Selbstheilung - Übungen

Chakaras und die Gesundheit

Chakras und Gesundheit-chakra-energieChakras und Gesundheit – Das Maskuline, das Feminine und das Wohhlbefinden dazwischen Teil 6

Wenn du die Verbindung zwischen den Chakras und Gesundheit zu verstehen beginnst, wirst du zu deinem eigenen Detektiv des Inneren und kannst auch deine Chakras heilen. Lies dazu auch die vorherigen Artikel 1 – 5.

Bevor wir uns in den theoretischen Teil dieses Artikels begeben, lade ich zu einer kurzen Übung ein.
Sie mag denjenigen unter euch, die Yoga praktizieren, schon bekannt sein. Doch vielleicht wird sie in diesem breiteren Kontext dennoch einige Überraschungen für euch bereit halten.

Die Übung nennt sich „Nadi Shodhana“. Nadi Shodhana ist eine Grundübung des Pranayama, einer Übungsvielfalt zur Kontrolle oder Manipulation der Atmung.

In diesem Fall handelt es sich um eine abwechselnde Nasenloch-Atmung.

Das bedeutet, dass wir immer abwechselnd ein Nasenloch zuhalten, womit der Atemfluss durch jeweils nur ein Nasenloch geleitet wird. Der Grund aus dem wir das tun und ebenso der Grund für den extrem schnell balancierenden und beruhigenden Effekt dieser Übung, soll auch der Inhalt dieses Artikels sein.

Du brauchst lediglich deine rechte Hand für diese Übung.
Rolle deinen Zeige- und Mittelfinger ein, so dass die Spitzen dieser beiden Finger die Wurzel des Daumens an der Handinnenfläche berühren.
Gleiche die Länge des Ringfingers und kleinen Fingers an.
In der Übung wirst du abwechselnd den Daumen benutzen, um das rechte Nasenloch zu schließen sowie Ringfinger und kleinen Finger (zusammen), um das linke Nasenloch zu verschließen.

Bereite dich zunächst kurz auf die Übung vor.

Schließe deine Augen und ohne irgendetwas zu verschließen, atmest du so gleichmäßig wie möglich durch beide Nasenlöcher gleichzeitig. So als ob bei jedem Mal die genau richtige Luftmenge durch die Nase strömt.
Währenddessen kannst du prüfen, ob eines der beiden Nasenlöcher freier oder verschlossener ist als das andere.
Als ob eines der Nasenlöcher verfügbarer für den Luftdurchlass ist oder es vielleicht auch schwerer ist, die Luft durch dieses Nasenloch strömen zu lassen. Was davon auch immer zutreffen mag, es ist das Ziel dieser Pranayama-Übung solche Zustände auszugleichen.

Wenn dein Atem sich voll, entspannt und offen anfühlt, dann atme tief ein und benutze den rechten Daumen, um das rechte Nasenloch zu verschließen.
Atme sanft wieder aus aber ganz und gar durch das linke Nasenloch. Halte das rechte Nasenloch verschlossen und atme nun weiterhin durch das linke Nasenloch wieder tief in den Bauch hinein ein. Während du einatmest, erlaube dem Atem, entlang der linken Seite der Wirbelsäule hinauf zu strömen.

Dann nutzt du den Ringfinger und kleinen Finger gleichzeitig, um das linke Nasenloch zu blockieren und das rechte wieder freizugeben. Atme durch das rechte Nasenloch aus, während du den Atem an der rechten Seite der Wirbelsäule hinunter strömen lässt.
Pausiere entspannt am Ende der Ausatmung.

Während du das linke Nasenloch verschlossen hälst, atme noch einmal durch das rechte Nasenloch ein und ziehe den Atem vom Beckenboden auf der rechten Seite der Wirbelsäule hinauf.
Dann nutze wieder den Daumen, um das rechte Nasenloch zu verschließen und gleichzeitig das linke wieder frei zu lassen. Atme durch das linke Nasenloch aus und lasse den Atem dann auf der linken Körperseite wieder hinab fließen. Pausiere wieder entspannt am Ende der Ausatmung.

Dies war dann eine Runde des Nadi Shodhana.

Das gleiche Muster wiederholt sich dann jede weitere Runde.
Links einatmen, rechts ausatmen, rechts einatmen, links ausatmen.
Wiederhole dieses abwechselnde Muster für einige weitere Runden.
Richte dabei deine Aufmerksamkeit auf den Verlauf des Atems. Auf der einen Körperseite hinauf und auf der anderen hinab. Sogar schon fünf Minuten können lohnenswert sein aber zehn bis fünfzehn Minuten dieser Übung versprechen noch größeren Gewinn.

