Das Neueste Mensch Sein und Spiritualität

Spiritualität existiert auch ohne Menschheit?

Spiritualitaet-Geist-Koerper-Meditation-Mensch-Berg-rockExistiert Spiritualität auch ohne Menschheit?

Über das weite Feld der Spiritualität haben sich schon viele Menschen so ihre Gedanken gemacht. Die Frage: „Existiert Spiritualität auch ohne Menschheit?“ sind dabei fast philosophische Überlegungen.

SPIRIT ist unser Geist. Und ist dieser Geist UNSER Geist? Oder ist SPIRIT „der“ Geist des übergeordneten, allgegenwärtigen, universalen Bewusstseins? Wenn wir in unserer Alltagssprache das Wort SPIRIT verwenden, so beziehen wir uns hierbei auf unseren „normalen Lebensalltag“. Wir meinen mit „Spiritualität“ unser eigenes Geistig-Sein.

Alles hat zwei (oder mehr) Seiten

Und wie wir bereits aus den anderen Beiträgen und Artikeln erfahren haben, ist alles eine Sache der Betrachtungsweise, des eigenen Standpunktes, der Ebene, der Dimension und der jeweiligen Energie, von der aus wir etwas anschauen beziehungsweise von wo aus wir etwas betrachten. Ein banales Beispiel hierzu: Alles sieht von innen ganz anders aus als von außen.

Ein Haus sieht in seinem Inneren anders aus als wenn man es von außen betrachtet. Auch der menschliche Körper sieht von außen ganz anders aus als von innen. Wenn wir uns selbst von innen anschauen, dann haben wir ein vollkommen anderes Erlebnis als wenn wir uns von außen oberflächlich betrachten. Und entsprechend verändert sich unser Verständnis, unsere Sicht der Dinge und auch die Energie – obgleich das Objekt selbst dasselbe bleibt.

In diesem Sinne können wir nun auch die Spiritualität von innen oder von außen oder von unten (aus dem Ego heraus) oder von oben (aus dem Himmel, aus unserem Erwachtsein heraus) betrachten.

Was ist GEIST?

Wir können dem Menschen einen Geist zuschreiben. Jeder Mensch ist Körper, Geist und Seele. Sind auch Tiere und Pflanzen ebenfalls Körper, Geist und Seele? Haben auch Tiere und Pflanzen einen Geist? Sind auch Tiere und Pflanzen spirituell?

Gibt es überhaupt irgendetwas, das NICHT spirituell ist?
Ist ein Sandkorn spirituell?
Wohnt einem Diamanten ein Geist (ein SPIRIT) inne?
Ist ein Grashalm beseelt? Hat er einen Geist?

Gibt es einen Unterschied zwischen Geist und Seele?
Und wenn ja: welchen?

Kann ich sagen : MEIN Geist und MEINE Seele? Oder bin ich EIN Geist und habe EINE Seele?
Gehören mein Geist uns meine Seele MIR?

Allgemein einig ist man sich, dass es EIN übergeordnetes, universales Bewusstseins gibt. Dies ist das Quantenfeld, ein energetisches Feld des übergeordneten Bewusstsein: die universale Intelligenz. Diese universale Intelligenz, dieser „Höhere Geist“, diese allumfassende Einheitsseele, existiert, ist jedoch für unseren Verstand nur schwierig zu erfassen. Früher (und zum Teil auch heute noch) nannten/nennen wir dieses feinstofflich-formlose nicht greifbare Feld aus Energie und Informationen Gott. Und wir gaben/geben diesem Gott ein Bild, damit wir Menschen uns an „etwas“ Greifbarem festhalten konnten.

Das universale Bewusstsein

Gehen wir davon aus, dass es tatsächlich dieses universale Bewusstsein gibt, dann ist dieses universale Bewusstsein sozusagen ein universaler Geist, ein allumfassender SPIRIT. Und wenn es diesen allumfassenden SPIRIT gibt, dann muss ALLES, was aus diesem universalen Bewusstsein hervorgeht und jemals (an Form und Ausdruck) hervorgegangen ist, geistvoll und beseelt sein.

Und so können wir schauen …

  • Wohnt Häusern ein Geist inne?
  • Wohnt einer Straßenlaterne ein Geist inne?
  • Wohnt dem Gänseblümchen ein Geist inne?
  • Wohnt dem Ölfilter beim Auto ein Geist inne?
  • Wohnt einer Plastiktüte ein Geist inne?
  • Wohnt der Sonne ein Geist inne?
  • Wohnt den Wolken ein Geist inne?
  • Wohnt dem Wassertröpfchen ein Geist inne?
  • Wohnt der Feuerflamme/Kerzenflamme ein Geist inne?

