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Die 5 größten Lügen zu Klimawandel und Klimazerrüttung

Klimawandel und Klimazerrüttung-fred-hageneder-elbufer-april-2019Der Ernst der Klimazerrüttung – Räumen wir mit den hartnäckigsten Klimalügen auf.
Die 5 größten Lügen zur Klimazerrüttung 

Die 5 größten Lügen zur Klimazerrüttung – Im trocken-heißen Frühjahr 2019 war zu beobachten, dass der Ernst der (Klima-)Lage nun langsam auch im Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit ankommt. Es geht eben doch um mehr als nur ein paar zusätzliche Tage Strandwetter pro Jahr. Jetzt wird viel geschrieben über das Klima und Extremwetterlagen, aber wie bei allen Themen, die es in die großen Medien unserer Informationsgesellschaft schaffen, ertrinken wir nun in einer Informationsflut und bleiben letztendlich orientierungslos.

  • Was sind die alten Lügen?
  • Was sind die neuen Fakten?
  • Worauf kommt es wirklich an?
  • Was muss die Gesellschaft kollektiv ändern?
  • Was kann ich als Einzelne/r beitragen?

Diagnose

Der erste Schritt zur Besserung ist immer die Bestandsaufnahme der Sachlage. Wir müssen die Fakten klar erkennen, auch wenn es wehtut.

Die Verschleierung von Fakten beginnt jedoch schon mit der Wortwahl. “Klimawandel” klingt so poetisch wie ein Sonnenuntergang in der Lüneburger Heide. Die Erde hat sich doch schon immer gewandelt, das wird schon alles gut gehen, oder? Bloß keine Panikmache!

Klimakrise” ist schon etwas realistischer, verführt aber mit einem falschen Trost,

denn auch Krisen gehen irgendwann vorbei; die Folgen der Eingriffe in das Klimasystem des Planeten aber nicht, jedenfalls nicht nach menschlichen Maßstäben.

Dabei hat die Wissenschaft global schon längst auf einen anderen Begriff umgeschwenkt: climate disruption = Klimazerrüttung. Der britische Guardian – über die Landesgrenzen hinaus bekannt für seine aktuelle und exzellente Berichterstattung zu Naturschutzthemen – hat als redaktionelle Vorgabe an seine Autoren im Mai dieses Jahres seine Terminologie offiziell umgestellt: statt Klimawandel müsse man von Klimanotstand, -krise oder -zusammenbruch (climate emergency, crisis, breakdown) sprechen, und statt Erderwärmung von Erderhitzung. (1)

Bereits im September 2018 sprach der UN Generalsekretär António Guterres von einer “Krise höchster Dringlichkeit“, (2) und Patricia Espinosa, Generalsekretärin der UN Klimarahmenkonvention, sprach diese Woche vom “Klimanotstand“. Den hat Los Angeles als erste Stadt der Welt bereits im Oktober 2017 ausgerufen, (3) und das britische Parlament am 1. Mai 2019. (4) Nur in Deutschland hinkt man mal wieder hinterher und ahnt von alledem nichts. Wolkenkuckucksland.

Räumen wir mit den hartnäckigsten Klimalügen auf: Lügen und Fakten: Die 5 größten Lügen zu Klimazerrüttung. 

Lüge Nr. 1.

»Es ist nicht einmal bekannt, ob CO2 eine Klimawirkung hat

Faktenlage: Moleküle der Größe von CO2 und H2O fangen von der Erdoberfläche reflektierte Wärmestrahlen auf und halten dadurch Wärmeenergie in der Atmosphäre fest. Erstens wird das seit 40 Jahren durch Satellitenmessungen von Infrarotspektren gezeigt, die auch den Zusammenhang mit den gemessenen globalen Durchschnittstemperaturen enthüllen. Zweitens liefert die Klimageschichte Belege:

Die Wostok-Eisbohrkerne (sie enthalten im Eis eingeschlossene Luftblasen, deren Gehalt an CO2 und anderen Gasen gemessen werden kann), zusammen mit der Analyse von Baumringen und Korallenriffen, erhellen die Klimageschichte der letzten 420.000 Jahre. Dabei zeigt sich eindeutig, dass die CO2-Werte der Luft und die mittleren globale Temperaturen immer eng miteinander verbunden sind. Das atmosphärische CO2 lag in Eiszeiten immer bei 180–210 ppm (parts per million), und in den Warmzeiten nie höher als 280–300 ppm. Auch das oft zitierte “vorindustrielle Niveau” lag bei knapp 270 ppm.

Aber im Jahr 2013 erreichte die Erdatmosphäre erstmals 400 ppm. Im Mai 2019 waren es bereits 415 ppm! Es geht immer schneller. Das liegt an den 1.331 Tonnen CO2, die die Menschheit derzeit – pro Sekunde – ausstößt. (5)

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Abb. 1: Die CO2- und die Temperaturschwankungen der letzten 410.000 Jahre (6)

Lüge Nr. 2

»Man weiß doch gar nicht, ob das zusätzliche CO2 in der Atmosphäre überhaupt von Menschen verursacht wird

Faktenlage: Doch, man weiß es ganz genau! Kohlenstoff existiert in 15 verschiedenen Isotopen (Atomarten), von denen aber nur zwei stabil sind und natürlich vorkommen: 12C und 13C. Der aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe entweichende Kohlenstoff ist ein ganz anderer, 14C, ein Radionukleid, das in gut fünfeinhalbtausend Jahren zerfällt (darauf basiert auch die von Geologen und Archäologen benutzte Radiokarbonmethode zur Altersbestimmung).

