Gesellschaft

Wandel der Zeiten

StrommastIst der Mensch im Wandel der Zeiten glücklicher geworden?

Was folgt nach Industriezeitalter und Informationszeitalter? Können wir aus Überlegungen zu dieser Frage Rückschlüsse ziehen, auf unsere jetzige Situation? In diesem Artikel geht es nicht um Betrachtungen zur Wirtschaftsform. Ich möchte reflektieren, was die rasante äußere Veränderung mit der inneren Entwicklung der Gesellschaft und des Einzelnen zu tun hat.

Als gesellschaftlichen Spiegel während der Übergangsphase von Industrie- zum Informationszeitalter können wir die Technologiegesellschaft erkennen. Wenn wir die gesellschaftliche Entwicklung in diesen Zeiten betrachten, war vor allem der erste Schritt recht schmerzhaft. Die Menschheit hat die Technik erfunden, und damit die Technologien für die modere Industrie.

Glücklicher ist der Mensch dadurch nicht geworden. Man denke nur an die Zeiten der Maschinenstürmer und an die unglaubliche Umweltverschmutzung in dieser Zeit. Kinderarbeit und gruselige soziale Verhältnisse gehörten dazu. Rückschauend können wir für rund 150 Jahre feststellen, dass die Maschinen in der überwiegenden Zahl nicht gut getan haben.

Ho ho, werden viele sagen, die Maschinen haben unser Leben unglaublich erleichtert, denk doch nur an …

Ja, sage ich, unglaublich erleichtert. Ich glaube nicht daran, dass der moderne Mensch wirklich leichter lebt. Leichter von körperlicher Arbeit vielleicht. Aber sind wir zuerst körperliche oder geistige Wesen? Die Erleichterungen für den Körper haben wir uns durch Stress erkauft. Sind wir dadurch gesünder, und vor allem glücklicher geworden?

Technologiezeitalter nennen wir diese Phase der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Wie dieser Begriff schon sagt, herrscht hier Technik und Logik vor. Wir sind außerhalb von uns (in der Technik) und versuchen dies mit dem Verstand zu steuern (Logos, durch die Sprache dargestellte Äußerung der Vernunft).

Natürlich ist dieses Verhalten etwas Widernatürliches. Damit entfernen wir uns vom eigentlichen Kern der Schöpfung. Trotzdem war es ein ganz klar positiver und notwendiger Zwischenschritt der Entwicklung. Denn diese Technologiegesellschaft hat den Boden bereitet für das Informationszeitalter. Bei oberflächlicher Betrachtung hätten wir damit nichts gewonnen. Das stimmt aber nicht. Informationszeitalter heißt zweierlei. Wir bringen die Dinge wieder in Form. Das bedeutet, wir fügen das Puzzle der Schöpfung wieder zusammen. Alles findet seinen Platz. Außerdem hat der Begriff Informationszeitalter für mich etwas zutiefst menschliches. Denn Information ist die Basis der Erkenntnis, und damit der Erweckungskuß des Bewusstseins.

Ich will Ihnen hier mit einer kleinen Episode aus meiner Vergangenheit etwas aufzeigen. Als Student war ich wunderbar in die Wendephase involviert. Ich kann mich an eine Autofahrt erinnern, als ein Freund etwas aus der ‚Jungen Welt‘ vorgelesen hat. Es ging in dem Artikel um einen Betrieb für Fahrräder. Es wurde von Schwierigkeiten berichtet. Schwer zu verstehen aus der heutigen Sicht. Damals war offene und kritische Berichterstattung aus einem VEB eine Sensation. Niemals kann ich in Worte fassen, was uns damals im Innern bewegt hat. Aus heutiger Sicht möchte ich sagen, dies war ein Schritt der Bewusstseins Evolution. Zwingend notwendig für die damaligen innermenschlichen Bewegungen waren Informationen aus dem Außen, selbst wenn sie aus dem ‚Westfernsehen‘ kamen :-).

Zurück zur heutigen Zeit. Durch Internet, Handy und soziale Netzwerke ist die Möglichkeit der Kommunikation ins fast Unendliche gewachsen. Für die Gesellschaft bedeutet Informationszeitalter erst mal das explosionsartig anwachsende Wissen. Damit einher geht ein schneller Fortschritt der Technologien, so dass wir ein Abkoppeln der Technik von unserem Bewusstsein erkennen können. Wir haben die Maschinen in unser Leben gebracht. Und wir geben der Technik große Freiräume und haben viel Vertrauen. Ein Auto, welches noch schneller fährt, als ein Pferd galoppiert, macht uns keine Angst. Bewusstseinsmäßig lösen wir uns von der Maschine. Gerade die Automation der Produktion schafft uns die Freiräume für unsere persönliche Entwicklung.

Ich verspüre, dass die Information sich zunehmend selbst in Form bringt. Schneller als das Bekanntwerden aller wissenschaftlichen Sensationen wächst durch die Kommunikation das Gefühl dafür, dass das Wir ein sich immer stärker und immer schneller nach innen windendes Knäuel der Schöpfung ist. Natürlich hat das Informationszeitalter auch Erkenntnisse im Außen gebracht. Vor allem aber fördert es den Weg nach innen. Damit nimmt die Gefahr für jeden Einzelnen ab, denn die Gemeinschaft wird stärker.

Noch hat die gesellschaftliche Reproduktion einen Tauschcharakter. Rund um die Welt wird das, was der Eine hat oder herstellt gegen etwas anderes getauscht.

Bei den sozialen Netzwerken sind wir da schon einen großen Schritt weiter. Wir teilen! Ich teile meine Informationen mit Anderen, und nehme an Ihnen teil.

Dies ist ein Ausdruck der wahren Teilhabe an der Schöpfung. Somit war die Entwicklung von Maschinen und technologischer Informationsübertragung eine starke Beschleunigung des Prozesses zur Selbstfindung des Menschen in der Einheit. Wir sind einen großen Schritt auf dem Wege zum kollektiven Bewusstsein vorangekommen. Nutzen wir weiter unsere Möglichkeiten, mit Anderen zu teilen.

Herzlichst

Ihr Frank Sohr