Ätherische Öle gegen den Winterblues

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aetherische-oele-winterblues-rose-wassertropfen-roseÄtherische Öle gegen den Winterblues

Hormonelle Störungen Die Tage werden zwar schon wieder länger, dennoch befinden wir uns noch mitten im Winter und so manche unter uns haben mit jahreszeitbedingten Stimmungstiefs zu kämpfen, der sogenannten Winter- oder saisonal bedingten Depression. Diese meist sehr mild verlaufende Form der Depression wird durch den Lichtmangel im Herbst und Winter ausgelöst.

Strömt zu wenig Tageslicht in die Augen, kommt die Produktion von Botenstoffen im Gehirn aus dem Gleichgewicht. Der Körper produziert zu viel müde machendes Melatonin und zu wenig stimmungsaufhellendes Serotonin. Neben einer bleiernen Müdigkeit und mangelnder Energie empfinden die Betroffenen – im Unterschied zu anderen Formen der Depression – einen vermehrten Appetit, v.a. auf Süßes, und ein erhöhtes Schlafbedürfnis.

Die Winterdepression ist normalerweise gut behandelbar und verschwindet wieder, sobald wir mehr Tageslicht abbekommen. Ein probates Mittel sind regelmäßige Lichtbäder, bei denen man sich für kurze Zeit mit offenen Augen vor eine Tageslichtquelle setzt.

Heilsamer Geruchssinn

Doch auch andere Maßnahmen sind wirksam, die ganz allgemein das Wohlbefinden erhöhen. Zum Beispiel die Anwendung von ätherischen Ölen in Form von Raumbeduftung, Massagen oder Bädern. Wissenschaftliche Studien der letzten Jahre haben ergeben, dass unser Geruchssinn auf einzigartige Weise mit den Emotionszentren im Gehirn verdrahtet ist und einen maßgeblichen Einfluss auf die psychische Gesundheit hat.

Vor allem bei der Entstehung von Ängsten und Depressionen wurde die Rolle des Riechens bislang massiv unterschätzt. Bei diesen Störungen kommt es einerseits zu charakteristischen Veränderungen des Geruchssinns, andererseits zu spezifischen Umbauvorgängen im Riechhirn, dem olfaktorischen Kortex.

Das Riechvermögen steigern

Forscher haben entdeckt, dass PatientInnenen mit Depressionen unter einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen leiden. Gleichzeitig ist ein wichtiger Teil des Riechhirns, der sogenannte Bulbus olfactorius oder Riechkolben, bei diesen Menschen deutlich kleiner als bei gesunden Personen. Das Ausmaß der Schrumpfung des Riechkolbens und der Riechstörung geht dabei mit der Stärke der depressiven Symptome einher.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: PatientInnen mit Depressionen müssen sich mit dem Verlust des Geruchssinns nicht abfinden! Es hat sich nämlich herausgestellt, dass sie ihr Riechvermögen durch regelmäßiges Schnuppern an ätherischen Ölen und anderen Düften verbessern können. Noch dazu führt dieses Riechtraining auch zum Rückgang der Depressionssymptome und zu einer Verbesserung des Denkvermögens.

Ätherische Öle gegen den Winterblues

Ätherische Öle helfen aber nicht nur den Geruchssinn zu schärfen, sondern sie haben auch einen direkten Einfluss auf die Stimmung. Aktuelle Forschungsergebnisse sprechen stark für eine stimmungsaufhellende und angstlösende Wirkung von ätherischem Lavendelöl. Diese Effekte treten nach Einnahme des Öls in Kapseln auf und werden von Veränderungen des Serotoninhaushalts im Gehirn begleitet.

Aber auch beim bloßen Riechen dürften ätherische Öle positive Wirkungen auf die Stimmung haben. Dies konnte bei einigen Zitrusfrüchte, z.B. Orange oder Grapefruit, und bei manchen Hölzern, insbesondere weißes Sandelholz, durch klinische Studien belegt werden. In der Praxis haben sich u.a. das ätherische Öl der Angelika und der Melisse als hilfreich bei depressiven Verstimmungen erwiesen. Die üble Laune können aber auch Düfte vertreiben, mit denen man bereits gute Erfahrungen gemacht hat.

Positive Gefühle hervorrufen

Da Erlebnisse ganzheitlich im Gedächtnis abgespeichert werden, sind die in einer bestimmten Situation empfundenen Emotionen, z.B. Freude, mit den empfundenen Sinnesreizen, z.B. einem Geruch, gekoppelt. Begegnet man nun diesem Geruch wieder, wird aus dem Gedächtnis auch das entsprechende Gefühl, also in diesem Fall die Freude, erneut abgerufen.

Mit Riechreizen funktioniert dieser Abruf übrigens besonders gut, weil die Verknüpfung zwischen dem Geruchssinn und dem Gedächtnis direkter ist als beim Hören und Sehen. Trotzdem ist ein Aspekt ausgesprochen wichtig bei der Anwendung von ätherischen Ölen: Sie sollten den Geruch mögen, denn nur angenehme Düfte können die Stimmung aufhellen.

Fazit

Gerüche haben also einen wesentlichen Anteil an unserem Wohlbefinden und spezielle Duftstoffe können die Heilung von psychischen Krankheiten unterstützen. Wichtig ist dabei nur, dass es sich um Riechreize handelt, die ein positives Gefühl in uns hervorrufen, sodass ein ganzheitliches Wohlbefinden entsteht.

Gerade jetzt im Winter können wir sehr gut mit ätherischen Ölen arbeiten, indem weit beispielsweise eine Schüssel mit Wasser und einem ansprechenden Öl auf die Heizung stellen. So entfaltet sich der Duft im ganzen Raum und unsere Schleimhäute werden sanft befeuchtet. So tun wir sowohl unserem Körper als auch unserer Psyche etwas Gutes.

01.02.2020
Eva Heuberger
Dr. Eva Heuberger ist Pharmazeutin, Geruchsforscherin und Vize-Präsidentin von Forum Essenzia e. V.


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Über die Autoren

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Eva Heuberger
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Regula Rudolf von Rohr

Vita  Eva Heuberger: Dr. Eva Heuberger ist Pharmazeutin, Geruchsforscherin und Vize-Präsidentin von Forum Essenzia e. V. und berät Vereine und Unternehmen zur Wirkung ätherischer Öle.
Vita Iris Stappen: Dr. Iris Stappen ist Pharmazeutin und Forscherin am Departement für Pharmazeutische Chemie der Universität Wien mit dem Spezialgebiet »Wirkung von ätherischen Ölen«. Sie ist Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Aromatherapie und Aromapflege (ÖGwA).
Vita Regula Rudolf von Rohr: Regula Rudolf von Rohr ist Aromatherapeutin, Pflegefachfrau für Psychiatrie und Präsidentin von PsychAroma, Fachgruppe für ätherische Öle in der Psychiatrie. Sie arbeitet als Aromatherapeutin und Dozentin für Pflegekräfte an den Universitären Psychiatrischen Kliniken in Basel.


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