Der Mangel an Empathie und die Ursachen

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v-Spiritualitaet-kultureller-Wandel-neue-Zeit-Weltkugel-childrenDer Mangel an Empathie und die Ursachen

Mangel an Empathie gilt in der Psychopathologie als Symptom einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung und ist ein Phänomen, unter dem nicht nur der psychisch Erkrankte leidet. Ganze Völker scheinen infiziert von diesem sich epidemisch ausbreitenden Virus.
Schließlich ist es kein Zufall, dass Empathie-freie Politiker ganz weit oben an der Spitze – besonders der westlichen Staaten – stehen. Sie spiegeln damit letztlich nicht nur den Großteil ihrer Wählerschaft.

Das Beklagen eines Mangels an Empathie ist bezeichnend für die Schizophrenie der neoliberalen Gesellschaft in einer repräsentativen Demokratie, wie wir sie in Deutschland vorfinden. Dabei ist Mangel an Empathie doch ein wesentliches Merkmal einer Gesellschaft, die Knappheit und Konkurrenzkampf propagiert und ihre Mitglieder von Kindesbeinen an zu Konsumenten formt, denen Glauben gemacht wird, sich im Kampf um knappe Güter um jeden Preis einen Vorteil verschaffen zu müssen, um weiterzukommen.

Schulnoten, Zeugnisse, Zertifikate und Diplome, vor allem aber Netzwerke und Seilschaften ebnen den Weg in eine erfolgreiche Karriere. – Und dann beklagen wir einen Mangel an Empathie?
Nur die Scheinheiligkeit einer Political Correctness vermag diesem Paradoxon noch einen draufzusetzen. Es ist an der Zeit, aufzuwachen!

Die Hauptursache für den Mangel an Empathie liegt wohl nicht zuletzt darin begründet, dass wir das dem Wort Empathie zugrundeliegende Mitgefühl offensichtlich verloren haben.

Gerne wird Empathie auch als Einfühlungsvermögen bezeichnet. Als wäre es etwas, das man trainieren kann, wenn man sich nur genügend anstrengt. Und in der Tat, das Kind „lernt“ Empathie während der natürlichen Ausbildung seiner Persönlichkeit.
Im Wort Mitgefühl steckt das, worum es in Wahrheit geht: FÜHLEN. Doch das Fühlen haben wir aus dem ‚harten‘ Alltag weitestgehend verdrängt und damit auch das Mit-Fühlen.

Fühlen und Mitfühlen wird gerne auf die Abendunterhaltung am heimischen TV oder den Kinobesuch beschränkt, wo hemmungslos geweint wird; ansonsten haben wir doch wirklich keine Zeit für diesen sentimentalen Quatsch.
Wie auch sonst sollten wir den Selbstbetrug, die Scheinheiligkeit, den Ellbogen-Kapitalismus, Konkurrenzkampf und Ego-Fight des Alltags unbeschadet überstehen?

Dies geht doch sehr viel besser, wenn wir Gefühlsduselei vermeiden, verdrängen, überspielen und kühlen Kopf bewahren. So sind wir also eine verkopfte herzlose Gesellschaft geworden, die selbst das Mitgefühl heuchelt, immer nur das Beste wollend, um – stets auf den eigenen Vorteil bedacht – gut dazustehen.

Klima- und Umweltkatastrophen machen uns betroffen, aber fühlen wir mit den Hauptbetroffenen, auf deren Kosten wir leben, wahrhaft mit? Wo bleibt das Mitgefühl für die Opfer des Krieges im Jemen, in der Ukraine oder Libyen, in Somalia oder Simbabwe, jenseits der vorweihnachtlichen Ablass-Spenden und Flüchtlings-Willkommensbekundungen?

Die gute Nachricht in der scheinbar hoffnungslosen Situation ist,

dass wir alle in Wahrheit vollkommene göttliche Wesen sind, denen die Fähigkeit zum Fühlen und Mitgefühl von Anfang an mitgegeben ist. Wir müssen das nicht lernen, es ist bereits in uns! Wer einmal die Erfüllung erfahren hat, die darin liegt, einem anderen Menschen eine Freude zu machen, der hat zumindest eine Ahnung von unserer wahren Bestimmung, unserem wahren Wesen.

