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Liebevolle Wege gehen ~ Auszug aus Kapitel 4

4_Azalee_5_2012 Liebevolle Wege gehen –
Urquelle persönlicher Kraft:
Auszug aus Kapitel 4

Rückverbindung zum wahren Selbst

Wie wir im Verlauf des Buches gesehen haben, ist Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung als Überbegriff für den Weg zum ursprünglichen Selbst zu sehen. Aber ganz frei und unabhängig davon, ist es so, dass wir uns folgendes fragen sollten: Inwiefern nehmen wir diese Worte so hin, ohne sie näher zu betrachten ? Ich finde Worte mit „Selbst“ werden nicht genug unter die Lupe genommen und gedankenlos benutzt bis hin zur Zweckentfremdung. Vor allem ist mir aufgefallen, dass Selbstbewusstsein mit Selbstwert vermischt wird, es sind unterschiedliche Werte. Selbstwert bedeutet ja wörtlich, „was bin ich mir wert“ ? Fühle ich mich wertvoll genug ?, Erkenne ich meinen persönlichen Wert ? Während Selbstbewusstsein eine Antwort auf die Frage gibt: Inwiefern bin ich mir meiner Selbst bewusst ? Oder konkreter: Wieviel Bewusstsein habe ich über mein Selbst ? Irreführend finde ich die Ausdrucksweise: „Diese Person hat ein selbstbewusstes Auftreten“. Meistens handelt es sich bei dieser Aussage um jemanden, der eher extrovertiert ist, der gut auf andere Menschen zugehen kann, der ein sicheres Auftreten hat. Aber ist er deswegen bewusst über sein Selbst ? Nicht unbedingt, denn Sicherheit basiert nicht zwingend auf Bewusstsein. Wir unterschätzen die Wirkung und die Macht der Worte in diversen Konstellationen. Hier beginnt das Problem, welches ich hier als zentralen Schlusspunkt zusammenfasse. Erkennen wir als eines der Hindernisse, dass wir eigene Realitäten und die von anderen verzerrt wahr nehmen. Es schließt sich hier ein Kreis. Ein selbstbewusster Mensch (wenn wir die Definition sich seiner selbst bewusst gezielt unter die Lupe nehmen) ist sich seiner eigenen, sowohl der Realität anderer bewusst, er nimmt bewusst beobachtend und nicht verzerrt wahr. Ausgehend davon, dass der Mensch sich seine eigene Realität durch den Filter seiner Erfahrungen erschafft, gibt es diverse Realitäten, und nicht eine einzige, festgelegte Realität. Es gibt universelle Wahrheiten, die auf ihren Gesetzmäßigkeiten basieren, wie die Gesetze, die unpersönlich wirken. Wir unterliegen den Gesetzen von Ursache und Wirkung, der Resonanz, der Anziehung, der Polarität. Dieses sind Wahrheiten, keine Realitäten. Allerdings können Worte fließend sein und in unterschiedlichen Kontexten etwas anderes bedeuten. So z.B. „Realitätsverlust“. Dies bedeutet, dass ein Mensch sich soweit in eigene Illusionswelten zurückgezogen hat, dass er vom allgemeinen Weltgeschehen und vom alltäglichen gesellschaftlichen Erleben abgeschnitten ist. (Wie wir in einigen Beschreibungen zuvor schon sehen konnten). Das ist der zentrale Punkt: Je stärker ein Mensch verletzt wurde, dies schmerzhaft und leidvoll für ihn war, desto mehr koppelt er sich von seinem Umfeld ab, begeht „Realitätsflucht“ in direkter Verbindung mit den verfremdeten Persönlichkeitsanteilen, wie wir sie am Anfang des Buches sehen konnten. Da wir Verletzungen erfahren haben im Laufe unseres Lebens, sehen wir deutlich, wie unser inneres Kind von unserer natürlichen Quelle entfernt wurde. Wir sehen die Welt durch den Filter unserer erlebten Verletzungen, hierauf läuft es hinaus in der Verbindung, dass sich unser Ego mit jeder Verletzung mehr bedroht fühlt und die beobachteten Schmerzvermeidungsstrategien erschafft. Unser kreatives inneres Kind, welches mit unserer Seele verbunden ist und die Botschaften des höheren Selbst im ursprünglichen Zustand ungefiltert wahr nehmen kann, entfernt sich mit jeder verletzenden Erfahrung weiter von dieser Quelle, es schließt sich einem angsterfüllten und kämpfenden Ego an. Der Zugang zur Quelle wird durch entstandene Schmerzmuster versperrt. Ein verletztes Ego sieht alles aus der Sicht eines sich im Krieg befindenden Kämpfers. Es hat einen Krieg angefangen mit der Welt, mit den Menschen von denen es verletzt wurde und mit sich selbst. Seine Verteidigungsarsenale sind gleichzusetzen mit unseren Urinstinkten Flucht oder Kampf. Es sind diese beiden, und deshalb flüchtet ein Verletzter entweder vor der Realität oder er kämpft gegen sie. In diesen Fällen driftet ein entsprechendes Ego in eine Illusion und verbindet Flucht und Kampf miteinander. Das Ergebnis sind unsere Schmerzmuster = negative Gedanken- und Gefühlsmuster, die zu verfestigten Überzeugungen (Glaubenssätzen) werden. In diesen Welten sieht alles entweder schwarz oder weiß aus, Schmerzmuster verfehlen die Mitte.

