Alternative Heilmethoden

Qigong ~ Heilung durch Bewegung

WasserfallAlte traditionelle chinesische Heilmethode vom Westen entdeckt 
Qigong – Heilung durch Bewegung

Qigong in geläufiger deutscher Schreibweise auch Chigong, ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist. Auch Kampfkunst-Übungen werden darunter verstanden. Zur Praxis gehören Atemübungen, Körper- und Bewegungsübungen, Konzentrationsübungen und Meditationsübungen. Die Übungen sollen der Harmonisierung und Regulierung des Qi-Flusses im Körper dienen. Qigong setzt sich zusammen aus den chinesischen Worten „Qi“ und „Gong“. „Qi“ steht in der chinesischen Philosophie und Medizin sowohl für die bewegende als auch für die vitale Kraft des Körpers, aber auch der gesamten Welt. In der chinesischen Sprache hat es die Bedeutung von Atem, Luft, Dampf, Hauch, Äther, Atmosphäre, Temperament und Kraft. „Gong“ als chinesischer Begriff bedeutet einerseits „Arbeit“, aber auch „Fähigkeit“ oder „Können“. Somit kann man Qigong übersetzen als die Fähigkeit, mit Qi umzugehen und es positiv zu nutzen.

Der Ursprung der Übungen liegt weit zurück, aus der Zeit der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr) sind Seidenbilder erhalten auf der entsprechende Übungen erkennbar sind. Der Name Qigong wurde zum ersten Mal von dem Daoisten Xu Xun aus der Jin-Zeit verwendet und bezeichnet seitdem bestimmte Übungen in der Kampfkunst. In der Geschichte Chinas hat diese Praxis als Gesundheitsvorsorge immer eine große Rolle gespielt, wurde aber auch für religiös-geistige Zwecke, insbesondere im Daoismus, Buddhismus und Konfuzianismus, eingesetzt und in den Klöstern überliefert.

Die Bezeichnung Qigong für diese Übungen findet jedoch erst seit den 1950er Jahren Verwendung, und die unterschiedlichen Stilarten des Qigong sind zum Teil ganz neue Entwicklungen, die jedoch auf den jahrtausendealten Traditionen basieren.

In den 50er-Jahren wurde der Name Qigong von dem Arzt Liu Guizhen für diese Gesundheitsübungen verwendet, der in seiner Arbeit Techniken alter Tradition zur Förderung und Stabilisierung des Energiehaushaltes des Körpers und zur Behandlung von Krankheiten verwendete.

Die nachvollziehbare historische Entwicklung des Qigong zeigt Veränderungen in Inhalten und Zielsetzungen. Die wichtigsten Einflüsse kamen dabei aus dem Daoismus, dem Buddhismus, den Kampfkünsten und der traditionellen chinesischen Medizin. Hierbei lassen sich keine strengen Trennlinien ziehen, die verschiedenen Strömungen flossen ineinander, verzweigten sich und wurden wieder miteinander verflochten.

GebäudeDie Einflüsse der chinesischen Medizin

Das älteste überlieferte Werk der chinesischen Medizin, Huang Di Nei Jing So Wen (Fragen und Antworten des Gelben Kaisers zum Inneren) wird auf die Zeit um 200 v. Chr. datiert. In ihm finden sich die ersten schriftlichen Hinweise auf Körperübungen zur Erhaltung der Gesundheit.

Im Jahr 1973 wurden in dem Dorf Mawangdui, nahe bei Changsha, in einem Grab aus der frühen Han-Zeit mehrere Seidentücher gefunden, teilweise beschrieben mit historischen Texten wie dem Daodejing, teilweise bemalt. Ihr Alter wird auf etwa 2500 Jahre datiert. Ein Fragment zeigt 44 Menschen bei Übungen zum Führen des Atems und zum Dehnen des Körpers. Sie sind nach Tierstellungen benannt oder den Krankheiten, denen sie entgegenwirken sollen. Obwohl aus jener frühen Epoche der chinesischen Kultur mehrere Hinweise auf Qigong-Praktiken überliefert sind, ist es nicht möglich, eine nachvollziehbare Methode daraus abzuleiten.

