Bewusst-Sein

Innere Arbeit und äußere Entsprechungen

Die innere Arbeit sucht sich im Außen eine Entsprechung Liebesschloesser

Oft ist es so, dass wir uns direkt und intensiv im Prozess innerer Arbeit befinden. Wir fühlen uns dann zum Teil etwas entfernt von der Außenwelt. Auch geht häufig ein allgemeines Ruhebedürfnis damit einher. Auf dieser Ebene fühlt es sich dann auch besonders anstrengend an, wenn äußere Herausforderungen, Situationen, unerwartete Ereignisse auf uns zukommen. Wir denken und fühlen dann etwa „das hat mir gerade noch gefehlt“ oder „muss das denn ausgerechnet jetzt sein“. Wir sind mit dieser Doppelbelastung von innen und außen momentan überfordert, glauben dies jedenfalls und stellen es auch nicht in Frage.

Im schlimmsten Fall entwickeln wir eine Abwehrhaltung gegenüber dem Außen und ziehen uns erst recht nach innen zurück. Wir verlieren hier die Balance zwischen Innen und Außen zuweilen.

Auslöser ist hier z.B. eine Wut auf das was uns ungelegen kam, die einen Widerstand gegen die Außensituation verstärkt, zumal wir sie uns nicht ausgesucht haben. Diese Konstellation gibt es aber auch anders herum: Wenn wir mit äußeren Aktivitäten beschäftigt sind, denken und fühlen wir auch ablehnend, wenn innere Zustände uns dazwischenfunken. Ein plötzlich auftretendes starkes Gefühl, ein innerer Hinweis auf dieser Ebene ist auch ein Störenfried.

Wir sind hier wütend und ablehnend und denken z.B.: Warum kann ich diese Aktivität nicht erst mal störungsfrei beenden ? Hier entsteht genauso das Empfinden einer Doppelbelastung. Ich fühle mich dann aus einer mir wichtigen Aktivität herausgerissen von meinen eigenen Innenwelten.

Fazit ist hier: In beiden Fällen wollen wir uns nur auf das eine aber nicht auf das andere konzentrieren und bekommen die beiden Ebenen nicht zusammengefügt. Es ist auch so, dass wir mit unserem Ego und Verstandesdenken am liebsten steuern würden, was willkommen ist an Gedanken, Gefühlen, Situationen und was eben nicht.

Es ist dann unsere Überzeugung: „Blöderweise kommt es gerade so, wie wir es nicht wollen, nicht brauchen. Und wir kommen auch in eine Kampfhaltung dem Leben selbst gegenüber, weil wir das Gefühl haben, es läuft immer viel zu oft so, wie es uns stört und einschränkt, in einer Richtung, die wir uns anders ausgewählt hätten. Wir geraten so unter einen persönlichen Stress durch den natürlichen Lauf des Lebens, der selten so kommt, wie wir ihn ausgesucht hätten.

Warum fällt es so schwer, das innere und äußere zu vereinen ? Die Antwort wäre hier, weil wir den unterstützenden Effekt einfach übersehen! Das was uns zuviel ist, was als böse Überraschung über uns kommt, speziell in einem vermeintlich besonders unpassenden Moment, ist in Wahrheit eine Ergänzung von innen und außen. Wir erkennen nicht das Gesetz wie innen so außen in Aktion. Wenn während einer inneren Arbeit im Außen ein vermeintlicher „Störenfried“ auftaucht, ist es ein unterstützender praktischer Hinweis, und zwar auf genau das Thema, was wir gerade bearbeiten.

Die innere Arbeit sucht sich im Außen eine Entsprechung. Diese Entsprechung fühlt sich jedoch auf den ersten Blick unangenehm an, weil sie in der Regel ein „Wachrüttler“ ist. Diese Entsprechung geht uns zunächst auf die Nerven und so bekämpfen wir sie dann auch. Sie kommt höchst ungelegen, weil sie uns scheinbar zusätzliche Arbeit aufbürden will. Bei genauer Betrachtung unterstützt diese zusätzliche Arbeit aber den inneren Prozess der Weiterentwicklung, geht mit ihm Hand in Hand. Sie ist ein Beschleuniger, wenn wir erkennen, welche Symbolik sich dahinter verbirgt.