Sein atmosphärischer Anteil kann mit Hilfe von Spektrometern gemessen werden. So findet man das aus Erdöl stammende 14C z.B. auch in Pflanzen und anderen Lebewesen wieder. Zweitens führt eine Verbrennung nicht nur zu einer Zunahme von CO2 in der Luft, sondern auch zu einer Abnahme von Sauerstoff O2, was ebenfalls gemessen wird. Drittens erlauben nationale Statistiken der Industrien die Berechnung der C-Emissionen (zumindest der Mindestwerte, denn einiges wird auch gar nicht angegeben).

Also: Kohlenstoff aus der Verbrennung fossiler Materialien unterscheidet sich klar und deutlich von natürlichem Kohlenstoff.

Lüge Nr. 3

 »Die Erde selbst setzt doch durch Vulkane viel mehr CO2 frei als wir

Faktenlage: Unter den wenigen derzeit aktiven Vulkanen ist der Mount Kilauea auf Hawaii seit 35 Jahren aktiv. Der Kilauea stößt jährlich etwa 7 Millionen t CO2 in die Atmosphäre aus; das ist nicht wenig. Aber im Jahr 2018 erreichten die jährlichen menschlichen Emissionen durch fossile Brennstoffe offiziell über 36 Mrd. Tonnen.

Dazu kommen die Emissionen aus der Bodendegradation (Bodenverschlechterung) durch die industrielle Landwirtschaft; die Gesamtmenge der anthropogenen (= durch den Menschen verursachten) Emissionen beträgt in Wirklichkeit 41,5 Mrd. t.
Die durch den Menschen verursachten CO2-Emissionen pro Jahr sind über 5.900 mal höher als die des aktiven Vulkans Kilauea.

Außerdem sorgt die Natur ja immer für Ausgleich: In etwa dieselbe Menge CO2, die durch Vulkanismus und andere geologische Vorgänge freigesetzt wird, wird durch Ablagerung kohlenstoffhaltiger Substanzen in Sedimentgesteinen auch wieder gebunden, z.B. in den Schalen von Myriaden von Meereslebewesen, die nach ihrem Tod zum Meeresboden sinken (zum Wechselspiel von biologischen und geologischen Kräften siehe Artikel 1 dieser Serie, “Lebendige Erde – Unseren Planeten verstehen”).

Von 2000 bis 2017 hat die Menschheit noch einmal soviel fossilen Kohlenstoff emittiert wie in ihrer gesamten Geschichte zuvor, nämlich 650 Milliarden Tonnen. Man sagt, damit ist der größte Teil unseres “Kohlenstoff-Budgets” aufgebraucht, d.h. von dem rechnerisch ermittelten absoluten Maximum, dass das Erdsystem überhaupt verkraften kann (wie man hofft).

Daher das Jahr 2050 als allerspätester Zeitpunkt, um bei null Emissionen anzukommen – jedenfalls für Glücksritter und solche, die an Wunder glauben (wie anscheinend die meisten Politiker); Leute hingegen, die es ernst meinen mit dem Überleben der Menschheit, plädieren für 2035. Ein Kohleausstieg bis 2038 ist wildeste Tagträumerei.

Lüge Nr. 4

»Nichts ist bewiesen! Es sind alles nur fehlerhafte Computermodelle

Faktenlage: Diese Auffassung ist ein Relikt aus den 90er Jahren. Natürlich waren die Computermodelle damals alles andere als ausgereift. Aber inzwischen sind die Folgen der beginnenden Klimazerrüttung ja für alle spürbar.
Und messbar: Die heißesten fünf Jahre seit Beginn der Messungen waren die letzten fünf Jahre, 2014 bis 2018.

Die Hitzewelle 2018 hat endlich auch in Deutschland zum Nachdenken geführt, dabei waren global die Jahre 2015, 2017 und v.a. 2016 noch heißer. (7)
Die globale Erhitzung findet statt, sie wird längst durch Thermostate an Land, auf Bojen in den Weltmeeren und von Satelliten gemessen!

Es geht nicht um bloße Computersimulationen (obwohl die natürlich fortgeführt werden, um Anhaltspunkte für die zukünftige Entwicklung zu bekommen). Die Eingaben für die Computermodelle werden ständig mit der Realität abgeglichen und angepasst. Und wenn Rechenergebnisse korrigiert werden müssen, dann – beunruhigenderweise – meist nach oben, d.h. es geht alles viel schneller als angenommen, insbesondere das Schmelzen der Polarkappen (und damit auch die Schwächung des Golfstromes und des Jetstreams, die Europas Klima und Wetterlagen wesentlich bestimmen).

