Ayurveda

Ayurveda-Lifestyle-Gesundheitsmanagement – 3

Wolfgang-Neutzler-Ayurveda-Lifestyle-3-lilyAyurveda-Lifestyle-Gesundheitsmanagement 3 – die Tages-Routine

zu Teil 2

Heute steigen wir etwas tiefer in das Gesundheitsvorsorgesystem „Ayurveda“ ein. Wir zeigen Ihnen Möglichkeiten auf, wie Sie persönlich Ihre Ungleichgewichte vermeiden bzw. ausgleichen können – insbesondere geht es heute um die Tagesroutine.
Bisher haben Sie schon einen kleinen Einblick bekommen in das Wesen der Konstitutionslehre. Vielleicht vermuten oder wissen Sie schon, welche Konstitution Sie haben könnten.
In der letzten Artikel haben wir bereits angesprochen, dass Sie selbst viel tun können, um wahrhaft und dauerhaft gesund zu sein. 
Voraussetzung ist, Sie müssen Ihre Ist-Situation richtig erkennen und beurteilen können, z.B. müssen Sie dafür:
Ihre Konstitution kennen und achtsam mit sich selbst umgehen. Wenn Sie leichte Zeichen von Ungleichgewichten erkennen, ist es schon sinnvoll, gegenzusteuern – damit keine gravierendere Störung (Krankheit) entsteht. Es  ist dann oft schon ausreichend, wenn Sie z.B. in der Ernährung etwas ändern, eine Ayurveda-Behandlung buchen, sich eine Auszeit gönnen, vielleicht sogar ein Wellness-Wochenende oder ein Seminar buchen.

Die ayurvedische Tagesroutine

Vor allem berufstätige Menschen erfahren oft Probleme, ihren Alltag nach den Empfehlungen des Ayurveda zu gestalten. Dabei kann es ganz einfach sein, und man braucht sich nicht überfordert zu fühlen. Es ist sinnvoll, wichtige Umstellungen in kleinen Schritten vorzunehmen. Denn auch kleine Schritte führen zum Ziel und viele Aspekte der ayurvedischen Routine benötigen weder viel Zeit noch großen Aufwand. Und Sie werden sehen, die ersten Erfolge werden nicht lange auf sich warten lassen.

Die optimale Tagesroutine orientiert sich an dem natürlichen Rhythmus der Tageszeiten

  • Kapha:      6  bis 10 Uhr (Kapha-Einfluss dominiert)
  • Pitta:       10  bis 14 Uhr (Pitta-Einfluss dominiert)
  • Vata:       14  bis 18 Uhr (Vata-Einfluss dominiert)
  • Kapha:    18  bis 22 Uhr (Kapha-Einfluss dominiert)
  • Pitta:       22  bis   2 Uhr (Pitta-Einfluss dominiert)
  • Vata:         2  bis   6 Uhr (Vata-Einfluss dominiert)

Es gibt noch eine detailliertere Variante, die auch die Jahreszeit und damit die Länge von Tag und Nacht berücksichtigt. Doch auch mit dieser einfacheren Version werden Sie schnell Resultate erzielen, die sich positiv auf Ihr Leben, Ihre Fitness und Lebensfreude auswirken.

Aufstehen vor 6 Uhr
In der Vata-Zeit bereitet das Aufstehen im Allgemeinen am wenigsten Probleme, da wir die Leichtigkeit von Vata mit in den Tag nehmen. Je später wir danach aufstehen, desto mehr wird sich die Trägheit von Kapha auswirken. Je nach Konstitution, vor allem bei einem hohen Anteil an Vata oder Vata-Störung, kann es aber auch sinnvoll sein, zwischen 6 Uhr bis 7 Uhr aufzustehen, damit etwas mehr „Ruhe und Gelassenheit“ mit in den Tag genommen wird.

Ausscheidungen (Urin, Stuhlgang):
Gewöhnen Sie Ihren Körper an regelmäßige Ausscheidung nach dem Aufstehen.
Hilfreich dazu ist es, als erstes morgens ein Glas abgekochtes, noch heißes Wasser zu trinken. Vor allem für den Vata-Typ ist eine geregelte Tagesroutine wichtig für geregelte Körperfunktionen.

