Gesellschaft

Wohlstand ist nicht gleich Wohlbefinden – Teil 2

DemonstrationWohlstand ist nicht gleich Wohlbefinden – Teil 2

Dr. George-Ivan 

Einer der bekanntesten Biologen der letzten 20 Jahren, Dr. Bruce Lipton, hat schon vor Jahren behauptet:

„95% aller heutigen Krankheiten beruhen auf Stress, und 100% vom Stress stammt aus falschen Glaubensätze“.

In meinem ersten Artikel habe ich versucht, die medizinische Entstehung und Aufrechterhaltung von Dauerstress zu verdeutlichen und werde diesmal versuchen, Stress in seiner Ganzheitlichkeit darzustellen.

Um die Wirkung von Stress zu verstehen – nicht im medizinischen Sinn – sollte man erst Systeme verstehen. Besser gesagt, dynamische Systeme. Der Unterschied zwischen statischen und dynamischen Systemen liegt darin, dass die statischen Systeme die Einwirkung andere Kräfte benötigen, um aktiviert und deaktiviert zu werden. Die dynamischen starten sich, stoppen, verändern sich, und wenn es sich um lebendige Systeme handelt, regenerieren sich auch selbst. Das beste Beispiel dafür ist der menschliche Organismus. Er hat ein Nervensystem, ein Atmungssystem, Verdauungssystem, muskuläres System u.s.w., die aber ständig mit aneinder in Verbindung stehen, sich gegenseitig beeinflussen, und verändern.

Daraus ergibt sich die folgende Verbindung, wenn negative Einflussfaktoren auf den Organismus einwirken, die wir „Stressoren“ nennen.

Die Reaktion unseres Verstandes – der Stressor – auf unser Wohlbefinden, wird sehr heftig werden. Diese Reaktion ist uns bekannt als „Stress“!

Einer der Besten Erklärungen kam von Eckhard Tolle: „Stress wird verursacht, wenn du HIER bist, aber DORT sein willst“.

Sich beklagen und sich ständig Stress vorzustellen, ist das Nichtannehmen von der Realität. Das ist immer mit einer unbewussten negativen Energie geladen, verändert unsere Körperhaltung, unsere Ausstrahlung und somit die Gedanken, Gefühle und das gesamte Wirken.

Die menschliche Evolution entwickelte über die Generationen die Reaktion gegen den Stress, die wir heute als „ Kampf und Flucht“ Reaktion kennen.

Weniger bekannt, aber nicht weniger wichtig ist eine andere Reaktion auf Stress, und zwar „Frieden und Spiel“.

· Beim Faktor „Kampf“, wird der Organismus soweit beeinflusst, dass Ressourcen mobilisiert (Energieaufbau aus Zucker in der Leber oder Blut), hohe Herzfrequenz und erhöhter Blutdruck, um Sauerstoff ins Gehirn zu bringen für die mentale Konzentration. Außerdem wird die Muskulatur angespannt, um bereit zu sein. Beim Kampf ist der Organismus ständig in Anspannung, weil er sich auf Gegenwehr eingestellt hat.

· Bei der Flucht geschieht körperlich das Gleiche mit dem Unterschied, dass der Organismus diesmal weglaufen will. Nicht nur, dass wir ihm aus dem Weg gehen, sondern es verursacht auch verschiedene negative Gefühle wie Angst, Wut gegen den Gegner, oder gegen sich selbst, Schuldgefühle. Die Fluchtlösung stellt Spannungen her, die den gesamten Organismus – physisch wie mental – in Konflikte bringt.

· Bei der sog. „Frieden“ Reaktion akzeptiert der Organismus den Stressor immer mehr, bis er irgendwann nicht mehr als Stressor empfunden wird, oder komplett integriert wird, jedoch die gleiche Anspannung aufgebaut auf. Z.B Beispiel: das Leben in einer Gesellschaft, deren Werte man nicht akzeptiert. Die Reaktion ist flexibel und kann aufgelöst werden, aber wenn sie von Dauer ist, kann sie sich als zerstörerisch erweisen, und sich dann in „Kampf oder Flucht“ verändern.

· Die Spielreaktion bedient sich des Stressors, bis er aufhört ein Stressor zu sein, wie z. B. Arbeit zum Spiel zu machen, oder sich für verschiedene Idealziele einzusetzen. Wenn das „Spiel“ kein Spaß oder Sinn mehr macht, entwickelt sich das berühmte BurnOut Syndrom und wird häufig von einer „Kampf oder Flucht“ Reaktion gefolgt, wenn die Erwartungen und eigene Bedürfnisse nicht erfüllt wurden.

Das Schwierige daran ist, dass nur bei den ersten beiden Stressarten gemerkt wird, wo das Problem liegt, und bei den letzten beiden, erst beim Zusammenbruch des Organismus Stress empfunden wird. Häufig wird die Ursache nicht mehr erkannt, weil die passenden Verknüpfungen verloren gegangen sind.

Eine weitere, wichtige Unterteilung des Stresses bezieht sich auf die Arten von Stress.

Zu Teil 3

Den Artikel kommentieren

*