Wann ist etwas tot?
Und wann ist etwas lebendig, geistvoll und beseelt?

Geist ist gelebte Liebe

Und nun wage ich als Buchautor und freiberuflicher, spiritueller Journalist eine These, eine Behauptung, eine Vermutung: Alles, was um seiner selbst willen existiert birgt in sich den Geist seiner Existenz. Und alles, was lediglich von Nutzen ist und nur einen Zweck erfüllt, ist tot, geistlos und leblos.

Mein Fahrrad, mit dem ich durch die Lande radele, kommuniziert mit mir. Ich benutze es zwar, doch zugleich pflege ich es wie einen lieben Freund. Es soll es gut haben bei mir. In gleicher Weise gehe ich mit meinem Auto um. Auch mein Auto dient mir, ist mir von Nutzen und ich kann es gebrauchen, doch zugleich liebe ich es. Ich begegne meinem Auto auf der Ebene und mit der Liebe meines Herzens.

Ebenso liebt der Architekt seine Konstruktionen und Häuser, die er einst in seinem Geiste kreativ und mit Liebe erschaffen hat. Sein Geist und seine Liebe sind in die Objekte eingeflossen. Wir können es schier spüren und wahrnehmen, wie die Objekte zerfallen, wenn der ihnen inne wohnende Geist erloschen und verstorben ist. Ist der Mensch tot, aus dessen Geist sie einst entstanden sind und von dessen Herz sie einst in Liebe geliebt wurden, so sterben auch die Dinge/Formen selbst. Sie zerfallen einfach. Nachdem sich die geistige, liebevolle Verbingung (die Nabelschnur) gelöst hat, verrottet die irdische Substanz. Es ist wie ein toter Ast an einem Baum oder wie ein ganzer Baum, der vertrocknet.

In diesem Zusammenhang können wir die sich auflösende Struktur unserer Betonbrücken spirituell neu verstehen. Überall landaus landab bröckeln die Brücken und sind einsturzgefährdet. Anders hingegen der Pariser Eiffelturm sowie die Rendsburger Kanalbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Beides sind Jahrhundertbauwerke, die auch über ihre Erschaffer hinaus von den Menschen bis heute bewundert, geliebt und gepflegt werden. Auf diese Weise wohnt ihnen bis heute ein lebendiger Geist inne.

Auch die Dinge dieser Welt brauchen Liebe

Und auch die Pyramiden in Ägypten werden von den Menschen durch alle Jahrhunderte hindurch geliebt, geachtet und mit Wertschätzung und Hochachtung bedacht. DIESE Energie unserer feinstofflich-formlosen Liebe und unseres unsichtbaren Geistes ist es, was die Dinge am Leben erhält.

Wenn wir unsere Betonbrücken ebenso lieben, wertschätzen, hochachten, bewundern und pflegen würden, wie die Pyramiden, dann würden unsere Brücken auch länger halten. Doch unsere Brücken stehen ungeliebt in der Landschaft herum. Die erfahren keinerlei Beachtung von Herzen. Ihnen fließt keine Liebe und keine Dankbarkeit zu. Sie werden einfach nur benutzt und nutzen sich dadurch ab. Ihnen fehlen die Streicheleinheiten und Liebkosungen.

Mit dieser Erkenntnis haben wir auch schon gleich die Lösung für all unsere Umwelt- und Plastikprobleme: Indem wir aufhören, Plastiktüten zu lieben, löst sich ihre Struktur auf ebenso schnell auf wie der Beton unserer Brücken. Doch hierbei gibt es eines zu Bedenken: auch Ablehnung und Abwehr ist Liebe. Abwehr und Ablehnung ist halt inverse Liebe. Lediglich die Dinge, die wir tatsächlich unbeachtet lassen und keines Blickes würdigen, lösen sich auf mit der Zeit. Was wir NICHT beachten, findet keinerlei Beachtung, keinerlei Aufmerksamkeit und erfährt somit keine Liebe.

