Fasten eine Wohltat für Körper, Geist und Seele

blumen in einer vase im garten

Fasten eine Wohltat  blumen Fasten eine Wohltat für Körper, Geist und Seele

Ich bin immer wieder erstaunt, was unser Körper so alles leistet und wie er sich selbst reguliert. Dies wird mir jedes Mal beim Fasten bewusst.

In der Natur ist es üblich, regelmäßig für einen gewissen Zeitraum zu fasten, denn nicht immer steht Nahrung zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um einen ganz normalen Kreislauf. Sowohl die Tierwelt als auch der Mensch besitzen die angeborene Fähigkeit, gespeicherte Nahrungsenergie zu nutzen – eine biologische Notwendigkeit, um zu überleben.

Essen und Nichtessen sind wie Anspannung und Entspannung, Wachsein und Schlafen. Essen am Tag und Fasten in der Nacht sind für uns an sich selbstverständlich. Für unsere Organgesundheit sollten es etwa 12 bis 13 Stunden täglich sein. Instinktiv fasten wir auch, wenn wir krank sind. Dadurch sparen wir circa 30 Prozent an Energie, die der Körper sonst für die Verdauungstätigkeit benötigt. Somit kann diese als Heilenergie eingesetzt werden.

Was geschieht beim Fasten?

Beim Fasten stellt der Körper nach einer gründlichen Darmentleerung automatisch auf innere Ernährung um, was schon ein Phänomen ist. Ich persönlich bevorzuge hierfür F.X. Passage SL Salz, denn es wirkt um einiges sanfter als Glaubersalz und schmeckt zudem nicht ganz so bitter.

Der Darm entleert sich auf angenehme Weise über ein oder zwei Tage hinweg und man muss nicht unbedingt die Wohnung hüten. Etwa am dritten Fastentag schaltet der Stoffwechsel von „Energieprogramm“ 1 auf 2 um und die Verdauungssäfte werden eingestellt. Aufgrund dessen verspürt man auch keinen Hunger mehr. Wenn man regelmäßig fastet, wird diese Umstellung immer einfacher und geht schneller vonstatten. Alle wichtigen Körperfunktionen laufen währenddessen ganz selbstverständlich weiter.

Ist Fasten für jeden geeignet?

Zehn bis 14 Tage fasten kann theoretisch jeder, der gesund ist und genügend Nahrungsdepots zur Verfügung hat. (Ich persönlich faste regelmäßig im Frühjahr, da sich über die Winterzeit doch meist ein paar Kilos ansammeln.) Falls man Medikamente einnehmen muss, ist es ratsam, unter ärztlicher Aufsicht zu fasten.

Heutzutage gibt es zahlreiche Angebote für geführtes Fasten, unter anderem auch für diejenigen, die unter chronischen Schmerzen leiden. Heilfasten kann körperliche Beschwerden um einiges lindern, was ich selbst erfahren durfte. Fasten wirkt wie eine Art Verjüngungskur, denn der Zellabbau und -wiederaufbau wird dadurch beschleunigt. Gleichzeitig wird der Körper entlastet und gereinigt.

Was sollte man beim Fasten beachten?

Giftstoffe, die an Eiweiß und Fett gebunden sind, werden während des Fastens abgebaut. Unser Körper entgiftet über Darm, Leber, Niere, Lunge und die Haut. Daher ist eine regelmäßige Darmentleerung essentiell (Abführsalz, Einläufe, Sauerkrautsaft etc.), damit sich keine Giftstoffe im Körper ablagern, sondern diese richtig ausgeschieden werden können. Um die Leber zu unterstützen, sollte man täglich oder nach Bedarf einen sogenannten Leberwickel anwenden (beispielsweise Wärmflasche mit feuchtem Umschlag).

Für die Nierentätigkeit ist es wichtig, täglich etwa drei bis vier Liter zu trinken. Ratsam ist auch das tägliche Reinigen der Zunge, da sich ansonsten ein pelziger Belag bilden kann. Um die Lunge zu unterstützen, sind Spaziergänge an der frischen Luft an der Tagesordnung.

Zudem können durch Yoga und Atemübungen Stoffwechselendprodukte besser abgeatmet werden. Um den Kreislauf anzuregen und den Stoffwechsel der Haut zu fördern, sind tägliche Wechselduschen in Kombination mit einer vorherigen Trockenbürstenmassage empfehlenswert. Da die Haut schneller austrocknet, sollte man anschließend ein Körperöl auftragen.