Liebe ist unsere Essenz und im Übermaß in uns, bereit sich auszubreiten. Ein Großteil der Gesellschaft ist lediglich kollektiv unbewusst unterwegs, wie C.G. Jung es bezeichnen würde. Eine Unbewusstheit, die das Ergebnis der Entstehung des Egos als Folge der Anpassung an eine lieblose und entsolidarisierte Gesellschaft ist, eine Unbewusstheit, die uns erlaubt, „Gefühle fühlen“ zu verdrängen.

Wir sind Profis im Verdrängen von Gefühlen. Und wir mussten das einst tun, besonders in der Kindheit, um zu überleben. Die Erfahrung „nicht gut genug, nicht richtig zu sein, den Ansprüchen des Egos nicht zu genügen“ traumatisiert den Heranwachsenden und führt ihn in Abwehrmechanismen, die ihn auch als Erwachsenen unbewusst begleiten.

Im erbarmungslosen Konkurrenzkampf führt das in eine traumatisierte Ego-Gesellschaft,

wie es auch der Traumatologe Franz Ruppert in seinem Buch „Wer bin ich in einer traumatisierten Gesellschaft“ beschreibt.
Aber verdrängte Gefühle wirken im Verborgenen, sie werden mächtiger von Tag zu Tag, und sie fordern ihren Tribut. Die Kombination aus Unbewusstheit, verdrängten Gefühlen und Ego-Kultur ist eine gefährliche Mischung, die immer in die Projektion führt, d.h. die Schuldzuweisung und Sündenbockfindung.

Wie wir in den Sozialen Medien und in den Talkshows im Fernsehen erleben, ist diese ja gegenwärtig in vollem Gange; an der Klima- oder Flüchtlingsdebatte wird das besonders deutlich. Und genau diesen Mechanismus macht sich die herrschende Elite in der Konkurrenz-Gesellschaft zunutze, indem sie – mit tatkräftiger Unterstützung durch die Medien – die Gesellschaft spaltet.

Spaltung funktioniert am besten mit empathielosen,

sich im täglichen Konkurrenzkampf befindlichen halbinformierten Lämmern, wie Professor Mausfeld die schweigende Mehrheit bezeichnet. Da amüsiert man sich auch gerne mal über den Bauern, der keine Frau findet oder den Hartz 4-Empfänger in der täglichen Doku-Soap.
Auch ein scheiternder DSDS-Teilnehmer oder der gefallene Dschungelcamp-Engel dürfen zur Ablenkung/Projektion herhalten. Man ist da nicht wählerisch, was die Schamgrenze betrifft.

Wer diese Zusammenhänge einmal erkannt hat, d.h. sich selbst auf die Schliche gekommen ist, der kann damit beginnen, sein Herz zu öffnen, zuallererst für sich selbst und sich daran erinnern, wer wir wirklich sind, nämlich geistige, fühlende Wesen, die miteinander verbunden sind. Er wird feststellen, dass Empathie eine natürliche Gabe ist, wir müssen uns nur daran erinnern und wenn wir es ernst meinen mit einer solidarischen empathischen Gesellschaft, dann darf die Selbstliebe an den Platz der Selbst-Unterdrückung durch das Ego treten.

Viele Menschen sind bereits unterwegs. Wir müssen uns diesen Menschen nur anschließen auf dem Weg in eine empathische, oder besser „mitfühlende Gesellschaft“.

01.02.2020
Lothar Obrecht
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Über den Autor Lothar ObrechtFoto-Lothar-Obrecht

  • Heilpraktiker (Psychotherapie)
  • Transformationstherapie n. R. Betz®
  • Transformations- Coach für die Wirtschaft n. R. Betz ®
  • geprüfter ganzheitlicher Vitalstoffberater
  • Dipl.- Ing. (FH)
  • Betriebswirt BTE
  • Autor

geb.: Lörrach, Baden Württemberg
wohnhaft in Bochum, Nordrhein-Westfalen
verheiratet, 1 Tochter
Nach vielen Jahren internationaler Tätigkeit in der Wirtschaft als Berater und Coach arbeitet der studierte Dipl.-Ing. (FH) und Betriebswirt heute als Heilpraktiker (Psychotherapie) in Bochum. Es sind die großen Lebensfragen, die ihn bewegen: Wie funktionieren wir? Wie gehen wir um mit den Ereignissen, die die Welt bewegen und die Gesellschaft vor eine Zerreißprobe stellen, und wie gelingt es uns dabei, unsere Identität und die Freude am Leben zu bewahren?
https://www.lob-lotharobrecht-coaching.de/

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