Unsere Plastiktüten lieben wir, wenn wir sie benutzen. Und jetzt, wo sie als Müllberge im Meer herum schwimmen, bedenken wir sie wiederum mit großer Aufmerksamkeit – wenn auch mit negativer. Doch Aufmerksamkeit und Liebe sind das Vorzeichen egal. Allein unsere Aufmerksamkeit lässt unsere Liebe und unsere Lebensenergie zu ihnen hinfließen. Wir erhalten somit unseren eigenen Müll. Wir erhalten unseren Plastikmüll wirkungsvoller und „liebevoller“ als unsere Betonbrücken.

Liebe ist alles

In der Natur liebt sich die Natur selbst. Die Bienen lieben die Blüten. Die Insekten lieben die Bäume. Alles ist in einem natürlichen Gleichgewicht für- und miteinander da und sorgt und kümmert sich umeinander. Lediglich die künstlich erschaffenen und dann in Vergessenheit geratenen Dinge sind tatsächlich tote Objekte. – Wobei einige dann auch wieder dunkle Geistwesen und Schattengestalten anziehen und auf diese Weise noch länger weiter leben und dadurch regelrecht unheimlich wirken.

Spiritualität und Bewusstsein

Die Frage war: „Existiert Spiritualität auch ohne Menschheit?“ Und die Antwort ist, dass sehr wohl ein universaler Geist, also SPIRIT, existiert – und zwar auch OHNE die Menschheit. Was allerdings NICHT OHNE die Menschheit existiert, das ist bewusstes Bewusstsein (= Bewusstheit). Wenn wir Spiritualität nun als „das bewusste Leben des (eigenen) Geistes“ verstehen, dann existiert SPIRIT-ualität, also das bewusste Ausleben und Praktizieren des Geist-Seins, NICHT ohne die Menschheit.

Wir Menschen sind (vermutlich) die einzigen Wesen (zumindest hier auf dieser Erde), die sich ihrer eigenen Spiritualität bewusst sind. Dieses Spiritualitätsbewusstsein ist das, was uns Menschen so „besonders“ macht und womit wir uns von all dem unbewussten Leben unterscheiden. Und dabei gibt es sogar unter den Menschen verschiedene Ausprägungen, denn längst nicht ALLE Menschen sind sich ihrer spirituellen Dimension bewusst bewusst. Die meisten Menschen laufen als unbewusste Egos durch diese Welt. Als solche zählen sie NICHT zu den Menschen, die sich ihrer Spiritualität bewusst sind.

Ein Mensch zu sein bedeutet also NICHT automatisch, spirituell zu sein. Natürlich IST jeder Mensch spirituell, doch sich seiner eigenen Spiritualität bewusst bewusst zu sein ist noch etwas anderes, als unbewusst spirituell zu sein. Somit unterscheiden sich auf der Ebene von Bewusstsein und Bewusstheit die meisten Egos NICHT wirklich von Grashalmen, Blumen, Bäumen, Pflanzen und Tieren. Der Weg hin zu mehr Bewusstheit führt uns oftmals zunächst DURCH ein großes Leid und DURCH großen Schmerz.

Spiritualität leben

Zugleich gibt es sehr viele verschiedene Formen, wie wir unsere Spiritualität leben, ausleben und zum Ausdruck bringen können. Die schier unendlich vielen spirituellen Coachings, Energie-Workshops, Healings und online-Kurse rund um das Thema Spiritualität sind einfach nur unsere HEUTIGE Ausdrucksform. Andere Menschen, andere Kulturen und andere mediale Fähigkeiten bedingen/brachten auch andere spirituelle Praktiken hervor. Auch die Ureinwohner vor über fünfhundert Jahren irgendwo im Dschungel waren schon sehr spirituell, jedoch auf einer anderen Bewusstseins-Ebene, mit anderen (ER)Kenntnissen und mit einem anderen Hintergrund als wir heute in Europa. Und selbst in unserer Zeit gibt es in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten andere Riten und Rituale für spirituelle Praktiken.

Spiritualität bedeutet, das Formlosen zu leben

SPIRIT ist Geist. Und Geist ist formlos. Spiritualität ist daher die „Lebenskunst“, das universal-energetische Formlose irgendwie weltlich in eine Form zu bringen. Hierzu ließen und lassen sich bis heute die Menschen die vielfältigsten und zum Teil auch skurrilsten und sonderbarsten (Ausdrucks)Formen einfallen. Rituale, Handlungsmuster, (starre) Praktiken, Vorschriften und Körperübungen seien hier nur beispielhaft genannt. Es mutet schier so an, als ob die Menschen große Not haben, einen Umgang mit dem SPIRIT, mit dem Geist, mit der Energie des Formlosen, mit der universalen, nicht greifbaren Liebe zu finden.