Mundhygiene:
Vor dem Zähneputzen den Mund mit einem Schluck warmem Sesamöl spülen (es kann auch ein anderes Öl dafür genommen werden). Man kann auch längere Zeit damit gurgeln (nicht herunterschlucken) und das Zahnfleisch damit massieren. Dann folgt die Zungenreinigung mit einem Löffel oder dem ayurvedischen Zungenschaber. Den gibt es im Ayurveda-Handel und mittlerweile aber auch schon in der Apotheke. Dadurch wird der Belag der Zunge entfernt, was die Entgiftung fördert und die Geschmackswahrnehmung verbessert. Gleichzeitig stimuliert diese Anwendung Ihre gesamten Verdauungsorgane, die sich als Reflexzonen auf der Zunge wieder finden.

Frühsport:
Leichte Dehn- und Streckübungen aktivieren den ganzen Körper und wirken herrlich erfrischend (z. B. Yoga-Übungen „Sonnengruß“ – Surya-Namaskar).

Dusche oder Bad:
Zu kalt zu duschen oder zu baden sowie extreme Wechselduschen werden nach ayurvedischer Auffassung nicht empfohlen. Wenn Sie ein Bad nehmen, können Sie einen Badezusatz entsprechend der Konstitution, bzw. der Jahreszeit verwenden. Bäder sollten sich aber nicht unnötig in die Länge ziehen. 10-15 Minuten sind ausreichend und haben eine gute Wirkung.

Meditation:
Als Vorbereitung für dynamische Aktivität empfiehlt der Ayurveda tiefe Ruhe, die Sie durch Meditation oder spezifisches Entspannungstraining erreichen.

Frühstück:
Das Frühstück sollte warm und leicht sein, da in der Kapha-Zeit die Verdauung nicht so optimal funktioniert. 

Trinken:
Denken Sie auch an genügend heiße Getränke über den morgen bzw. Tag verteilt, damit der Körper mit all seinen Geweben „reingewaschen“ werden kann. Als Tagesdosis kann allgemein je nach Konstitution 2-3 l Flüssigkeit empfohlen werden

Tipp:
Integrieren Sie Yoga in Ihrem Leben
In dem folgenden Video können Sie die Yoga-Abfolge „Sonnengruß“Studieren, einfach mitmachen und täglich integrieren.
>>> Sonnengruß – Surya-Namaskar 

Was Sie ab mittags nach Ayurveda tun können

Das Mittagessen sollte die Hauptmahlzeit des Tages sein. Vermeiden Sie Tamas-Nahrung (siehe “ayurvedische Nahrung”), Mikrowellengerichte sowie stark gebratene Speisen. Essen Sie in einer ruhigen, entspannten Umgebung, ohne Ablenkung. Ihre Verdauung wird es Ihnen danken. Vermeiden Sie Alkohol, kalte Getränke, Kaffee und kalte Desserts.
Nach dem Essen ist eine kleine Mittagsruhe empfehlenswert, wobei das Schlafen nach Ayurveda nicht empfohlen wird. Eine Kurz-Entspannung, oder ein kleiner, gemütlicher Spaziergang bringt Körper und Geist wieder in die Aktivität zurück.
Der Nachmittag (Pitta- und vor allem Vata-Zeit) eignet sich hervorragend für dynamische Aktivität.
Wir merken auch immer wieder in unseren Ausbildungskursen, dass es vielen Menschen schwer fällt, sich in dieser Zeit länger auf eine geistige Arbeit zu konzentrieren. Legen Sie lieber praktische Arbeiten und gewisse Arbeitsroutinen auf diese Zeit. Das fällt den meisten Menschen leichter.

Abend
Ab 18 Uhr (Kapha-Zeit) beginnt die Zeit der Entspannung zuhause. Das Abendessen vor 19 Uhr, bzw. zeitig genug vor der Nachtruhe, ermöglicht dem Körper, den Verdauungs-Prozess weitestgehend abzuschließen. Damit wachen Sie morgens frischer auf.