Im übrigen waren auch frühe Berechnungen gar nicht so verkehrt. Die Ölindustrie selbst erstellte Studien, die schon 1982 (Exxon) und 1986 (Shell) die Auswirkungen des Verbrauchs fossiler Brennstoffe genau vorhersahen, inklusive dem Verschwinden der Korallenriffe und der allmählichen Flutung von Küstengebieten wie Bangladesch.

Die Exxon-Studie von 1982 zeigt für 2019 einen atmosphärischen CO2-Gehalt von 415 ppm; dieser Menge wurde tatsächlich im Mai 2019 erstmals erreicht! Der für 2019 prognostizierte Temperaturanstieg von 0,9 °C wurde bereits 2017 erreicht. (Nach dieser Exxon-Studie erreichen wir Mitte der 2050er Jahre die selbstmörderische 2°C-Grenze.) (8)

Lüge Nr. 5

»Die Wissenschaftler sind sich doch selbst nicht einig, ob die globale Erwärmung von Menschen verursacht wird oder nicht

Faktenlage: Diese Aussage ist einfach Unsinn. Bereits seit Anfang der 90er Jahre bringen 97% der Wissenschaftler, die in der Klimatologie arbeiten, zum Ausdruck, dass die Klimazerrüttung vom Menschen verursacht wird. (9)

Die unheilige Allianz von Politik und Ölindustrie

Man kann die oben genannten Zweifel an der Klimaveränderung auch “Missverständnisse” oder “Unwissenheit” nennen, aber die Wortwahl “Lügen” soll deutlich machen, dass sie allesamt von den Desinformationskampagnen der Ölindustrie in die Welt gesetzt worden sind. Die erste Lobbyorganisation (“Global Climate Coalition”) wurde bereits 1989 gegründet.

Seither fließen jährlich viele Millionen Dollar, um systematisch Zweifel an der Klimawissenschaft zu wecken. Big Oil in den USA lässt sich das ca. 115 Mio. Dollar jährlich kosten, weltweit liegen die Ausgaben der fossilen Brennstoffindustrie für obstruktives Anti-Klima-Lobbying bei etwa 500 Mio. Dollar pro Jahr. (10)

Dazu kommen die staatlichen Subventionen.

Während die Regierungen schöne Worte bei den Klimakonferenzen finden, werden weiterhin Milliarden Steuergelder an die Ölindustrie verschenkt. Trump mit seinem Ausstieg aus dem Pariser Abkommen ist da nur ehrlicher als die anderen. Deutschland allein gewährt Steuerbefreiungen in Höhe von 344 Mio. Dollar, plus 131 Mio. Dollar für die Exploration fossiler Brennstoffe.

Dazu kommen die Kredite der Banken.

In scharfem Kontrast zum Bericht des Weltklimarates hat sich die Geschäftsphilosophie der Großbanken kein Stück geändert: Seit dem Pariser Abkommen hat der Bankensektor weltweit 1,9 Billionen US-Dollar (ja, Billionen, mit B vorn, das sind 1.900 Milliarden) in das Auffinden neuer Lagerstätten investiert, und oft an die aggressivsten Ölfirmen.

Es braucht also niemand zu denken, die Menschheit hätte kein Geld, das man umlenken könnte, um wirklich nachhaltige Alternativen zu entwickeln!

Zum Trost: Auch in der Hochfinanz hat ein Umdenken begonnen. Die UN gab gerade bekannt, dass Investoren mit einem Gesamtwert von 34 Billionen US-Dollar auf Maßnahmen drängen, die das Pariser Klimaziel von maximal 1.5° Erderhitzung ermöglichen. (11)

Und langsam werden die »Leute, die mit dem Schicksal der Menschheit spielen« (12), auch zur Verantwortung gezogen. Bereits seit 2015 stehen Big-Oil-Firmen in New York, Texas, Massachusetts und den U.S. Virgin Islands unter Anklage für die Klima-Lügen, die sie 40 Jahre lang verbreitet haben.

Wegen der zu erwartenden verheerenden Folgen des steigenden Meeresspiegels haben acht Städte und Landkreise in Kalifornien sowie New York City und verschiedene Gemeinden in Colorado und Washington State Zivilklagen gegen mehrere Öl- und Gasunternehmen eingereicht.

Ebenso gehen Aktionärsvereinigungen juristisch gegen fossile Aufsichtsräte vor. Und wegen des grundlegenden Verrats an den jüngeren Generationen vertritt Our Children’s Trust mehrere Klagen von Kindern vor staatlichen Gerichten quer durch die Vereinigten Staaten. Dies dürfte erst der Anfang einer globalen Welle sein – auch in diesem Sinne steigt der Meeresspiegel.

Kipppunkte

Alle (Voraus-)Berechnungen zum Weltklima stehen am optimistischen Ende der Skala, weil der Weltklimarat (IPCC) nur die sogenannten “moderaten” Studien berücksichtigt. “Panik” und “Alarmismus” will man unbedingt vermeiden, zu schnellen Abschied vom Status quo vielleicht auch. Schließlich ist der Weltklimarat ja auch nur von Regierungen ins Leben gerufen worden, deren Stabilität vom Erdöl abhängt (z.B. durch die Abhängigkeit der Welternährung vom Erdöl, siehe unten).