Genau genommen hat unser Ego-Anteil diese innere, große Not, denn es ist unser Ego, das Form ist. Und als Ego und Form kann dieser Aspekt der Schöpfung mit den formlosen Anteilen der Schöpfung einfach nichts anfangen. Unser Ego spürt, dass da „etwas“ ist, was es nicht so recht zu fassen kriegt, und dann packt es das „NICHTS“ in eine Form und sagt, es sei „ETWAS“. Mit diesem „ETWAS“ kann unser Ego dann was anfangen. Irrtümer und Missverständnisse entstehen jedoch überall dort, wo dieses „erfundene ETWAS“ dann vom Ego als „die Wahrheit“ oder „das Original“ verkauft wird.

In sofern können wir die Eingangsfrage: „Existiert Spiritualität auch ohne Menschheit?“ noch verfeinern und präzisieren in die Frage: „Existiert Spiritualität auch außerhalb vom Ego?“ Und hier lautet die Antwort dann: „Spiritualität existiert NUR außerhalb vom Ego!“

Spiritualität KANN NICHT durch unser Ego gelebt werden

Spiritualität KANN NICHT durch unser Ego gelebt werden – und zugleich KÖNNEN wir unsere eigene Spiritualität NICHT anders zum Ausdruck bringen, als mit unserem Ego, mit unserem Körper, mit unseren Gedanken und Konzepten. Doch bei SPIRITualität geht es eben genau darum, das NICHT-zum-Ausdruck-bringen auch als eine Ausdrucksform anzuerkennen. Deswegen ist Stille die spirituellste Ausdrucksform für das Formlose. Nur NICHTS kann das formlose NICHTS unseres Geistes adäquat zum Ausdruck bringen.

Diese Form als die einzig richtige zu proklamieren wäre allerdings auch schon wieder zu viel des guten, denn Spiritualität begegnet uns überall auch so in unserem Alltag …

… die wahre Botschaft hören wir ZWISCHEN den Worten …
… die Pausen ZWISCHEN den Tönen der Musik …
… das Weiß HINTER der Druckerschwärze eines Buches …
… das NICHTS zwischen den Sternen …
… der Leere Raum innerhalb eines Atoms …
… reden ist Silber, schweigen ist Gold …
… weniger ist mehr …
… ein Blick sagt mehr als tausend Worte …

Spiritualität ist, DIESE feinstofflich-formlose, rein energetische, geistvolle Ebene unserer Alltagskommunikation BEWUSST wahrzunehmen. Und dann wertzuschätzen und für wichtiger zu nehmen als die Worte, die geschriebenen Sätze und die Erwartungen an der Oberfläche.

Ego und Spirituell sein schließen sich aus

Solange wir Menschen uns mit unserem Ego identifizieren, KÖNNEN wir unseren SPIRIT, unseren Geist und auch unsere eigentliche, wahre Spiritualität NICHT erfassen, nicht erfahren, nicht leben und ihr nicht begegnen. Unser Ego ist derjenige Anteil unseres Menschseins, der „durch den Kuss des Vergessens“ sein eigenes Liebe-Sein vergessen hat und sich deshalb von der universalen Liebe getrennt fühlt. Hieraus resultieren das Mangelgefühl unseres Ego sowie der fehlende Zugang zu den Ebenen und Dimensionen von Spiritualität – dem lebendigen (ewigen) Leben unseres Geist-Seins.

Die Wahrnehmung unseres Ego ist auf unsere körperlich-sinnliche Sinneswahrnehmung (sehen, hören, riechen, schmecken, tasten) beschränkt. Übersinnlichen Phänomenen, energetischen Erfahrungen, Jenseitskontakten, Telepathie, Mentalkommunikation und Synchronizitäten steht unser Ego skeptisch, ablehnend und zweifelnd gegenüber. All dies liegt jenseits seines Wahrnehmungsspektrums und jenseits seines Erfahrungshorizonts. Dies ist KEIN Unglück, sondern dies ist von der universalen Schöpfung aus guten Gründen genau so angelegt. Warum? Um Gefühle fühlen und um Erfahrungen machen zu können. Und für Gefühle fühlen und Erfahrungen machen brauchen wir immer die Polarität mit einer Möglichkeit und einer Alternative, mit Licht und Schatten.

