Spirituelle Bücher & Musik

Interview mit Tyra Reeves

Portrait Tyra ReeesInterview mit Tyra Reeves zum Erscheinen ihres Romans: Gottessöhne

SO: Tyra Reeves, dein Erstlingswerk: Gottessöhne ist erschienen – herzlichen Glückwunsch dazu.
wie lange war der Entstehungsprozess vom – sagen wir mal – ersten Gedanken bis zum fertigen Exemplar in deinen Händen?

Tyra: vielen Dank! Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie lange es gedauert hat, bis mein Roman bereit war, veröffentlicht zu werden. Mit dem Gedanken ein Buch zu schreiben, hatte ich schon vorher gespielt, ihn aber immer wieder verworfen, da ich es mir nicht zutraute. Durch den Besuch einer Schreibwerkstatt, in der man das Handwerk des Schreibens erlernen konnte, wuchs mein Selbstbewusstsein, da ich das erste Mal von professioneller Seite ein Lob für mein Schreibtalent erhielt. Das Thema Engel, sowie Religion aber auch Fantasy Geschichten, lag mir am Herzen und in mir reifte die Idee nicht ein Sachbuch über Engel sondern einen spannenden Roman zu schreiben. Der Weg von der Idee bis zum grob umrissenen Manuskript war schnell gegangen, doch die Feinarbeit und Korrektur meines Textes nahm mehr Zeit in Anspruch, als ich vermutet hatte. Ich würde sagen, es hat ungefähr 2 Jahre gedauert.

SO: Tyra Reeves, ein schönes Pseudonym – was hat dich zu diesem Namen inspiriert?

Tyra: Mein Roman spielt in New York, und so dachte ich mir ein amerikanisch klingender Künstlername würde sich anbieten. Ich habe absichtlich den Spielort New York ausgewählt, da man New York als die Hauptstadt der westlichen Welt sehen kann, wenn man bedenkt wie sehr der Anschlag auf das World Trade Center, am 11. September, die halbe Welt in Mitleidenschaft gerissen hat. Warum sollten sich die bösen Mächte nicht dann auch New York als Standort für ihre Operation auswählen? 
Mein richtiger Name lautet: Bettina und ich wollte auch gerne einen Bezug zu meinem Autorenpseudonym haben, doch fand ich Tina oder Betty würden eher nach Lesebeilage im Wartezimmer in einer Arztpraxis klingen, so entschied ich mich für Tyra. Der Nachname Reeves ist dem Schauspieler Keanu Reeves geschuldet, der in einem Fantasy Film die Hauptrolle hatte, in der gefallene Engel eine wichtige Rolle spielten. 

SO: Welche Bedeutung hat Inspiration in deinem Leben?

Tyra: Inspiration ist sehr wichtig für mich, da ich ein sehr kreativer Mensch bin, obwohl ich meine Kreativität lange verleugnet habe, lasse ich mich von vielen Dingen inspirieren, vor allem von Musik. Songs können in mir Ideen, ja ganze Handlungssequenzen im Kopf auslösen, so dass ich mich von ihnen gerne inspirieren lasse.

SO: du schreibst auf deiner Webseite, dass du schon immer eine lebhafte Fantasie hattest und hast.
Was ist für dich Fantasie? Und wo siehst du die Grenzen zwischen Fantasie und der sog. Realität?

Tyra: Als Kind wurde mir meine träumerische Seite oft vorgehalten. Man sagte mir, du bist eine Träumerin, du lebst in einer anderen Welt, du bist zu naiv etc.
All diese Ermahnungen hatten leider dazu geführt, dass ich meine Fantasie und Kreativität unterdrücken musste, doch sie hat immer eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt. Als Kind habe ich mir Geschichten ausgedacht und sie im Kopf immer weiter gesponnen, ja ich kann sogar behaupten, dass ich mir eine zweite Realität, nur für mich, ausgedacht hatte. Fantasie ist eine Bereicherung für den Alltag, wenn er uns trist und grau erscheint, doch kann sie auch zur Flucht vor lästigen Pflichten werden. Schauen wir jedoch genau hin, sehen wir, dass die sogenannte Realität selber voller phantastischer Wunder steckt, man bedenke allein die Vielfalt der Natur.

