Bewusst-Sein

Macht der Überzeugungen Teil 1

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Viele unserer Überzeugungen, ja auch unsere gesellschaftlichen, kulturellen und auch politischen Überzeugen basieren auf ein Weltbild das über 300 Jahre zurückgeht. Genauer gesagt auf das mechanistische  Weltbild, das Isaac Newton mit seiner Physik, in die Welt brachte. Ab diesem Zeitpunkt veränderte dieses Weltbild, das auf naturwissenschaftlicher Physik und Mathematik  basierte, das Verhältnis des Menschen zu Religion, Natur und zu sich selbst im Verhältnis zu seiner Umwelt. Der Mensch entwickelte die Vorstellung das alles in der Natur durch Wissenschaft erklärbar ist. Auch der Mensch. Die Wissenschaft verbannte nun die Idee eines ausserordentlichen Bewusstseins, Gott, im Universum, in das Reich der Spekulation. Und in den Zuständigkeitsbereich der Kirche.  Beide Seiten hielten diesen Vorgang der Trennung, Gott zu Kirche, Wissenschaft ohne Gott, für ein gutes Geschäft. Unsere Vorstellungen und Überzeugungen basieren noch Heute im alltäglichen, selbst im wissenschaftlichen Betrieb, mit zunehmenden Ausnahmen, auf dem damaligen Konsenz zwischen Kirche und Wissenschaft. Das heißt: die heutige komplexe Gesellschaft spiegelt all die ungesunden damaligen Irrtümer machtvoll und konservativ wieder. In Politik, Wirtschaft, Finanzsystem, Medizin, Wissenschaften, Biologie. Egal wo wir hinschauen oder was wir auch betrachten ist das veraltete Weltbildbild, auch in unserem Umgang mit der Natur, deutlich präsent.

 Newton und sein Weltbild

Gemeint ist hier, das Festhalten an der Vorstellung, dass das Universum aus festen Objekten besteht, und wir auch selbst feste Objekte sind. Diese Weltsicht geht im wesentlich auf Isaac Newton zurück, entstanden im 17. und 18. Jahrhundert.

Im 19. Jahrhundert wurde diese Weltsicht durch eine Hypothese erweitert, die das Universum als Zusammensetzung von Grundbausteinen definierte, die man Atome nannte. Die mechanistische Physik Newtons bewährte sich bei der Beschreibung der Planetenbewegung, des Funktionierens von Maschinen und der kontinuierlichen Bewegung von flüssigen Stoffen. Der enorme Erfolg des mechanistischen Modells ließ die Physiker des frühen 19. Jahrhunderts glauben, das ganze Universum sei ein gewaltiges mechanisches System.

Diese Gesetze wurden als Naturgesetze aufgefasst. Man glaubte, dies sei die letztgültige Aussage über natürliche Phänomene. Alles konnte beschrieben werden. Alle physikalischen Reaktionen mussten eine physikalische Ursache haben. Interaktionen zwischen Energie und Materie, wie die Fähigkeit eines Radioempfängers unsichtbare Radiowellen in Musik umzusetzen, waren noch nicht bekannt. Niemand hat auch nur entfernt gedacht, dass die Ergebnisse nicht nur eines psychologischen, sondern auch eines physikalischen Experimentes vom Beobachter beeinflusst werden könnten – eine Tatsache die Physiker inzwischen bewiesen haben. ( Quantenmechanik)

Dieses Weltbild war sehr beruhigend und ist es immer noch für die, die die Welt gerne als fest und weitgehend unwandelbar betrachten. Gelenkt von klar definierten Regeln. Ein Großteil unseres Alltags funktioniert immer noch nach der Mechanik Newtons. Abgesehen von elektrischen Systemen sind unsere Häuser entsprechend dieser Weltsicht gebaut.

Wir erleben unseren Körper als mechanisches System. Den größten Teil unserer Erfahrung definieren wir in den Koordinaten eines absoluten, dreidimensionalen Raumes und linearer Zeit. Wir haben alle Uhren. Wir brauchen sie, damit sich unser Leben in die Struktur fügt, die wir geschaffen haben – eine überwiegend lineare. In der Hektik des Alltags und in unserem Bemühen pünktlich zu funktionieren, sehen wir uns leicht selbst als mechanisch und verlieren den Kontakt zu unserem seelischen Erleben.

Fragen Sie den Nächstbesten woraus das Universum besteht, und sie werden höchstwahrscheinlich eine Beschreibung des Newtonschen Atommodels bekommen. (Elektronen, die einen Kern aus Protonen und Neutronen umkreisen) Wenn man dieses Modell zu Ende denkt, dann kommen wir in die unangenehme Lage, uns als Pingpongbälle sehen zu müssen, die herumgewirbelt werden.

