andere wurden blind.

Sie taten das aus einer inneren Eingabe und Führung heraus, jedoch jene, die es aus Zwang taten, scheiterten. Und so mag es den Geist eines wahrhaft Berufenen beflügeln und zu ungeahnten Höhen führen der geblendete jedoch wird hinabstürzen um erneut den Weg ins Licht zu finden. Somit ich euch: Ja, es kann einem Menschen helfen, seinen Weg zu Gott zu finden, in dem er den Weg der Dürre wählt. Tut dies jedoch nur aus freien Stücken und in Frieden mit euch selbst.

Hütet euch vor falschem Eifer und auch davor es anderen auferlegen zu wollen. Das Seelenheil eines anderen jedoch ist Sache des Himmels nicht der Erde. Denn andere zwingen zu wollen bringt euch um die Geheimnisse dessen, was das Fasten für euch bereithält.“

„Sie sagen wenn es nicht schwer fällt dürfte man es nicht Fasten nennen stimmt das?“ „Nun, es geht beim Fasten wirklich darum, euch etwas zu nehmen, das euch in eine außergewöhnliche Situation bringt. Wenn es jemand liebt asketisch zu leben, wird es für ihn keine Besonderheit sein, nichts zu essen. Jedoch ist es nicht so, dass Gott das dann als falsch beurteilt. Nein, es ist einfach so, dass dieser Mensch auf diesem Weg, nicht das gewünschte Ziel erreichen kann. Er steht sich also damit selbst im Weg, mehr ist es nicht“ lachte der Fremde nun zum ersten mal, und wieder verspürte ich die Besonderheit seiner Aura. Er war anders als alle anderen die mir je begegnet sind. Ich war fasziniert und hatte mittlerweile in einer etwas dunkleren Ecke in der Kneipe Platz genommen, von wo aus ich ihn und das ganze Treiben um ihn herum gut beobachten konnte. Ich lauschte seinen Worten:

Wenn einer in eine Höhle geht und dieser Welt, mit all ihren weltlichen und fleischlichen Dingen entsagt. So mag ihm diese Tat wundervolle Einsichten und Erkenntnisse über die Dinge jenseits der sichtbaren Welt schenken. Über solche Geschenke darf sich Dieser glücklich preisen, denn der Vater hat den Heiligen Geist über ihm ausgeschüttet, damit er andern ein Vorbild sein kann.

Nicht aber rühmen sollte er sich für diese Tat, oder gar behaupten, jeder müsse ihm gleich tun. Den einen schenkt der Vater die tiefe Erkenntnis in der Stille der Einsamkeit und Askese, dem anderen schenkt er Erkenntnis, mitten unter Freuden, beim feiern eines Festes. Gott ist Schöpfer des Himmels und der Erde, des Schattens und des Lichts. Wer ist der Mensch ihm zu befehligen, er könne Erkenntnis nur auf eine Weise schenken?
Und wer von euch kann sagen, dass der Vater, der eine zehnköpfige Familie mit seiner Hände Arbeit ernährt, und am Abend zu erschöpft ist um noch das Abendgebet zu sprechen, weniger Wert ist Einlass ins Himmelreich zu finden, als ein asketischer Mystiker, der sein Leben ganz Gott widmen durfte und so durch Gottes Gnade die Aufgabe erhielt, Gotteswort zu verkünden? Wer würde das Urteil sprechen wollen? Ich sage euch: Vor diesem wahren Licht sind alle Menschen gleich.
Fastet, wenn euch euer Herz drängt es zu tun und lebet, wenn euch euer Herz danach verlangt. Amen! …“

Auszug aus dem Buch Erinnerungen an Jesus, Ralph Valenteano

Ralph Valenteano
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