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Wie können wir uns mit diesem größeren Selbst verbinden?

Buchcover Love Silence von Mahima„Wie können wir uns mit diesem größeren Selbst verbinden?“

Love Silence, dein Weg ins Abenteuer des Jetzt von Mahima Lucille Klinge

Auszug aus dem Kapitel „Wie können wir uns mit diesem größeren Selbst verbinden?“
S 135 ff.

„… Als ich mich schließlich soweit beruhigt hatte, dass ich seine Worte reflektieren konnte, musste ich ihm in einem Punkt recht geben. Er (Mahimas Guru und Lehrer Sri H. W. L. Poonja (Papaji), Anm. der Redaktion) hatte mich gefragt wie ich im alltäglichen Leben reagieren würde, wenn Menschen nicht nett zu mir sind. Konnte ich etwa nur dann mit innerem Frieden, Freude und persönlicher Freiheit in Verbindung bleiben, wenn alle Welt nett zu mir war? Was für einen Frieden hatte ich da gefunden? Wie tief und wie real war dieser Friede?
Mein Ego war wütend, weil ich dachte: „Hm, ich bin ja nicht Teil der realen Welt. Ich bin hier in einer spirituellen Gruppe, zusammen mit Menschen, die meinen, sie wüssten besser, wie man vernünftig miteinander umgeht.“ Falsch gedacht! Die Wahrheit ist, er hatte recht. Solange man auf diesem Planeten lebt, kann man der menschlichen Natur nicht entkommen. Man muss mit den eigenen Ängsten, der eigenen Wut, dem eigenen Hass, der eigenen Eifersucht, den eigenen Unfreundlichkeiten und Taktlosigkeiten klarkommen und natürlich auch mit all diesen Gefühlen in anderen, denn sie entstehen einfach, wenn Menschen aufeinandertreffen.
Nun, nachdem ich erzählt habe, wie mies sich einige Leute damals dort verhalten haben, weil sie meinten, ihr Revier verteidigen zu müssen, will ich nicht verschweigen, dass ich an genau diesem Ort mit einigen der süßesten, mitfühlendsten, offensten, spaßigsten und leidenschaftlichsten Menschen zusammen war, die ich überhaupt jemals getroffen habe! Ich habe noch nie zuvor in meinem ganzen Leben so viel Licht und Liebe geschenkt bekommen wie von diesen Menschen. Und das ging uns allen so. Man konnte buchstäblich sehen, was sich in den Gesichtern von Neuankömmlingen abspielte, wie sich von persönlichem Leid gezeichnete Gesichter in sanfte Gesichter verwandelten, die Frieden und inneres Glück widerspiegelten. Es gab auch Hässliches, aber so viel viel viel mehr Schönheit und Mitgefühl.

Also nochmals: Eine ganz wichtige Lektion dieses Ego-Theaters war die Frage, worauf ich mich denn nun konzentrieren wollte – auf das schlechte Benehmen einiger oder auf all das Schöne, das es dort im Überfluss gab.
Können Sie sich vorstellen, Ihre Vorurteile, Ihre Wut, und Ihre Ansichten darüber, wie etwas zu sein hat, aufzugeben und an den Ort zurückzukehren, wo Sie meinen, Ihr Gesicht verloren zu haben? Wo die Leute vielleicht noch immer lachen, weil Sie sich in ihren Augen so unheimlich blöd und lächerlich verhalten haben. Die Maske Ihres Egos ist weggerissen und Sie haben keine Möglichkeit mehr, sich zu verstecken. Nun, so hat es sich für mich damals angefühlt, als ich beschloss zu bleiben und nicht abzuhauen. Das war rein großer Sieg über mein Ego, unglaublich demütigend, aber auch genauso befreiend.
Dies war der Wendepunkt in meinem Leben. Von da an war es wichtiger, die Wahrheit zu kennen und zu leben, als mein unersättliches Ego zu füttern. Papaji hat mir einen ordentlichen Tritt in den Hintern verpasst, den ich bitter nötig hatte. Zum Glück wusste ich den Tritt als Sprungbrett zu nutzen, um tiefer in den inneren Frieden einzutauschen – tiefer, als ich es zuvor gewagt hätte. Ich hätte aus Lucknow weggehen können mit dem ganzen Qualm, der mir vor lauter Wut schon aus den Ohren kam. Es nicht zu tun, war eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe!
Seine Frage nach der Prinzessin von Zimbabwe war wirklich gut! Damit hatte er mich kalt erwischt. Hut ab. Was tun Sie, wenn andere Menschen nicht nett zu Ihnen sind? Erlauben Sie ihnen zu bestimmen, was Sie fühlen?

