Politik

Politik braucht geistige Veränderung

Politik braucht geistige Veränderung

Politik heute spiegelt eine Welt der Unzulänglichkeiten wieder. Es ist banal. Obwohl jeder Mensch ahnt, dass nicht nur das globale Finanzsystem seinem Verfallsdatum entgegen eilt, so wird dies auch in der Politik mehr als deutlich. Politik verkommt zu einem medial initiierten Kasperle Theater mit dem Anspruch tatsächlich in voller Verantwortung für die Menschen zu agieren. Politiker und ihre Politik egal welcher Partei oder Land sie auch angehören mögen spiegeln das Unvermögen jedes einzelnen wieder. Es geht nicht nur allein um fehlende Werte, Moral, Ideen oder Sachzwänge. Es geht um die Entwicklung der Menschheit insgesamt. Und ihre Vision. Mit nun mehr 7 Milliarden Erdenbürgern dürfte die Frage nach einer gestaltbaren Vision für uns und alljene die nach uns kommen durchaus gerechtfertigt sein. Geschieht eine evolutionäre Veränderung unseres Denkens, Handelns nicht – wären wir nicht die erste Hochkultur die sich selbst überlebt.

Da dies jeden einzelnen betrifft, ist auch jeder einzelne gefragt. Zumindest für bewusste Menschen steht dies außer Frage. Dann stellt sich die Frage:  ziehe ich mich zurück, weil meine Einsicht absolut nicht korrespondiert mit dem was jetzt ist, oder betrachte ich mich als ein Bestandteil eines nicht zu verhindernden Entwicklungsprozesses?

Es ist nicht möglich sich der Verantwortung zu entziehen, da alles ein Teil eines „verschränkten“  Systems ist.

Neben dem was uns unser Verstand mitteilt, stellen wir fest, dass unser Verstand offensichtlich nicht ausreicht um die Welt zu begreifen, zu erklären und in seiner ganzen Fülle zu erfassen. Vom Universum ganz abgesehen. Erkennen wir das fehlende Puzzel? Manche nennen es gemäß verschiedenster Traditionen Bewusstwerdung, Spiritualität. Also jener Teil des Menschen der in den letzten Jahrhunderten, so scheint es, durch die moderne Wissenschaft und ihre Weltbilder verdrängt wurde.

Die Auswirkung des wiederentdeckten Puzzels, Spiritualität,  ist Befreiung aus geistiger Unmündigkeit. Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile. Somit weitaus begabter und mit weit aus mehr Potential ausgestattet, als Materiallisten in ihrer eingeschränkten Wahrnehmung je erkennen würden.

In diesem Sinne kann der bewusste Mensch destruktive Überzeugungen überwinden und mit klarem Blick durch sein eigenes Handeln seine Umwelt formen. Leid, Betrug, Lüge, Manipulation bis hin zu Kriegen, Selbstsucht können überwunden werden. Durch Mitgefühl, Kooperation, Integration bewussten, achtsamen Handlungen zu einem völlig neuen Fortschritt führen und zu einem neuen Weltbild.

Oder  leben wir lieber in einer Welt der Zerrissenheit und in einer Angst geführten globalen Zivilisation. In einer Welt der Intrigen und Manipulation?

Sehen wir nicht, wie politisches Denken und Handeln der westlichen Gesellschaften und deren Systeme ins Straucheln geraten? Ist in der politischen Gestaltung und der Gestaltung des Lebens noch erkennbar wie eine Zukunft ausschauen wird? Alle politischen Systeme der Vergangenheit haben sich überlebt und das ohne Ausnahme. Anzeichen für Werteverluste, Arroganz der Eliten, Ausbeutung und Absicherung mit allen Mitteln, sprich Gewalt und Unterdrückung gingen einher mit einem gesellschaftlichen Verfall. Sei es das römische Reich, feudale Systeme des Mittelalters bis hin zu Kommunismus oder anderen Formen der Diktatur. Mit welcher Selbstherrlichkeit gehen wir davon aus, dass unsere marktwirtschaftlich kapitalistischen Systeme überleben und nicht in einer Katastrophe enden werden?

