Selbstheilung-Übungen

Disharmonie und Streit? – Nutze die natürliche “Standleitung”

skizze-pairDisharmonie und Streit? – Nutze die natürliche “Standleitung”

Du kennst dieses Gefühl: Du bist im Streit mit einem Menschen, der Dir im Grunde sehr wichtig ist. Es herrscht Sendepause zwischen Dir und ihr/ihm, Funkstille… vielleicht sogar Totenstille, weil diese Person verstorben ist.

Du leidest unter der Disharmonie, Du bist wütend, möchtest aber nicht verletzen, Du bist enttäuscht, machst die Dinge mit Dir selbst aus aber es fehlt Dir die Verbindung. Vielleicht sogar der Kontakt und Austausch. Aber das scheint gerade unmöglich…

In welcher Situation man auch immer ist, es ist gut zu wissen, dass es hier tatsächlich einen Ausweg gibt. Egal, wie tief Du gerade im Gefühls-oder Beziehungssumpf steckst!

Auf seelischer Ebene sind wir immer verbunden…

…Immer. Überall. Wir können nicht nicht-in-Verbindung sein. Das ist unmöglich.

Alles ist Energie. Wir eingeschlossen. Auch unseren „Erzfeind“. Uns verbindet ein emotionales und energetisches Band, eine Standleitung. Ob wir sie bewusst nutzen oder nicht, steht auf einem anderen Blatt, aber da ist sie, zu jeder Zeit. Sogar über den Tod hinaus.

Was heißt das für uns, wenn wir mit jemandem in einer angespannten Situation sind, wenn wir im Streit sind, verletzt durch oder wütend auf jemanden sind?

Es bedeutet, dass wir uns diese Verbindung bewusst zunutze machen können, indem wir den Mut finden, das für und uns erst einmal vor uns auszusprechen, was an Gefühlen da ist.
Je ehrlicher wir dabei sind, umso besser!

Dies kann man tun in einer Art fiktivem Dialog mit der Person, mit der man den Konflikt hat, z.B. bei einem Spaziergang, in einem Cafe sitzend, beim Autofahren. Sprechen mit dieser Person hilft, die festgefahrene Energie in einem in Bewegung zu bringen.

E-motionen

Emotionen, sagt man, ist Energie in Bewegung (Motion) E-motion. Verhärten diese Energien in einem, fühlt man sich festgefahren. Sie bewusst in Bewegung zu bringen ist der Schlüssel!

Also: frei raus! Alles ist erlaubt. Sogar brüllen, einschlagen auf einen Boxsacke, treten… Tränen dürfen fließen, Schimpfwörter fallen, sollte dies hilfreich sein, die gestauten und aufgestauten Emotionen in Bewegung zu bringen. All dies geschieht in einem geschützten Bereich, denn die Person, um die es geht, ist physisch nicht anwesend.

Wer weniger Druck in sich hat oder es ruhiger mag: Sich hinsetzen und einen Brief schreiben, den man dann aber nicht abschickt, ist auch ein Weg.

In Wahrheit gibt es so viele Wege, wie es Menschen gibt… also finde Deinen eigenen für die jeweilige Situation.

Wenn der erste Schwall an Energie raus ist, fühlt man sich meist schon deutlich besser! Geschafft! Erleichterung macht sich breit. Und irgendwie ist man froh, dass man dabei alleine war!

Zum Glück hat man den Brief nicht abgeschickt! Zum Glück stand Person x nicht neben einem bei dem Gefühlsausbruch!

Ein Etappenziel ist erreicht, aber noch nicht das Ziel: die Aussprache.

Man lebt mit dem Thema. Es folgen vielleicht noch ein paar fiktive Gespräche bei Spaziergängen oder Autofahrten… Briefe werden neu verfasst, andere Aspekte beleuchtet, tiefer gegangen.

Das, was man wirklich sagen möchte, einem wichtig ist, hat sich heraus kristallisiert. Die große Emotionalität ist abgebaut und man traut sich, das offene Gespräch mit der Person zu suchen.

Gerade weil man bereits gute Vorarbeit geleistet hat, verlaufen solche Gespräche und Aussprachen dann erfahrungsgemäß gut, immer aber besser, als wenn man unter innerem emotionalen Druck stehend in die Auseinandersetzung hinein gegangen wäre.

Verletzte ich jemanden energetisch, wenn ich so ungehindert meinen Gefühlen freien Lauf lasse? Kriege ich nicht genau das zurück, was ich aussende?

Berechtigte Fragen.