Wenn auch die Konzepte der chinesischen Medizin eine völlig andere Vorstellung der Lebensfunktionen zeichnen als die Naturwissenschaften, so erstellten sie damit dennoch Landkarten, von denen Diagnose- und Therapiemethoden abgeleitet wurden. Wie und warum sie wirken, ist bisher nur in der Sprache der chinesischen Medizin beschreibbar.

Die chinesische Medizin geht davon aus, dass der Fluss des Qi, seine Qualitäten und seine Veränderungen für das Wohlbefinden oder das Auftreten von Krankheiten verantwortlich sind. Aus dieser Vorstellung wurden die Konzepte von Yin und Yang und den Fünf Wandlungsphasen entwickelt.

Viele Menschen, die an Qi glauben, haben die Vorstellung, dass es im Körper nach verschiedenen Mustern zirkuliert. Sie sind der Auffassung, dass es ein Qi der inneren Organe gibt, das in den Leitbahnen (Meridianen) kreist und eine schützende Wirkung an der Körperoberfläche und dicht um den Körper herum hat.

Im medizinischen, also die Gesundheit fördernden und stabilisierenden Yangsheng – Qigong soll das harmonische Zusammenspiel der Substanzen Qi, Jing = Essenz, Xue = Blut und Jinye = Körpersäfte durch die Übungen gewährleistet werden. Dabei spielt das Mehren und Lenken des Qi die wichtigste Rolle.Gemäß dem Leitspruch, dass es besser sei, Gesundheit zu erhalten, statt Krankheit zu heilen, gibt es im medizinischen Qigong eine große Anzahl von Übungsreihen, die dem System Stabilität verleihen sollen, um einem Ungleichgewicht vorzubeugen. Ein Beispiel bildet die Reihe des Dao Shi Qigong, Übungen im Einklang mit den Jahreszeiten. Hier wird deutlich, wie sehr das Innere und das Äußere als sich beeinflussende Einheiten verstanden werden.

Die Lebensenergie Qi – Inder nennen es Prana, Tibetern Lung

Als Substanz, aus der das ganze Universum sowohl in physischer als auch geistiger Hinsicht besteht, wird es vorgestellt als vitale Energie, Lebenskraft oder eines alles durchdringenden kosmischen Geistes, ist dabei aber weder physischer noch geistiger Natur. In einer sich ständig verändernden Wirklichkeit stellt das Qi die einzig konstante Größe dar.

Qi ist ein zentraler Begriff des Daoismus. Der Begriff findet sich bereits im 42. Kapitel des Daodejing; der daoistische Philosoph Zhuangzi beschrieb den Kosmos als aus Qi bestehend. Darüber hinaus ist die Vorstellung vom Qi die ideelle Grundlage der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und der so genannten inneren Kampfkünste.

Nach daoistischer Vorstellung entstand die Welt aus dem ursprünglichen Qi (Yuanqi), in dem Yin und Yang noch vermischt waren. Himmel und Erde bildeten sich erst durch Trennung des Einen: Was Yangqi empfing, stieg hell und klar empor und wurde Himmel, was Yinqi erhielt, wurde dunkel und schwer und sank zur Erde. Und was Yin und Yang in gerechtem und ausgewogenem Maße erhielt, war der Mensch in der Mitte.

Nach diesen Vorstellungen atmen wie der Mensch auch Himmel und Erde. Ihr Fluss ist wie beim Menschen beim Einatmen rein und unverbraucht und beim Ausatmen verbraucht. Daher teilt sich der Tag in zwei Abschnitte: Zwischen Mitternacht und Mittag ist die Zeit, in der Himmel und Erde einatmen. Nur in diesem Zeitraum sollten Atemübungen ausgeführt werden, da nur dann positive Energie aufgenommen werden kann, nicht jedoch in der Zeit zwischen Mittag und Mitternacht, weil dann Himmel und Erde ausatmen.

