Bewusst-Sein

Das Juwel der Stille

Blatt-doppelt-buddhaDas Juwel der Stille

In der stillen Tradition wird das Wissen weitergegeben über die Stille, über den stillen Geist und darüber, dass der endgültige Frieden, den sich alle Menschen ersehnen, in dieser Stille zu finden ist. Eine Lehre über die Stille kann es nicht geben, denn in der Stille gibt es nichts zu sagen oder zu lehren. Diese Stille hat auch keine Eigenschaften. Sie ist nicht fröhlich oder traurig, sie ist weder ernst noch humorvoll, sie ist einfach nichts von alledem. Worüber es jedoch etwas zu lehren gibt ist das, was im Menschen dieser Erfahrung und letztlich der Realisation dieser tiefsten Stille im Wege steht. Man könnte also sagen, dass sich die Lehre auf dem Inneren Weg, dass sich die Weisheitslehre an den Lärm des Menschen richtet, nicht an die Stille, um zu erforschen, was es ist, was diesen Lärm im Menschen verursacht, und wie es sein kann, dass sich ein Großteil der Menschen so daran gewöhnt hat, dass es normal für sie ist, in diesem unglaublichen Lärm zu leben.

Nun ist die Stille zunächst für die meisten Menschen eigentlich nicht besonders attraktiv. Die Stille hat aus dem normalen Bewußtseinszustand eines Menschen, der nach Glück in der Welt strebt, eigentlich nichts zu bieten. Stille, na und? Was hab ich davon? Die Stille ist nicht nur nicht attraktiv für die Menschen, es zeigt sich auf dem Inneren Weg sogar – wenn Menschen bereit sind, wirklich wissen zu wollen und sich der Wahrheit anzunähern – dass das, was wir Stille nennen, nicht nur nicht attraktiv ist, sondern dass die Stille für einen Ort steht, vor dem wir sogar Angst haben. Und das ist das eigentliche große Rätsel, dem wir auf dem Inneren Weg begegnen, dass die Menschen Angst haben vor dem, was sie eigentlich glücklich macht. Sie laufen vor dem, was sie wirklich zutiefst glückselig machen würde, weg.

Wenn es plötzlich ganz still wird, dann ist nichts mehr da. Es nicht mehr das da, was du kennst. Vielleicht wird es dunkel und eigentlich sind das bereits Signale für den Tod. Und das ist es auch, was die Menschen zunächst mit Stille assoziieren, und der Grund, warum sie so viel Aufwand betreiben, um vor dieser Stille zu flüchten in die äußere Welt.

Wir können zunächst das, worauf dieses Wort Stille nur hindeutet, nicht unterscheiden von Totenstille. Und um diese Unterscheidung zu treffen, müssen wir durch diese innere Schicht gehen, die in jedem Menschen begraben liegt unter all den Beschäftigungen des täglichen Lebens, unter all den Ablenkungen, mit denen wir unser Leben verbringen und der Müdigkeit, die das verursacht. Wir müssen auf eine Schicht treffen, die ich einfach die Totenstille nenne. Sie wird von Meditierenden berührt und hat etwas Lebloses. Ich beschreibe sie manchmal als den Schatten des falschen Lebens, als den Schatten des bunten, nach außen gekehrten Lebens, das die Menschen führen, wenn sie die Innerlichkeit vergessen. Dann hinterläßt diese Außenkehr im Innen einen Schatten, eine Schicht, die sich unlebendig, öde und langweilig anfühlt. Und wenn die Menschen sie berühren, dann möchten sie zunächst nichts anderes, als wieder weg davon und an die Oberfläche zurückkehren. Und wenn Menschen dann ernsthaft genug sind, um in dieser Verinnerlichung, in dieser Selbstversenkung dieser Schicht zu begegnen und mit ihr zu verweilen, dann kann sich eben diese Totenstille in den Menschen wandeln in eine pulsierende Stille. Und dieser Zustand ist so etwas wie das Leben, Leben vom Grund des Meeresbodens. Stell dir vor: du lebst am Grunde des Meeresbodens und oben hörst du die Wellen des Lebens plätschern, die ganzen hektischen Wogen des Lebens – inneren wie äußeren Lebens. Du bist am tiefsten Grunde des Meeres und gleichzeitig nicht getrennt von der Oberfläche des hektischen Lebens.

AUSZÜGE AUS EINEM DARSHAN MIT OM C. PARKIN IN BERLIN; www.om-c-parkin.de

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gut-saunstorf-logo(c) Texte und mehr Informationen: www.gut-saunstorf.de

 

 

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