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Leben ohne Plastik

Plastik-Muell-plastic-bottlesPlastik – Deutschland Verpackungsweltmeister

15 Millionen Tonnen Plastik. So viel wird allein in Deutschland jedes Jahr verbraucht

Wer schon einmal versucht hat, ohne Plastik auszukommen, weiß, wie schwierig das ist. Plastik greift unsere Erde und Lebewesen an und zerstört den Lebensraum. Deswegen braucht es Alternativen. Wir haben einige vielversprechende zusammengestellt.
15 Millionen Tonnen Plastik. So viel wird allein in Deutschland jedes Jahr verbraucht. Weltweit gesehen sind es sogar 200 bis 250 Millionen Tonnen. Die Auswirkungen des exzessiven Verbrauchs von Plastik sind weitreichend. Zum einen werden sowohl Länder als auch Meere verschmutzt, zum anderen finden wir die aufgelösten und zerkleinerten Mikro-Partikel des Plastiks in unserem Essen und sogar in lebenden Organismen.
Angesichts dieser Ausmaße muss eine Alternative zu Plastik her. Europa und die Welt fangen an, nach ihnen zu suchen und diese erfolgreich einzuführen. Frankreich hat letzte Woche bekannt gegeben, dass bis 2020 Plastikgeschirr – und Besteck verboten werden soll. Supermärkte haben auch hierzulande bereits damit begonnen, den Verkauf von Plastiktüten einzustellen oder Geld dafür zu verlangen. Eine Universal-Lösung gibt es leider noch nicht, aber wir stellen euch hier einmal fünf Alternativen vor, die heute schon möglich sind:

1. Essbares Besteck
Wie wäre es, wenn man nach dem Essen sein Besteck als „Nachspeise“ verdrücken könnte? Eine indische Firma macht’s möglich. Mit ihrem essbaren Besteck aus rein veganen Inhaltsstoffen. Gabel, Löffel und Messer kommen sogar in verschiedenen Geschmacksrichtungen: Weizen, Hirse und Reis. Dabei stammen alle Rohstoffe aus fairem Handel. Falls man doch keinen Hunger mehr hat und das Besteck beim Picknick einfach liegen lässt, ist das auch kein Problem. Im Gegensatz zu anderen kompostierbaren Gegenständen (zum Beispiel aus Mais), löst sich dieses Besteck sehr schnell auf, ohne Schadstoffe zu hinterlassen.

2. Wasserflaschen aus Algen
Die erste biologisch abbaubare Wasserflasche wurde von dem isländischen Student Ari Jónsson entwickelt. Dabei verwendete er das Pulver von roten Algen und Wasser.
Der Vorteil der Wasserflasche: Sie verrottet quasi von selbst. Solange sie mit Wasser gefüllt ist, behält sie ihre Form. Ist sie leer, zersetzt sie sich. Da die Flasche selbst nur aus natürlichen Materialien besteht, ist das Wasser in ihr trinkbar – und die Flasche selbst essbar, wenn man den Geschmack mag.

3. Obstnetze aus Holz
Diese alternativen Obst- und Gemüsebeutel sind aus Holz. Eine österreichische Firma hatte die Idee, die Netze aus hundert Prozent abbaubaren und kompostierbaren Materialien herzustellen. Dazu verwenden sie die sogenannte Double-Twist Technologie, die es möglich macht, hochreißfeste Netze zu erzeugen.
Schon seit 2012 werden diese Obstnetze in einigen Supermarktketten verwendet. Dadurch konnten bisher drei Tonnen Kunststoff eingespart werden. Deshalb haben sie wahrscheinlich auch den Green Product Award gewonnen.

4. Ringe aus Getreide
Dosen oder ähnliches werden gerne von Plastikringen zusammengehalten. Gelangen diese in unsere Meere, können sich Tiere darin verfangen und sterben. Außerdem fressen Tiere das Plastik oft und sie verhungern, weil sie es nicht verdauen können und nichts mehr anderes in ihrem Magen Platz hat.
Um dem entgegenzuwirken hat eine amerikanische Firma eine Alternative erfunden: Ringe aus Weizen und Gerste. Die Ringe sind genauso stabil und sind zu hundert Prozent biologisch abbaubar. Das Besondere: Die Tiere können die Weizen-Ringe sogar essen.

5. Folie aus Milch
Fast alles was wir im Supermarkt kaufen ist in Plastikfolie eingewickelt. Diese soll den Inhalt vor der Luft schützen und länger haltbar machen. Nun gibt es eine Alternative, nämlich Folie aus den in der Milch enthaltenen Casein-Proteinen. Die kann einiges besser als herkömmliche Folie: Sie ist luftundurchlässiger und strapazierfähiger. Und das wirklich Besondere: Sie ist essbar. Außerdem hat sie einen weiteren entscheidenden Vorteil zur normalen Plastikfolie. Die besteht nämlich aus einer Ressource, die es irgendwann nicht mehr gibt: Erdöl.

6. Stroh vs. Styropor
Der deutsche Verpackungspreis 2016 geht an das Stroh. Anstatt das umweltschädliche Styropor zu verwenden, kommt getrocknetes Gras zum Einsatz. Schließlich hat Stroh ebenso gute isolierende Eigenschaften wie Styropor. Hinzu kommt: Stroh nimmt Wasser besser auf, so dass Feuchtigkeit reduziert werden kann. So sind die ohne Zusätze und in Form gepressten Strohplatten mit einer biologisch abbaubaren Folie aus Stärke umhüllt.
Plastikverpackungen von Lebensmitteln enthalten so genannte Weichmacher. Und die sollen Diabetes hervorrufen, dick und zeugungsunfähig machen. Doch wie ungesund sind verpackte Lebensmittel wirklich? Und kann man sich davor schützen?

Fazit: das sind nur einige wenige Beispiele. Wer etwas ändern will kann es auch tun. Unternehmen als auch Verbraucher. Es sei denn es ist ein Kosten-Thema oder Ignoranz. Überlegenswert, wenn ein Unternehmen Geld übrig hat für sogenannte digitale Transformation, Robotertechnologie oder KI Einsatzmöglichkeiten, als Sponsor des WWF auftritt aber fleißig Plastik Müll produziert, ist schlicht nicht glaubwürdig und sollte als Verbraucher ignoriert werden.

U. Taschow
Quelle: www.galileo.tv/earth-nature
Mai 2017

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