Innere Stimme

Schwierige Entscheidungen werden einfacher…

Mensch nachdenkendSchwierige Entscheidungen werden einfacher…

Was tun, wenn Du eine schwierige Entscheidung zu treffen hast? Versuche doch einmal, anstatt Listen mit Pro und Kontras zu machen, oder die Sterne zu konsultieren, Dich in der Ungewissheit wohlzufühlen, Dein Programm loszulassen, nach innen und außen zu lauschen und dann einfach das Leben durch Dich handeln zu lassen…

Tagtäglich müssen wir hunderte Entscheidungen treffen, die meisten davon treffen wir wie automatisch, weil wir sie schon so gut eintrainiert haben, manche aber plagen uns. Vor allem wenn wir den Eindruck haben, dass es sich um Schlüsselentscheidungen handelt, die unseren restlichen Lebensweg und unser Zusammenleben mit anderen nachhaltig verändern werden. Wir bewegen uns hin und her, tendieren mal zu der einen Variante, mal zu der Anderen, fragen Freunde und Bekannte, suchen Inspiration in Büchern und im Internet, machen Listen mit Pro und Kontras, konsultieren die Sterne, legen Karten,… Es gibt unendlich viele Lösungsansätze für das Problem der Ungewissheit. Weil unendlich viele Lösungen aber nicht ausreichend sind, muss ich hier auch noch meinen Senf dazu geben… 😉

In der Ungewissheit wohlfühlen

Oftmals ist das Problem gar nicht, dass wir nicht wissen, welchen Weg wir einschlagen sollen, sondern dass wir ungeduldig sind. Vielleicht ist die Zeit noch gar nicht reif, für die endgültige Entscheidung, wir wollen es aber endlich erledigt wissen. Wir fühlen uns innerlich aufgewühlt und wollen möglichst bald wieder zum Zustand der Ausgewogenheit zurückkehren. Die große Kunst besteht also darin, mit seiner grundlegend ruhigen Natur in Kontakt zu sein und gelassen zu bleiben, auch wenn man von Gedanken und Emotionen etwas aufgerieben wird. Gerade in der heutigen, super-schnellen Zeit wollen wir, dass alles möglichst schnell geht. Wir wollen Resultate jetzt und sofort, am besten ohne die Arbeit davor. Und Entscheidungen sollten wir eben auch sofort treffen können. Aber oft geht das halt nicht. All die Infos im Internet reichen dann auch nicht aus, um zu einer inneren Entscheidung zu gelangen, die sich stimmig anfühlt.

Lass uns also in der Ungewissheit verharren und zuwarten, bis der rechte Moment gekommen ist und sich uns die Lösung offenbart. Oft kann es sogar so sein, dass wir dann scheinbar keine Entscheidung mehr treffen müssen, weil die Entscheidung so klar ist oder auch von außen schon in die Wege geleitet wird. Das heisst natürlich nicht, dass wir lethargisch und komplett entscheidungsfaul sein sollen – vor allem dann nicht, wenn wir damit anderen Wesen ein Leid zufügen. Aber wir müssen wirklich nichts übereilen. Wenn wir das große Bild betrachten und uns daran erinnern, dass wir alle sterben müssen und dass all unsere Taten und Leistungen sich relativ bald in Luft auflösen werden, sind alle Entscheidungen, die wir in diesem Leben treffen, nicht mehr sehr wichtig. Aber trotzdem müssen und werden wir sie natürlich treffen…

Unser Programm loslassen

Wenn man aufmerksam der inneren, wie auch die äußere Stimme lauscht und geduldig in der Ungewissheit verharrt, wird sich mit Sicherheit die Lösung offenbaren. Oft ist die Antwort auch schon da, wir wollen sie nur nicht hören, weil sie unangenehm ist und nicht in unser Programm hinein passt. Wir haben ein Bild von den Umständen und davon, wie sich unser Leben entwickeln soll, das oftmals nicht mit der Realität übereinstimmt. Wenn wir im Konflikt stehen und schwierige Entscheidungen fällen müssen, dann ist es oft nur diese Divergenz, die das ganze beschwerlich macht. Vielleicht wollen wir uns von etwas nicht verabschieden (einen kleinen Tod ertragen). Vielleicht sind wir auch zu bequem und wollen uns nicht mit den notwendigen Konsequenzen auseinandersetzen. In jedem Fall aber läuft unser Leben besser, wenn wir in Einklang mit der Realität sind, anstatt dagegen anzuschwimmen. Probleme können gelöst und Berge versetzt werden, wenn wir es Schritt für Schritt angehen und immer auf den Nächsten fokussiert sind.

Nach innen & außen lauschen

In der Spiritualität geht es immerzu darum nach innen zu schauen, sich von der äußeren Welt abzuwenden. In der Intuition geht es immerzu darum nach innen zu lauschen und feinfühliger zu werden. Das sind wichtige Schritte, um uns von unserer Anhaftung an die äußere Welt zu lösen und mehr in Kontakt mit unserer inneren Natur zu kommen. Wenn es darum geht Antworten für schwierige Probleme zu finden, ist es aber hilfreich auf das ganze Spektrum der Existenz zurückgreifen zu können. Um als ganzheitliches Wesen, im Einklang mit der Realität zu handeln und zu entscheiden, brauchen wir also Intuition und diskursives Denken. Und Intuition findet nicht nur im Inneren statt, sondern kann auch außen stattfinden. Intuition heisst „Entscheidungen erlangen, ohne diskursiven Gebrauch des Verstandes.“[1]. Ob die kreative Entscheidung nun von aussen oder von innen kommt, ist egal. Lass uns also daran denken, dass wir nicht auf unseren kleinen Körper und Geist beschränkt, sondern Teil eines viel größeren Lebens sind. Es musst nicht unbedingt Du sein, der die kritische Entscheidung trifft. Die passende Lösung kann von überall her kommen.

Lass das Leben durch Dich handeln

Um von der Vielzahl an Einflüssen und der Vielzahl an Entscheidungen, die wir treffen sollten nicht überwältigt zu werden, und um scheinbar „falsch“ getroffenen Entscheidungen oder verpassten Gelegenheiten nicht nachträglich nachzuweinen, ist es hilfreich, sich selbst aus der Rechnung herauszunehmen. Vielleicht ist das Selbst, an dem wir uns festhalten, gar nicht so wichtig, oder gar existenzlos (wie es im Buddhismus betrachtet wird). Vielleicht lebt sich das Leben einfacher und lösen sich die Probleme wie von selbst, wenn wir uns nicht einmischen. Vielleicht nehmen wir dann Ratschläge und Lösungsansätze offenherzig an, egal ob sie von innen oder von außen kommen, egal ob sie scheinbar von uns oder von jemand anderes ersonnen sind.

Lassen wir also das Leben durch uns handeln, anstatt dem Gefühl anzuhaften, dass wir in dem Leben handeln. Dann ist es auch nicht mehr möglich, im Konflikt mit dem Leben zu stehen und was zuvor schwierig war, wird einfach(er).

Sean

Autorenseite: www.gruenboeck.at

[1] Quelle Wikipedia

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