Leuchtturm_1_10062012 Wenn z.B. im Zwischenmenschlichen ein Konflikt auftaucht während einer intensiven inneren Arbeit, spiegelt dieser Konflikt genau das zu bearbeitende Thema wider. Das Thema wird aus der Perspektive auf uns zukommen im Außen, die wir nur so erkennen können, und zwar weil unsere innere Perspektive auch einseitig sein kann, wenn wir uns gerade zu sehr vom Außen zurückgezogen haben. Wir haben dann die Fähigkeit, innere Mechanismen zu durchschauen, können sie aber nicht zuordnen. Damit wir eine Hilfe haben, kommt genau das auf uns zu in äußeren Situationen, was eine Hilfe beim Zuordnen sein soll und ein Weg von Theorie in die Praxis. Wenn wir wiederholt uns von äußeren Dingen angestrengt und stark herausgefordert fühlen, haben wir die Balance innen-außen verloren. Im umgekehrten Fall ist es das gleiche Muster: Wenn wir zu stark mit äußeren Aktivitäten beschäftigt sind, werden wiederholt in „ungünstigen Momenten“ gleiche Gefühle/Gedanken/Abläufe von innen hoch kommen und uns auf gefühlt unangenehme Weise unterbrechen. Sie zeigen uns auch das Fehlen einer Balance insofern, dass wir das Innen vernachlässigen, nicht auf innere Hinweise hören wollen, sie nicht genug mit dem Außen verbinden. Wenn wir uns auf die innere sowohl als auch äußere Ebene einlassen und lernen, den Wert und den Nutzen in jeder Situation zu erkennen, werden wir beides verknüpfen und es wird deutlich, dass sich beide Ebenen unterstützen. Innen und außen ergänzen sich immer auf die Weise, wie es uns am meisten nützt, es arbeitet zusammen und möchte uns helfen. Gerade was sich „schlecht“ oder „anstrengend“ anfühlt ist ein Wegweiser, entweder vom Innen nach außen, oder vom Außen nach Innen. Es führt uns dorthin, wo eine Balance fehlt und hilft uns, sie herzustellen.

Vermeintliche innere und/oder äußere Störfaktoren möchten uns etwas Wesentliches auf dem Selbstfindungsweg zeigen. Verborgen in etwas, was ich scheinbar nicht will, was mich stresst, liegt eine wertvolle Quelle der Inspiration und Persönlichkeitsentwicklung. Lehne ich den Hinweischarakter nicht ab, sondern betrachte ihn wohlwollend und genauer, löst das oberflächliche unangenehme sich auf. Ich kann eine vollkommen neue Perspektive einnehmen und das Anstrengende kann gerade ein Wegweiser zu mehr Entspannung sein. Ich lasse mich ein, öffne mich ohne Ablehnung gegenüber dem, was gerade in mir oder um mich herum geschieht. Wenn ich diese Haltung für mich einnehme, bin ich in fließender Übereinstimmung mit inneren und äußeren Ebenen. Ich habe dann ein Vertrauen ins Leben aufgebaut, dass es für und nicht gegen mich verläuft – mit all seinen unerwarteten Herausforderungen. Und wenn ich denke „das hat mir gerade noch gefehlt“, dann drehe ich es um in „das brauche ich gerade jetzt eben doch, ich öffne mich verborgenen und wahrscheinlich wertvollen Hinweisen, auch wenn ich sie nicht gleich erkenne/zuordnen kann“.

Das Leben selbst ist selten offensichtlich, schon gar nicht eindeutig – umso mehr lohnt es sich, seine tieferen Geheimnisse zu entschlüsseln. Wenn ich mit allem was ist, wie es ist, ohne Vorbehalte einverstanden bin und vertraue, dann fließe ich im Hier und Jetzt und das Leben offenbart mir seine größten Schätze.

torbogen_1_hsc_coutoo Welche Schritte gehe ich konkret in der Praxis ?

Als erstes brauche ich erst mal die Verknüpfung und die oben beschriebenen Erkenntnisse anzunehmen und gleichzeitig ein liebevolles Verständnis für meinen altgewohnten Widerstand aufbringen.

