Mensch-Sein

Lachen: Für mich lacht Gott jeden Tag

Lachen auf einem ZweigLachen

Umberto Ecco beschrieb in seinem Buch im Namen der Rose, dass das Lachen eine mystische, geheimnisvolle Kraft besitzt. Eine Kraft, die als Gefahr für all jene bedeutsam war, die nicht lachen konnten, wollten, es verlernten, und damit als Teufelswerk aus dem Leben der Menschen verbannen wollten. Gott lacht nicht, hat kein Humor. Dass Gott dies doch tut, passt nicht in das strenge Weltbild orthodoxer Fanatiker – unabhängig welcher Religionszugehörigkeit.
Für mich lacht Gott jeden Tag. In jeder Blume, in jedem Tier. Hätte Gott nicht sehr viel Humor, denke ich, wäre ihm beim Tun der Menschheit schon längst der Humor abhanden gekommen.

Lachen hat viele Nuancen. Doch das eine ganz bestimmte Lachen ist eng verknüpft mit Frieden, Harmonie und Liebe. Das ist das Lachen, das Freiheit bedeutet und alle Grenzen überwindet; Menschen verbindet und sich ohne Worte selbst verständlich macht. Lachen ist Gefühl. Und sagt mehr als tausend Worte mit dem Verstand formuliert.

Was wäre das Leben ohne Lachen, das doch manchmal die letzte Hoffnung des Menschen bedeutet.

Im Lachen sind wir vereint, mit uns selbst, mit unserer Welt und mit Gott. Lachen macht uns eins mit allem was ist. Lachen wir, ist dies die Ausdrucksform unserer Seele, unseres Herzens. Wir schenken der Welt ein Lachen, damit sie ihren Frieden finden kann. Dieses Lachen erwartet keine Gegenleistung, es ist ein Geschenk – wie das Lächeln eines geliebten Menschen oder unserer Kinder. (Anmerk. des Autors: Mein Hund lächelt übrigens auch)

Unsere Konditionierung, Glaubenssätze, unser Ego bestimmen in unserem Leben wie wir lachen, welches Lachen wir auflegen, ja welche gelernte Nuance am besten einzusetzen sei, um Ziele zu erreichen. Lachen ist zu einem rhetorischen Spektakel, zu einem modernen Schauspiel geworden. Doch dieses Lachen ist nicht das Lachen, das Herzen bewegt.

Lachen ist eng verknüpft mit unserem persönlichen Wachstum. Wie wir die Welt empfinden, was wir tun, wie wir es tun. Wie wir lachen, zeigt der Welt was wir tatsächlich sind. Und ob wir in Einklang mit uns selbst und in Freude sein können. Lachen ist ein Spiegel unseres Selbstes.

Steinmaske_1_28072014Wie nüchtern die „Funktion“ des Lachens beschrieben werden kann, ist folgendem Text zu entnehmen. (Wikipedia)
„Im menschlichen Miteinander wird das Lachen als Ausdruck für Sympathie und gegenseitiges Einverständnis verstanden und entfaltet dadurch eine besänftigende, Konflikt begrenzende Wirkung, die dem Zusammenleben in Gruppen förderlich ist. Unbewiesen, aber nicht unwahrscheinlich ist die Einschätzung mancher Forscher, das Lachen sei eine der grundlegenden Kommunikationsformen des Menschen, das menschheitsgeschichtlich der Entwicklung von Sprache deutlich vorausgehe. Als Beleg hierfür dient der Umstand, dass das Lachen in einer Gehirnregion ausgelöst und gesteuert wird, die deutlich älter ist als das Sprachzentrum. Ursprünglich war das Lachen eine Drohgebärde; entstanden ist es aus dem Zähnefletschen. Es zeigte und zeigt immer noch, dass jemand ein gesundes Gebiss hat, demonstriert also Kraft. Innerhalb einer Gruppe aber hatte und hat es etwas Verbindendes: Sich untereinander die Zähne zu zeigen heißt, Teil einer starken Gemeinschaft und ein gleichberechtigter Partner innerhalb der Gruppe zu sein. Meist ist Lachen fröhlich. Lachen kann auch bei eigentlich bösartigen Situationen auftreten (sarkastisches Lachen). Eine Art fröhlichen oder sarkastischen lauten Lachens, meist in Gesellschaft, ist das Gelächter.“

Zumindest zeigt der Text auf, dass Lachen keine Selbstverständlichkeit ist auch wenn wir diese Fähigkeit, wie vieles andere unsere Körperlichkeit betreffend, als selbstverständlich hinnehmen.

Wenig überraschend, dass auch die klassische Medizin sich mit dem Lachen beschäftigt.

„Zwanghaftes Lachen oder als Lachkrampf kann das Lachen im Zusammenhang mit psychischen Störungen oder nervösen Erkrankungen stehen. In der Medizin wird Lachen oder Heiterkeit als Therapieunterstützung eingesetzt, was im Volksmund in der Redewendung „Lachen ist gesund“ zum Ausdruck kommt. Aus sozialpsychologischer Sicht ist exzessives Lachen geradezu ein Sieg des Körpers über die Macht des sonst dominierenden Verstandes. Als Indiz hierfür dient die Beobachtung, dass in einer heiteren Gruppe das Lachen eine Eigendynamik gewinnt, die resistent ist gegenüber vernünftigen Überlegungen.

Den Heilungsprozess mancher Krankheiten kann man durch Lachen fördern. Hierbei macht man sich das mit dem Lachen verbundene gesteigerte Wohlbefinden zunutze, das zum Abbau von Stress und somit zu einer Verbesserung des Allgemeinzustands eines Patienten beiträgt. Speziell auf Kinderstationen werden gute Erfahrungen mit regelmäßigen Auftritten von Klinikclowns gemacht.

Es gibt spezielle Therapien, die Krankheiten mit Lachen zu bekämpfen versuchen. Durch die Ausschüttung von Hormonen wird das Immunsystem gestärkt und dadurch auch Krankheiten vorgebeugt. Man nimmt zum Beispiel an, dass der Körper beim Lachen Endorphine aktiviert und dadurch euphorisierende Wirkungen auslöst, die denen vergleichbar sind, die ein Langstreckenläufer erlebt. Beim Lachen werden Herz-Kreislaufsystem, Zwerchfell, Stimmbänder, Gesichts- und Bauchmuskeln stark angeregt, was unter anderem zu erhöhtem Blutdruck, Anstieg des Sauerstoffgehalts im Blut und zu einer Art innerer Massage des Unterbauchbereichs führt. Die damit verbundene körperliche Anstrengung kann bei Personen, die sonst wenig lachen, ohne weiteres zu Schmerzen in den beanspruchten Muskelbereichen führen. Diese Symptome weichen jedoch bei länger anhaltendem Lachen (etwa fünf bis acht Minuten) einem Gefühl der Entspannung und Entkrampfung, auf dem unter anderem der therapeutische Effekt des Lachens beruht.“ (Wikipedia)

Was immer Lachen alles bewirken kann oder wie es betrachtet wird: lachen ist für mich sowohl Frieden, Harmonie und Liebe als auch Ausdruck tiefster Übereinstimmung und ein Stück göttlicher Inspiration.

Gott ist ein Komödiant, der vor einem Publikum spielt, das zu ängstlich zum Lachen ist.
Voltaire

U.T.

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