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Gedanken zur SPIRITUALITÄT

bank-sonne-mann-pensionGedanken zur SPIRITUALITÄT, weil im “SPIRITUS” ( = GEIST) personale WÜRDE wurzelt

Spiritualität gibt es – im asiatischen wie im europäischen Raum – seit mindestens 2.500 Jahre un.unterbrochen und dieses Wort hat nur dann einen realen Sinn, wenn man den GEIST (als den innersten, substantiellen WESENS.KERN des Menschen) ernst nimmt.

Eine kurze, erhellende Reflexion hierzu:

Das Wort »Spiritualität« bedeutet zunächst Geistig.keit im Gegensatz zur Materialität.

Einen spirituellen Weg gehen bzw. eine spirituelle Haltung dem Leben gegenüber einnehmen heißt aber nun beileibe nicht, auf Materielles und auf Benutzung der Materie im weitesten Sinn zu verzichten.

Vielmehr gilt: 

Eine geistige, eine spirituelle Haltung im eigentlichen Sinne setzt gerade voraus, die Geistig.keit, den Geist, das Geistige im physischen Leibe, im Alltags.leben, im sozialen Kontext, in der Materie zu verkörpern:

* Wahre, echte, authentische Spiritualität bedeutet niemals die Leugnung der materiellen, der physisch.irdischen Realität, um sich dadurch allzu schnell aus dem Irdischen herauszulösen und in eine vermeintliche und/oder ein.gebildete so genannte „spirituelle“ oder „geistige“ Dimension einzutreten, sondern
* wahre, echte Spiritualität bleibt immer im fühlenden Kontakt mit den irdischen Wurzeln des Menschen: mit dem eigenen Körper, mit dem Beziehungs.geflecht Ich – Du – Wir und mit der ganzen irdisch.physischen Materie, die der Verkörperung des Geistes dient und nicht der Vergeistigung des Körpers oder der Materie.

Spiritualität als Gesamt.haltung zielt auf das Heiler.Werden des Menschen in seiner Gesamt.heit.

Spiritualität wird in einem Menschen irgendwann geweckt durch ein Ereignis oder Erlebnis und vollzieht sich dann als ein persönlich.individueller Reifungs.prozess. Dabei geht der Mensch einen inneren, auf.wärts führenden Weg in Richtung seiner ur.eigenen, gott.gewollten Selbst.entfaltung durch Sinn.verwirklichung im Alltag – bis er selbst wach wird in seinem eigenen ewigen Geist: in seinem Geist-Ich!

Dieser Weg ist nüchtern, realistisch. Er führt durch harte, konkrete geschicht.liche Situationen hindurch und lädt keineswegs zur Flucht aus der irdischen Geschichte ein, sondern spornt vielmehr an, dort, wo man ist, auszuharren und zeit.weise, immer wieder die innere Stille zu suchen, ohne sich aus dem Getriebe des Irdischen zu lösen.

Ob jüdisch, christlich, buddhistisch oder wie auch immer die Spiritualität eines Menschen (von seiner Konfession und von seiner kulturellen Herkunft her) geprägt sein mag, stets handelt es sich um einen   Weg des Individuums zu seinem hohen und höchsten Ziel.

Dieser Weg aber fühlt sich einer Jahr.tausende alten chinesischen Weis.heit verpflichtet:

“Bevor du dich daran machst,
die ganze Welt zu verbessern,
gehe drei Mal
durch dein eigenes Haus!”

* Gehe in dein „Haus“ hinein – erfühle deinen eigenen Geist – deinen Geistes.funken aus der Gott.heit – ordne dort, was zu ordnen ist – nütze dafür deine Körper.kräfte, deine Psyche – und dann geh hinaus in die äußere Welt und wirke, was du wirken sollst! Hier und damit beginnt Spiritualität.

Das lateinische Verbum spirare bedeutet hauchen, atmen. Spiritus bedeutet Hauch, Atem, Geist.
Die alten Römer wussten, dass „spiritus“ den ewigen Geist bedeutet und genau daraus leitet sich der Begriff Spiritualität ab.
Den so genannten Gehirn.“Geist“ bezeichneten die Lateiner mit dem Wort „mens“, wovon das Wort Mentalität kommt. Wenn nun die Lateiner den heute so oft zitierten Spruch

 „mens sana in corpore sano“

geprägt haben, haben sie damit klar zum Ausdruck gebracht, dass ein gesunder Verstand in einem gesunden Körper wohnt. Die Übersetzung des Spruches mit „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ ist eine Fehl.deutung, denn „mens“ ist NICHT der ewige Geist – auch nicht der ewige Geistes.funke im Menschen –, sondern der Verstand und Intellekt.