Wenn ich auf der einen Seite mir selbst mit meinen Schwierigkeiten inklusive Ego-Widerständen wohlwollend, in Liebe begegne, dann öffne ich mich gleichzeitig für die hilfreichen Botschaften entweder von Innen während einer Außenaktivität oder von außen während einer inneren Arbeit. Ich kann dann eher eine neutrale Position einnehmen und mir sagen: „Egal wie sich das anfühlt, es ist für mich eine Unterstützung und nicht gegen mich gerichtet“.

Ich neutralisiere ein unangenehmes Gefühl, indem ich es einfach da sein lasse. Wir können so einem unangenehmen Gefühl auf der Ebene einer heilsamen Distanz begegnen, es aus einer höheren Perspektive betrachten. Insgesamt haben wir uns von einer emotionalen Belastung distanziert. Das Gefühl, den Gedanken, die Gesamtsituationen bewerten wir nicht mehr so, wie wir es zuvor gewohnt waren. Wir sind frei geworden dafür, z. B. eine störende äußere Situation auf eine neue Seins-Ebene anzuheben und in unsere Innenwelt, in unsere Gedanken und Gefühle zu integrieren, und umgekehrt natürlich auch. Dies ist der erste praktische Schritt zur Balance mit innen und außen.

Als nächsten Schritt können wir eine gefühlte Dankbarkeit hinzufügen. Hier sind wir von der zunächst neutralen Akzeptanzebene zur liebevollen Dankbarkeit gekommen. Also auf die Ebene der universellen und allumfassenden Liebe, die Dankbarkeit einschließt. Wir sind auf einer höheren Schwingungsebene angekommen, die Lichtkräfte freisetzt und sie fließen lässt, durch uns, mit uns und unser Leben leichter werden lassen. Wir sind eins mit uns selbst und den höchsten Lichtkräften im Universum, wenn wir uns in jeder Situation auf die Ebene von Liebe/Dankbarkeit begeben. Und in diesem Moment haben wir eine theoretische Verstandeserkenntnis aktiv umgesetzt, weil wir praktisch mit der Lichtenergie schwingen, die wir selbst geschaffen haben.

Wir haben immer dann freien und direkten Zugang zu dieser Ebene, wenn wir Kampf / Schmerzvermeidung unseres Egos loslassen und gefühlte Widerstände aus der Bewertung herauslösen, wenn wir sie aus ganzer Überzeugung einfach sein lassen, wie immer sie sind.

So haben wir unsere gesamte Persönlichkeit überzeugt, dass wir auf der höheren Stufe von innerer und äußerer Balance wirklich sein möchten. Wir befinden uns jetzt im universellen Sein, auf der ganzheitlichen Seinsebene, wir sind in der Allgegenwärtigkeit des Jetzt angekommen.

Aus dieser neu eingenommenen Perspektive können wir nun einen leichteren Zugang finden zu konkreten Situationen, die uns begegnen und wir können sie in Gedanken und Gefühl angemessen einschätzen. Wir sehen nun klar, was uns in jedem Moment, mit jeder Erfahrung mitgeteilt wird; d.h. es wird der tiefere Wesenskern einer Erfahrung offenbar, sie ist für uns auf dieser Ebene nicht mehr so verschlüsselt und undurchsichtig wie zuvor, denn wir haben uns hier über die Verstandes-/Egoebene erhoben, sind aufgeschwungen zum universellen Gleichklang und können somit symbolische Botschaften deutlich zuordnen. Es ist kein Verstehen des rationalen Verstandes, sondern es ist ein liebevolles, wohliges, gefühltes Verstehen, ein Wissen ohne Zweifel, ein Mitschwingen im harmonischen Gleichklang mit allen Situationen, die das Leben uns bietet.

Wenn wir sagen: Das bietet uns das Leben, das hält es für uns bereit ist das etwas anderes als wenn wir sagen würden das drängt das Leben uns auf, dazu zwingt es uns. Es ist eine Frage der bewussten Perspektive. Eine höhere Betrachtung, eine neue Perspektive ist eine vollkommene, geheilte und vor allem bewusste Seinsebene.

(c) Karin Aveon

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