Wichtig ist, dass die Atmung langsam, leicht, fließend und entspannt bleibt.
Führe langsam aber stetig jede Atmung so tief wie möglich aus. Das muss nicht hörbar sein, sondern eher still und leicht geschehen.

Entspanne dich in diesen Vorgang hinein. Entspanne deine Kiefermuskulatur, dein Gesicht und deine Stirn, während du den Prozess ganz automatisch geschehen lässt. Spüre, wie du mit jedem Mal das Nasenloch, das zu Beginn verschlossener war, immer mehr öffnest.

Zum Beenden deiner Übung, schließe die letzte Runde mit einer Ausatmung durch das linke Nasenloch ab.
Entspanne deine rechte Hand und lege sie bequem in deinen Schoß, während du noch ein paar volle Atemzüge nimmst.

Nun richte deine gesamte Aufmerksamkeit auf dein sechsten Chakra, dem Treffpunkt der beiden Augenbrauen.
Schaue, was mit deinem Geist als Resultat der Ausgleichung deiner Nasenlöcher geschehen ist.
Abschließend atme noch einmal durch beide Nasenlöcher und komme dann aus der Übung heraus.

Je mehr wir uns auf den Rhythmus dieser einfachen Übung einlassen und mit ihm verschmelzen, desto mehr erkennen wir, dass diese Übung eines unserer unmittelbarsten Zugänge zu Entspannung und Zentriertheit sein kann.

Aus energetischer Sicht wechseln wir ständig zwischen links und rechts hin und her bis wir schließlich im sechsten Chakra landen, welches auch physisch gesehen das Zentrum darstellt.

Anders gesagt, bewegen wir uns jenseits der Gegensätze in den Mittelpunkt hinein.

Die Erfahrung von Balance und mentaler Stille unseres Gehirns und Nervensystems ist recht einfach zu machen.
Die Frage ist jedoch: Warum?
Wie kann es sein, dass ein wenig Herumspielen mit unseren Nasenlöchern für fünf Minuten, mentale Unruhe aufzulösen vermag und uns ein allgemeines Gefühl des Wohlbefindens in unserem Körper-Geist-System verschafft?

Das Rote und das Blaue in uns

Hier begegnen wir einem weiteren Aspekt der feinstofflichen Gesundheitsmedizin:
zentriert sein als entscheidender Faktor für körperliche Gesundheit.

Dieses Zentrieren sollte in Bezug auf unsere beiden Seiten oder Hälften geschehen.
Interessanterweise wird dieses Prinzip jedoch aufgrund der Art, wie wir den Körper begreifen, kaum angewendet.
Und doch trägt es große Weisheit und Erkenntnis in sich. Manchmal kommen wir mit dieser Realität in Kontakt, wenn wir feststellen, dass körperliche Symptome sich mehr auf einer bestimmten Seite des Körpers befinden.

Zum Beispiel, dass unsere Migräne auf der rechten Stirnseite schlimmer ist oder unser Rückenschmerz sich mehr auf die linke Seite verlagert. Dies sind alles bedeutende Hinweise und nicht nur zufällige Ausprägungen. Sie sind Reflexionen einer tiefen Wahrheit über unseren psychologischen Zustand während dieser Momente.

Aus medizinischer oder anatomischer Sicht scheint eine Unterscheidung zwischen linker und rechter Seite irrelevant zu sein. Sogar die Chiropraktik, welche sich täglich mit derartigen körperlichen Tendenzen auseinandersetzt, betrachtet die tiefere Bedeutung der zwei Seiten nicht weiter.

Das yogische System hält jedoch profunde Einblicke in dieses Phänomen bereit.

Um die „Sushumna“ (ein feinstofflicher Kanal, ähnlich dem zentralen Nervenkanal) herum verflechten sich zwei weitere äußerst bedeutsame Kanäle in einer schlangenartigen Bewegung. Zusammen mit der Sushumna stellen sie somit die drei Hauptkanäle des feinstofflichen Nervensystems dar.

Somit sind sie laut yogischem System, die wichtigsten von insgesamt 72.000 Kanälen im menschlichen Körper!

Diese beiden schlangenförmigen Kanäle werden „Ida“ und „Pingala“ genannt.
Jeder dieser beiden Kanäle windet sich beginnend vom Perineum auf einer Seite bis hinauf zum ‚Dritten Auge‘ auf genau derselben Seite. Ida, dargestellt in der Farbe Blau, beginnt und endet auf der linken Seite und Pingala, dargestellt in Rot, auf der rechten Seite.

