Innere Stimme

Innere Stimme – Teil 2: Hören und Annehmen

Meadchen-Haare-Wind-Augen-personInnere Stimme ~ Teil 2: Hören und  Annehmen 

Zu Teil 1

Die innere Stimme wahr zu nehmen, ist anfänglich überraschend. Es scheint, ob der Verstand Gedanken sendet, die unbekannt, abwegig und daher ein Produkt unserer Phantasie sind. Es ist daher üblich, diese zu verdrängen, zu ignorieren.

Wenn es jedoch still um uns, in uns ist, ist sie unüberhörbar. Sie gibt klare Wege auf, lehrt und warnt lautstark. Die Stimme zeigt uns andere Verhaltensweisen und steht meistens nicht in einem Einvernehmen mit dem Verstand. Schließlich ist unser Verstand das Gefäß unserer gelernten Überzeugungen, Muster, und Handlungen, die uns oft in Bedrängnis gebracht haben. 

Mit Übung (Meditation) nimmt man seine Stimme oder innere Führung immer wahr. Ist Funkstille angesagt haben wir nicht die Ruhe, in uns,  um sie zu vernehmen. (Ich frage nun bewusst in allen möglichen Situationen um Rat oder Beistand.) Voraussetzung für eine klare Führung ist jedoch das Annehmen der Führung. Dies ist nur möglich durch ein bedingungsloses Vertrauen. Anfänglich ist es schwierig gegen seinen Verstand, oder seine gewohnten Überzeugungen zu handeln. Es ist ein Prozess, der beginnt und am Ende zum göttlichen oder bewussten Verstehen führt. Auf diesem Wege lösen sich alle angeeigneten Fehler, Veränderungen treten nach und nach auf. Wünsche, Hoffnungen bekommen einen anderen Charakter bis sich schließlich reines Wissen im Herzen offenbart.

Dieses Wissen vermittelt das tiefe Gefühl, dass alles mit einander verbunden ist. Dieses Gefühl, sich mit Pflanzen, Bäumen, Tieren verbinden zu können, ist ein Teil des Verständnisses wie wir uns sehen sollen. Als mitfühlende Wesen, rein ohne Makel. Der Weg dorthin wird oft schmerzvoll sein. Denn es zeigt sich das eine oder andere, dass sich vielleicht sogar Ekel vor uns selbst zeigt. Doch ist dies nicht so. Wir können auch in diesem Gefühl die Überwindung finden. Denn alle Wesen sind vollkommen hier. Die Klarheit zu sehen was wir waren und wer wir sein können, ist die Aufgabe unserer inneren Führung.

Die Stimme ist durchaus auch abwesend. Manchmal über Tage hinweg. Dies ist meistens ein Zeichen, dass wir etwas lernen umsetzen sollen. Zum Beispiel Geduld, oder wir arbeiten an nicht erkannten Überzeugungen. Ist dies der Fall können wir darauf vertrauen, dass unsere innere Führung uns dabei hilft. Das Ziel, wenn man es so ausdrücken möchte, ist alles mit Liebe zu begreifen und durch Liebe zu sehen. Ein wirklich schwieriger Prozess. Denn dies wahrhaft im Alltag jenseits gedachter Gedanken und Lippenbekenntnisse, ist dies wahrhaft schwierig.

Nur durch hinhören und annehmen ist dieser Weg nur angeschoben. Die inneren Veränderungen setzen sich im Alltag fort. Und hier beginnen denn die weiteren Veränderungen. Da die innere Führung Abhängigkeiten grundsätzlich ablehnt, steht man unter Umständen ohne Netz und Boden da. Beziehungen, Bedürfnisse, Einstellungen verändern sich. Hier gilt es einzig und allein darauf zu vertrauen, dass alles gut ist. Es wird alles da sein was benötigt wird. Von einem Tag zum anderen.. Jeden Tag aufs Neue.

Was hindert uns daran? Unsere Begrenzungen? Wahrnehmungen?

