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Geburt-Kleinkind-Kind – drei wichtige Phasen eines jeden Menschen!

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drei wichtige Phasen eines jeden Menschen!

Diese Woche betrachten wir den dramatischen und wechselvollen Schwellenparcours am Beginn unseres Lebens. Falls Du schon mal ein Kind geboren hast bzw. bei einer Geburt dabei warst, hast Du zweifellos erlebt, eine wie hefige und dramatische Schwelle am Beginn unseres Lebens bewältigt werden muss.

Der erste Schrei eines neugeborenen Kindes berührt alle Beteiligten tief und in den Bewegungen des neugeborenen Kindes ist schon so viel spürbar davon, welcher neue Mensch gerade die Bühne betreten hat. Auch für die Mutter ist die Geburt eine heftige Schwellensituation und die meisten Frauen, die mehrere Kinder geboren haben wissen, dass jede Geburt anders ist und dass sie sich selbst während und nach der Geburt anders gefühlt haben.

Es macht schon einen riesigen Unterschied, wenn die junge Mutter dreißig oder mehr Stunden Wehen und um die Geburt gerungen hat, ob sie unter Umständen völlig erschöpft ist, oder ob das Kind scheinbar mühelos aus ihr heraus ins Leben glitt. Und selbst die unkomplizierteste Geburt bei bester medizinischer Betreuung und ultimativer sozialer Geborgenheit ist eine Schwelle, an der Mutter und Kind physisch komplett und für immer getrennt werden.

Dies zu erwähnen ist deshalb so wichtig, weil der Akt der Zeugung für viele Frauen aus dem Motiv heraus geschieht,

quälende und unüberwindbare Verlassenheitsängste zu bewältigen. Dann ist es häufig so, dass die Schwangeren angesichts der Beziehung zu dem Kind in ihrem Leib endlich ihre existenzielle Einsamkeit überwunden zu haben glauben. Viele Frauen erzählen, dass ihre Schwangerschaften die einzig wirklich glücklichen Zeiten in ihrem Leben waren. Insofern kann die Geburt für diese Frauen die neuerliche Vertreibung aus dem Paradies bedeuten.

Auch hier liegt ein wichtiger Grund für manche Kindbettdepression. Auch wenn der Säugling 24 Stunden am Tag unübersehbar präsent ist, bedeutet die Geburt dennoch, dass die körperliche Einheit zwischen Mutter und Kind für immer getrennt ist. Manche Frauen erleben dieses körperliche Getrenntsein als sehr leidvoll. Viele sehnen sich danach, wieder schwanger zu werden, um wieder auf körperlich-organischer Ebene mit einem neuen Wesen untrennbar verbunden zu sein.

Säuglings- und Kleinkindphase – eine Zeit mit vielen Entwicklungsschritten!

Ziemlich direkt nach der Geburt wartet auf Mutter und Kind, etwas weniger direkt auch auf den Vater, die nächste wesentliche Schwelle. Dabei geht es um das Erlebnis oder eben manchmal auch um das fehlende Erlebnis von Bindung und mütterlichen Gefühlen zu dem gerade geborenen Kind. Viele Mütter können sich direkt von Herzen zuwenden, andere erleben Fremdheit und eben keine mütterlichen Gefühle. Manche Mütter geraten dann in Panik.

In diesen Fällen ist es sehr hilfreich zu erklären, dass sich Muttergefühle manchmal erst in den Stunden oder Tagen nach der Geburt entwickeln. Es ist wie ein Programm, das zuerst hochfahren muss. Als nächstes folgt der Aufbau von Bindung zwischen Mutter und Kind, ein durchaus verletzbares Geschehen, in dem sich viele Weichen stellen für die spätere Beziehungsfähigkeit des Kindes.

Die Säuglings- und Kleinkindphase ist geprägt durch ein enormes Entwicklungstempo,

bei dem viele Schwellen überquert werden müssen. Die gemeinsamen Kennzeichen aller Schwellen besteht darin, dass eine bestimmte Phase für immer losgelassen wird und eine neue beginnt.

Je nach mütterlicher Dynamik äußert sich dies verschieden: Für viele Mütter bedeutet die rasche Entwicklung Freude, Begeisterung und die glückliche Vision, dass das Ende der Phase der Vollversorgung absehbar wird. Andere Mütter genießen jeden Tag des intensiven Aufeinander-angewiesen-Seins und sind trotzdem traurig, weil sie wissen, dass diese Phase zeitlich begrenzt ist. Sie kommt zumindest mit diesem Kind nie wieder. Die Mütter sind daher ständig damit konfrontiert, Abschied zu nehmen und loslassen zu müssen.

