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Umbruchszeiten sind keine Randschwimmerzeiten

Umbruchszeiten sind keine Randschwimmerzeiten

Dass wir in einem der größten Umbruchphasen leben, gilt mittlerweile auch für weniger Spirituelle als akzeptiert. Selbst die Hartnäckigsten stellen fest – hoppla, irgendetwas tut sich. Sie können nicht umschreiben, was es ist, doch „es ist“.

Nun gibt es – grob geschrieben – zwei ganz große Gruppen: Die MitteschwimmerInnen und die RandschwimmerInnen. Keine Gruppe ist besser als die andere. Sie geht jedoch unterschiedlich mit der großen Veränderung um. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf die beiden Gruppen tun und Sie finden für sich heraus, wo Sie sich befinden – wenn Sie wollen.

RandschwimmerInnen, oder ein Hoch der Komfortzone

RandschwimmerInnen sind begnadete SchönrednerInnen. Irgendwie geht es ja doch noch weiter. Sie fühlen sich von UntergangsprophetInnen umgeben, von SchwarzseherInnen. Die vielzitierte Komfortzone, also bequeme, alte Schuhe mit unzähligen Löchern und einem superschicken, bunten Klebeband, das diese Schuhe zusammenhält, diese bekannte Zone ist ihr Zuhause. Es ist alles bekannt, vertraut, bequem. Man hält sich an Sicherheiten an und – so schlimm ist es ja doch noch nicht. Sprich – der Leidensdruck ist noch nicht so groß, dass Veränderung ins Auge gefasst wird. Daran ist nichts Negatives zu befunden, denn das wäre eine Wertung, eine Verurteilung. Es geht bloß um eine Diagnose.

Und dann türmt sich der innere und äußere Berg mehr und mehr auf. Die Veränderung kommt von außen und macht diesen bildlich Feuer unter dem berühmten Hintern. Auch das ist nicht weiter schlimm. Doch: Was ist der Hintergrund? Diesen gilt es zu verstehen. Er soll nicht Rechtfertigung sein, sondern ein Verstehenshintergrund.

Im Kern handelt es sich bei den RandschwimmerInnen um eine große Menge an kleinen Kindern, denn die wollen keine Veränderung. Kinder haben Angst vor Veränderung, da sie von Erwachsenen abhängig sind. Wie oft werden Kinder aus der Bahn geworfen, wenn Eltern sich trennen? Wie viele Paare bleiben wegen der Kinder zusammen, obgleich es sich nur mehr um eine Versorgungsgemeinschaft handelt? Auch hier – kein Drama, doch eine Prise Bewusstsein ist sehr hilfreich.

Nach wie vor gibt es massenhaft RandschwimmerInnen. Nur keine Veränderung, obgleich Leben Veränderung schlechthin ist. Wo ist der Staat (=Eltern in übergeordneter Form), der einspringt? Kaum nähern sich andere dem angestammten Kuchen (z.B. Flüchtlinge, vom Leben zeitweilig Geprüfte), so keimt Rivalität auf. Es geht hier um die Darstellung des grundsätzlichen Prinzips und ausdrücklich nicht um das Flüchtlingsthema. Wenn also der Kuchen anders als bislang aufgeteilt wird, dann kommen die eifersüchtigen Kinder zutage, die nie genug bekamen, die immer in vielfältiger Weise hungerten – oft wussten sie gar nicht benennen, wonach ihnen hungerte.

Wo ist die Eigenverantwortung geblieben? Wer ein/e RandschwimmerIn ist, trägt kaum bis gar nicht Eigenverantwortung. Warum auch? Das verkappte Kind schreit nach den Eltern und erwartet, dass diese einspringen, sortieren, schlichten und zuteilen und die Krisen, die das Leben so mit sich bringt, für sie lösen. Vielleicht ist diese Darstellung ein wenig überzeichnet. Das mag schon sein. Doch die Überzeichnung will auf den Kern hinführen und vom Rand in die Mitte führen. Damit wir einander richtig verstehen – das ist kein gelobtes Land, wo Milch und Honig fließen. Nein – der Weg dorthin ist auch keine Autobahn. Dazu gibt es genug gelebte Erfahrung, die dies bestätigt. Und so hängen die RandschwimmerInnen weiterhin am Rand des Lebensflusses, gieren und streiten um den knappen Platz und die Scheinsicherheit. Und immer so weiter …