Wenn wir uns verletzt fühlen, egal ob es sich um eine neue Verletzung handelt oder das Berühren einer alten Verletzung in uns, ist da Schmerz. Vielleicht sogar Wut, Hass, Verzweiflung, Enttäuschung…
Diese Energie ist präsent, egal, ob wir sie unterdrücken, verdrängen, sie überdecken oder annehmen und zulassen. Energie kann nicht zerstört, sondern nur verwandelt werden.

Da dies auf einer Gefühlsebene passiert, kommt mit Sicherheit bewusster oder unbewusst, bei dem anderen diese Energie an. Sie wird etwas mit ihm machen, ihn wachrütteln, berühren… egal was es ist, sie enthält eine Botschaft für ihn.

Darüberhinaus geht es bei dieser Übung nicht darum, sich in Negativität hinein zu steigern, sondern authentisch und in einem geschützten Rahmen sich seiner Gefühle bewusst zu werden und diese auszudrücken. Man kann dies in der bewussten Absicht tun, dass dieser Prozess zum Wohle aller Beteiligten geschehen möge. Einem reinigenden Gewitter gleich.

Die Sonne über den Wolken

Was ich sowohl persönlich als auch in meiner Arbeit hilfreich finde ist die Erkenntnis und das Wissen um die Tatsache, dass wir auf Seelenebene immer verbunden und sogar in Liebe sind. Egal, was zwischen uns passiert ist. Auf seelischer Ebene (ich verstehe hier das Wort „Seele“ spirituell, als den göttlichen Teil in jedem von uns) können wir einander nicht verletzen.
Sind wir alle eins.

Ist Kommunikation möglich, auch wenn man sich ansonsten anschweigt und schneidet.

Eine gute Übung ist es, sich tatsächlich Zeit zu nehmen und in Kontakt mit der Seele des anderen zu gehen. Wie funktioniert das?

Ich nehme Kontakt zu meiner eigenen Seele auf. Dies geschieht z.B. indem ich die Absicht äußere „ich nehme jetzt Kontakt zu meiner Seele auf“ in dem Wissen, dass dieser Kontakt immer da ist. Man kann sich auch die Hand aufs Herz legen, in die Liebe gehen und über dieses Gefühl zu dem anderen Menschen reisen. Zu seinem Herzen. Zu seiner Seele… „Ich weiß, wir sind vereint, auch wenn wir gerade einen unüberwindlich scheinenden Konflikt haben… ich weiß, wir sind verbunden in Liebe, auch wenn ich Dich gerade hasse und verletzt bin…“

Es scheint ein unüberwindliches Paradox zu sein, auf der einen Seite in die Liebe zu gehen und auf der anderen Seite seine ganz normalen menschlichen Gefühle und Emotionen zuzulassen. Aber es scheint nur so… Die Sonne scheint auch, obwohl Wolken da sind, man sieht sie nur gerade nicht. Zumindest nicht aus der Erdperspektive heraus.

Dieses Bild hat mir persönlich sehr geholfen, diese Diskrepanz zu überwinden. Meine größte Herausforderung war damals die, auf seelischer Ebene meinem Vater nahe zu sein, obwohl ich ihn gerade wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt hatte… Ein Spagat, der zu einem Erlebnis der Auflösung und Heilung führte, wie ich es nicht zu träumen gewagt hätte…

Praktische Schritte

Wenn Du in einer Konfliktsituation mit einem Menschen bist und diese lösen möchtest, gehe diese praktischen Schritte:

  1. Sei ehrlich. Sprich, drücke das für Dich in einem sicheren Rahmen aus, was Dich belastet. Unzensiert und frei. Tue dies verbal oder schriftlich.
  2. Gib Dir Zeit und lasse alles sacken.
  3. Setz Dich hin und schreibe einen (weiteren) Brief an diese Person und schaue, was sich bereits in Deinen Gefühlen und Deiner Ausdrucksweise geändert hat.
  4. Wiederhole u.U. Schritt 2 und 3 so oft, bis es sich für Dich richtig anfühlt
  5. Suche dann in Ruhe das offene Gespräch mit dieser Person

Und sei liebevoll mit Dir in diesem Prozess. Unterstütze Dich bei diesem emotionalen Lernprozess. Sei da… Wertschätze Deine Bemühungen, bewusst und entwickelt mit Dir und Deinen Mitmenschen umzugehen! Das ist kostbar und macht Dich zu dem Menschen, der Du bist.
Das verdient Respekt…

Schau Dir dazu auch das dazugehörigen Video von ca. 9 Minuten an:

Seelenkontakt – auch im Streit, von und mit  Ursula Schulenburg

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22.06.2018
Ursula Schulenburg

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