Auch wird dem IPCC längst nicht alles erzählt. Dies sind Schwachstellen, die viele Wissenschaftler schon seit Jahren kritisieren. Und die globalen Berechnungen zum CO2-Ausstoß enthalten weder die riesigen Mengen an Treibhausgasen, die die industrielle Landwirtschaft erzeugt, noch die Verschmutzung durch die mit besonders schmutzigem Schweröl betriebenen Handelsflotten der Welt (100.000 große Schiffe, Tendenz steigend).

Des weiteren berechnet der IPCC keine Kipppunkte – weil man sie nicht berechnen kann!

Aber das Überleben der Menschheit und der meisten anderen Arten hängt davon ab, ob wir rechtzeitig umlenken, bevor ein globaler Kipppunkt erreicht ist.

Als Kipppunkt bezeichnet man den Beginn einer Kettenreaktion, auf die wir keinen Einfluss mehr haben, wenn sie erst einmal in Gang gekommen ist.

Kipppunkte und Kaskadeneffekte liegen in der Natur des Erdsystems, ja in der Natur der Physik schlechthin. Das bekannteste Beispiel ist das Weltenmeer. Trotz aller Verschmutzung und Verseuchung der Lebenswelt existieren wir überhaupt nur deswegen noch, weil die Ozeane und die Wälder der Welt den größten Teil unseres Drecks absorbieren.

Meerwasser nimmt den größten Teil der menschengemachten CO2-Emissionen auf.

Dabei wird es saurer (Kohlensäure, H2CO3). Durch die Anreicherung von Treibhausgasen in der Luft erhitzt sich die Erde, also auch die Ozeane.

Aber: Je saurer und wärmer das Meerwasser ist, desto weniger CO2 kann es aufnehmen, d.h. der unvermeidliche Sättigungsgrad wird schneller erreicht.

Niemand weiß, wann er erreicht sein wird, aber dann wird das Meer nicht nur gänzlich aufhören, CO2 aufzunehmen, sondern durch die resultierende drastische Beschleunigung der Erderhitzung wird das heißere Meer beginnen, CO2 wieder abzugeben.

Dann nützt es auch nichts mehr, wenn wir unsere direkten Emissionen auf Null gebracht haben sollten. Der Planet katapultiert sich dann in einen sehr heißen Zustand, der Hothouse Earth genannt wird und am Ende nur noch für Bakterien bewohnbar sein wird.

Ähnliche Kipppunkte gibt es für den Amazonas-Regenwald,

für das Eis in Grönland und jenes in der Antarktis, die Meeresalgenfelder, die Korallenriffe. Sie alle helfen, die Erderhitzung im Zaum zu halten. Aber wenn sie fallen, wird sie sich exponentiell beschleunigen.

Man kann leider beobachten, wie die Erwähnung der Gefahr, dass der Monsun in Indien und der Monsun in Afrika schwächer werden und schließlich ganz ausfallen können (was nicht zu bewältigende Wasserknappheit, gigantische Hungersnöte und nie dagewesene Flüchtlingsströme nach sich ziehen wird), keine große Beunruhigung in Europa oder Nordamerika auslöst.

Man sollte sich aber nicht zu sicher fühlen: Ohne den Jetstream in der Atmosphäre und den Golfstrom im Atlantik gibt es auch für Europa keine Gewissheit auf sichere Trinkwasserversorgung und Nahrungsmittelproduktion. Statt dem vertrauten Rhythmus der Jahreszeiten drohen unvermittelte subtropischen Hitzewellen und Dürren in plötzlichem Wechsel mit Extremregenfällen, Orkanen oder polaren Kälteeinbrüchen.

Was können wir tun?

In jeder Krise, insbesondere bei einer Bedrohung derartigen Ausmaßes, ist es geboten, die schwerwiegendsten Ursachen zu identifizieren und zuerst anzugehen, und das möglichst schnell.

Wie die Klimabewegung FridaysForFuture inzwischen wohl allen deutlich gemacht hat,

sind Industrie und Politik der Industriestaaten, ja praktisch aller Staaten, alles andere als schnell. Zur Erinnerung: Man weiß um diese Probleme seit über 40 Jahren, das Kyoto-Protokoll ist von 1997, aber CO2-Emissionen, die Verseuchung durch Plastik- und andere Giftstoffe, die Waldvernichtung und das Artensterben (durch die Zerstörung von Lebensräumen) nehmen von Jahr zu Jahr kontinuierlich zu. Nicht nur Ökologen fragen sich: Gibt es überhaupt intelligentes Leben auf der Erde?

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Abb. 2. Globale Treibhausgasemissionen nach Wirtschaftszweigen (2015). (13)

Während also so gut wie nichts passiert, hat man wenigstens die schlimmsten Ursachen erkannt?

Nein, ganz und gar nicht. Blicken wir einmal auf ein Tortendiagramm zum CO2-Ausstoß weltweit. Strom- und Wärmeerzeugung, über die öffentlich so viel geredet wird, stellt tatsächlich den größten Abschnitt dar (hier finden sich auch die Kohlekraftwerke).