SO: in unserem Gespräch vorhin hast du dich als spirituellen Menschen bezeichnet. Was ist in deinen Augen ein ’spiritueller Mensch‘?

Tyra: Ich wurde christlich/katholisch erzogen und Religion war in meiner Familie immer ein wichtiges Thema. Irgendwann kam ich an den Punkt, dass mir die Predigten in der Kirche nicht mehr genügten, sie waren mir zu nüchtern. Es fehlte mir das Wunderbare in der kirchlichen Lehre und ich begann mich mit anderen Betrachtungsweisen für das Warum in dieser Welt auseinander zu setzen. Spirituell bedeutet für mich, mehr zu sein als nur ein funktionierender Körper, arbeiten, essen, schlafen. Spirituell heißt für mich, nach Antworten zu suchen, hinter die Fassade zu schauen, sich aber auch als Teil eines großen Ganzen zu sehen und dort seinen Beitrag zu leisten.

SO: warum wird dein Buch unter dem Genre ‚Fantasy‘ und nicht ’spirituelle Bücher‘ geführt?
Und wo liegen die Grenzen?

Tyra: Wo die Grenzen liegen, ist schwer zu sagen, doch denke ich, dass ein spirituelles Buch eher eine Botschaft vermitteln will, als unterhalten. Die Message in meinem Roman ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, hier steht die Handlung, die Charaktere, die Spannung im Vordergrund. Darum würde ich mein Buch auch eher im Genre „Fantasy“ ansiedeln.

SO: was sind für dich die Hauptbotschaften an deinen Leserkreis in deinem Buch?
Was ist dir wichtig, dass du auf jeden Fall übermitteln möchtest?

Tyra: Da ich selber Fan des Phantastik Genres bin, beobachte ich seit einiger Zeit einen Trend der Wiederholung, sprich ein Vampir Roman reiht sich an den nächsten (um nur ein Beispiel zu nennen). Doch was ist mit unserer eigenen Mythologie, der christlich/jüdischen, ist diese nicht genauso spannend und hat sie nicht genauso viel zu bieten? Ich finde schon. Außerdem, wenn man sich die Geschichte der Sintflut und die Hintergründe dazu, auf denen mein Roman basiert, genauer ansieht, wird man darin eine hochaktuelle und tief spirituelle Botschaft erkennen. Insbesondere das besorgniserregende Verhältnis der heutigen Menschheit zu den Gaben der Natur und ihre Grausamkeit Tieren gegenüber, ist nicht allein ein Thema der heutigen Zeit, sondern auch der frühen Menschheit. Dies zeigt sich in diesem Ausschnitt aus dem Buch Enoch, der beängstigend aktuell erscheint: „Sie verschlangen allen Erwerb der Menschen, bis es unmöglich wurde, sie zu ernähren. Da wandten sie sich gegen Menschen, um sie zu essen, und begannen zu verletzen Vögel, Tiere, Gewürm und Fische, ihr Fleisch zu essen eins nach dem andern und zu trinken ihr Blut.“

SO: Können sich die Leser auf weitere Bücher von dir freuen?

Tyra: Ohja, natürlich. Ich habe bereits mit der Fortsetzung meines Romans begonnen.

SO: möchtest du den Leser Innen noch etwas mit auf den Weg geben?

Tyra: Ich möchte mich zuerst bei Dir, Heike, bedanken, dass ich hier auf Spirit online die Gelegenheit bekommen habe, mich und mein Werk vorzustellen. Spirit online ist mir schon vorher positiv aufgefallen und ich habe mir insgeheim gewünscht auf dieser Webseite gelesen zu werden. Und wie es der Zufall (wenn es denn Zufall war) so wollte, hast Du es mir ermöglicht.

Liebe Leser, immer dann wenn man nicht daran denkt, hält das Leben eine Überraschung bereit. Nie die Hoffnung aufgeben.

SO: Liebe Tyra – ganz herzlichen Dank für unser Gespräch und viel Glück und Erfolg wünsche ich dir von Herzen.

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