Aufstieg & Lernen

Spirituelles Frausein leben

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Liebe Leser,
gerade komme ich von einer wundervollen Messe in Hamburg. Sehr beseelt lief ich durch die Hallen, sah all die wundervollen Angebote und war plötzlich überwältigt von dem Mut und der Begeisterung all der Aussteller. Es gibt so viele Menschen, die sich heimlich für spirituelle Themen interessieren, nach Außen hin aber so tun, als glaubten sie nicht an Engel, oder Energien oder was auch immer. Und oft genug kokettieren sie noch: wir wüssten ja alle, würden sie zugeben, was sie wirklich glauben, dann kämen die Männer mit den weißen Kitteln. Die Zeiten sind vorbei, ihr Lieben, es braucht uns. Sichtbar. Uns Frauen und Männer, die bodenständig, menschlich, emotional, vor allem aber authentisch und wahrhaftig zu dem stehen, was sie wahrnehmen und was ihnen heilig ist. Nicht, damit andere davon angesteckt werden. Sondern weil wir sonst das Feld der Verleugnung nähren. 

Ich bin eine Frau. Ich nähre in meinem Schoßraum das, was mich beseelt, was mich interessiert und inspiriert, wovon ich mich im wahrsten Sinne des Wortes geistig und emotional schwängern lasse. Alles, was ich in mich aufnehme, sei es bewusst oder unbewusst, nähre ich, indem ich es durchfühle, durchdenke, in mir trage, es mit meiner Aufmerksamkeit beschenke und versorge. Das ist das weibliche Wesen, so funktioniert das Frausein nun mal. Wir sind wie Mutter Erde, die alles, was wir ihr anvertrauen, nährt und zum Wachsen bringt, ohne Wertung, ohne es zu beurteilen. So ist es für uns Frauen sehr wichtig, ja, wesentlich, ganz genau hinzuspüren, wovon wir uns schwängern lassen und wovon nicht. Denn das, was du in dich aufnimmst, das nährst du. Nimmst du zu viele Ideen, Probleme, Themen, sogar Ängste in dich auf, dann bleibt kein Platz in deinem Schoßraum für das, was wirklich durch dich geboren werden möchte. Du bist in diesem Fall wie eine Leihmutter für die Sorgen und Nöte anderer. Das kannst du tun. Aber du hast dann keinen Raum für deine eigenen spirituellen Kinder.

Was will ich dir damit sagen? Wenn du dich verleugnest, wenn du deine Spiritualität, das, was du tief in dir weißt und fühlst, das, was dir heilig ist, das, wofür du brennst, verleugnest, um nicht aufzufallen, dann nährst du ein Energiefeld, das du gar nicht haben willst.

Spirituelles Frausein zu leben, heißt für mich, ganz bewusst und innig in Kontakt mit meinem Bauch, meinem Herzen und mit meiner Seele zu sein. Aber auch mit meinem Körperbewusstsein, das oft eine andere Sprache spricht als die Seele. Ich bin Mutter für mein Inneres Kind, Mutter für meine Tiere, Gefährtin für meinen Mann, Schwester für meine Freundinnen, eine Lehrerin für meine Seminarteilnehmer und Leser. Vor allem aber bin ich ich selbst. Ich stehe zu dem, was mir wichtig ist und wofür ich eintrete.

Ich kam darauf, weil ich mit meinen Büchern sehr viel erfolgreicher sein könnte, wäre kein spiritueller Ansatz drin. Für sehr viele Medien bin ich nicht sichtbar, weil ich in die Esoterikecke gehöre und ich bin immer mal wieder versucht, ein allgemeines, nichtspirituelles Buch zu schreiben. Abgesehen davon, dass ich das gar nicht kann, spüre ich aber auch, wie sehr mich diese Idee von mir selbst entfernt. Ich habe mir selbst und meiner Seele versprochen, sie niemals zu verleugnen, egal, wie meine Familie oder wer auch immer darauf reagieren. Heißt das, dass ich immer und überall erzähle, wer ich bin und was mir wichtig ist? Nein. Sicher nicht. Aber werde ich gefragt, dann sage ich es. Kommt die Sprache auf spirituelle Themen, kneife ich nicht, auch wenn ich alleine damit dastehe. Frausein bedeutet, zu wissen und anzuerkennen, dass du nährst, ob du willst oder nicht. Durch dein bloßes Sein nährst du schon. Also wähle klug, was du nähren willst und was nicht. Und welche Nahrung du zur Verfügung stellen möchtest. Einige Frauen nähren andere mit Gift, weil sie so wütend sind, dass sie gar nicht merken, wie sie alles um sich herum damit infizieren. Wir Frauen können nicht anders als zu nähren, das ist unsere Natur. Damit meine ich natürlich nicht, dass du kochen sollst, es ist eine energetische Qualität. Männer hingegen befruchten mit ihrem Tun, ihrem Feuer, die Welt und bekommen über das, was im Außen entsteht, einen Spiegel für sich selbst. Wir Frauen erleben uns durch das, was wir in uns aufnehmen. Die Handlung, die Geburt, erfolgt erst, wenn eine Idee in uns herangereift ist.

Ich gelobe hiermit feierlich, dass ich mein spirituelles Frausein niemals verleugnen werde. Ich stehe dafür, authentisch und ehrlich zu sein, mich mit meinen Verletzungen zu zeigen, aber auch mit meiner Kraft und meiner Überzeugung, dass ich gut bin in dem, was ich tue. Wenn ich etwas aus ganzem Herzen nähre, dann wird es auch erfolgreich, das war früher nicht so. Meine Nahrung früher bestand aus Selbstzweifeln, Ängsten, besonders der Angst, andere zu verletzen, oder als überheblich zu gelten, beschämt und ausgelacht zu werden oder einfach nicht gut genug zu sein. Damit habe ich das versorgt, was in mir heranwachsen wollte. Heute nähre ich meine Ideen und Inspirationen, meine Wünsche und Sehnsüchte mit Vertrauen in mich selbst, mit Freude, mit Glück, mit Liebe und mit dem festen Glauben, dass das, was durch mich geboren werden will, auch vom Leben unterstützt und getragen wird. Ich darf erfolgreich sein, ich darf sichtbar sein, ich darf gleichzeitig verletzlich, bedürftig und unperfekt sein. Ich bin eine Frau, die ihr beseeltes Frausein so gut lebt, wie sie kann und sich dabei immer weiter entfaltet. Das genügt den Leben, mehr will es nicht von mir. Ich muss dabei nicht auch noch ständig sexy aussehen, mich super fühlen und für alle da sein, obwohl ich gerade Zeit und Raum für mich selbst brauche. Und du, liebe Freundin, auch nicht.  

Susanne Hühn

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