Schließlich treffen sich die beiden dann wieder im Dritten Auge bzw. dem sechsten Chakra.
Und deshalb endete auch unsere Atemübung an dieser Stelle. Die Nadi Shodana ist daher eine Atemübung, die beabsichtigt, diese beiden nervenähnlichen Kanäle auszubalancieren. In Balance gebracht durch die Atmung, treffen sie sich in einer ausgeglichenen Weise wieder.

Das fördert Stille, Frieden und allgemeines Wohlbefinden.

Um zu verstehen wie und warum, müssen wir zunächst in die Welt dieser beiden eintauchen. Pingala regiert die rechte Seite mit all ihren Begleiterscheinungen mentaler, emotionaler, spiritueller und körperlicher Art. Pingala ist verbunden mit der Sonne und steht für die Sonnenenergie.

Dieser Kanal ist essentiell maskulin, also von Natur aus dem aktiven Prinzip zugeordnet (nicht zu verwechseln mit ‚männlich‘ und ‚weiblich‘, da jeder von uns Pingala und Ida in gleichem Maße braucht).

Pingala steht hinter all den nach Außen drängenden Aktivitäten deines Lebens.

Wann immer du ein Vorhaben verfolgen oder deine Realität in der sichtbaren Welt formen willst, ziehst du Energie aus diesem Kanal. Er ist auch mit unserem bewussten Geist verbunden, sowie mit unserem analytischen und rationalen Verstand.

Da Pingala ‚rot‘ (feurig und hitzig) ist, ist dieser Kanal auch eng mit Ambition und Willenskraft verbunden. Wenn sich unser Körper oder unser emotionales System also zu hitzig anfühlt, bedeutet das in der Regel ein Überschuss an Energie in Pingala.

Auf der anderen Seite haben wir Ida, der mit dem Mond, Kühle und Dunkelheit in Verbindung steht. Seine energetische Essenz ist feminin, also passiv und ruhig sowie verbunden mit unserem Unbewussten und unseren verborgenen inneren Welten.
Und anders als der mentale Pingala ist Ida emotionaler Natur.

Zu jedem gegebenen Zeitpunkt regiert einer der beiden Kanäle unser System mehr als das andere. Wie auch an den ständig wechselnden ‚freien‘ Nasenlöchern ersichtlich. Die erschafft dann einen entsprechenden Überschuss oder Mangel im System.

Die Fähigkeit, unser System ausbalancieren zu können, ist ein bedeutender Schlüssel. In den Einzelsitzungen, die ich gebe, verwende ich diesen Schlüssel als einen meiner Hauptwerkzeuge zur Beobachtung und Einschätzung eines Systems.
Wenn ich jemandem begegne, dem es körperlich, mental, emotional oder spirituell schlecht geht, schaue ich immer nach einem Überschuss oder Mangel auf einer der beiden Seiten.

Sobald ich dieses Ungleichgewicht dann wieder in Balance bringe und mein Gegenüber sich zentriert, erholt sich das System außerordentlich.

Komme nicht zu weit von der Ideallinie ab!

Pingala ist auf direkte Weise mit dem Feuer, der Leidenschaft und der Energie des Lebens verbunden. Als der Kanal, der alle nach Außen gerichteten Aktivitäten speist, ist er mit Beteiligung, Handlung, Reaktion und Eigeninitiative verwandt.

Er ist pro-aktiv und beinhaltet unsere Kapazität, Dinge zu verändern und zu beeinflussen.

Nun kannst du dir vielleicht vorstellen, was geschieht, wenn diese Tendenzen beginnen exzessiv zu werden und dein System überfluten.
Dies mag sich unterschiedlich zeigen. Vielleicht sind wir übermäßig begierig oder überambitioniert. Wir wollen dann Dinge zu sehr und überstrapazieren dabei uns und unsere Umwelt. Wir könne auch durchaus wütend werden, denn Wut ist der emotionale Ausdruck einer Überhitzung.

Denke nur an den Ausdruck des „Überkochens“! Vielleicht entwickeln wir auch einen Kontrollzwang.
Wir mögen anfangen, Dinge zu zerdenken, unsere mentalen Kapazitäten zu erschöpfen oder uns in Aktivitäten zu stürzen, so dass wir unfähig werden, still zu sitzen und zu entspannen.
Und natürlich können wir diese Überhitzung auch körperlich in Form von Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Entzündungen oder einem brennenden Gefühl erfahren.

