Mensch Sein und Spiritualität

Das Unerledigte, Alte und Verdrängte in uns

leuchtturm-unerledigte-in-uns-spirit-online-plouzaneDas Unerledigte in uns

Das Unerledigte in uns – Leben ist Veränderung. Nichts bleibt, wie es ist. Wir entwickeln uns immer weiter. Äußerlich, wie innerlich.
Wir verstehen uns als spirituelle Wesen, üben uns in Meditation, Achtsamkeit und anderen geistigen Praktiken. Wir streben nach Wachstum, nach Glück und Zufriedenheit.

Doch das Wichtigste übersehen wir:

Das größte Entwicklungs-Potential liegt in uns selbst.
Tief verborgen in unserem Unbewussten, wo wir versuchen, es still und ruhig zu halten. Wir wollen nicht, dass es nach oben dringt und wir gezwungen sind, uns damit auseinanderzusetzen.

Wir vergessen oft, dass wir zwar nicht unser Körper sind, aber sehr wohl einen Körper haben, in dem sich all das Alte und Verdrängte in Form von Gedankenstrukturen und Gefühlsstrategien manifestiert.

Wie wollen wir uns öffnen und weit machen, wenn in unseren Emotionen so Vieles verengt ist und zusammengezogen? Wie soll spirituelles Licht durch uns auf die Erde fließen, wenn wir völlig verstopft sind, mit Angst, Wut und Zweifel?
Es fällt uns so viel leichter, all das Irdische in uns zu ignorieren und uns stattdessen mit spirituellen Lehren zu beschäftigen.
Doch ist das dann wirklich Spiritualität? Oder eher verlorener Kontakt?

Im Kontakt sein heißt, sich einlassen auf das, was ist. Im außen genauso, wie im Inneren.

Wir glauben oft, wir hätten alles in uns erledigt. Meistens zeigt sich aber, dass es sich dabei nur um rationale Auseinandersetzungen gehandelt hat, die nicht in die Tiefe reichen. Doch um genau diese alten und ganz tiefen Themen in uns geht es.
Sie wollen endlich gesehen sein. Erlöst werden.

Nur dann werden auch wir uns einen Schritt weiter entwickeln können. Diese Lösungs-Arbeit gehört zu unserem Entwicklungsprozess und ist eine wichtige Voraussetzung dafür, um unser schöpferisches Potential zu leben.
Wir können nicht glauben, dass dieses Unerledigte in uns nicht nur anstrengend ist, sondern wichtigste Erkenntnisse für unser persönliches Sein birgt. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Themen, werden wir bewusst(er).

Wenn wir das Irdische in uns nicht annehmen, können wie auch das Irdische um uns herum oder in unserem Gegenüber nicht annehmen –und umgekehrt.

Haben wir etwa geglaubt, Entwicklung sei einfach?

Wir werden diesen Weg gehen müssen, damit sich unser gesamtes Körper-Geist-System den höheren Schwingungen der Erde anpassen kann. Andernfalls stagnieren wir.
Uns wird gesagt, dass wir auf unsere Energie achten sollen, auf unsere Gedanken und Gefühle. Dass sich diese unter Umständen zu unserem Nachteil manifestieren, wenn wir nicht bewusst mit ihnen umgehen.
Was ist aber mit dem bereits Manifestierten in uns? Wie gehen wir damit um?
Wir glauben, dass wir all das Schmerzhafte in uns verdrängen und ignorieren müssen.

Doch nichts in uns lässt sich auf Dauer ignorieren.

All das Unerledigte in uns, ist auf eine subtile Art und Weise allgegenwärtig, beeinflusst und steuert uns.
Neid, Angst, Zweifel et cetera, gehören genauso zu uns, wie unser Blut und unsere Knochen. Unsere Vergangenheit ist in unserem System gespeichert. In unseren Genen, in unseren Zellen und in unseren verschiedenen Gehirnregionen.
Wie wollen wir das ignorieren?
Wir können weder die Erde, noch das Irdische in uns, länger übersehen.
Wenn wir uns spirituell ausrichten, aber weder richtig auf der Erde angekommen sind, noch für einen freien Kanal sorgen, wozu sollte Spiritualität dann gut sein?Das Unerledigte in uns.

Erst, wenn wir unsere persönlichen Themen gelöst haben, können wir ganz im Hier und Jetzt mit uns selbst verbunden sein und unsere Energie nutzen, wofür sie gedacht ist:
für die Umwandlung unserer sinnlichen Kräfte in Schöpferische.

Wir lernen nicht aus dem Licht heraus, sondern aus Schmerz und Leid.

In der Not entdecken wir unsere Ressourcen, unsere Fähigkeiten und Talente. So können wir aus der Trauer in die Freude, aus dem Schmerz in die Freiheit und aus der Angst in die Liebe wachsen.
Es geht nicht darum, leichtfertig oder unachtsam mit Schicksalsschlägen umzugehen, oder jemanden zu drängen, endlich mit dem Alten abzuschließen.

Unser Körper und unsere Emotionen sind wie Boten. Nehmen wir sie bewusst wahr, können sie uns die Richtung weisen.
Wir wollen uns wohl fühlen. Sicher. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns auseinandersetzen: mit unseren Gedanken und mit unseren Gefühlen. Mit unseren inneren Bildern genauso, wie mit all dem, was wir in die Abteilung „das darf nicht sein“ oder „will ich (so) nicht“ abgeschoben haben. Alles ist miteinander verbunden und hängt voneinander hab.

Wir bestehen nicht nur aus Geist, sondern auch aus Materie.

Und damit diese sich lichten kann, muss sie mit einbezogen werden. Unser gesamtes System wartet darauf, dass wir Platz schaffen, es öffnen, weiten und klären.
Spiritualität bedeutet nicht, nur nach „Oben“ offen zu sein und das eigentliche Leben zu ignorieren. Wenn wir wollen, dass sich wirklich etwas verändert, dann müssen wir anfangen. Und zwar bei uns selbst!
Wenn wir uns trauen, (wieder) voll und ganz in unserem Körper zu sein und über unsere Sinne die Welt zu erfahren, können wir uns sicher fühlen und uns öffnen. Und wenn wir uns trauen, das anzusehen, was sowieso schon da ist, uns bewusst machen, was es in der Tiefe zu entwickeln gilt, können wir anfangen zu verstehen, was dadurch in uns geschaffen wurde und endlich das Steuer übernehmen.

Dann sind wir in der Wahl.

Dafür wir brauchen wir auch einander. Um uns Mut zu machen und damit wir uns nicht im Alten verlieren. Damit wir uns gegenseitig bestätigen können, dass dort unten nicht nur das Grauen haust, sondern es auch wertvolle Schätze zu entdecken gibt.
Wir haben Angst, zu verlieren: Kontrolle, Ansehen, Status und Macht.

Dabei können wir nur gewinnen. Und zwar uns selbst: indem wir uns von dem Schweren befreien und so die Materie in uns transformieren.

Angst und Zweifel verschließen unsere Herzen und machen sie eng, weil, sie „ denken“, sich schützen zu müssen. Aber nur, wer seine Themen „aufgeräumt“ hat, wird seine Herzebene weiten und öffnen können. Und genau das brauchen wir, um den nächsten Schritt zu tun. Das Unerledigte in uns..

Mach dich auf den Weg –du bist nicht alleine!

31.05.2019
Heike Erbertz

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Im Tal der goldenen Sonne
Meditative Geschichten zur Entspannung und Selbstreflexion“
von Heike Erbertz

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