Physikalische Feldtheorie

Im frühen 19. Jahrhundert wurden neue Phänomene entdeckt, die sich mit der Physik Newtons nicht beschreiben ließen. Die Entdeckung und Erdforschung elektromagnetischer Eigenschaften führte zum Konzept des Feldes. Ein Feld wurde als ein Zustand im Raum beschrieben, der das Potential hat, eine Kraft zu erzeugen. In der alten Newtonschen Mechanik interpretierte man die Interaktion zwischen positiv und negativ geladenen Teilchen einfach als Anziehung zwischen zwei Massen.

Daraus ist der Ansatz entstanden, von dem Begriff des Feldes zu sprechen. Danach baut jeder Körper ein Kraftfeld um sich herum auf, das als Störung oder Erregungszustand des Raumes beschrieben werden kann und das Wirkungen auf andere Felder ausüben kann. So wurde die Vorstellung geboren, dass das Universum mit Feldern gefüllt ist, die Kraft erzeugen und miteinander interagieren. Endlich gab es eine Theorie, die ansatzweise erklärbar machte, warum wir ohne Gebrauch der Sprache und visueller Wahrnehmung über Entfernung Wirkung aufeinander ausüben können.

Jeder hat das schon einmal erlebt, dass er zum Telefon greift und weiß wer dran ist, ohne dass ein Wort gesprochen wurde. Mütter wissen oft, wenn es ihren Kindern schlecht geht, gleichgültig wo sie sind. Diese Dinge können mit der Feldtheorie erklärt werden.

In den letzten 15 bis 20 Jahren (Hundert Jahre nach den Physikern), dringt diese Sichtweise allmählich in unser Alltagsbewusstsein ein. Wir fangen gerade erst an uns als Feld zu begreifen. Wir spüren, dass jemand im Zimmer ist, ohne ihn zu sehen oder zu hören (Feldinteraktion). Wir wissen sofort, ob wir jemanden mögen, oder mit ihm in Konflikt geraten können. Solches Wissen kann mit Harmonie oder Disharmonie in unserer Feldinteraktion erklärt werden.

Relativität

1905 veröffentlichte Einstein seine Arbeit zur speziellen Relativitätstheorie und brachte damit Prinzipien des Nwetonschen Weltbildes zum Einsturz. Gemäß der Relativitätstheorie ist der Raum nicht dreidimensional, und die Zeit ist keine eigenständige lineare Größe. Beide sind unauflöslich miteinander verquickt und bilden miteinander ein vierdimensionales Kontinuum, die Raum-Zeit. So können wir nie über Raum ohne Zeit zu sprechen und umgekehrt. Darüber hinaus gibt es keinen einheitlichen Einfluss, das heißt, die Zeit ist weder linear noch absolut. Zeit ist relativ. Verschiedene Beobachter werden Ereignisse verschieden in der Zeit einordnen, wenn sie sich relativ zu den beobachteten Ereignissen mit verschiedenen Geschwindigkeiten bewegen. Deswegen verlieren alle Messungen, die Zeit und Raum betreffen, ihre absolute Bedeutung. Zeit und Raum sind nur noch 2 Elemente unter vielen, die zur Beschreibung von Phänomenen herangezogen werden.

Laut Einsteins Relativitätstheorie können zwei Bobachter unter gewissen Bedingungen zwei Ereignisse sogar in umgekehrter Reihenfolge wahrnehmen, das heißt, für den Beobachter 1 geschieht das Ereignis A vor dem Ereignis B, während sich für den Beobachter 2 B vor A ereignet.

Zeit und Raum waren seit langem so grundlegend für die Beschreibung natürlicher Phänomene und unserer eigenen Erfahrung, dass eine Modifikation dieser Kategorien einen Umsturz unseres Bildes bedeutet, das wir uns von der Natur und uns selbst machen.

Quantenphysik

Max Planck veröffentlichte 1900 seine Theorie, dass die Welt aus kleinen Energieausbrüchen besteht, den sogenannten Quanten. Auf der Quantenebene durchgeführte Experimente zeigen, dass Materie eher als Wahrscheinlichkeit und Tendenz existiert statt als absolute Dinglichkeit. Das legt die Vermutung nahe, dass die Wirklichkeit nicht so fest ist, wie man immer annahm.