Man kann dann davon ausgehen, dass Pingala einen Überschuss aufweist und man die eigene Ida auf Kosten der Pingala unterstützen und verstärken muss. Ida kann dir dann helfen, körperliche Gesundheit aber auch emotionale und mentale Balance zu erlangen. Erinnere dich, dass in der feinstofflichen Welt das Mentale, Emotionale und Körperliche immer auf ein und derselben Seite einer Balance oder Dysbalance stehen.

Ida andererseits ist verbunden mit unserer introvertierten Welt und unserem inneren Leben.

Dieser Kanal ist verbunden mit Stille, Meditation, Entspannung und Nicht-Denken. Wenn es uns dazu hinzieht, uns zu entspannen und in-aktiv zu sein. Ida ist auch mit Empfänglichkeit und Akzeptanz verbunden.

Es ist die kühlende und beruhigende Energie in unserem System und wird gesteigert, wenn wir eine Fokussierung auf das Außen aufgeben und stattdessen unsere inneren Qualitäten und Neigungen wertschätzen und fördern. Wie etwa das Genießen des Moments, Anerkennen dessen, was wir bereits haben oder ein Gefühl der Befriedigung.

Wenn die Energie im Ida-Kanal einen Überschuss aufweist, könnte uns eine lange Liste körperlicher, mentaler und emotionaler Dysbalancen erwarten.
Angst, Anspannung, der Wunsch sich in einer dunklen Ecke zu verkriechen und unsichtbar zu werden sind mögliche Symptome. Da wir uns zu sehr mit unseren verborgenen Anteilen identifizieren, wollen wir von niemandem wahrgenommen werden und lieber einfach verschwinden.
Wir mögen Schlaflosigkeit oder Albträume erleben, das Ida der Herrscher über die Dunkelheit und Nacht ist. Und wenn Spannung auf diesem System liegt, finden wir nicht in einen entspannten Schlaf.

Bei einem Ida-Ungleichgewicht sind wir vielleicht unfähig zu handeln und zu reagieren, weil wir übermäßig vom passiven Anteil des Lebens hingezogen sind. Vielleicht sind wir auch nicht belastbar, übersensibel, leicht verletzlich und ängstlich, uns selbst zum Ausdruck zu bringen.
Körperlich könnten wir über die Maßen schwach, erschöpft, zerbrechlich, ausgebrannt und sogar lethargisch sein.

Diese Symptome könnten auch das Resultat eines exzessiven Pingala sein.

Denn auch Pingala kann uns zum Burnout führen, da wir unsere ganzen Energiereserven durch nach außen gerichtete Aktivitäten aufgebraucht haben. Das Ergebnis in einem solchen Fall wäre, dass wir uns auf die gegenüberliegende Seite des Ida geworfen finden. Indem wir gar nichts mehr tun wollen und auf die kleinsten Anforderungen mit Symptomen reagieren, die einem Nervenzusammenbruch nicht unähnlich sind.
Daher müssen wir unseren ganz individuellen Fall genau betrachten, um herauszufinden, welche der beiden Seiten der Auslöser ist.

Wie wir Ida und Pingala ausgleichen

Wenn dir eine der beiden Seiten lieber ist, hast du bereits ein Problem. Ein wahrhaft ausgeglichener Mensch aktiviert beide Seiten so gleichmäßig wie nur möglich. Tatsächlich kann allein schon die Erkenntnis darüber, dass beide gleich wichtig sind, unser Leben spürbar verbessern.

Eine solche Erkenntnis ist also ein erster wichtiger Schritt zu mehr Balance.

Wenn wir andererseits einer Seite stets den Vorzug geben, können wir leicht Überschüsse oder Mangelzustände erzeugen (wobei Pingala eher zu Überschuss und Ida mehr zu Mangel neigt).
Wir können und die beiden auch als die Verkörperung der Weisheit des Lebens vorstellen. Diese Weisheit rät uns, niemals zu sehr in ein Extrem zu verfallen. Aber wir neigen fast immer dazu, in einem der Extreme zu sein. Fast immer sind wir entweder über-aktiv oder überhaupt nicht aktiv.

  • Entweder zu sehr ‚wollend‘ oder uns überhaupt nicht kümmernd.
  • Entweder zu analytisch oder vollkommen emotional.
  • Entweder das Leben akzeptierend oder allem widerstehend und ständig um Veränderungen bemüht.