Ich gönne mir während des Fastens meist ein- oder zweimal ein Basenbad sowie eine Garshan Massage (mit Trockenhandschuh) und anschließende ayurvedische Ölmassage. Diese regen den Stoffwechsel, die Durchblutung und den Lymphfluss an und wirken insbesondere auch beim Fasten unterstützend. Man sollte am besten das tun, was einem Spaß und Freude bringt. Sich bewegen und aktiv sein, wenn einem danach ist oder sich ausruhen, wenn man es braucht. Während des Fastens fällt es umso leichter, die Signale des Körpers wahrzunehmen und diesen Impulsen nachzugehen.

Entlastung für die Leber

Beim Fasten wird insbesondere die Leber entlastet. Sie ist das wichtigste Organ für den Abbau beziehungsweise die Entgiftung von körpereigenen und körperfremden Stoffen. Innerhalb der Hepatozyten (Leberzellen) befinden sich spezielle Enzymsysteme, die diese Aufgabe übernehmen.

Alle resorbierten Stoffe aus dem Magen-Darm-Trakt werden über den Pfortaderkreislauf der Leber zugeführt. Sie fungiert als eine Art Filter, da alle aufgenommenen Stoffe die Leber passieren müssen. Gut wasserlösliche Abbauprodukte werden von den Leberzellen in die Sinusoide abgegeben und über den großen Körperkreislauf über die Niere ausgeschieden.

Wikipedia: Ein Lebersinusoid (Vena intralobularis) ist ein erweitertes Kapillargefäß (Sinusoid), das das sauerstoffreiche Blut aus der Leberarterie (Arteria hepatica propria) und das nährstoffreiche Blut aus der Pfortader (Vena portae) transportiert. Die Sinusoide verfügen über Kupffer-Zellen, welche Fremdstoffe (beispielsweise Bakterien) aufnehmen und zerstören können.

Schlecht wasserlösliche Stoffe werden von den Hepatozyten (Leberzellen) in die Gallenkapillare abgegeben,

sodass sie anschließend über den Stuhl ausgeschieden werden.
Neben diversen Speicher- und Syntheseaufgaben ist die Leber an einer ganzen Reihe von Abbau- und Entgiftungsprozessen beteiligt.

  • Umwandlung von Ammoniak (dieser entsteht aus dem Aminosäurestoff-wechsel) in Harnstoff
  • Abbau von Nukleinsäuren in Harnsäure (Zellkernstoffwechsel)
  • Abbau von Medikamenten und Alkohol
  • Abbau von Erythrozyten (rote Blutkörperchen)
  • Umwandlung des indirekten Bilirubins (roter Blutfarbstoff) in direktes Bilirubin
  • Abbau von Hormonen (Androgene, Östrogene, Cortison)

Unsere Leber ist also ständig im Einsatz und es tut ihr ungemein gut, wenn sie durch regelmäßige Nahrungskarenz entlastet wird.

Meine persönlichen Fasten-Erfahrungen

Für mich ist Fasten stets eine Wohltat für Körper, Geist und Seele – loslassen, entgiften, auftanken. In Berührung kam ich damit erstmals während meiner Ausbildung zur Heilpraktikerin und nun faste ich mittlerweile bereits seit 10 Jahren regelmäßig. Es ist meine persönliche Verjüngungskur…

Begonnen wird stets mit den sogenannten Entlastungstagen

Empfehlenswert sind drei bis fünf Entlastungstage, in denen ich Fette und Zucker reduziere. Kaffeetrinker sollten möglichst eine Woche zuvor ebenso auf Koffein verzichten. Einen Tag vor der Darmentleerung mit Abführsalz lege ich meist einen Obst- und Gemüsetag (ggf. in Form von kaltgepressten Säften) ein, um nochmal gut Vitamine und Mineralstoffe zu tanken, bevor ich dann auf Wasser und Kräutertees umsteige. Bei Bedarf gibt es zusätzlich Gemüsebrühe oder Sauerkrautsaft zur Darmreinigung – je nachdem, was mein Körper gerade braucht. Hierbei gehe ich stets intuitiv vor.

Mittlerweile ist Fasten für mich ein ziemlicher Selbstläufer, da ich es so regelmäßig praktiziere. Abgesehen von den ersten beiden Fastentagen, an denen teilweise leichte Kopfschmerzen und Müdigkeit auftreten können, bin ich die gesamte Zeit über körperlich vollkommen fit und ungemein produktiv – trotz des kompletten Nahrungsverzichts. Bei meiner letzten zweiwöchigen Fastenkur habe ich 6 Kilogramm abgenommen und etwa 5 % Körperfett verloren. Da ich aufgrund meiner Tätigkeit als Fitness- und Personal Trainerin fast täglich Sport treibe, gab es kaum Muskelabbau.

Mein Kreislauf war die ganze Zeit über stabil, und ab dem vierten Fastentag brauchte ich täglich nur noch fünf bis sieben Stunden Schlaf. Normalerweise benötige ich mindestens acht, um morgens wirklich munter zu sein. Zwei Nächte waren es sogar nur drei oder vier Stunden, und dennoch war ich tagsüber voll leistungsfähig.