verfremdet_Freiheit_HSC Im Ergebnis sehen wir unsere eigene Projektion, wenn wir mit einem anderen Menschen kommunizieren. Diese werden zur Projektionsfläche unserer Wünsche und Befürchtungen, das, was unsere Schmerzmuster uns zeigen. Ein verletztes inneres Kind, welches sich von der Angst des Egos einnehmen ließ, ist zu einem „Störsender“ innerhalb unserer Persönlichkeit geworden. Die Botschaften unserer Seele, die wir durch unser höheres Selbst empfangen, kommen nicht richtig an, sondern sie gelangen verzerrt in unsere Wahrnehmung. Das Endergebnis ist das, wie wir die Welt sehen. Je stärker ein inneres Kind, also die Direktverbindung zum kreativen Selbst, gestört, verletzt, abgespalten wurde, umso verzerrter ist die Wahrnehmung unserer Realität. Wenn wir mit Störquellen in unserer Umgebung aufwachsen, übernehmen wir diese Verzerrung und erkennen sie als unsere Realität an. Es verknüpfen sich empfangene verzerrte Botschaften mit dem Filter unserer Verletzungen, der uns unsere Welt durch eine dunkle Brille sehen lässt. Da dieses ganze Geflecht sich unserer Bewusstheit entzieht, sind wir von unserem unverfälschten und natürlichen Selbst entfernt. Wir sind von unserer inneren Kraftquelle abgeschnitten. Eine Rückverbindung zu uns selbst, zu unserer Kraft der Selbstbestimmung, kann durch Bewusstheit über diese Zusammenhänge geschehen. Wir haben zum Glück die Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen, dass wir aus der schmerzvollen Kontrolle unseres Egos aussteigen möchten und einen Weg beschreiten möchten, der uns zurückführt zu unserer natürlichen Kraftquelle in uns selbst. Wenn wir erkennen, dass wir Schmerzmuster nicht behalten brauchen, sondern durch Erkennen sie wieder loslassen können, sind wir frei für eine Neuorientierung. Wir können auf Entdeckungsreise gehen, welcher spezielle Weg zur Bewusstheit für uns der Passende ist, was uns inspiriert. Ein Grundgerüst haben alle Wege gemeinsam – sehen wir hier eine kurze Zusammenfassung, welche Schritte wichtig sind.

Schritte zur Rückverbindung zum natürlichen Selbst

1) Versöhnen und Frieden finden.

Als ersten Schritt ist es wichtig, eine Vergebung und Aussöhnung mit unserem inneren Kind und allen Persönlichkeitsanteilen zu erlangen. Bedenken wir, dass in dem Maße, in dem wir verletzt wurden, das innere Kind sich hat vom Ego einnehmen lassen und ihm ohne Eigenleben gefolgt ist. Verletzung bedeutet Trennung vom höheren Selbst und ein Leben jenseits von universellen Wahrheiten. Wenn wir dies akzeptieren als das, was es ist, ohne zu kämpfen und ohne uns selbst oder auch Menschen und Situationen zu verurteilen, findet eine Vergebung statt. Sie ist der erste Schritt zur Rückverbindung mit unserem wahren und unverfälschtem Selbst, sie führt uns zur Quelle von Zufriedenheit und innerer Balance zurück, zur Selbstverwirklichung, sie öffnet uns Türen zu einem erfüllten Leben mit uns selbst und der gesamten Welt. Durch Vergebung mit allem Existierendem löst sich Wut und Groll, die ein Anhaften des Egos in der Vergangenheit beinhalten, auf und wir sind frei geworden.

