Selbsthilfe - Übungen

Fühlen

frau-strand-freude-holidayFühlen

F = Feinheit
Ü = Übersinnlich
H = Heilen
L = Liebe
E = Eins-Sein
N = Natur

Eine wie ich finde, sehr schöne Alltags-Übung: Wörter in ihre einzelnen Buchstaben zu zerlegen und diesen intuitiv neue Wörter / Bedeutungen zu zuordnen. Das ist wie, wenn ich aus dem Fenster schauen möchte und mir aber die Gardine im Weg ist und ich sie bei Seite schiebe und jetzt klarer sehe. Auch wenn mich dann noch die Glasscheibe vom „Aussen“ oder auch „Innen“ trennt.
Dies kann man auch als ein sich Scheibenweise annähern bezeichnen, man weiß ja nie was kommt und gerade wenn es um das „Fühlen“ geht, sind wir Menschen zum Teil gesichert wie Fort Knox.
Und das nicht, weil wir uns irgendwann ganz bewusst dafür entschieden haben, lieber nicht zu fühlen. In der Regel haben wir in der Kindheit oder auch später seelische Verletzungen erfahren, die uns in eine innere Ausnahmesituation gebracht haben. Zur Wahl stand, „nicht fühlen und innerlich zumachen“, oder „mit allem was uns ausmacht diesem Schmerz auszuliefern“ und somit Gefahr zu laufen daran zu zerbrechen. Je mehr Verletzungen dazu kommen, umso schneller funktioniert dieser Schutzmechanismus, der irgendwann völlig unbewusst und fast schon wie ein angeborener Reflex re-agiert, ohne dass wir uns noch dafür oder dagegen entscheiden können.
Die große Herausforderung bzw. sogar das Problem dabei ist, das wir nicht vorab aussortieren können, bei welchen Gefühlen wir jetzt dicht machen und welche Gefühle wir „durchlassen“, weil sie sich gut anfühlen könnten. Wir verschließen uns Stück für Stück, selbst unser physischer Herzmuskel wird teilweise unelastischer, er passt sich quasi den Gegebenheiten an.
Wir laufen Gefahr uns das Fühlen abzutrainieren, das gilt für die schönen, berührenden Gefühle, als auch für die schmerzhaften Gefühle. Mit der Zeit braucht es immer mehr Reize aus dem Aussen, damit wir überhaupt noch etwas fühlen, wahrhaftig fühlen.

Was bedeutet denn wahrhaftig fühlen?

Für mich bedeutet das mittlerweile, mich zu fühlen, zu fühlen, wo ich aufhöre und wo ich anfange. Was mir leider nach über 15 Jahren Bulimie noch immer nicht ganz gelingt, obwohl diese Krankheit in ihrer Ausübung bereits seit einigen Jahren überstanden ist, aber ein Teil dieser „Nachwehe“ bleibt und macht sich immer mal wieder bemerkbar und erinnert mich daran was war.
Ein gestörtes Körpergefühl und auch das hat ja sehr viel mit Fühlen zutun. Wie fühle ich mich mit mir, in meinem Körper, mit meinem Frau sein, fühle ich meine Grenzen…….?
Aber ich kann heute sagen, dass ich mich fühle, dass ich mich wahr nehme (wenn auch manchmal völlig anders, als mein Umfeld mich wahr nimmt 😉 und das ich meinen Frieden mit mir geschlossen habe und all dem was war. Das war nur möglich, dadurch dass ich mir irgendwann erlaubt habe, doch zu fühlen, mich auf mich, mein Sein und das Leben einzulassen. Mich ein Stück weit nach hinten fallen zu lassen, eine frühere absolute Albtraumvorstellung, schließlich weiß ich nicht, ob dort jemand steht und mich auffängt und selbst wenn, hat dieser jemand oder dieses etwas, genügend Kraft um mich zu halten?
In einer meiner Ausbildungen, bekamen wir den Satz mit auf den Weg: „Dort wo der Schmerz sitzt, findest du Heilung“. Natürlich war, wie man sicherlich gut nachvollziehen kann, niemand begeistert über die Bedeutung dieser Worte, aber sie enthalten viel Wahrheit. Man kann Fühlen (wieder) lernen und es ist wahrhaftig, unendlich befreiend, bereichernd, allumfassend, stärkend, motivierend, klärend, reinigend und Be-wusst-sein- fördernd.
So lange wir hier auf Erden sind, wird es immer Situationen und Menschen geben, die uns herausfordern und verletzen, aber wenn ich mein Herz offen habe, mich selber liebe und fühle, mich in meinem Gegenüber oder meinen Anteil in der jeweiligen Situation erkenne, kann mir nichts (mehr) passieren.
Und vor allem hat Fühlen auch so unendlich viele wunder-volle Facetten. Zum Beispiel, wenn ich fühle, wie die Sonne meinen Körper wärmt, wie ein warmer Frühlingswind mein Gesicht streichelt, wie meine Füße sich anfühlen, wenn ich über sattes Gras laufe, wie sich meine Haut anfühlt, wenn ich mit einer Feder darüber streiche, wie es sich in mir anfühlt und als herrliches Gefühl ausbreitet, wenn mich ein Kind anlacht, ich freudig mit anderen Menschen mitfühle, wenn sie etwas Schönes erleben, wenn ein Hund mich mit seinen treuen Augen anschaut und in diesen pures Vertrauen zu erspüren ist, wie mein Bauch sich nach einem Lachanfall anfühlt, wie mein Körper sich anfühlt, nach dem ich Sport gemacht habe, ……Ich könnte hier unendlich weiter schreiben und es steigert sofort mein positives Gefühl und meine Freude, weil die jeweiligen Situationen teilweise sofort vor meinem inneren Auge präsent und damit fühlbar sind. Für jeden von uns erscheinen auf so einer Liste andere Dinge und das ist auch gut so.

Fühl dich doch mal wieder eingeladen, dir eine solche Liste zu erstellen. Mal für heute weg, von den To-Do Listen, hin zu den ‚Was fühlt sich für mich gut an‘ Listen. Und hänge diese am besten gut sichtbar irgendwo auf, wo du sie mindestens 1x täglich sehen und ggf. erweitern kannst.
Ich möchte gerne mit einem Chinesischen Sprichwort schließen, welches mir heute in die Hände „gefallen ist“.
„Klopft die Angst an die Tür.
Das Vertrauen öffnet.
Niemand steht draußen.“

Herzensgrüße,
Judith Julia Hahn
www.heilpraxis-hahn.de

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