Aber einen fast genauso großen Prozentanteil am Gesamtausstoß von derzeit 36 Mrd. Tonnen jährlich hat die industrielle Landwirtschaft. Und da viele Lebensmittel industriell verarbeitet werden und die Nahrungsmittelketten ein enormes Transportaufkommen erfordern, beginnen wir zu ahnen, dass sich der wahre Preis der Agroindustrie auch in den anderen Sektoren verbirgt.

So kostet es ganze drei Tonnen Öl (verbucht unter “Industrie”), um eine Tonne Stickstoff-Kunstdünger herzustellen; die industrielle Landwirtschaft ist vollkommen abhängig von Big Oil.

Insgesamt wird geschätzt, dass der Lebensmittelsektor für etwa ein Drittel der weltweiten Treibhausgas-Emissionen aus fossilen Brennstoffen verantwortlich ist. (14)

Dazu kommen gigantische Mengen an Treibhausgasen, die ohne Verbrennung, sondern durch die Misshandlung der Böden freigesetzt werden: durch die chemie-intensive Agroindustrie, deren schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge (Traktoren, Erntemaschinen usw.) zu Bodenverdichtung und dadurch zum Absterben der Mikroflora des Bodens und zu Erosion führen.

Zusätzlich zu den oben erwähnten 36 Mrd. Tonnen jährlichem CO2-Ausstoß gibt das noch weitere 5,5 Mrd. Tonnen – eine riesige Menge, die bei der Klimadiskussion außen vor bleibt, weil man sich ausschließlich auf die Emissionen durch fossile Brennstoffe fokussiert.

Ein einzelnes Maisfeld kann 10–20 Tonnen Boden pro Jahr verlieren.

In den letzten 100 Jahren hat die Agroindustrie die Bodenerosion um das Sechzigfache erhöht!
Bereits im Januar 2014 hat die UN bekanntgegeben, dass ein Drittel der Böden der Welt tot und damit für die Landwirtschaft unbrauchbar geworden ist.

Beim gegenwärtigen Grad der Bodenzerstörung kann die Welt nur noch 60 Jahre lang Kulturpflanzen anbauen, dann werden die Böden vollends tot sein. Zusätzlich verseucht die Ausbringung von Kunstdünger das Grundwasser mit Nitraten.

Den allergrößten Bedarf an Wasser und Energie hat dabei die Aufzucht von Nutztieren.

Die Produktion von Billigfleisch verursacht so viele CO2-Emissionen wie alle Fahrzeuge, Züge, Schiffe und Flugzeuge der Welt zusammen. Die Welt diskutiert seit Jahrzehnten über den Kraftstoffverbrauch im Verkehr, aber der größte Verursacher der Naturzerstörung ist die Agroindustrie, insbesondere der Fleischsektor.

Eine 2018 veröffentlichte Studie zeigt, dass beim derzeitigen Trend bis 2030 sogar die Hälfte der weltweiten Treibhausgas-Emissionen allein aus der Tierhaltung stammen werden. (15)

Die vordringlichsten Schritte zum Klimaschutz sind also eindeutig:

1. Drastische Reduzierung des Fleischkonsums.
2. Vollständige Umstellung der petrochemischen Agroindustrie auf biologische Landwirtschaft.

Zur Transformation der Umstellung der petrochemischen Agroindustrie:

Drei Viertel der menschlichen Nahrung werden ohnehin von Kleinbauern produziert; Big Agro dagegen produziert hauptsächlich Massengetreide für ungesunde Kohlenhydrate, Mais für giftige Zuckerprodukte oder Biogasanlagen und v.a. Viehfutter.

In den USA werden 4% der Landfläche für den Anbau von Nahrungsmitteln benutzt, aber 41,3% für Rinderweiden und den Anbau von Viehfutter. Also mehr als das Zehnfache der Fläche wird für Tierernährung genutzt als für die direkte Ernährung des Menschen. In Deutschland ist es knapp die Hälfte (55% Nahrungsmittel-, 45% Futtererzeugung), aber das liegt an den hohen Futtermittelimporten.

Deutschland ist unehrlicher als die USA und versteckt seine Klima- und seine Ökobilanz andernorts,

v.a. in Südamerika. Die Massentierhaltung in Europa ist stark auf Importe von Kraftfutter angewiesen. Deutschland ist der größte Sojaimporteur Europas, 2016 lagen die Einfuhren bei 3,7 Mio. Tonnen Sojabohnen und 2,8 Mio. Tonnen Sojaschrot. (16)

Die kommen größtenteils aus Südamerika, wo dafür Ökosysteme in Argentinien und tropischer Regenwald v.a. in Brasilien zerstört werden.

Weltweit hat die Zerstörung von Regenwäldern bisher 15% aller Treibhausgasemissionen freigesetzt.
Und weniger für den illegalen Tropenholzhandel als vielmehr für Palmöl (in Indonesien), Rinderweiden und genmanipulierte Sojafelder (Brasilien).

Es gibt inzwischen genügend praktische Tipps und Ratgeber, was man als Verbraucher für das Klima tun kann.

Weniger Autofahren, weniger fliegen, Energie sparen, das Eigenheim wärmedämmen – das sind alles überaus wichtige Schritte, die zum Ganzen beitragen.

