Selbstheilung - Übungen

Finden, was in Dir schlummert – Übung zum Frühlingserwachen

bestimmung-lebensaufgabe-fruehlingserwachen-sunflowersFrühlingserwachen: Was schlummert in Dir?

In jedem von uns schlummert eine Gabe, eine Bestimmung, ein Samen. Dieser Samen möchte beachtet und gegossen werden. Er möchte mit Sonnenlicht bestrahlt werden, damit er sein volles Potential entfalten kann. Damit wir uns ganz entfalten können!

Es ist eine spannende Zeit kurz vor dem großen Frühlingserwachen in der Natur spazieren zu gehen

Hinter uns liegen die dunklen Wintermonate, Zeit des Rückzugs für die Natur. Die Bäume sind nackt und braun – ohne frisches Grün. Nichts blüht farbenfroh und duftend.
Jetzt sind die Tage schon wieder länger und die ersten warmen, sonnigen Stunden sind da. Wir wissen, dass die Natur kurz vor einem Ausbruch steht. Heute noch ist das Potential so gut wie unsichtbar, dass in all den Bäumen, Sträuchern und Blumen steckt.

Für den Unwissenden ist kaum zu ahnen, welche Pracht an Grün und Farbigkeit der Blüten die Natur in wenigen Wochen entfalten wird. Und doch ist das Potenzial dazu in jeder Pflanze bereits angelegt. Unterirdisch oder im Innern liegen die Keime dessen, was möglich ist und sind von außen nicht erkennbar. Sei sind unsichtbar, aber da.

Unsere Bestimmung: Der Samen in uns

Genau so ist es mit jedem von uns. In jedem von schlummert eine Bestimmung, ein Samen für „erfülltes“, blühendes Leben. Wir sind auf der Welt, um diesen Samen in uns zur Blüte zu bringen. Dafür ist zunächst einmal wichtig zu erkennen, was für eine Pflanze ich bin:
Angenommen in mir ist ein Sonnenblumensamen, aber meine ganze Familie sind Kürbisse. Dann kann es passieren, dass die Erwartungen meiner Familie dazu führen, dass ich auch ein Kürbis sein will.

Das hört sich vielleicht erst einmal absurd an, kommt aber ausgesprochen häufig vor. Wir fragen nicht danach, welche Talente in unseren Kindern (oder in uns) schlummern, die endlich erkannt und zum Ausdruck gebracht werden wollen. Wir erleben eher einen bestimmten Rahmen an Erwartungshaltungen von Schule und Eltern und kriegen Probleme, wenn wir den nicht erfüllen.

Sonnenblumen und Kürbisse

Also versuche ich als Sonnenblume ein guter Kürbis zu werden. Das ist anstrengend: Ich darf nicht so hoch wachsen, nicht so groß und vor allem nicht so gelb werden. Ich brauche eine Art orangenen Umhang, hinter dem ich mich verstecke, um dazuzugehören. Diesen Umhang muss ich die ganze Zeit hochhalten und das kostet Kraft. Ich weiß, dass ich nicht wirklich das bin, was die anderen haben wollen und die ganze Zeit darf ich mich nicht als das zeigen, was ich wirklich bin. Das kostet eine Menge Energie und macht mich nicht glücklich.

Ich unterdrücke mein wahres Ich. Ich stehe nicht zu mir, sondern verstecke mich

Was ich wirklich bin, nehme ich als nicht gewollt wahr in meiner Kürbisfamilie. Doch für jeden von uns ist es wichtig dazuzugehören. Die Gefahr, dass wir aus unserer Familie, aus unserer Gruppe ausgeschlossen werden, hat schon seit Jahrtausenden Menschen dazu „diszipliniert“, die Erwartungen anderer zu erfüllen.
Ich habe also ein echtes Problem: Was ich bin, darf ich nicht sein und was ich sein soll, bin ich nicht. Ich stecke in einer Sinnkrise, einer Seinskrise. Vielleicht suche ich mir Hilfe in Form einer Psychotherapie, nur um festzustellen, dass auch viele Jahre Psychotherapie aus einer Sonnenblume keinen Kürbis machen.

Seinskrise

Wenn ich als Freigeist und Künstler (Sonnenblume) in einer Familie von Anwälten (Kürbisse) lebe, dann kann ich Jura studieren und sogar gut darin werden. Doch das Studium und die Arbeit werden mir niemals leicht fallen.

Wenn wir in einem Bereich tätig sind, der nicht unserem tiefen Sein entspricht, dann ist es immer anstrengend. Wir werden nicht getragen und unsere Arbeit erfüllt uns nicht mit Freude. Das heißt nicht, dass Arbeit immer Spaß machen muss. Es gibt viele Aufgaben in allen Bereichen, die einfach auch erledigt werden müssen.

Doch wenn unsere Arbeit, unser tägliches Handeln und Wirken im Einklang ist mit dem Samen in uns, mit unserem Potenzial, dann fühlt sich das besonders an. Der klare Sinn in unserem Tun, steht im Einklang dazu, wer wir wirklich sind. Dann beseelt uns das tiefe Wissen am richtigen Platz zu sein, das Richtige zu tun und wahrhaftig wir selbst zu sein. Unser Wirken schafft dann eine große Zufriedenheit in uns.

