Meditation

Faszination Meditation – Tricks gegen Störenfriede

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Meditation und Tricks – gegen Störenfriede

Folge 3  
Wie du bereits in Folge 2 im Abschnitt „Bei Sinnen sein“ gesehen hast, unterliegen wir vollkommen der permanenten Beeinflussung durch unsere Wahrnehmungsinstrumente.

Wir können uns den Eindrücken nicht entziehen und unsere gedanklichen und emotionellen Reaktionen folgen automatisch ohne, dass wir eingreifen können. So funktionieren wir. Beständig im Reagieren und immer kommen die Reaktionen als Ergebnis unserer persönlichen Konditionierengen.

Der Feind befindet sich also in unseren eigenen Reihen,

wobei es sich gleich um mehrere „Störenfriede“ handelt. Da ist allen voran die Unbewusstheit, gefolgt von der Unfähigkeit und der Ungeübtheit. Hauptsächlich mit diesen drei „Sparringpartnern“ haben wir es im Ring beim „Kampf um Konzentration“ zu tun.

Unbewusstheit ist meist rasch durch Bewusstheit ersetzt, wobei es kein Ende von Bewusstheit gibt bis wir uns schließlich irgendwann als reine Bewusstheit erkennen.

Die Unfähigkeit unser Reagieren zu unterbinden, wird mit dem Erlernen von Methoden geschwächt. Mit den entsprechenden Werkzeugen entwickeln wir rasch die Fähigkeit einzugreifen und nicht mehr auf alles reagieren zu müssen, beziehungsweise eine begonnene Reaktion auch wieder zu stoppen.

Was die Ungeübtheit anbelangt, macht eben auch hier Übung den Meister.

Das Gegenmittel

Um nicht mehr Sklave unserer starken Gewohnheiten und Prägungen zu sein braucht es ein wirkungsvolles „Gegenmittel“. Dieses Gegenmittel ist die Konzentration.

Um jedoch eine einpünktige, andauernde Fokussierung zu erlangen bedarf es wiederum ein Mittel. Diese Mittel ist die Aufmerksamkeit.

  Konzentration ist das Ergebnis von ungeteilter Aufmerksamkeit.

So ist Aufmerksamkeit unser eigentliches Werkzeug unser Tool.
Dabei ist es nebensächlich worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Jede Methode, die hilft Aufmerksamkeit zu bündeln, ist geeignet.

 Meditation und Tricks 

Konzentration ist eigentlich ein Trick um uns keine Chance zu lassen, auf wahrgenommenes zu reagieren. Denn, um der Wirkung der Dauerberieselung über die Sinne zu entgehen, müssen wir uns mit nur einer einzigen Angelegenheit intensiv genug beschäftigt halten. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Alle haben jedoch dasselbe Ziel – durch Fokussierung auf Eines, alles andere auszublenden.

Das ist jedoch noch lange nicht das Ziel von Meditation. Ausblenden ist nur der Anfang und dient dazu, unser automatisches Reagieren zu durchbrechen.

Die ersten Methoden sollen also als Konzentrationshilfe dienen.

Methoden

Atembeobachtung
Der Klassiker. Hierbei ist nichts anderes zu tun als den Atem zu beobachten. Drei unterschiedliche Arten bieten sich dafür an:

  • Bauch
  • Zwischenraum
  • Atemweg

Bauch:
Der Atem ist am einfachsten zu beobachten, wenn wir das heben und senken der Bauchdecke verfolgen.

Zwischenraum:
Zwischen der Oberlippe und der Nase gibt es eine Stelle wo der Atem vorbeiströmt.
Der Atem ist dort nur schwach wahrnehmbar, doch gerade das erhöht die Aufmerksamkeit.

Atemweg:
Hier verfolgen wir den Atem ab dem vorbeiströmen am „Zwischenraum“, wie er durch die Nase fließt und durch die Luftröhre hinunter zu den Lungen. Dieses brauchen mehr Platz und so muss der Bauch weichen und sich ausdehnen. Dann strömt die verbrauchte Luft wieder zurück und entweicht über die Nasenöffnungen. So beobachten wir den Atem auf seinem Weg, auch wenn wir dabei nicht jeden Abschnitt tatsächlich spüren können.

Zählen

Das ist die Methode mit dem stärksten Konzentrationseffekt. Daher sollte sie für Anfänger eingesetzt werden aber auch bei Bedarf in der eigenen Praxis.

Wir zählen unsere Atemzüge. Jedes Mal, wenn wir ausatmen zählen wir eine Zahl weiter. Beim Einatmen beobachten wir den Atem nur, beim nächsten Mal Ausatmen zählen wir wieder eine Zahl dazu. Das machen wir bis wir bei zehn angelangt sind und beginnen dann wieder von vorne.

Das wird nicht reibungslos gelingen, wir werden uns verzählen. In diesem Fall beginnen wir einfach wieder bei Eins. Egal ob wir uns dabei ertappen, gerade bis 15 gezählt zu haben oder ob wir schon vor der Zahl 10 einen Hänger hatten, wir beginnen einfach wieder von vorne.

Diese Methode kann sehr amüsant sein. Sie ist auf alle Fälle beeindrucken da wir direkt ein Ergebnis unserer Unaufmerksamkeit präsentiert bekommen. Ja, sie bietet sogar ein Maß für unsere Unaufmerksamkeit, wenn wir uns selber bei 14 erwischen, wissen wir genau das wir vier Atemzüge lang unaufmerksam waren.

Wenn wir uns so auf diese Arten konzentrieren und regelmäßig praktizieren wird uns Konzentration irgendwann in die Meditation führen. Erst dann werden wir den Unterschied der beiden erkennen und der ist groß und sehr eindeutig. Dazu mehr in Folge 4.

Einschlafen

Meditation können wir nicht herstellen. Ich weiß von keiner Aktivität, die wir ausführen könnten, um direkt in Meditation zu gelangen.

Es ist ein wenig wie einschlafen. Einschlafen ist keine Handlung, es geschieht, wenn wir vorher alles richtig gemacht haben, von ganz alleine. Wir können zum Beispiel darauf achten vorher keinen Kaffee zu trinken oder keine aufregenden Filme zu gucken. Es macht mehr Sinn vorher ein warmes Bad zu nehmen oder Kamillentee zu trinken. Dann wird es helfen das Licht auszumachen und das Handy in den Flugmodus zu versetzen, …

So kann einschlafen geschehen, wir können viel dafür tun, doch die Sache an sich unterliegt nicht unserer Kontrolle oder unseren Willen.

Genauso ist es mit Meditation:

Wir können viel dafür tun damit sie geschehen kann, jedoch können wir sie nicht willentlich herbeiführen oder durch eine bestimmte Handlung erzeugen.

Wir nennen zwar aus praktischen Gründen alles Meditation, doch besteht der erste Abschnitt aus reiner Konzentration. Genauer gesagt, um das Bemühen um Konzentration, denn oft gelingt es auch nicht.

Doch irgendwann kommt der ersehnte Moment, jener Augenblick, wo wir über die Einpünktigkeit hindurchgleiten und eintauchen in das Universum der Meditation.

In Folge 4 beschreibe ich die eindeutigen Symptome von Dhyana, der klassischen Meditation zum Unterschied von Dharana, der Konzentration. In der „wahren“ Meditation sind wir
dem Himmel schon sehr nah“ und Freude und tiefe Dankbarkeit durchströmen uns.

07.12.2019
Freudvolle Grüße 
Ananda

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Anne Heintze & Ananda Hummer
www.open-mind-akademie.de

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