Sinn des Lebens

Der Sinn des Lebens, was ist das? – Teil 2

licht-frau-fenster-personDer Sinn des Lebens, was ist das?
Teil 2

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Wie sollte es auch anders sein? Wie sollte sonst ein Bewusstsein (also Du in Dir) erkennen, dass es Bewusstsein ist? Diese Erkenntnis führt automatisch in einen anderen Seins-Zustand, oder, um die Überschrift erneut zu beantworten, es ergibt eine ganz neue Perspektive für den Sinn Deines Lebens. Und es führt zurück auf die Frage: Wer bin Ich denn? Habe ich einen Einfluss drauf, wer oder was Ich bin? Mein Wesen ist also nicht ein zufälliges Produkt der Schöpfung, das hier unten auf der Erde leidend dahinleben muss; nein, ich bin auf der Erde, um herauszufinden wer ‚Ich Bin‘. Das hat eine materielle Dimension „Mein Körper ist mein Tempel“ und eine immaterielle geistige: „Ich bin mir in mir bewusst“.

30 Jahre auf der Suche nach mir führten mich über Osho, Shanti May, Mutter Meera, den Sufis, den Schamanen, den Buddhisten und vielen anderen durch mein Leben. Alle haben mir sehr viel geholfen, denn alle sind auf dem Weg der Erkenntnis. Heute bin ich in manchen Dingen andersdenkend als meine Lehrer. Osho und viele andere sogenannte Meister haben z. B. das Ego des Menschen derart an den Pranger gestellt, dass viele jetzt lasch durch ihr Leben gehen, das Spirituelle zwar zum Zentrum ihres Lebens machen, aber ihre Fähigkeiten nicht ausprägen und ihre Perlen der Menschheit nicht zur Verfügung stellen. Wie schade, denn so könnte die Menschheit viel reichhaltiger sein. In der Zwischenzeit denke ich über das Ego ganz anders. Das Ego ist wichtig, denn es hat eine treibende Funktion. Wir müssen das Ego nur durch unser ‚Ich Bin‘ – Bewusstsein in die Führung nehmen und uns nicht von ihm unbewusst dominieren lassen. Das Ich ist der Herr im Haus und nicht das Ego. So einfach kann man dieses Thema auf den Punkt bringen: Mein Ego annehmen und nicht aus meinem Leben schmeißen! Das wird sonst richtig langweilig, weil ich mich mit dem Verdammen des Egos meiner Kreativkräfte beraube… und das ist nicht gut.

Ob die vielen spirituellen Lehren das göttliche ‚Ich Bin‘ als ein Kern-Bewusstsein in sich haben, so wie ich es hier schildere, weiß ich letztlich nicht zu beantworten. Soweit ich das verstanden habe, geht es bei vielen Lehren um Erleuchtung und nicht um das göttliche ‚Ich Bin‘, das über Erleuchtung weit hinausgeht. Aber das ist auch nicht entscheidend, denn der Wahrheit, dem Bewusstsein, der ‚Ich Bin‘-Erkenntnis ist es egal, wie sie erlangt und realisiert wird. Ich komme erneut zu einem entscheidenden Punkt der existenziellen Frage nach dem Sinn des Lebens: Es kommt darauf an, was Ich daraus mache! Lernen, mich reflektieren und mich im Jetzt wiederfinden, kann ich überall und immer wieder Jetzt! Jetzt ist immer jetzt möglich… und viele Jetzt-Erfahrungen bilden dann irgendwann ein Kontinuum, ein kontinuierliches Bewusstsein, das irgendwann ins Ich Bin übergeht. Es ist so, dass ich permanent an mir arbeitend weiter gehe, dann kommt ich auch irgendwann an – bei mir selbst… und das macht Sinn.