Nach kurzer Zeit war ich wie üblich total entschleunigt und tiefenentspannt, gleichzeitig voller Tatendrang und ungemein kreativ.

Die 30 Prozent Energie, die der Körper sonst zur Verdauung benötigt, standen mir durch den Nahrungsverzicht zusätzlich zur Verfügung, was sich deutlich bemerkbar machte. Jedes Mal bin ich darüber erstaunt, wie klar der Geist und Verstand während dieser Zeit sind, denn ich konnte mich vor lauter Impulsen und Ideen kaum retten. Ich fühlte mich tatsächlich so, als würde ich 130% Leistung fahren, gleichzeitig völlig leicht und unbeschwert – körperlich, geistig und seelisch.

Ich verspürte keinerlei Hungergefühle und war mal wieder erstaunt, wie sich der Nahrungsentzug auch äußerlich bemerkbar macht. Interessanterweise wachsen meine Haare während der Fastenzeit stets schneller als sonst, zudem muss ich sie viel seltener waschen, die Nägel sind fester, die Haut klarer, ich kann besser sehen, bin beim Training (unter anderem beim Yoga) körperlich flexibler und beweglicher, und all das, obwohl der Körper keinerlei Nährstoffe von außen bekommt.

Fastenbrechen

Nach 13 Tagen ohne feste Nahrung gab es bei mir morgens als Erstes einen klein geschnittenen Apfel, um die Verdauungssäfte wieder anzuregen. Gegessen habe ich diesen ganz in Ruhe, mit Genuss, Achtsamkeit und ohne jegliche Ablenkung – so wie wir es eigentlich immer handhaben sollten, was leider oft im Alltagsstress untergeht. Hierfür habe ich mir etwa 20 Minuten Zeit gelassen. Nachmittags gab es eine leichte Gemüsesuppe und ein paar getrocknete Datteln.

Nach dem Fasten sind die sogenannten Aufbautage sehr wichtig, um die Verdauungsorgane nicht zu überlasten. Diese betragen ein Drittel der Fastenzeit, bei mir also vier Tage. Die Umstellung finde ich persönlich nicht ganz so einfach, da es mir leichter fällt, gar nichts zu essen als in reduziertem Maße.

Hierbei ist tatsächlich Willensstärke gefragt. Von Vorteil ist, dass man nach dem Nahrungsverzicht erst einmal mehr Appetit auf gesunde Sachen wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte usw. hat. Durch die gewonnene Achtsamkeit ist zudem das Sättigungsgefühl stärker und schneller spürbar, sodass man nicht über den Hunger hinaus isst. In den ersten zwei Tagen kann es aufgrund der Umstellung vorkommen, dass man sich müde fühlt (aufgrund der 30 Prozent an Energie, die für die Verdauungsarbeit benötigt wird und die zuvor die ganze Zeit über eingespart wurde). Gegebenenfalls können auch Schwindel oder leichte Kreislaufprobleme auftreten, da eine beträchtliche Blutmenge wieder in den Bauchraum fließt und somit dem Kopf und der Muskulatur nicht mehr zur Verfügung steht.

Während dieser Zeit sollte man übermäßige Anstrengungen möglichst vermeiden.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist weiterhin wichtig, um den Kreislauf stabil zu halten. Abgesehen davon wird das Wasser für die Verdauungssaftproduktion benötigt. Man sollte darauf achten, langsam und in Ruhe zu essen und viel zu kauen, da jeder schlecht oder zu viel gegessene Bissen Blähungen auslöst.

Sinnvoll ist es, nach dem Fasten beziehungsweise auch auf Dauer wöchentlich einen Entlastungstag (beispielsweise mit Obst- und/oder Gemüse oder Reis) einzulegen – insbesondere dann, wenn man sein Gewicht halten möchte.

Mir persönlich geht es beim Fasten nicht unbedingt ums Abnehmen, sondern insbesondere darum, Körper und Geist zu entlasten.

Jeder, der es einmal erfahren hat, weiß es ungemein zu schätzen. Ich fühle mich danach stets wie neu geboren. Fasten beinhaltet für mich zur Ruhe zu kommen und Innenschau; ich besinne mich wieder auf mich selbst. So gibt es in dieser Zeit außer meinem Job nur mich und meinen vierbeinigen Begleiter und ich nutze das Internet und Social Media äußerst selten – Entschleunigung auf allen Ebenen, eine sehr bereichernde Erfahrung.

Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Teresa von Ávila

23.08.2020
Diana-Hochgraefe-PortraitDiana Hochgräfe
Heilpraktikerin
Personal Trainerin und Fitnessmanagerin

 

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Foto von fauxels von Pexels

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