„ Wenn wir auch nur einen Augenblick lang unseren Glauben an Begrenzungen überwinden, erfahren wir unsere ununterbrochene Verbindung mit dem Göttlichen. Dieser dritte Schritt verlangt wenig von uns. Wir tun ihn, in dem wir dem Hören nachgehen und unseren Geist zur Ruhe bringen. Der dritte Schritt bedeutet die Bereitschaft, sich der Führung zu öffnen. Beim Hören überwinden wir unser Gefühl der Begrenzungen und sehen, dass die Probleme Vorstellungen und Überzeugungen sind, die zu nichts führen. Wir lassen den Wunsch hinter uns, andere, uns oder Begebenheiten zu verändern, und sind anderen dankbar, genauso wie sie sind.

Und auch für den Segen, den sie uns haben zukommen lassen. Dabei sehen wir, dass unsere vergangenen Überzeugungen und Handlungen genauso wie die der anderen bloß erfolglose Versuche waren, die nicht zu den gewünschten Resultaten geführt haben. Was können wir dann anderes tun, als aufzugeben, was nicht funktioniert, wenn wir das deutlich erkennen? Da wir ja offensichtlich nicht wissen, was wir tun sollen oder was zum Guten führt, öffnen wir uns jetzt der inneren Führung. Und ruhig warten wir darauf, dass sie sich zur rechten Zeit am rechten Ort offenbart“ Lee Coit.

Es ist unmöglich, diesen Anfang des Annehmens zu bewältigen, allein aus einem guten Willen heraus. Was nötig ist, ist eine andere Wahrnehmung, vor allem was uns ausmacht in unserer momentanen Realität. Ist uns nicht klar, dass Kraft unseres freien Willens jede persönliche Einschränkung sofort und unmittelbar zu lösen ist, sind wir nicht wirklich in der Lage, den Weg zur Quelle allen freien Willens zu finden. Unsere innere Stimme lenkt uns von Anbeginn sanft in diese Richtung. Selbst wenn wir sie nicht wahrnehmen tut sie das Ihrige. Deshalb und nur deshalb passieren uns immer wieder Dinge, die schmerzhaft sind. Wir ignorieren unsere Vollkommenheit, indem wir unseren Bedürfnissen mehr Aufmerksamkeit schenken als eben unserem natürlichen Reichtum. Wir halten uns für gering, weil wir unsere Abhängigkeiten nicht durchschauen. Wir halten etwas für Liebe, was in Wahrheit nur das Stillen eines Bedürfnisses ist. Unsere Liebe zu uns selbst und das Einsehen, das alles aus Liebe geschieht, ist der Beginn des wahren Reichtums. Niemand muss arm sein, es sei denn, er will es so.

So gestaltet sich der Prozess des Aufwachens in dem Bewusstsein der eigenen Fülle, in dem Wissen, dass unsere Entwicklung nicht in unterwürfiger Selbstaufgabe stattfindet, sondern in vollwertiger Partnerschaft. Unseren Wunsch drücken wir dadurch aus, dass die Verbindung zum Göttlichen der Herzenswunsch ist, der vor allem anderen steht. Geschieht dies, stellt sich die Verbindung von selbst ein, weil wir nichts anderes wollen. Dies ist wohl der einzige Weg.

Dies ist letztlich der Schlüssel zu unserer Herzensfülle und Selbstliebe. Nun lernen wir mit unserer inneren Stimme, unser Denken verändert sich und das, was wir nun mehr anziehen, wird uns ständig liebevoll bereichern. Wir lernen Signale zu erkennen. Signale weil wir uns unglücklich fühlen, verärgert, traurig blockiert oder uns geistig erschöpft wahrnehmen. Wenn wir Abstand zu jemand oder etwas nehmen ist dies ein Signal. Wir nehmen uns jetzt selbst in die Verantwortung und schieben sie nicht mehr auf andere. Auch wenn es sich unangenehm anfühlt. Die eigene Traurigkeit ist nun das eigene und nicht mehr verursacht durch jemand anderen. Dies ist wahrhaftes Wachstum.

U.T.

Zu Teil 3

 

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