Kümmern sie sich nicht zu sehr darum, was andere Menschen tun. Konzentrieren Sie sich auf sich selbst. Verstehen Sie mich nicht falsch, es ist wichtig, sich um sein Umfeld zu kümmern. Aber oft verstehen wir dieses Kümmern falsch und machen uns selbst zu Opfern.
Gehen Sie tiefer und finden Sie einen Frieden, der nicht von der Laune, den Stimmungen, Einstellungen oder der Persönlichkeit anderer Leute abhängt.

Alles ist untrennbar miteinander verbunden. Auf dieser Welt existiert nichts, das kein Teil von Ihnen ist. Papaji hat mir beigebracht, im Frieden zu sein, egal was um mich herum geschieht, und mir gleichzeitig gezeigt, dass man der menschlichen Natur nicht entfliehen kann. Er war bestimmt nicht perfekt, aber das hat er auch nie behauptet. Ich denke, dass er und Osho auch so ihre Fehler gemacht haben. Sie hatten beide ihre Lektionen zu lernen, während sie ihr Leben im erwachten Zustand so würdevoll wie möglich lebten.

Frieden ist auf Rosen gebettetPapaji hat uns seine Transparenz gezeigt und seine Bereitschaft, sich hinterfragen zu lassen, indem er uns allen erlaubte, seine privaten Räume zu betreten. Wie sahen ihn essen und im Pyjama vorm Fernseher sitzen, wo ihn manche Dinge fröhlich machten und andere aufregten. Seine Bereitschaft, sich so offen zu zeigen, war auf jeden Fall ein großes Geschenk an seine Schüler. Er hat selbst verhindert, dass wir ihn nur eindimensional als großen Lehrmeister sahen. Er erweis sich als demütig und egolos, indem er uns offenbarte, dass er auch nur ein Mensch unter vielen ist.

Ich weiß jetzt, dass ich nicht dieser Körper bin, nicht dieser Geist, nicht das, was ich besitze und tue. Ich bin ewige Energie – zeitlos, formlos und namenlos. Ich bin grenzenlose Liebe, unendlicher Friede und immerwährende Freude, und zwar unabhängig von dem, was um mich herum geschieht. Diese Wahrheit habe ich nicht für mich gepachtet. Sie schläft in jedem menschlichen herz, bis dem Herzen etwas passiert, Gutes oder Schlechtes, das es den Weg zurück zu sich selbst finden lässt.

Wenden Sie sich nach Innen. Finden Sie heraus, wer Sie sind, jenseits der offensichtlichten Dinge. Suchen Sie nach Führung auf Ihrem Weg. Fragen Sie. Seien sie neugierig. Meditieren Sie. Besinnen Sie sich. Sitzen Sie still, verbinden Sie sich mit der Stille und fangen Sie an, die Stille zu lieben. Ihre Neugier und Ihre Bereitschaft, mit sich selbst im Stillen zu sein, werden Sie zur Wahrheit führen und Ihnen offenbaren, wer Sie wirklich sind.
Es ist so einfach und der Mühe wert. Wie alles Neue lernen Sie es. Am Anfang braucht es eine gewisse Bereitschaft, aber dann, ganz plötzlich, sprechen Sie Französisch, essen Escargots und küssen sogar französisch!

Oder Sie sitzen ruhig da, trinken die Stille und werden ganz beschwipst vom inneren Frieden! …“

Mehr über Mahima und ihre Arbeit erfahren Sie hier: www.lovesilence.com

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