In der spirituellen Welt werden wir vorrangig dazu angehalten, alles zu akzeptieren und zu entspannen, zu lieben, zu umarmen und nicht zu bewerten.

Solch voreingenommene Herangehensweise ist jedoch weit von der Weisheit des Lebens entfernt, welche uns dazu anhält manchmal zu akzeptieren, uns von Bewertungen fernzuhalten, zu lieben, Kampf zu meiden und mit dem Flow zu gehen – und aber auch manchmal gegen den Strom zu schwimmen, unsere Realität nach allen Kräften mitzugestalten, vollkommen pro-aktiv zu werden und ja…auch kritisch zu sein.

Das kann ich zu oft bei den spirituellen Menschen beobachten, die für einen Chakra-Ausgleich zu mir kommen. Diese Tendenz, nur eine Hälfte ihres kompletten Wesens zu betonen, resultiert in einem Ungleichgewicht von Ida.
Die Symptome sind dann fast immer eine Übersensibilität, Zerbrechlichkeit oder Erschöpfung. Sie werden handlungsunfähig und fühlen sich von den Anforderungen des Lebens überlastet, bis sie anfangen, sich in sich selbst zurückzuziehen und die innere Welt der „gewalttätigen“ Welt da draußen vorzuziehen.

Sie können auch an extremer Unentschlossenheit, verwirrtem Denken und einem Mangel an innerer Stärke des Solar-Plexus-Chakra leiden.

Die Weisheit des Lebens ist also in diesem Sinne nicht nur „spirituell“.

Wenn sie tatsächlich rein spirituell ausgelegt wäre, müssten wir eine perfekte Balance verspüren, wenn wir uns ganz auf eine Ida-Weltsicht und die damit verbundene Lebensweise einlassen. Doch das wahre Leben zeigt uns, dass wir Meditation genauso brauchen wie Handeln.
Und dass wir uns in gleichem Maße beteiligen sollen, wie wir uns ausreichend loslösen können sollten.

Dieses Spiel der Gegensätze von Pingala und Ida übermittelt eine klare Botschaft:

Finde dein Zentrum.

Denn sie selbst sagen uns, dass die letztendliche Wahrheit des Lebens niemals in nur einem der beiden gefunden werden kann. So wie Ida und Pingala, ist auch unser Wesen als Ganzes um diese Wahrheit der perfekten Mitte geschlungen.
Wir alle erkennen intuitiv, dass ein Frieden im Geiste unmittelbar damit verbunden ist, wie zentriert wir in uns sind.

Das bedeutet, unerschüttert zu bleiben, tief verbunden, innerlich still und doch jederzeit in der Lage, aus unserem Kern heraus zu reagieren. Und das ist auch der Grund, warum uns Nadi Shodana diesen Frieden schenkt.
Es ist der Frieden, der aus der Verschmelzung der roten und blauen Energie resultiert.

Genauer gesagt, ist die beste Übung zur Ida-Steigerung und Pingala-Erleichterung das Sitzen in einem komplett dunklen Raum (oder zumindest so dunkel wie möglich).
Ich nenne das die „Dunkelraum-Therapie“.
Nachdem du jegliche Lichtquelle eliminiert hast, sitzt du mit geöffneten Augen und lässt die Dunkelheit deinen Körper und dein Wesen durchdringen.

Dies ist eine der beruhigendsten Übungen, weil sie die Ida-Energie auf anstrengungslose Weise zum Erwachen bringt.

Allgemeiner betrachtet, hilft jede Meditation, solange sie nicht zu absichtsvoll praktiziert wird, sondern vielmehr aus einfacher Freude. Auch Atemübungen zur Beruhigung sind hilfreich. Solltest du feststellen, dass du zu viel der rechten Seite in dir kultiviert hast, widme dich Werten von Akzeptanz, Wertschätzung und Urteilslosigkeit.

Entspannung und Freude sind ebenfalls wichtige Zutaten. Zu lernen, jeden Tag Freude in deinen Alltag zu integrieren und manchmal einfach sorglos mit dem Leben zu fließen anstatt nur zu arbeiten, Dinge erreichen zu wollen und zu kämpfen. Auf ein Stille-Retreat zu gehen oder auch nur einen Tag der Stille zu genießen ist auch ein Ida-Verstärker.

Achte auch auf einen guten, ausreichenden Schlaf. Wenn ein Pingala-Überschuss besonders stark ist, empfiehlt es sich beruhigende Kräuter und Nahrungsergänzungen zu sich zu nehmen oder auch viel Zitronensaft zu trinken, was das Pingala-Feuer beruhigt.

