Bewusst-Sein

Der Weg des kristallenen Herzens

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©Wayna Fanes

Wayna Fanes: Der Weg des kristallenen Herzens

Das kristallene Herz leben, was heißt das?
Es heißt, das altgewohnte Weltbild vom Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen aufzugeben!
Doch werfen wir zunächst einen kurzen Blick auf das Weltbild der Andentradition, die uns Wayna Fanes („junge Fanes“) so viel über die rechte Beziehung zwischen uns Menschen und mit Pachamama, Mutter Erde, gelehrt hat.
Interessanterweise kennt dieses Weltbild kein Gut und Böse, und das, obwohl die Welt aus Polaritäten besteht, deren Gleichgewicht die Welt erhält.

Doch eine derartige moralische Polarisierung der Kräfte, die in ihr wirken, liegt ihm fern

Es gibt aufbauende und zerstörerische Kräfte, es gibt Dichteres und Feineres, doch ist prinzipiell nichts Gutes oder Schlechtes daran.
Wenn beispielsweise Hagel einen Teil der Ernte zerschlägt, dann wird daraus andererseits neue Fruchtbarkeit entstehen. Was krank macht, weil es zu dicht oder schwer ist, kann an Pachamama abgegeben werden und wird Nahrung für sie sein. Die Welt kommt erst dann aus dem Gleichgewicht, wenn die Waage zu weit in die Richtung eines Pols ausschlägt.

Das kristallene Herz bekämpft also nicht „das Böse“, sondern geht davon aus, dass Liebe der Antrieb der Schöpfung ist und somit die stärkste Kraft im Universum. Die Leuchtkraft eines kristallenen Herzens kann mit dem Schub dieser Liebe, die man Munay (liebenden Willen) nennt, die Waagschalen der Polaritäten in der Welt bewegen.

Darum geht es der Wayna Fanes- Tradition, die gleichermaßen aus der Weisheit und Heilkunst der Andentradition und der neu belebten, uralten spirituellen Tradition von Fanes in den Dolomiten schöpft. Rund um die zauberhafte Landschaft von Fanes sind die Bruchstücke eines großen Weltmythos bis in unsere Zeit bewahrt worden. Auf ihrer Grundlage ist durch intensive Arbeit mit einem Netzwerk von heiligen Orten eine neue, zukunftsweisende Fassung des Mythos entstanden, aus der wiederum zahlreiche tief transformierende rituelle Praktiken hervorgegangen sind.

Zum Neuen Mythos von Fanes gehört die Vision vom kristallenen Herz, das uns auf die Wiederkehr des unvergleichlich strahlenden Steins von Fanes, genannt die Rayeta, vorbereitet. Denn wir brauchen mehr als dringend eine Vision davon, wohin wir gehen können, wenn wir uns daran er- innern, dass wir Schönheit mit-schaffen können statt Zerstörung zu hinterlassen.

Doch wie wird unser Herz kristallklar und leuchtend?

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©Wayna Fanes

Durch die Meditationspraxis des kristallenen Herzens und Gesten des Gebens gegenüber Pachamama selbst und allen anderen Wesen auf ihr. Beim Pilgern für die Erde, wie wir es nennen, lernt man die Kunst des Gebens, in heiliger Wechselseitigkeit dafür, was sie uns gibt. Damit gebrauchen wir unsere mitschöpferische Seele in konstruktiver Weise, denn wir stellen die unterbrochene Verbindung zum großen göttlichen Herz wieder her, dessen Gegenstück sich im Inneren von Pachamama befindet.
Wir vermehren das Lichtvolle anstatt gegen das Dunkle anzurennen.

Wenn Sie beginnen wollen, die kristallene Qualität Ihres eigenen Herzens zu stärken, dann empfehle ich ihnen folgende einfache Praxis:

Finden Sie in der Umgebung Ihres Wohnortes einen Platz in der Natur, der Sie besonders anspricht – zum Beispiel einen Baum, einen Hügel, einen Felsen oder eine bestimmte Stelle an einem Bach.
Besuchen Sie diesen Ort regelmäßig mit der Absicht, ihn zu beschenken. Nehmen Sie ein wenig physische Nahrung für die sichtbaren und unsichtbaren Wesen mit, die diesen Platz beleben. Es könnten beispielsweise ein paar Trockenfrüchte, ganze oder gemahlene Getreidekörner, eine Blüte oder ein paar Spritzer Schnaps sein.