Blumen_2_A_Sommer_2010 2) Die Lektion erkennen und mit Dankbarkeit annehmen.

Wenn wir uns ausgesöhnt haben und verinnerlicht, dass niemand „böse“ oder „schuldhaft“ gedacht, gefühlt, gehandelt hat, sondern alles den universellen Gesetzen unterliegt, sind wir gereift. Wir haben uns entwickelt, indem wir unser Bewusstsein erweitert haben, und erkannten, dass wir nur durch ein Hindurchgehen durch Ego-Schmerz zum Licht der Bewusstheit und universeller Ganzheit gelangen konnten. Mit dieser Integration sind wir einen entscheidenden Schritt schon gegangen. Eine Lektion ist ein Geschenk. Danken wir dem Universum für das Lerngeschenk und nehmen es an, weil es uns ein wertvoller Wegbegleiter war. Dankbarkeit ist eine besondere Gesetzmäßigkeit zur Erleichterung des eigenen Lebens im Einklang, sie ist eine direkte Folge der Versöhnung, denn sind wir in Frieden, können wir die Dankbarkeit mit allen Sinnen erfahren und unsere Persönlichkeit davon durchströmen lassen. Dankbarkeit schließt Verständnis, Selbstliebe und universelle Liebe mit ein, setzt kraftvolle Signale. Durch diese Erkenntnis kommen wir zur Akzeptanz von unserer Mentalität, unserer Palette von Eigenarten. Weil alles eins ist, können wir jede andere, noch so schwierige Mentalität (Gesamtpersönlichkeit in allen Aspekten und menschlichen Eigenarten) liebevoll annehmen. Wir verstehen einander ohne Erwartungen/Forderungen des Egos. Verstehen wir uns selbst, verstehen wir die Welt. Wir fließen im Strom des Lebens mit, Widerstände gegenüber Widrigkeiten lösen sich auf.

3) Ich brauche nicht mehr gegen Unangenehmes kämpfen, weil ich das Ego gelockert habe, welches mir sagt „dies will ich nicht, weil es schmerzt“.

Habe ich die beiden obigen Schritte in mein Sein integriert, kann ich den Kampf gegen meine Gefühle, die ich „anders haben möchte“ loslassen. Das Ego hat sich von seiner Macht aus verletzten und neurotisch gewordenen Anteilen zu einem gesunden Ego zurück entwickelt, welches mir Ich-Stärke und Selbstbewusstsein vermittelt, um bei mir zu bleiben und wichtige Grenzen innerhalb des zwischenmenschlichen Miteinanders zu erkennen. Ich bin aus sicherem Herzen und gelungener Rückverbindung zu meiner Seele durch mein höheres Selbst in der Lage, als unangenehm empfundene Gefühle zu akzeptieren als das was sie sind: Hinweise auf meinem Weg. Unangenehme Gefühle „stören“ mich weniger, weil ich sie durch eine neu erlangte Beobachterposition nicht mehr zu fürchten brauche und auch die Überzeugung los gelassen habe, dass sie „ falsch“ sind. Ich habe meine Mentalität verstanden und angenommen und kann meine Gefühle nutzen als Quelle von Inspiration. Ich bin bereit meine eigene Wahrheit zu sehen und anzunehmen, bin für die Wahrheit offen – in jedem Moment. Ich bin frei, weil ich die Kampfhaltung los gelassen habe, nicht mit und nicht gegen mein Ego kämpfe – denn es hat seinen angemessenen Platz in mir gefunden. Ich bin zu meiner Quelle zurückgekehrt, die mich in jedem Moment mit neuer Kraft erfüllt. Was ich wichtig finde: Wenn wir uns aus den Fesseln eines verletzten Egos befreit haben, können wir von Mensch zu Mensch, von Seele zu Seele kommunizieren, und nicht aus der Perspektive von zwei fordernden und kämpfenden Egos, die sich im Krieg befinden, wiederholte Schatten werfen und so das Licht des Bewusstseins neu verdunkeln.

Wenn Sie sich entschlossen haben, einen alternativen, gesunden, individuellen und selbstbestimmten Weg zurück zur eigenen Quelle zu gehen, kann für Sie der folgende Praxisteil ein treuer Begleiter werden.

 (c) Karin Aveon