Ein Mangel an Pingala auf der anderen Seite, kann dadurch korrigiert werden, pro-aktiver zu sein. Anstatt nur auf die Entscheidungen des Lebens zu warten, strebe danach zu wissen und zu definieren, was du möchtest. Ziele setzen, Pläne haben und klare Entscheidungen zu treffen ist in diesem Kontext wichtig, denn wenn Ida überhandnimmt, werden wir zögerlich, übervorsichtig, schwach und ängstlich, wobei wir es dann vermeiden, auch mal gesunde Risiken einzugehen.

Hierbei können wir auch üben „Nein“ zu sagen und notwendige Grenzen zu setzen. Auch Selbstdisziplin zu kultivieren, unseren Tag zu planen und immer mehr Kontrolle über unsere Gewohnheiten zu erlangen, sind alles Wege, um Pingala zu stärken.

Kräftigende Körperübungen, ob nun Ausdauer- oder Muskeltraining, können auch dabei helfen, unsere rechte Seite zu stärken. Es ist ratsam, sich an Aktivitäten zu beteiligen, die uns auffordern konzentriert zu bleiben, um uns auch mental mit zu beteiligen anstatt unsere Aufmerksamkeit übermäßig entspannt und verstreut werden zu lassen.

Stimulierende Kräuter und Nahrungsergänzungen, wie Ingwer, Ashwagandha, Ginseng und Cayenne können auch hilfreich sein.

Pingala und Ida in jedem Chakra – Chakaras und die Gesundheit 

Dies ist ein wenig bekannter Fakt über Chakras: Da Pingala und Ida durch all unsere Chakras gehen und sich dort überschneiden, erschaffen sie das Phänomen, dass jedes Chakra wiederum in zwei Hälften unterteilt ist. Das führt dazu, dass auch jedes Chakra eine rote rechte Seite und eine blaue linke Seite hat. Daher finden wir Ida- und Pingala-Ungleichgewichte auch in unseren Chakras vor. Ein weiterer wichtiger Schlüssel für ein erweitertes Selbstverständnis und das Herbeiführen eines persönlichen Gleichgewichts.

Wurzel-Chakra:

Im ersten Chakra dreht sich alles um unsere Suche nach Stabilität und dem Gefühl eines Zuhauses. Dementsprechend geht es auf seiner rechten Seite um ein aktives und entschlossenes Mitwirken beim Aufbau eines Zuhauses für uns sowie dem Schaffen von Stabilität im Leben und dem Unternehmen der notwendigen Schritte, um auf dieser Welt unseren ganz eigenen Platz zu finden.

Die linke Seite des ersten Chakra ist verbunden mit dem Gefühl der Zugehörigkeit und der psychologischen Herausforderung, in die Welt hinaus zu gehen und „Ja!“ zum Leben zu sagen. Bei vielen ist das Ida-Element des ersten Chakra im Konflikt.
Dies spiegelt den Teil in ihnen wider, der manchmal aufgrund traumatischer Erlebnisse, lieber nicht nach Außen tritt und lieber im „Dunkeln“ verharrt.

Sakral-Chakra:

Auf der rechten Seite unseres zweiten Chakra dreht sich alles darum, die Erfahrungen des Lebens aktiv zu begehren und zu erleben. Es ist der Teil in uns, der Erfahrungen und Abenteuer sucht und am Leben teilhaben will.
Der Teil, der Leidenschaft ausdrückt und ganz bewusst durch das Leben gehen will. Mit all seinen Gefahren und manchmal überwältigenden Elementen.

Wenn die rechte Seite im Überschuss ist, entwickelt sie Begehren, Abhängigkeiten und intensiven Egoismus, bei dem man nur noch an die Befriedigung der eigenen Begierden denkt. Die linke Seite steht in Verbindung mit dem Gefühl, dem Glück im Leben entweder würdig oder unwürdig zu sein. Dem Gefühl, dass wir die Freuden und Annehmlichkeiten des Lebens wirklich verdienen.

Wenn wir uns unwürdig finden, ist die linke Seite voller Schuld, Scham und dem allgemeinen Gefühl, nicht gut genug zu sein. Und wenn wir fühlen, dass uns nicht gestattet ist, Dinge voll und ganz zu erleben, sind wir natürlich anfällig für Rückzug und Depression, welche bezeichnend für eine unausgeglichene linke Seite dieses Chakra sind.

