Deutsche Supermarkt-Ketten forcieren weltweite Armut

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kind-sadnessDeutsche Supermarkt-Ketten forcieren weltweite Armut – Zeit für Wandel und Verantwortung auch der Konsumenten

Weltweit nimmt die Ungleichheit in der Wirtschaft drastische Ausmaße an – auch im Landwirtschafts- und Nahrungsmittelsektor: Supermarkt-Ketten und andere Giganten aus der Lebensmittelbranche dominieren die Märkte und forcieren die Armut.

Sie haben Mittel und Wege, ihren Lieferanten Preise und Konditionen zu diktieren und riesige Gewinne einzustreichen. Dabei untergraben sie stetig die Verhandlungsmacht der Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiter/innen am Anfang der Kette.
Mit der neuen internationalen Kampagne „Fairness eintüten!“ (englisch: „Behind the Barcodes“ ) setzt Oxfam sich dafür ein, Ausbeutung im Lebensmittelsektor zu beenden. Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiter/innen bekommen im Vergleich zu Supermärkten einen immer geringeren Anteil am Einzelhandelspreis vieler Waren.

Der neue Oxfam-Bericht „Ripe for Change: Ending human suffering in supermarket supply chains“ basiert unter anderem auf einer von Oxfam beauftragten Studie der französischen Forschungseinrichtung BASIC.
Diese zeigt am Beispiel zwölf verschiedener Produkte, wie zunehmend ungleich die Anteile an der Wertschöpfung für Supermarktketten und für Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiter/innen sind.

Die Durchschnittslöhne der Arbeiter/innen sowie die Durchschnittseinkommen der Kleinbäuerinnen und -bauern decken dabei nicht einmal das Existenzminimum, also das, was Menschen für Essen, ein Dach über dem Kopf, Arztbesuche und nötige Rücklagen aufwenden müssen.
Und gerade dort, wo vor allem Frauen arbeiten, liegen die durchschnittlichen Einkommen am weitesten unter dem Existenzminimum. Die Untersuchung zeigt aber auch, dass Ungleichheit und Ausbeutung im Lebensmittelsektor gestoppt werden können.
Sie rechnet anhand der genannten Produkte vor, wie eine gerechtere Verteilung der Einnahmen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiter/innen existenzsichernde Einkommen ermöglichen würde.

Der Preisdruck auf Produzenten und Arbeiter/innen aus Ländern des globalen Südens in Kombination mit dem Rückgang staatlicher Unterstützungsmaßnahmen führt zu vermehrten Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen in Supermarkt-Lieferketten. Zwangsarbeit auf Fischkuttern in Südostasien, Niedriglöhne auf Indiens Teeplantagen- und Hunger auf südafrikanischen Traubenfarmen – überall dort, wo Menschen Lebensmittel für Supermärkte in Deutschland und anderen Ländern produzieren, sind Menschenrechtsverletzungen gang und gäbe.

Oxfams Fallstudien zeigen unzählige Beispiele für Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen in Supermarkt-Lieferketten auf. Anstatt jedoch ihre starke Marktposition zu nutzen, um dieser Situation ein Ende zu setzen, üben Supermärkte einen immer drastischeren Preisdruck auf ihre Lieferanten aus und machen eine sozial gerechte und nachhaltige Lebensmittelproduktion nahezu unmöglich. Wirtschaftliche Ausbeutung,

Armut und menschliches Leid dürfen keine Zutaten der Lebensmittel in unseren Supermarktregalen sein.

Die in der Oxfam-Studie „Ripe for Change“ aufgedeckten tief verwurzelten Missstände zeigen, dass Supermärkte ihre Geschäftspolitik grundlegend ändern müssen. Auch wenn dies allein das globale Ernährungssystem nicht in Ordnung bringen wird, können und sollten Supermärkte deutlich mehr tun, um nicht mehr Teil des Problems zu sein, sondern Teil der Lösung. Zu diesem Zweck müssen sie ihre Geschäftspolitik in Bezug auf Menschenrechte und insbesondere ihre Beschaffungspraktiken ändern und für mehr Transparenz sorgen.

Oxfam hat einen Supermarkt-Check entwickelt, in dem einige der größten und am schnellsten wachsenden Supermarktketten in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und den USA anhand ihrer öffentlich zugänglichen

Die Durchschnittseinkommen von Kleinbäuerinnen und Bauern sowie Arbeiter/innen auf den untersuchten Plantagen decken nicht einmal das Existenzminimum ab.

Geschäftspolitiken zum Schutz der Menschenrechte sowie hinsichtlich ihrer sozialen Nachhaltigkeit bewertet werden. Die Untersuchung zeichnet ein klares Bild: Keine der „Big Four“, das heißt der vier größten deutschen Supermarkt-Ketten, nämlich die Aldi-Grupp , die Edeka-Gruppe, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland sowie die Rewe-Gruppe, wird ihrer Verantwortung gerecht, das Risiko von Menschenrechtsverletzungen in ihren Lieferketten zu identifizieren, öffentlich zu machen und entsprechend darauf zu reagieren.

Keine dieser vier Ketten erzielte in irgendeinem untersuchten Bereich mehr als acht Prozent der möglichen Punktzahl. Deutschlands vier größte Supermarktketten gehören damit zu den im globalen Vergleich am schlechtesten bewerteten Unternehmen.

Die Zusammenfassung der Studie können Sie sich hier herunterladen.

Juni 2018

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Pressemeldung Oxfam Deutschland e.V.


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