Aber keiner ist so wichtig und so effektiv wie die generelle Umstellung auf Bio-Produkte sowie die Vermeidung von Billigfleisch und chemie-intensiven Nahrungsmitteln, die um die halbe Welt transportiert wurden. Daher der oft gehörte gute Tipp, bevorzugt Lebensmittel aus der Region zu kaufen und Importe zu vermeiden.

Eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigt, dass, wenn alle US-Amerikaner von Rindfleisch auf Bohnen umsteigen würden, das Land allein damit die Pariser Klimaziele fast erreichen könnte! (17) (Aber da die Pariser Klimaziele ja ohnehin zu niedrig gesteckt sind, muss man natürlich dennoch weiterhin auch an der Verbesserung des Verkehrs arbeiten.)

Die Erkenntnis, dass der Verzicht auf Rindfleisch mehr fürs Klima tut als der auf Autos,

hätte sich bereits seit 2014 verbreiten können, aber die Medien und die Behörden schweigen lieber, als Veränderungen im Denken der Bürger einzuleiten. Stattdessen gibt es seither große Werbekampagnen für Fleischkonsum. Dennoch steigt die Zahl der Vegetarier und Veganer.

Mit Methoden wie managed grazing (das bei Weiden wieder Wurzelmasse aufbaut, statt die Flächen zu überweiden) und Pyrolyse (die Kohlenstoff im Boden bindet, der Bodenversauerung entgegenwirkt, den Nährstoffgehalt ergänzt, die Bodenflora und -fauna verbessert und zudem Wasser filtert) wäre es in den nächsten Jahrzehnten möglich, 140 Mrd. t Kohlenstoff wieder aus der Atmosphäre zu holen.

Das würde das Problem der CO2-Emissionen fast lösen!

Und ganz biologisch. Dazu lasse man die verbliebenen Wälder der Welt wieder wachsen und forste Kahlschläge wieder auf, und der Planet könnte sich erholen. Aber von diesen ganz großen Lösungen hält man sich beharrlich fern. Und verbietet stattdessen Plastikstrohhalme, um zu zeigen: Man tut was!

Es ist billig und unfair von Politikern, diese Verantwortung ausschließlich dem Verbraucher zuzuschieben.

Gewiss, wir alle müssen mitmachen, um der Politik zu zeigen, dass die Bereitschaft bei den Wählern da ist. Aber ohne die Politik und eine klima- und erdgerechte Gesetzgebung bleibt das alles ein Tropfen auf den heißen Stein. Ohne Infrastruktur nützt es nichts, ein Fahrrad oder ein Hybridauto zu haben. Ohne Zuschüsse ist es für die meisten unmöglich, ihre Zentralheizung auf nachhaltige Systeme umzustellen, die Jahrzehnte brauchen, um sich zu amortisieren.

Es ist die Veränderung im Großen nötig, wie sie nur durch Politik und Industrie erfolgen kann!

Daran sollten wir denken, wenn wir auf Klima-Demonstrationen die Schilder sehen mit der Aufschrift: “System change not climate change“.

 Und wir sollten alle mitmachen bei diesen Demonstrationen. Denn die Politik hat immer noch so gut wie gar nichts begriffen. Während die Verkehrsminister im Kreuzfeuer der Abgaskritik stehen, lachen sich die Landwirtschaftsminister der Länder noch ins Fäustchen, während sie ihre Rindersteaks auf dem Tropenholzkohle-Grill garen. Darum müssen diese Zusammenhänge lauter und stärker in das Licht der öffentlichen Diskussion rücken.

Die Jugend von FridaysForFuture ist der Gesellschaft auch hier wieder ein Stück voraus: Längst sind Tierschutz- sowie Veganergruppen Teil der Klimabewegung.

Die 5 größten Lügen zur Klimazerrüttung

01. Juli 2019
Fred Hageneder
Führender Autor auf dem Gebiet der Ethnobotanik und der kulturellen und spirituellen Bedeutung der Bäume