Solar Plexus Chakra:

Auf der rechten Seite dieses Chakra geht es um Ambition, Macht, Leistung, Willenskraft und darum, Dinge nach vorn zu treiben. Ist diese Seite exzessiv, dann werden wir wütend, zwanghaft, kontrollierend, kämpferisch und zu penetrant. Wir haben den Eindruck, als hinge alles von uns ab und dass wir auch alles formen und beeinflussen können.

Im Grunde genommen sind wir so die Meister des Universums!
Deshalb streben wir danach, jeden, der uns im Weg steht, unserem Willen zu beugen. Auch tendieren wir dazu, uns zu sehr auf unsere Individualität und unseren Willen auszurichten, was uns ziemlich kaltschnäuzig und arrogant werden lassen kann. Die linke Seite steht in Verbindung mit unserer inneren Kraft und zum Gefühl, dass wir äußere Macht fallen lassen können.

Das hängt auch davon ab, wie sehr wir das Gefühl haben, dass wir die Umstände des Lebens tatsächlich mit beeinflussen können. Haben wir überhaupt die Macht, unser Schicksal mit zu gestalten? Immer wenn ich Menschen mit einer Schwäche auf der linken Seite des dritten Chakra vor mir habe, berichten sie davon, sich machtlos und hilflos zu fühlen. Als ob ihnen das Leben nur widerfährt und sie die Opfer sind.

Herz-Chakra:

Die rechte Seite unseres vierten Chakra ist direkt mit unserem emotionalen Sinn des Lebens und unserer tiefsten Motivation für all unser Handeln verbunden. Ebenso mit unserer Aufgabe in der Welt, unserem „Service“ und dem, was wir der Welt aktiv geben können. Somit ist es auch der Ort in uns, an dem wir den Sinn und die Bestimmung unseres Lebens definieren.

Doch da es auch unser Gefühl der Verantwortung für andere mit einschließt, finden wir uns im Falle eines Überschusses in der Situation, dass wir zu viel geben und manchmal sogar an der Schwelle stehen, uns vollkommen auszulaugen.
Wir spüren dann ein Übermaß an Verantwortungsgefühl und dass alles auf unseren Schultern lastet. Deshalb spüren wir häufig einen Druck auf der Brust oder Verspannungen in der Schulter.

Die linke Seite ist verbunden mit Akzeptanz, eingeschlossen Selbst-Akzeptanz und Selbst-Liebe.
Das betrifft ebenso, dass wir uns geliebt, erkannt und wertgeschätzt fühlen sowie auch in der Lage zu sein, Liebe zu empfangen und wirklich anzunehmen. Diese Seite steht auch in Verbindung mit Anhaftung und Anhänglichkeit sowie der Fähigkeit oder Unfähigkeit, Dinge gehen lassen zu können.

Darin enthalten ist auch unsere Verbindung mit unseren tiefsten Seelenanteilen und unserem Selbst. Befindet sich die linke Seite in einem Mangel, mögen wir uns ungeliebt fühlen oder Selbsthass erfahren und unrealistische Erwartungen an andere stellen mit den zugehörigen folgenden Enttäuschungen.
Auch Anhänglichkeit mit der Angst, verlassen zu werden und die Unfähigkeit, Dinge wirklich in Empfang zu nehmen. Unsere Empfangsmöglichkeiten werden dann genau aus dem Grund eingeschränkt, dass wir zu viel wollen.

Hals-Chakra:

Die rechte Seite des fünften Chakra dreht sich ganz um Ausdruck und Manifestation.
Die Kapazität, unsere Realität in der Welt zu manifestieren und die Richtung, die wir unserem Leben geben.
Diese Seite ist auch mit dem Prozess verbunden, uns in der Welt sichtbar zu machen. Also dem, was wir anderen von uns zeigen und ob wir dabei klar und authentisch sind. Bei einem Überschuss, fließt unser Ausdruck über und wir werden geschwätzig und unachtsam.

Wir versuchen dann, andere energisch beeinflussen zu wollen wie Missionare und hören nicht mehr zu. Wir wollen uns nur selbst mitteilen und nicht von anderen lernen. Auf der liken Seite hingegen, geht alles darum, die Sicht anderer in Empfang zu nehmen und sich beeinflussen zu lassen.

Dies steht in Verbindung mit den Qualitäten des Zuhörens und zu wissen, wann wir still sein und akzeptieren sollten. Oder zumindest die Meinung und Stimme anderer mit einschließen zu können. In einem Mangel auf dieser Seite, werden wir übermäßig beeinflussbar. Alles durchdringt uns nur und wir haben das Gefühl, keine eigene Stimme zu haben.