Die erste Botschaft:

Obwohl soviele Überzeugungen widerlegt, modifiziert, oder als falsch erkannt wurden, hat dies keine Veränderungen im Verhalten des einzelnen, oder gesellschaftlicher Strukturen, im Verhältnis zu offentsichtlichen Problemen, nach sich gezogen. Die Macht der Überzeugungen wirkt über Jahrhunderte. Die Überzeugung der Nicht – Verantwortlichkeit in Verbindung einer fehlenden Ethik gegenüber einer umfassenden höheren Instanz (Bewusstsein, Gott), läßt den Menschen im Verhältnis zu sich selbst als leeres Mangelwesen, beherrscht allein vom Ego,  erscheinen. Getrennt von all seinen Möglichkeiten, zieht der Mensch mit der Wucht seiner Überzeugungen lieber in Kriege, vernichtet seine Umwelt und sucht das Allheilmittel in Macht, Wohlstand und destruktiven Handlungen.

Wären da nicht lichte Augenblicke die schon oft das schicksalshafte Rad der Überzeugungen, die Geschicke der Menschheit, verändert hätten. Einsichten die nachhaltig Überzeugungen veränderten und das Leben von selbstgewählten und aufrecht erhaltenen Illusionen befreiten.

Jeder Mensch hat die Freiheit seine Überzeugungen zu verändern. Seine Wahl zu treffen und in Selbstverantwortlichkeit seine Geschicke zu meistern. Eingebetet in Bewusst – Sein seiner Möglichkeiten als beseeltes Wesen sich als verantwortlich anzuerkennen und zu handeln.

Zweite Botschaft:

Unsere Überzeugungen geben uns vermeintlichen Halt. Vieles übernahmen wir bereits von unseren Eltern. Ohne das dies uns klar ist. Überzeugungen steuern unsere Gefühle, erzeugen Ängste, lassen Wünsche entstehen die als wichtig und erstrebenswert gelten. Dies schafft Identifikation, füllt Leere mit immer neuen Illusionen, vermeintlichen Zielen. Wir sind die Kreation unserer eigenen Leere und Inhaltlosigkeit. Wir meinen das wir effiziente Systeme erzeugen. Diese Systeme spiegeln in Wahrheit unsere eigene Leere und Hilflosigkeit wieder. Wie wäre es sonst zu erklären, das der Mensch an diesen Systemen erkrankt? Seine Umwelt ausbeutet, Armut und Hunger erzeugt und dies hinnimmt ohne Gewissensbisse? Selbst seine Industrienahrung, voller Schadstoffe, akzeptiert er, nur billig muß es sein.

Fangen wir an uns selbst zu beobachten. Begeben wir uns auf die Spur unserer Ängste und Überzeugungen. Entdecken wir bewusst unsere Gedanken, Gefühle und Emotionen um herauszufinden, was uns steuert und zu Handlungen veranlasst.

Gedanken

sind das Steuerungssystem, das der Energie der Aufmerksamkeit eine Richtung gibt. In ihrer reinen Form können Gedanken als ein Potential betrachtet werden, das sich mangels Antrieb nicht verwirklichen lässt. Wissenschaftlich: Dies kann als eine skalare Menge bezeichnet werden. Gedanken ohne die Kraft der Emotionen können als Modell oder Simulation einer noch nicht eingetretenen Erfahrung gelten. Dies Verständnis von Gedanken ist eng assoziiert mit Phantasie und Vorstellungsvermögen.

Emotion

Emotion ist die Kraft die Gedanken anfeuert, um sie zu verwirklichen. Für sich allein genommen können Emotionen als ein Potential betrachtet werden, eine skalare Menge, ohne die zu ihrer Realisierung notwendige Energie. Erst in Kombination mit richtungsweisenden Gedanken wird daraus eine reale, energetische Vektorform. Der Körper nimmt dies als eine fließende oder gestaute Empfindung war. Das kann spontan oder willentlich geschehen. In enger Verwandtschaft mit der Kraft des Verlangens liefert die Emotion auch den Willen, der etwas geschehen lässt.

Gefühl

Gefühle können als die Vereinigung von Gedanken und Emotion definiert werden. Wenn beispielsweise Trauer, Hass, Freude oder Mitgefühl empfunden wird, dann sagen wir Gefühl dazu. Es ist die Wahrnehmung einer Emotion in Verbindung mit dem Gedanken an das, was gerade erfahren wird.

Lernen wir unsere Gedanken, Emotionen, Gefühle kennen, lernen wir unsere Überzeugen bewusst wahr zunehmen. In dem Moment des Gewahr werdens verändert sich unsere innere Haltung. Ein Prozeß innerer Erweiterung beginnt.

U.T.

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