Wir sind auf diese Welt gekommen, um den Samen, der in uns steckt zum Blühen zu bringen

Wenn wir das nicht tun, ist unser Leben unerfüllt. Dann sind wir unzufrieden, unglücklich oder depressiv.
Weil wir keine Lösung für dieses Problem finden, lenken wir uns ab und betäuben uns. Noch nie in der Geschichte der Menschheit haben wir so viel Alkohol getrunken, so viele Medikamente oder Drogen genommen, soviel ferngesehen oder geshoppt oder uns auf andere Weise abgelenkt. Wir tun das, weil wir der Frage ausweichen wollen, welchen Sinn unser Leben hat und ob wir wirklich unser volles Potential leben.

Die meisten von uns fühlen sich den Umständen ihres Lebens ausgeliefert. Sie haben finanzielle Verpflichtungen, eine Hypothek auf dem Haus, Kinder zu versorgen oder Kredite abzubezahlen. Sie fühlen sich nicht frei nachzuspüren, wer sie wirklich sind. Für so etwas haben sie einfach keine Zeit…

Übung zum Frühlingserwachen: Finden, was in Dir „schlummert“

1. Setze die Absicht, zu finden, was für eine Sehnsucht in Dir schlummert und jetzt aufwachen will.
2. Mit dieser klaren Absicht besorge Dir ein paar verschiedene Samen (Vogelfutter, Sonnenblumensamen, Kürbiskerne, Eicheln oder ähnliches etc.)
3. Gebe die Samen, die Du finden konntest, in einen kleinen Beutel und halte den Beutel in der Hand. Sammele Dich und verbinde Dich mit Deinem wahren Selbst. Du brauchst Dein wahres Selbst nicht zu beschreiben. Du brauchst es nicht einmal selbst zu kennen.
Lasse die Energie Deines wahren Selbst in Deine Hände fließen und von Deinen Händen in die Samen in Deinem Beutel.
4. Setzte den Beutel vor Dir ab.
5. Mit geschlossenen Augen ziehe einen Samen aus dem Beutel, der Dir Auskunft darüber geben wird, was für ein Potential in Dir liegt, dass jetzt geweckt und entfaltet werden will.
6. Halte den Samen in Deiner Hand.
7. Stelle ihm innerlich die Frage: Was schlummert in mir, das jetzt geweckt werden will?
8. Spüre die Antwort des Samens. Es kann sein, dass Du seine „Stimme hören“ kannst, vielleicht kannst Du ein Bild „sehen“, das Dir Deine Frage beantwortet. Vielleicht weißt Du die Antwort einfach so. Es gibt viele Arten, auf die Du die Antwort erhalten kannst. Sicher ist nur: Der Samen wird Dir eine klare Antwort geben. Wenn Du die Antwort im ersten Schritt nicht verstehst, frage solange nach, bis Du sie verstanden hast.
9. Wenn Du noch keine Idee hast, wie Du wecken kannst, was da schlummert, frage den Samen auch danach. Sei Dir 100%tig sicher, dass Du die Antwort erhalten wirst.
10. Schreibe Dir die Antworten auf und behalte den Samen bei Dir. Lege ihn auf Deinen Altar, in Dein Portemonnaie oder an einen anderen Platz, der Dir etwas bedeutet.
11. Jeden Tag in den nächsten 4 Wochen nimmst Du Dir ein paar Minuten Zeit und erzählst dem Samen von Deinen Fortschritten. Wenn Du weitere Fragen hast, kannst Du sie bei dieser täglichen „Lagebesprechung“ auch stellen.
12. Vertraue auf die Ratschläge und Informationen, die Du von Deinem Samen erhältst.

Der Vorteil der Pflanzen

Pflanzen haben uns gegenüber einen großen „Vorteil“: Sie denken nicht darüber nach, ob sie ihr Potential wirklich entfalten können oder dürfen. Sei denken auch nicht darüber nach, ob sie gut genug sind, ihr Potential zu entfalten. Sie fragen sich nicht, ob sie zu alt sind dazu. Selbst ein viele Hundert Jahre alter Baum treibt jedes Jahr wieder aus und erfüllt seine Bestimmung.

Sie fragen sich nicht, ob sie zu jung sind – auch die ganz jungen Pflanzen machen einfach mit und geben ihr Bestes. Sie fragen sich nicht, ob sie erst noch eine Ausbildung brauchen. Und sie fragen sich auch nicht, was die anderen Pflanzen von ihr denken könnten, wenn sie so wunderschöne große, duftende Blüten hat.
Sie machen es einfach und immer so gut sie können. Sie geben alles.
Pflanzen haben deswegen – soweit wir wissen – keine Identitätskrisen.

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte

Wenn jetzt in den nächsten Wochen die Bäume ausschlagen und die Blumen blühen, schau Dir die Unbekümmertheit an, mit der sich die Natur entfaltet. Sie gibt einfach alles. Spüre in Dich hinein, was sich aus Dir heraus entfalten will. Und dann: Mache es einfach.

Es muss ja nicht gleich Dein ganzes Leben umkrempeln. Finde etwas, dass Du schon lange machen wolltest, eine Sehnsucht in Dir. Was immer es ist, beginne es. Probiere es für Dich aus oder finde einen Kurs und lerne mit anderen. Finde jemanden, der Dir mehr darüber beibringen kann und Dir schnellere Fortschritte ermöglicht.

Spüre in Dich und lerne Dich besser kennen. Erlaube Dir, einfach mehr diejenige zu sein, die Du wirklich bist. Wecke, was in Dir schlummert.
Du machst Dich und die Welt damit glücklicher.

Wir wünschen Dir einen tollen Frühling!
Amina & Clemens
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