Ist Spiritualität irdisches oder ewiges Leben?

Viele Menschen verstehen Spiritualität als einen Ausdruck von Leben. Ich persönlich sehe das etwas anders. Für mich kommt Spiritualität von SPIRIT = Geist. Und Geist steht für mich als die formlose, feinstoffliche Dimension unseres Daseins und damit für das EWIGE Leben.

Unser irdisches LEBEN ist für durch „Entstehen und Vergehen“ charakterisiert. Damit ist Leben Geburt und Tod, Anfang und Ende, Auf und Ab, Flut und Ebbe, ein ständiges Kommen und Gehen. Auch unser Körper unterliegt den Bedingungen des Lebens. Er wird geboren und lebt und stirbt und verrottet und ist weg.

Unser SPIRIT lebt ewiglich fort auch noch OHNE unseren Körper. SPIRIT ist für mich aber KEIN „Kommen und Gehen“, sondern SEIN. SPIRIT = Geist ist für mich EWIGES SEIN und EWIGES LEBEN. Diese Dimension der Ewigkeit ist (für mich) die Ebene unserer Spiritualität. Mit diesem Verständnis geht Spiritualität ÜBER unser Menschsein, das ja an unseren Körper gebunden ist, hinaus. Spiritualität ist die Ebene unseres Geist-Seins und unseres Ewig-Seins jenseits unseres Menschseins.

In dieser Weise unterscheide ich persönlich Spiritualität (als die Dimension der Ewigkeit) von Körper und Leben (als die Ebenen von Form und Vergänglichkeit).

SPIRIT als der Gegenpol zu unserer Körperlichkeit

SPIRIT, Geist und Spiritualität können wir nirgendwo einkaufen, wiegen, portionieren, einteilen, messen oder anfassen. Die Dimension unseres Geistes ist feinstofflich-formlos. Damit ist Spiritualität genau der Gegenpol zu unserer Körperlichkeit. Körper und Formen können wir messen und wiegen und auch kaufen und verkaufen sowie anfassen und mit unseren (äußeren) Augen sehen.

Unsere Spiritualität können wir nirgendwo sehen – und doch ist sie da …
Feinstofflich-energetsich eben …

Spiritualität als die Ebene unseres durchlässigen Seins

Spiritualität ist also überall dort lebendig, wo unser Ego und wo wir als Menschen durchlässig geworden sind. Wir erlauben auch etwas „anderes“, als nur unsere engen, körperlich-sinnliche Wahrnehmungen. Wir blicken über den Tellerrand unserer Identifikation und unserer Person hinaus. Spiritualität ist in der Dimension des Feinstofflichen lebendig – eben auf der Ebene unseres Geistes. SPIRIT wohnt allem Seienden inne, auch Tieren und Pflanzen und im weiteren Sinne sogar Steinen und Sternen.

Spiritualität und Bewusstheit

Verstehen wir Spiritualität als das bewusste Leben und Ausleben dieses allem Seinenden innewohnenden Geistes, so ist dies nur denkenden Wesen möglich. Und uns Menschen als Wesen mit Kopf und Verstand ist das erfüllende Leben unserer Spiritualität sogar erst dann möglich, wenn wir das Denken, was die Voraussetzung für Bewusstseinsbewusstsein (= Bewusstheit) ist, überwunden und HINTER uns gelassen haben.

Solange uns unser Denken völlig in Beschlag nimmt, solange sperren unsere Gedanken, Vorstellungen, Erwartungen und Ängste das Formlose aus (oder in ein Gefängnis aus Gedanken und Vorstellungen ein). Unsere Angst kehrt das Nichtbegreifbare unter den Teppich und verbannt es aus unserem Wahrnehmungsfeld. Unser Denken ist hiermit extrem paradox, denn es ist existenziell erforderlich, um Bewusstsein und Bewusstseinsbewusstsein (= Bewusstheit) entwickeln und ausbilden zu können. Und zugleich ist unser Denken in der Lage, unsere eigene Spiritualität hinter den Gitterstäben unserer Gedanken einzusperren.

Nein sagen – unser freier Wille

Unser freier Wille entspringt unserem Denken. Mit unserem freien Willen sind wir als Menschen in der Lage, JA und auch NEIN zu sagen. Dies können Tiere und Pflanzen nicht. Tiere und Pflanzen (und Steine sowie die Elemente) können nicht NEIN sagen, sie sind zum JA-sagen verdonnert. Sie haben KEINEN freien Willen. Tiere und Pflanzen müssen ihren Instinkten und Trieben folgen. Sie sind „der Natur ausgeliefert“.