Wenn Sie Ihr Geschenk übergeben, öffnen Sie ihr Herz für diese nicht menschlichen Wesen und die lebendige Erde selbst. Reden Sie diese an, so wie Sie einen Mensch anreden würden, und treten damit in eine Beziehung des tief empfundenen wechselseitigen Austausches mit ihnen. Anerkennen Sie ihre andersartige Form von Bewusstsein und ihre Bedeutung für das Wohlergehen von uns Menschen.

Wenn Sie diese Praxis regelmäßig ausführen, werden Sie bald ein gesteigertes Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit spüren, denn Sie haben jetzt die wohlwollende Unterstützung von Wesen, die schon viel länger an diesem Ort gelebt haben als wir Menschen. Sobald Sie in eine problematische zwischenmenschliche Situation kommen, brauchen Sie sich nur an diese Begegnungen mit Ihrem heiligen Ort erinnern, damit es Ihnen gelingt,

Ihr Herz für die betreffende Person zu öffnen, selbst wenn Sie ihr ärgster Feind ist!

Sie werden sehen, dass sich die Dynamik zwischen Ihnen verändern wird und Sie immer weniger von Angst oder Ärger dominiert werden. Diese Veränderung ist zum Wohle von beiden Seiten, denn das kristallene Herz ist nicht manipulativ, sondern schenkt liebende Leuchtkraft.

03.03.2019
Waltraud Hönes


Waltraud Höneswaltraud-hoenes
Transpersonale Psychologin, Curandera, Zeremonialistin und Buchautorin, ist die Gründerin der Wayna Fanes- Tradition und der Gruppe „Dolomiten Ayllu“.

Nach Abschluss ihres Psychologiestudiums an den Universitäten Würzburg und Konstanz im Jahr 1990 bildete sie sich in Kalifornien (USA) bei führenden Vertreter/-innen der transpersonalen Psychologie fort, wie z.B. Angeles Arrien und Jeanne Achterberg. Außerdem absolvierte sie in Boulder (Colorado) eine 4-jährige Ausbildung zur Feldenkrais®- Pädagogin.

Als sie mit dem peruanischen Meisterzeremonialisten und Curandero Don Oscar Miro- Quesada, dem Gründer der kulturübergreifenden Pachakuti Mesa Tradition, zusammentraf, begann ihre 10- jährige Lehrzeit mit ihm, nach deren Abschluss sie die autorisierte europäische Repräsentantin und Lehrerin seiner Tradition wurde. Mehrere Aufenthalte in Peru, wo sie im Andenhochland mit anderen Curanderos und Curanderas zusammentraf, ergänzten diese Lehre.

Im Jahr 2000 gründete sie die Gruppe „Dolomiten Ayllu“, die sie seither leitet. Aus dieser Arbeit heraus entwickelte sich die Wayna Fanes- Tradition, in der die peruanische Muttertradition zu einer harmonischen und kraftvollen Synthese mit dem wieder erwachenden schamanischen Erbe des großartigen Mythos von Fanes verschmilzt.

Waltraud lehrt und heilt europaweit in Form von zeremoniellen Workshops und Pilgerwanderungen, vor allem in den Dolomiten, wo sie lebt. Ihre spezielle Fähigkeit ist es, in eindrucksvollen Gruppenzeremonien für planetare Heilung mythische Themen lebendig werden zu lassen, die das Potential für die Transformation unseres kollektiven menschlichen Bewusstseins haben. Ihre tiefe Liebe für die heiligen Berge der Dolomiten kommt in all ihren Zeremonien zum Ausdruck und verleiht ihnen besondere Kraft. 2013 ist ihr Buch „Seele der Landschaft – Landschaft der Seele“ im Neue Erde- Verlag erschienen.

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