Eine besondere Bedeutung hat der Fluss des Qi für die belebte Welt. So trägt z. B. das Qi der Sonne zum Wachstum der Pflanzen bei, das Qi des Funktionskreises Leber verteilt das Blut/Xue im Körper, das Qi der Mutter behütet das Kind, das Qi der Erde trägt das Haus usw.

TCM (Traditionelle chinesische Medizin)

In der TCM (Traditionelle chinesische Medizin) spielt die Lebensenergie Qi eine tragende Rolle. Das Modell der TCM geht davon aus, dass der menschliche Körper im Inneren Funktionskreise aufweist. Man nennt diese Kanäle des Energieflusses Meridiane. Krankheit entsteht einerseits durch mangelndes oder stockendes Qi oder durch verbrauchtes Qi, das nicht abgeleitet wird. Fließt etwa zu wenig Qi durch unsere Meridiane, sind diese blockiert. Oder haben wir andererseits in manchen Körperregionen zu viel Qi?

Wie auch bei den anderen Säulen der TCM, wie Akupunktur, Kräutermedizin oder Massagen, steht auch beim Zhineng Qigong die Harmonisierung der Lebensenergie Qi Vordergrund. Dabei helfen die fließenden Bewegungsabläufe unsere Energiereserven zu kultivieren. Wir lernen wieder, wie es sich anfühlt, wenn wir eins sind mit uns und der Welt; wenn wir in unserer Mitte sind, nicht getrieben vom Außen, noch blockiert durch Festhalten an inneren Gedankenstrukturen, sondern im Fluss der immer währenden Lebensenergie.

Medizinische Erfolge

In den 70er Jahren wurde Qigong vom Humanmediziner Dr. Pang Ming zum Zhineng Qigong weiterentwickelt und ist heute von der Chinesischen Regierung als die medizinisch wirkungsvollste Qigong Art anerkannt.

Als Heilsystem unterscheidet sich Zhineng Qigong grundlegend von der Medizin des Westens, denn es basiert auf der ganzheitlichen Sicht des Lebens, bei dem die Ausrichtung des Geistes eine übergeordnete Rolle spielt. Dazu gehört der Dreiklang aus Meditation, richtige Körperhaltung und bewusste Atmung. Laut Dr. Pang Ming werden dadurch alle Lebensfunktionen verbessert, perfektioniert und transformiert. Ebenso werden dabei natürliche Instinkte in bewusste Intelligenz gewandelt. Der Unterschied zu anderen Techniken oder Sportarten besteht also darin, dass die mentale Ebene mit in den Übungsablauf integriert wird.

Dr. Pang Ming gründete 1988 in China das erste medizinfreie Krankenhaus der Welt und behandelte dort mit seinen Lehrern über 300000 meist schwer erkrankte Patienten ausschließlich mit dieser Qigong Form und erzielte dabei sensationelle Heilungserfolge. Vor allem bei chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden, Asthma, Rückenschmerzen, Krebs, Tinnitus oder Lähmungserscheinungen wurden von Dr. Pang Ming viele Heilungen durchs Zhineng Qigong dokumentiert. Aber auch bei jungen Menschen, die unter ADHS oder dem Burnout-Syndrom leiden werden viele positive Effekte beobachtet. Dr. Pang Ming, Taijiquan Großmeister, Arzt in westlicher Tradition sowohl als auch TCM Arzt, erteilte in den 90er Jahren die Erlaubnis, dass Zhineng Qigong auch in den Westen verbreitet werden darf.
Inzwischen wird es von über 11 Millionen Menschen praktiziert.

Der Mensch fühlt sich gesünder und ausgeglichener. Durch die einfachen, fließenden Bewegungsabläufe werden im Körper Blockaden gelöst, Körperfunktionen verbessert, Stress abgebaut und das Immunsystem gestärkt. Hinzu kommt, dass Zhineng Qigong auch eine der am einfachsten zu erlernenden Techniken ist und auch von älteren oder erkrankten Menschen gut ausgeführt werden kann. Aber nicht nur um Krankheiten zu heilen wird das medizinische Zhineng Qigong praktiziert, auch zur Vorbeugung vor Erkrankungen und um Körper und Geist möglichst lange jung und gesund zu halten.

Quelle: Wikipedia

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