Um das Thema zu vereinfachen möchte ich etwas von mir und meinen ­- ich nenne sie mal – ‚Nebenerkenntnissen‘ berichten: Ich bin gut mit meinem Körper verbunden, von daher hat mir fast jede Form körperlicher Erfahrung sehr geholfen. Bei Osho war das sehr reichhaltige Angebot an Meditation, Körperarbeit etc. wie ein großer Pool, in dem ich schwimmen gelernt habe. Ich habe parallel zu dieser Schulung eine Ausbildung zum Eutonie- und Yogalehrer gemacht und wurde so zu einem „weitgereisten“ Physiotherapeuten, der alle seine Techniken am eigenen Körper erfahren hat und seine sich steigernde Lebendigkeit in Tanzen überführt hat. Das war ein Volltreffer für mich. Eutonie ist eine weibliche (Eintauchen in den Körper, loslassen, spüren) und Yoga eine männliche Technik (dem Körper Struktur geben). Beide zusammen waren eine wichtige Grundlage für meine Seins-Erfahrung. Dazu kam noch der Kombu’Cha, das ‚Lebendige Wasser‘ und die Bio-Nahrung, die eine starke Reinigung meines Körpers ermöglicht hatten. Wenn ich mich mental/geistig erweitern möchte, muss ich mich physisch durchlässig machen und reinigen, so meine Erkenntnis. Dann kann eine energetische Steigerung in meinem Körper auch fließen und in ihn übergehen. So habe ich die duale Welt des männlichen und weiblichen Prinzips an und in mir kennengelernt. Materie/Körper (weiblich) und Geist (männlich) gehören zur Harmoniefindung immer zusammen. Dieses Thema zieht sich durch mein gesamtes Leben, auch durch meine Arbeit als Wasserforscher. Man kann z. B. nur ein echtes ‚Lebendiges Wasser‘ bekommen (d. h. ein potentielles Kolloid), wenn das männliche und das weibliche Prinzip innerhalb einer Verwirbelung gleichberechtigt zusammen kommen, um Harmonie und damit eine lebensfördernde Kraft zu bilden. Analog kann ich sagen, dass ich einen Sein-Zustand nur erlagen kann, wenn ich mich (ich bin ein Mann) mit meiner ‚Inneren Frau‘ in Harmonie begebe und die Frau umgekehrt sich mit ihrem ‚Inneren Mann‘ anfreundet (vgl. Lemniskatenbild). In der Wasserforschung nennt man den damit erzeugten Harmoniepunkt (also das Ausgewogene) auch den Nullpunkt, d. h. es gibt keine Dominanz irgendeiner Seite. Die Nullpunkenergie ist in der Wissenschaft die göttliche Energie mit einem – nur diesem Nullpunkt eigenen – erhöhten Energie- bzw. Bewusstseinspotenzial. D. h. wenn ich mich mit mir in Harmonie befinde, ist in mir ein erhöhtes Bewusstseinspotential wirksam… dann bin ich im Sein! So einfach kann das hier gesuchte Sein sein!

Meditation ist nicht auf eine im Lotus sitzenden und OM summende Person zu reduzieren. Meditation ist im höchsten Sinne: Sein. Es ist ein passiv entspannter weiblicher Seins-Zustand, den ich immer dann herbeiführen kann, wann ich es will… z. B. auf einer Wiese liegend und die Vögel beobachtend, oder auf einer erklommenen Bergspitze sitzend und die Aussicht genießend… ja, auch das ist Meditation, besser noch: Das ist ein Sein-Zustand… also auch da tun sich viele neue Welten auf.

Auch eine gute Technik mich ins Sein zurück zu bringen, ist z. B. vor dem Schlafen den Atem zu beobachten und dabei den atmenden inneren Beobachter beobachten. Oder: Ein Baby anzuschauen und an dessen lebendiger Präsenz meine eigene Präsenz zu erkennen. Mich in der Natur wahrzunehmen, den Ruf eines Vogels zu hören in einem bestimmten Moment und beides in Verbindung zu bringen. Oder: das ‚Jetzt‘ zu erleben und zu genießen und viele ‚Jetzt‘ Momente in einen dauerhaften Jetzt-Zustand zu bringen, der sich dann zum meinem ‚Sein‘ zusammen fügt… das Ich merkt das.

Teil 3 folgt in Kürze

(c) Nadeen Althoff
www.Bormia.de

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