Dann verstecken wir uns in unserer inneren Welt und sind nur noch Empfänger für Anliegen vom Außen. Wir suchen die ganze Zeit nach Rat, weil wir von den überzeugenderen Meinungen anderer abhängig sind. Was auch immer wir zum Ausdruck bringen wollen, kommt ganz verwirrt und unklar rüber. Wir sind unfähig, irgendetwas zu manifestieren.
Sogar wenn wir tolle Ideen haben, haben wir das Gefühl, dass uns die Energie bei der Umsetzung fehlt, wenn wir es versuchen.

Drittes Auge:

Das dritte Auge ist das sechste und damit letzte Chakra, da Pingala und Ida ihre Reise hier beenden. Die rechte Seite ist unser analytischer Verstand, der mit unserem Denkvermögen in Verbindung steht. Also unsere Meinungen, Weltansichten und dem Wissen, das wir uns aneignen. Hierin formen wir unsere eigene Wahrnehmung der Welt.

In einem Übermaß neigen wir dazu, Dinge zu zerdenken. Wir versuchen dann, unseren rationalen Verstand zu analysieren und zu kontrollieren, wobei wir höchst berechnend werden. Die linke Seite ist verbunden mit Stille und Meditation. Die Fähigkeit, zu beobachten und Raum für Wahrnehmung und Aufnahme sein zu lassen ohne Rückschlüsse oder Reaktionen.

Offensichtlich ist es so, dass die ganze Welt an einem Ida-Mangelzustand des Dritten Auges leidet!

Wenn Ida jedoch überhand nimmt, gerät der Einzelne schnell in einen Zustand der Verwirrung. In solch einem Zustand hat man nicht genug eigene Standpunkte und leidet an Unklarheit und dem Gefühl eines zerstreuten Geistes und der Herausforderung die eigenen Gedanken zu sortieren. Ein Ida-Ungleichgewicht bedeutet dann, dass wir nicht mehr wissen, wie wir aus unseren vielen Gedanken sinnvoll wählen können und unser Geist voller Ablenkung ist.

Manchmal kann der ‚links-seitige‘ Geist als Resultat der Unfähigkeit, Eindrücke zu filtern und zwischen richtig und falsch zu unterscheiden, voller Sorgen sein. Und auch hier rät uns die Weisheit des Lebens dazu, weder das Gefühl zu haben, alles zu wissen, noch dem Gefühl anzuhängen, nichts zu wissen.
Wir wissen also und lassen dennoch genug offenen Raum, um nichts zu wissen.
Dies ist die Qualität eines ausgeglichenen Geistes.

Chakras und Gesundheit

shai-tubali-chakren-neue-erde10.09.2018
Shai Tubali

shaitubali.com/de
www.shop.neueerde.de

Alle Beiträge des Autors auf Spirit Online
Zusammenfassung
Teil 6: Das Maskuline, das Feminine und die Gesundheit dazwischen
Titel
Teil 6: Das Maskuline, das Feminine und die Gesundheit dazwischen
Beschreibung
Die Erfahrung von Balance und mentaler Stille unseres Gehirns und Nervensystems ist recht einfach zu machen. Die Frage ist jedoch: Warum? Wie kann es sein, dass ein wenig Herumspielen mit unseren Nasenlöchern für fünf Minuten, mentale Unruhe aufzulösen vermag und uns ein allgemeines Gefühl des Wohlbefindens in unserem Körper-Geist-System verschafft?
Autor
Veröffentlicht in
spirit online
Logo spirit online

2 Kommentar(e)

  • ich erfahre seit einigen Jahren den Unterschied von Yin und Yang sehr deutlich und auch bewusst in mir, und welchen Stress es mir bringt, wenn ich dies bzgl. nicht ausbalanciert bin. Ich liebe die Wechselatmung, sie beruhigt so schnell und bringt mir die innerliche Balance wieder.
    Danke für den umfangreichen, sehr interessanten und vor allem praktisch gut nutzbaren Artikel.

    • Dear Kira, I am very happy to hear that this article has managed to contribute to your already existing awareness of Yin and Yang imbalances. Good that now you have the alternate nostril breathing on your side!

Den Artikel kommentieren

Mit deinem Newsletter erhältst du viele Neuigkeiten und Anregendes aus der großen Welt der Spiritualität

Briefkasten-Himmel-wolken-mailbox

zur Newsletter-Eintragung
E-Mail Adressen sind bei uns sicher | wir geben Adressen niemals weiter


Anzeigelion-tours

X