Vom Kind zum Erwachsenen – der Schritt ins Leben!

Alle gemachten Erfahrungen dieser drei Phasen berühren den ganzen Rest des Lebens und prägen die Bindungsfähigkeit eines jeden Menschen. Zusammengefasst könnte man sagen, dass es jenen Kindern am besten geht, deren Eltern autonom genug sind, nicht klammern zu müssen, die emotional und ökonomisch reich genug sind, sie nicht wegschieben zu wollen oder zu müssen. Die Empathie der Eltern für das Kind spielt an den wichtigen Schwellen eine vielfache Rolle. Im besten Fall erlaubt sie den Eltern den optimalen Moment zu erkennen, um das Kind in fremde Hände zu übergeben.

Ein wichtiger Aspekt ist definitiv, wie sehr sich ein Kind geliebt weiß?

Das trifft auf zahllose Begegnungen zwischen dem kleinen Kind und seinen pflegenden Personen zu, an erster Stelle jedoch auf die, mit der Mutter. Und auch wie sehr es Geborgenheit spürt, Angenommen sein und ob es von Anfang an die Erfahrung macht, dass jemand kommt, wenn es ihn ruft? Andererseits ist die Frage wie weit erlebt sich ein Kind als lästig? Wirkt die Mutter desinteressiert, vielleicht kalt, vielleicht grob?

All dies ist die Grundlage für die innere Bilderwelt, für die Frage, bin ich geliebt, bin ich wertvoll, habe ich Einfluss, aber auch, bin ich umgeben von freundlichen, liebenden, hilfreichen Menschen oder muss ich fürchten im Stich gelassen zu werden? Letzteres kann in der kindlichen Seele sogar zu der Angst führen zu verhungern oder sonst wie unterzugehen.

Es geht also darum in wie weit ein Kind schon am Anfang seines Lebens sein Gefühl von Sicherheit erlebt.

Genau dieses Gefühl von Sicherheit ist es, das entscheidend die Funktion seines vegetativen Nervensystems prägt.
Du siehst wie wichtig die Phase von der Geburt bis hin zur Kleinkindphase ist. Wir gehen in unserem Buch Lebensschwellen ausführlich darauf ein, und vielleicht kannst Du diese Themenwoche benutzen, darüber nachzudenken, wie denn dein persönlicher Einstieg ins Leben war. Wenn es noch Zeitzeugen gibt, Eltern oder andere Verwandte, frag nach. Du könntest dann Informationen bekommen, die Deine Sicht auf die Welt nachhaltig klarer werden lassen.

Buchtipp:kamphausen-lebensschwellen

Lebensschwellen
Wie Sie Umbrüche in Ihrem Leben erkennen, meistern und daran wachsen
von Wolfgang Krahé und Hans Jürgen Weigt

Dieses Buch möchte Ihnen die Angst nehmen und soll eine lebendige und ermutigende, zuweilen auch humorvolle Hilfestellung bieten, wenn die Wellen des Lebens gerade vielleicht höher schlagen als sonst.

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Über die Autoren:

Heinz-Jürgen WeigtHeinz-Juergen-Weigt-kamphausen-lebensschwellen

Dipl.-Ing. Heinz-Jürgen Weigt war nach seinem Studium der Ingenieurswissenschaften in verschiedenen Aufgaben im Management tätig. Als Führungskraft war es ihm schon früh ein Anliegen ökonomische und humanitäre Interessen ins Gleichgewicht zu bringen. In seinem heutigen Tätigkeitsbereich bei Bridge into life, als Coach, Trainer und Unternehmensberater ist seine Leitmotivation: Führung ist eine Sonderform von Begegnung.

Wolfgang KrahéWolfgang-Krahe-kamphausen-lebensschwellen

Dr. med., Dipl.-Psych. Wolfgang Krahé ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, sowie Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Gemeinsam mit seiner Frau Katja betreibt er eine psychiatrisch, psychotherapeutische Praxis. Gemeinsam mit Heinz-Jürgen Weigt erarbeitete er die Organisationpsychotherapie, und gemeinsam betreiben sie Bridge into life PartG, ein interdisziplinäres Beratungsunternehmen.


29.10.2019
Wolfgang Krahé
Heinz-Jürgen Weigt
Mehr unter: www.bridge-into-life.de

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