Es ist unser Ego, das unseren freien Willen zum NEIN-sagen benutzt und den Situationen und den Gefühlen, die uns das Leben schenkt, eine Absage erteilt. Unser Ego gibt dem Leben ein Abfuhr. Unser Ego gibt der universalen Liebe einen Korb. Unser Ego sagt NEIN zu den Geschenken und Schicksalsschlägen des Universums. Unser Ego will es „anders“ haben.

HIER, in diesem NEIN- oder JA-sagen entfaltet sich unsere Spiritualität.

WER darf unser Leben bestimmen, führen, lenken und leiten? Unser Geist (= die Liebe, das Leben, das Formlose, das Schicksal)? Oder unser Wille (unser Denken, unser Verstand, unser Kopf, unsere Vorstellungen vom Leben)?

Spiritualität würde bedeutet, JA zum SPIRIT zu sagen und damit JA zum Lebensgeist als solchem. Doch mit unserem freien Willen sagen wir oftmals NEIN zu unserem SPIRIT (zu unserer inneren Stimme, zu den Wünschen und Bedürfnissen unseres Inneren Kindes, zu unserem Bauchgefühl, zum Lebensgeist) und erteilen damit unserer eigenen Spiritualität eine Absage. Stattdessen sagen wir JA zu unseren Vorstellungen (vom Leben), zu unseren Gedanken, Argumenten, Meinungen, Vorstellungen, Ansichten und Überzeugungen.

Unser denken ermöglicht es uns, NEIN und JA zu sagen. Wir haben diesen freien Willen. Wir können sogar unsere Triebe, Impulse und Instinkte (teilweise) unterdrücken. Doch EIGENTLICH dient dieser freie Wille einzig und allein dazu, aus freien Stücken JA dazu zu sagen, sich dem Leben bereitwillig und freiwillig hinzugeben. Wir haben unseren freien Willen, um uns bereitwillig dem Willen der Schöpfung unterzuordnen – und damit wieder willenlos zu sein und sich vom Leben selbst, von der Liebe Gottes führen, lenken und leiten zu lassen. Wieder ein Paradoxon. Sagen wir JA zum jetzigen Augenblick, so leben wir in Einklang mit der Spiritualität der Schöpfung. Nutzen wir unser Denken, um NEIN zu sagen, so sperren wir unsere eigene Spiritualität aus und verbannen sie hinter die Gitterstäbe unserer Gedanken und Vorstellungen.

Paradoxien erlauben

In genau dieser Paradoxie unseres Denkens liegen der Reiz und der Sinn der Schöpfung.

Es geht darum, als Wesen mit einer Form das Formlose zu erfahren.
Es geht darum, mit der Kraft unseres Denkens das Denken zu überwinden.
Es geht darum, spirituell zu sein, OHNE dafür eine bestimmte Form zu benutzen.
Es geht darum, sich darüber bewusst zu sein, dass unser Sein NICHTS ist (keine Form).

Spiritualität bedeutet, den Verstand mit gutem Gewissen in den Urlaub bzw. in den Ruhestand zu schicken und mit achtsamem Bewusstsein zu erfahren, wahrzunehmen und zu beobachten, was uns die universale Lebensenergie beschert und womit (mit welchen Gefühlen) uns die allumfassende Liebe reich beschenkt.

JA sagen

Denken dient hierbei NICHT der Kontrolle und NICHT der Einflussnahme, sondern einzig und allein dem „ein bewusster Zeuge sein“, der achtsamen Dokumentation, der bewussten Wahrnehmung, des bereitwilligen JA-sagens, des bewussten und dankbaren Empfangens.

Um unser Spirituell-Sein als Mensch so kurz wie möglich auszudrücken genügen zwei Buchstaben: JA. Wenn wir JA sagen zu dem was jetzt (in diesem Augenblick) ist und wenn wir JA sagen zu allen Gefühlen, die gerade in uns schwingen, dann leben wir unsere Spiritualität und schwingen in der Energie der allumfassenden Liebe …

Existiert Spiritualität auch ohne Menschheit?

JA …

29.06.2019
Björn Geitmann

Alle Beiträge des Autors auf Spirit Online

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