Wenn in der Logo.therapie und Existenz.analyse nach Viktor E. Frankl vorgezogen wird, eher von mentalen Störungen und nicht von Geistes.krankheiten zu sprechen, sind wir dem wirklichen Geschehen ganz nahe, da wir genau das ausdrücken, was ist:

Nicht der ewige Geist wird gestört bei den mentalen Störungen – zum Beispiel bei einer schweren Psychose –, sondern der erkrankte Körper bzw. das Nerven.system erleidet eine bio.chemische Störung, die auch den bis dahin gesunden Verstand durch.einander bringt (Auf einem verstimmten Klavier kann der beste Künstler keine Sonate vollkommen spielen).

Demnach gilt:

Ein gesunder Körper kann wohl den Intellekt günstig beeinflussen – genau das besagt der Spruch „mens sana in corpore sano“ – niemals aber den »spiritus«: den ewigen Geist.

Daher gibt es ziemlich viele Menschen mit robuster Gesund.heit, die un.endlich weit von allem Spirituellen und von aller Spiritualität ent.fernt sind (Kaja, meine verstorbene Frau, pflegte manchmal zu sagen: “Die/der ist spirituell wie eine Klo.bürste”) – das heißt: sich selbst in ihrem eigenen ewigen Geist noch nicht erfasst haben –, und es finden sich viele Menschen mit gesundheit.lichen Schwierig.keiten, die dennoch über eine hoch./höchst.entwickelte Spiritualität verfügen. Das sind diejenigen Menschen, die aus dem, was ihnen gegeben ist, das Kapital des Geistes hier in dieser irdischen Sichtbar.keit zu mehren wissen!

Spiritualität bedeutet, das eigene Er.leben dieses irdischen Da.seins geist.gerecht zu gestalten. Dass dabei Religionen behilf.lich sein können, weiß man aus den authentischen spirituellen Unterweisungen, die Religionen durch ihre hoch ent.wickelten Vertreter gegeben haben. Siehe zum Beispiel MEISTER ECKHART (Empfehlens.wert PETER REITER: Geh den Weg des Mystikers. Meister Eckharts Lehren für die spirituelle Praxis im Alltag”, Bauer Verlag, ISBN 978-3-7626-0822-9) . Religionen haben aber auch oft Spiritualität mit „religiöser Praxis“ verwechselt und ihre Anhänger manches Mal von der mutigen Gestaltung des Alltags.geschehens und der konkreten geschicht.lichen Situation ab.gehalten.

Spiritualität  hat es jedenfalls mit der geistigen, mit der noetischen (griech.) Dimension (neben der physischen und psychischen) zu tun  – sie ist die spezifisch humane Ebene des Mensch.seins.

Ich meine hier GEIST – jedoch ganz und gar nicht in dem Sinne, wie es die (eigentlich sehr falschen!) Bezeichnungen wie Geistes.krankheit, Geistes.schwäche oder geistige Behinderung anklingen lassen. Bei diesen und ähnlichen Aus.drücken und Wort.verbindungen mit Geist ist von nichts anderem als von Verstand und Intellekt, von den kognitiven Fähigkeiten des Menschen die Rede, die man hier als Wertungs.kalkül in Ab.rede stellt oder als nur rudimentär vorhanden konstatiert.

Man stelle sich Geist aber vor

* als Wirkungs.zentrum des Schöpferischen im Menschen,
* als der Sinn für den Wert.horizont des mensch.lichen Lebens,
* als Merk.mal der eigentlichen Bestimmung des Menschen und
* als Teil.habe am GÖTTLICHEN.

NUR weil der Mensch solcherart  GEIST hat, ist er PERSON und hat er WÜRDE, andernfalls wir neu darüber nach.denken müssten, wie pränatal.fötales (also un.geborenes), infantiles, seniles oder wie auch immer “be.hindertes” menschliches Leben zu be.urteilen und wie mit ihm umzugehen sei (“ent.sorgen”?).

Bernhard A. Grimm
(c) Dr. Bernhard A. Grimm, Scheyern
14.02.2018

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