Quellen
1. Damian Carrington 2019. Why the Guardian is changing the language it uses about the environment. theguardian.com, Fri 17 May 2019. https://www.theguardian.com/environment/2019/may/17/why-the-guardian-is-changing-the-language-it-uses-about-the-environment
2. https://www.un.org/sg/en/content/sg/statement/2018-09-10/secretary-generals-remarks-climate-change-delivered
3. The Climate Mobilization 2017. The Climate Mobilization Begins in Los Angeles! theclimatemobilization.org, October 15. https://www.theclimatemobilization.org/blog/2018/4/25/the-climate-mobilization-begins-in-los-angeles
4. Peter Walker 2019. MPs endorse Corbyn’s call to declare climate emergency. theguardian.com, Wed 1 May 2019. https://www.theguardian.com/environment/2019/may/01/declare-formal-climate-emergency-before-its-too-late-corbyn-warns
5. Monitor für den aktuellen CO2-Gehalt der Luft: https://www.co2.earth/daily-co2
6. Stephan Harding 2009. Animate Earth: Science, Intuition and Gaia. 2. Auflage, Cambridge (UK): Greenbooks.
7. The 10 Hottest Global Years on Record. Climate Central, February 6th, 2019. https://www.climatecentral.org/gallery/graphics/the-10-hottest-global-years-on-record
8. jme 2019. Ölriese Exxon wusste schon 1982, wie stark die Erderwärmung 2019 ausfällt. spiegel.de, 17.05.2019. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/exxon-sagte-co2-gehalt-der-atmosphaere-fuer-2019-genau-voraus-a-1267915.html
9. Mehr zur 97%-Einigkeit der Wissenschaftler beim Konsensusprojekt (nur in englisch, aber viele tolle Graphiken): theconsensusproject.com
10. InfluenceMap 2016. An investor enquiry: how much big oil spends on climate lobbying. InfluenceMap April 2016. https://influencemap.org/report/Climate-Lobbying-by-the-Fossil-Fuel-Sector
11. Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen 2019. Investors with $34 Trillion Urge Policies for Paris 1.5°C Goal. unfccc.int, 26 Jun, 2019. https://unfccc.int/news/investors-with-34-trillion-urge-policies-for-paris-15degc-goal
12. Benjamin Franta 2018. Shell and Exxon’s secret 1980s climate change warnings. theguardian.com, 19 Sep. https://www.theguardian.com/environment/climate-consensus-97-per-cent/2018/sep/19/shell-and-exxons-secret-1980s-climate-change-warnings
13. EPA
14. Helen Harwatt 2018. Including animal to plant protein shifts in climate change mitigation policy: a proposed three-step strategy. Climate Policy. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14693062.2018.1528965
15. Helen Harwatt 2018. op. cit.
16. Statistiken von Soja – Globale Mengenverteilung und Mengenströme. EST, besucht im Januar 2019. http://www.sojatoaster.com/hintergrundinfos/sojaanbau-globale-mengenverteilung-und-mengenstroeme/ Siehe auch Bauernverband, https://www.bauernverband.de/62-betriebsmittel-/futtermittel
17. Bibi van der Zee 2018. What is the true cost of eating meat? theguardian.com, 7 May. https://www.theguardian.com/news/2018/may/07/true-cost-of-eating-meat-environment-health-animal-welfare

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Weitere wichtige Aspekte der Lebenssysteme unseres Planeten

insbesondere die Artenvielfalt, Feedbacksysteme und Kippelemente – werden in den anderen Artikeln dieser Serie behandelt:
Das Vorwort dieser Artikelserie:
“Jetzt handeln für eine glückliche Erde” >>>jetzt lesen<<<

Die Artikelserie “Jetzt handeln für eine glückliche Erde” beinhaltet:

1. Lebendige Erde – Unseren Planeten verstehen  
Wie funktioniert er eigentlich, unser vitaler Planet, auf dem das Lebendige mit all seinen Bereichen – den Meeren, der Atmosphäre, den Wäldern und den Böden – so eng ineinandergreift?

2. Klimazerrüttung 
Lügen und Fakten. Der tatsächliche Zustand des Klimas und der Lebenssysteme der Erde. Die TeilnehmerInnen der Schulstreiks haben recht: Statt “Klimawandel” brauchen wir einen durchgreifenden Systemwandel.

3. Artenvielfalt 
Artenvielfalt ist kein Luxus der Natur, sondern eine existenzielle Notwendigkeit in einem sich ständig wandelnden Universum. Auch die Evolution darf man nicht nur auf Individuen beziehen, sondern muss sie im Gesamtzusammenhang der jeweiligen Ökosysteme verstehen.

4. Wegwerfgesellschaft 
Die unersättliche Gier nach “Rohstoffen” und die Verseuchung aller natürlichen Lebensgrundlagen sind die zwei Seiten der einen dreckigen Medaille. Es gibt aber auch ethische und nachhaltige Möglichkeiten zu wirtschaften.

5. Gesunde und nachhaltige Ernährung 
Der Mensch ist kein “Hautsack”, der von seiner “Umwelt” abgenabelt ist, sondern ein System dynamischen Austausches. Das Konzept des Er-Nährens muss in beide Richtungen fließen: Wirklich gesund für das Individuum ist das, was wirklich gesund für die gesamte Ökosphäre ist. Erde und Mensch sind eins.

6. Angst und Leugnung – und unser Ausweg
Die Menschheit schaut apathisch zu, wie ihre Zeit abläuft. Aber die Gegenbewegung wächst! Jede/r kann die eigene Trägheit überwinden und Verantwortung übernehmen. Es gibt keine Ausreden mehr!