Was ist heute anders? Die rhetorischen Phrasen haben sich verändert. Und sicherlich die Mittel. Doch die Maßnahmen, die immer etwas mit Manipulation und Angst zu tun haben, sind letztlich gleich geblieben. Nur die Mittel haben sich verfeinert. Technik und Fortschritt, Demokratie bis hin zu Menschenrechten sind wunderbare historische Errungenschaften. Doch es herrscht Stillstand. Rückschritt in der inneren Verfassung des Menschen.

Und frei nach Immanuel Kant: Aufklärung (Spiritualität), << ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache der selben nicht am Mangel des Verstandes, sondern an der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.<<

Kant sei Dank. Der Mensch überwindet seine Unmündigkeit, indem er seinen Verstand (Mind) in eine Beziehung setzt zu dem Teil seines Bewusstseins, der außerhalb seines physischen Seins zu finden ist. (Spirit)

Spiritualität befreit aus der Unmündigkeit

und – bewusst oder unbewusst, jeder Mensch ist spirituell. Selbst dann, wenn er dies kategorisch ablehnt!

Da dies nicht einfügbar ist in bestehende Normen, und vorherrschendem Denken, lohnt sich ein Blick auf einen bekannten und ebenso berühmten Denkers. Karl Popper.

„Normen sind das Werk des Menschen in dem Sinn, dass niemand außer uns selbst für sie verantwortlich ist – weder die Natur noch Gott. Wenn wir finden, dass sie nicht einwandfrei sind, so ist es unsere Aufgabe, sie so gut als nur möglich zu verbessern“. (Karl R. Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde)

Weiter schreibt er: „Wenn ich sage, dass gewisse Rechtssysteme verbessert werden können, dass manche Gesetze besser sind als andere, so meine ich, dass wir die bestehenden normativen Gesetze (oder sozialen Institutionen) mit Standartnormen (Anmerk. des Autors: Du sollst nicht töten) vergleichen können, die nach unserer Entscheidung der Verwirklichung wert sind.“ Der Mensch trägt für sich und sein Handeln oder nicht Handeln allein die Verantwortung.“ Die Natur besteht aus Tatsachen und Regelmäßigkeiten und ist an sich weder sittlich noch unsittlich. Wir sind es, die der Natur unsere Maßstäbe aufzwingen und wir führen auf diese Weise Sitten in die natürliche Welt ein, obgleich wir selbst ein Teil dieser Welt sind. Wir sind Erzeugnisse der Natur; aber die Natur hat uns mit der Macht ausgestattet, die Welt zu verändern, die Zukunft vorherzusagen und zu planen und weitreichende Entscheidungen zu treffen, für die wir moralisch verantwortlich sind. Doch betreten Verantwortlichkeit und Entscheidungen die Welt erst mit uns.“

Da Spiritualität sich außerhalb menschlicher Normen und Regeln bewegt, im Kontext kosmologischer Tatsachen und Regelmäßigkeiten, ist Spiritualität nicht eine Erfindung des menschlichen Verstandes oder Handelns, vielmehr eine sich überall wiederfindende vom Menschen unabhängige Instanz. Auch unabhängig von der Wortwahl des Menschen für diese Tatsache. Spirit bedarf des Menschen nicht als beurteilendes oder verwerfendes Wesen. Vielmehr und demnach als Wesen, das sich als Teil eines umfassenden universellen Konzeptes versteht. (Anmerk. des Autors: Dies scheint mir der wesentliche Unterschied zur sogenannten Esoterik zu sein. Esoterik ist vom menschlichen Handeln und Durchführung diverser Praktiken abhängig, also immer vom Menschen und seinem kulturellen Stand ausgehend, bewertend im Verstand. Im Gegensatz zur Spiritualität an sich)

Es ist also vorstellbar, ja überhaupt nicht im Widerspruch, dass sich aus einem spirituellen Verständnis heraus neue Gesellschaftsformen entwickeln könnten. Zieht man Kant oder Popper heran (sicherlich zum Ärger des sogenannten Bildungsbürgers), steht Spiritualität nicht im Widerspruch einer natürlichen Entwicklung, Wissenschaft oder Sichtweise.

Im Widerspruch allerdings zu einer „unsittlich“ geprägten, auf Angst basierten und institutionalisierten Unterdrückungsmaschinerie, die weiterhin auf Hunger und Umweltkatastrophen setzt.

Fazit: Spiritualität darf Politik nicht ausschließen

Doch  Bewusst – Eigen-Verantwortung kann neue Maßstäbe setzen.

© 2012 U.T.