Einschlafen:
In der Kapha-Zeit  (vor 22 Uhr) fällt das Einschlafen leichter, vorausgesetzt, man hat bereits rechtzeitig “heruntergeschaltet”. Sinnvoll ist es, starke, geistige Aktivitäten rechtzeitig zu reduzieren, zu harmonisieren und zu beruhigen. 
Viele Menschen machen die Erfahrung, dass sie vor Mitternacht wieder richtig munter werden. Das ist der Einfluss der Pitta-Zeit. Geht man erst deutlich nach 22 Uhr schlafen, fällt das Einschlafen in der Regel schwerer. Der Schlaf ist unruhiger und weniger erholsam.
Die erforderliche Schlafdauer ist sehr unterschiedlich und richtet sich nach vielen Faktoren, wie z.B. Lebensalter, Lebensumstände, Belastung durch Stress, Konstitution, Ernährung, usw.
Diese Tagesroutine ist nicht als Dogma zu betrachten. Sie soll uns ganz einfach dazu verhelfen, die Qualität der Zeit besser zu erkennen und uns gezielter darauf einzustellen.

Vergessen Sie nicht:
Gesundheit, Glücklich sein, Erfolg liegen in Ihrer Hand.
Das Erkennen der Bio-Energien in der Natur  oder auch im Tagesablauf gibt uns  das Wissen, im Einklang mit uns und der Natur zu leben.

Weitere Möglichkeiten um Gesundheitsvorsorge zu betreiben:

  • Ernährung (wird im nächsten Artikel besprochen)
  • Ayurvedatherapeutische Maßnahmen wie Massagen, Kuren. 
  • Tiefergehendes Studium des Ayurveda – der Lebensphilosophie, die gleichzeitig auch die beste Gesundheitsvorsorge beinhaltet, da sie uns mit uns selbst in Einklang bringt.
    Z.B. das Erfahrungs-Seminar „Ayurveda-Basics“ in der Ayurvedaschule im Rosenschloss“.

Bei Schlaflosigkeit ist es nach Ayurveda ganz wichtig, erst einmal die Zeit vor dem „zu Bett gehen“ richtig zu beleuchten. Sofern Sie da nicht fürs „runterschalten“ sorgen, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Sie aufgedreht im Bett liegen und nicht zur Ruhe kommen.
Vermeiden sie aufregende Gespräche, Fernsehsendungen, Computerspiele etc. Eine „Psychohygiene“ – also ein reflektieren des Tages, Meditation und Atemübungen können hier zusätzlich zu dem „Einölen der Füße“ ganz hilfreich sein.

Tipp:
Haben Sie abends schon einmal das Gefühl gehabt, aufgedreht zu sein, nicht mehr runterzukommen?
Nach Ayurveda ist dann  „Vata“ sehr hoch.  Das können Sie in 5-10 Minuten deutlich verbessern – Sie erleichtern sich selbst, zu entspannen.
Ölen Sie Ihre Füße ein. Nun massieren sie jeden Fuß 5 Minuten mit ruhigen streichenden und kreisenden Bewegungen. – Sie werden das Abschalten ganz deutlich spüren. Diese Maßnahme braucht nicht lange und hilft dazu, vor dem „Schlafen gehen“ die nötige „Bettschwere“ zu bekommen. Danach einfach ein paar alte Socken anziehen und das Öl einwirken lassen.

In meinen nächsten beiden Artikeln wird es um die Ernährung und um Gewürze und Kräuter gehen.Ich möchte dabei zeigen, wie individuell man mit der Nahrung sein Essen gestalten kann, aber auch, wie schnell man die Mahlzeiten herstellen und wie schnell man diese entsprechend der Konstitutions-Typen individualisieren kann.


Wolfgang NeutzlerIch berate Sie auch gerne persönlich:
Mein Name: Wolfgang Neutzler –
Telefon: 09073 – 44 80 761 oder Mobil: 0157 – 51 27 10 25

 

Ayurveda-Schule-NLSchule für Ayurveda – Wolfgang Neutzler –
im Bildungszentrum Rosenschloss
89423 Gundelfingen an der Donau