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Zusammenfassung
Die 5 größten Lügen zu Klimawandel und Klimazerrüttung
Titel
Die 5 größten Lügen zu Klimawandel und Klimazerrüttung
Beschreibung
Der Ernst der Klimazerrüttung – Räumen wir mit den hartnäckigsten Klimalügen auf. Die 5 größten Lügen zur Klimazerrüttung
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Spirit Online
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3 Kommentar(e)

  • Ich finde es gut, dass Sie das Thema ansprechen. Das sogenannte Klimaschutz-Programm ist in Wirklichkeit ein Weltzerstörungsprogramm,denn es ist ein riesiges Investitionsprogramm. Wenn der Kollaps eintritt wird die Eine-Welt ausgerufen und die USA wollen die Welt beherrschen. CO2 ist für die Erde lebenswichtig. Methan als Maststab wäre sinnvoller aber wegen dem Fleischkonsum wird es nicht genannt. Rund 1 Milliarde Menschen verhungern und sterben weil das Getreide den armen Menschen weggenommen wird. Bekanntlich werden zirka aller Menschen zu 90 % krank wenn sie Fleisch und Fisch essen. Jeder sollte vegan leben. Positiv sind Ihre Hinweise auf ein bescheidendes Leben. Die Arbeitszeiten sollten drastisch gekürzt werden. Ich habe mich 6 Jahre beurlauben lassen. Es war eine wunderbare und glückliche Zeit. Ich habe in meinem Inneren Gott gefunden. Seit 64 Jahren hatte ich keine Krankheiten und bin seit 34 Jahren Veganer. http://www.hergen.info

    • “Jeder sollte vegan leben.” Schön wär’s, und auf jeden Fall müssen wir uns dem gesamtgesellschaftlich annähern. Aber man kann auch niemandem etwas direkt verbieten!
      In meiner Wahlheimat Großbritannien wird derzeit öffentlich diskutiert (zur besten Sendezeit, nicht etwa um 3 Uhr morgens!), Schulklassen – ab einem Alter, in dem sie das verkraften können – die Realität der Massentierhaltung und der Schlachthöfe zu zeigen. Danach kann jeder junge Mensch selbst entscheiden, ob er sich an diesem unermesslichen Leid und Blutbad beteiligen möchte.
      Was ja bisher geschieht, ist, das Kinder mit idyllischen Bilderbüchern von glücklichen Schweinen usw. aufwachsen, aber lernen müssen, ihre Empathie für Tiere beim Sonntagsbraten einfach “abzustellen” – eine perfide taktischen Maßnahme, um die Menschen auf ein Leben mit Lügen vorzubereiten.
      Ein zweiter Vorschlag besteht darin, dass auch Erwachsenen empfohlen werden sollte, einmal die Stätten der systematischen Tiervernichtung zu besuchen.

  • Hallo,
    ich kenne die Notwendigkeit, an allen Stellen etwas zu tun, um das Ökosystem wieder in das Gleichgewicht zu bringen. Ich glaube, dass es wichtig ist, gerade die Menschen in den Industrie- und Konsumländern auf die Natürlichkeit des Lebens hinzuweisen und hinzuführen. Den Menschen im Urwald braucht man dies nicht zu sagen. Genauso wichtig finde ich den Menschen zu erklären, dass die Dualität (postiv und negativ) in jedem vorhanden ist und sich je nach Entwicklungsstand des Menschen zeigt.
    Bei jeder Klimadebatte vermisse ich ein Thema – Krieg. Wieviel Energie wird verbraucht, wieviel Rohstoffe werden gefördert um Waffen herzustellen, das Zerstören und wieder aufbauen, der Transport der Waffen von einem Land ins andere, die Menschenschicksale, die dafür sorgen, dass jemand seine Heimat verlässt und dadurch wieder Energie verbraucht wird. Truppenübungsplätze, wo Monition liegen bleibt, Natur einfach mal zerstört wird, Tiere verjagt werden etc. pp. Durch Kriege werden Menschen in einen Mangelzustand versetzt, der durch Konsum ausgeglichen wird (nie mehr wenig zu essen). Liebe nicht vorhanden. Wenn den Menschen nicht bewusst wird, das die Liebe zum Menschen, zur Natur, den Tieren und allen seins die stärkste heilende Energie ist, werden wir endlose Debatten führen. Nie mehr beitzen, wie ich selber benötige. Mindestens 50% meines Haushaltes benötige ich nicht, um leben zu können. Auch die Bio-Kiwi aus Australien, die ich in Deutschland verzehre – klimaschädigend. es sei denn, sie wird mit einem Segelschiff transportiert.
    Aber wie gesagt, in keiner Fernsehsendung oder anderen Debatten, wenn ich Politiker anschreibe bekomme ich keine Antworten, Fryday for Future angeschrieben und keine Antwort. Warum bekomme ich keine Antwort auf meine Frage, wie hoch der Anteil des Krieges mitsammt aller Folgeereignissen am Klimawandel hat? Kann es sein, dass diese Frage immer unterdrückt wird oder nicht im Bewusstsein ist, weil wir gerade davon nicht betroffen sind?
    Deshalb habe ich ein Buch geschrieben, damit die wichtigen Dinge des Lebens den Menschen bewusst werden. Ich respektiere und akzetiere dabei, dass jeder einen freien Willen hat, es aber ohne Regeln nicht geht, ein Ökosystem aufrecht zu erhalten. Die Welt hat schon immer Ökosysteme verändert ohne den Menschen, Klima verändert ohne den Menschen. Das wir das Ganze beschleunigen ist mir klar und bewusst. Deshalb gilt es, alles zu entschleunigen und sich ständig die Frage nach dem Warum zu stellen. Das ist meine Meinung. Und wer möchte, darf auf meiner Webseite den Text lesen, den ich zu meiner Sichtweise auf die Welt geschrieben habe.
    Herzliche Grüße
    Roland Konrad Becker

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