MitteschwimmerInnen, oder es ist mühsam, doch irgendwann sehr erfüllend

Leben findet in der Mitte des Flusses statt. Dort fließt es. Doch wie gelangt man in diese magische Mitte? Ein Weg ist, sich zu fragen – Fühlt sich mein Leben stimmig an? Wie sieht es mit der Partnerschaft, mit der Arbeit, der Familie und mit Freunden aus? Ergänzungen sind herzlich willkommen. Offen und neugierig forschend durch diese Überprüfungszeiten zu gehen, ist äußerst hilfreich. Sie sind ja vorhanden. Wir leben mitten drin – ob wir bewusst sind oder nicht. Der erste Schritt in Richtung Erkenntnis und damit in Richtung Mitte des Flusses ist, die innere Haltung zu überprüfen. Nicht hyperkritisch, doch offen und ehrlich. Es geht um jede/n Einzelne/n – um niemand anderen. Das sollte man sich doch wert sein. Gerne kann man natürlich auf den großen Crash warten und sich vom Leben hineinzwingen lassen, doch wenn man die Mitte anstrebt, dann erfolgt das mehr oder weniger freiwillig.

Das Erfühlen der inneren Haltung zu den wesentlichen Lebensfeldern, bewusst und Licht hineinbringend … Das ist nicht immer schick und angenehm. Es geht auch nicht immer zackig und am direkten Weg. Doch auch so mancher vermeintlicher Umweg ist Ausdruck dessen, dass die Seele noch ein bisschen Zeit und Erfahrung brauchte. Es ist geht ja nicht um den Seelenwettbewerb, sondern es geht um jede/n Einzelne/n.

Das Außen tut mit dem Durchwinden und kraftvollen Reinigen das seine dazu, dass Ordnung hergestellt wird, gewandelt wird, abgegeben wird. Manchesmal ist der Weg zur Mitte mehr eine Hochschaubahn. Es herrschen kraftvoll stürmische Energien am Weg zur tiefsten Wahrheit.

Der Weg zur Mitte des Flusses ist der Weg zur ersten Natur – ich bin ein unendlich geliebtes Geist-Seele-Wesen in einem menschlichen Körper auf Erfahrungsreise. Das mag weich klingen, doch nichts hat mehr Wahrheitsgehalt als diese Erkenntnis. Der Weg zur Mitte in dieser Umbruchzeit führt dazu, dass nun all das hoch kommt, das hochkommen soll, um dieses Ziel zu erreichen.

Wie kann es weitergehen … am Weg zur Mitte des Flusses?

Dankbarkeit für alles, was ist, ist immer noch eine ausgezeichnete Basis. Nichts ist selbstverständlich. Alle Gelegenheiten, die einen das Leben schenkt, sind zu bedanken.

  • Seien Sie da, präsent. Das heißt legen Sie Ihr Smartphone, Ihr Tablet weg. Schalten Sie Ihren Fernseher aus. Legen Sie die Zeitung beiseite. Gehen Sie heraus aus dem Zustand des unbewussten, schlafenden, sich selbst verurteilende Menschen, der irgendwo ist, nur nicht bei sich.
  • Im Hier und Jetzt sein wird oft gefordert; präsent sein, fühlen, denken, wahrnehmen, tun – in diesem einen Moment zwischen zwei Atemzügen – ansonsten verpassen Sie vieles.
  • Leben Sie Ihre ganz persönliche Wahrhaftigkeit. Dazu gehören Mut und Vertrauen. Die eigene Wahrheit zu leben und aufs Herz zu hören bedeutet den bewussten Ausstieg aus dem Massebewusstsein.
  • Fragen Sie sich immer: Wie reagiere ich auf das Geschehen – das ist das Entscheidende! Nicht das was sich im außen abspielt – sondern Ihre Reaktion darauf ist wesentlich. Damit bleiben Sie aus der vielzitierten Identifikation, der Anhaftung an alles und jedes. Sie selbst gehen dabei völlig unter. Wenn Sie Ihre Reaktion auf das Außen überprüfen und angleichen, dann bleiben Sie bei sich.
  • 2018, 2019, 2020 sind Brückenjahre in einen neuen, großen Abschnitt. Das ist nichts Übertriebenes, sondern lässt sich sehr gut belegen. Daher muss Ungelöstes sich überdeutlich zeigen, damit es richtig weitergeht. Altes, das nicht mehr stimmig ist, bleibt im Alten und geht nicht mehr mit. Angst zu haben, ist dabei der denkbar schlechteste Ratgeber, denn das, was zu Ihnen gehört, bleibt bei Ihnen. Der Rest geht.
  • In dieser Phase werden Niemandsländer durchquert; machen Sie sich auf Leerephasen gefasst. Das Alte ist schon weg, das Neue ist noch nicht da. Doch gerade diese Leerephasen sind wichtig, weil nur aus dem Sein und der Leere das Neue entsteht.
  • So kann das Motto zum Weg zur Mitte nur lauten: Geh weiter, fasse immer wieder Mut und Vertrauen. Die Schwingung erhöht sich und man fühlt das große Ganze intensiver und näher. Das ist der oft genannt Weg nach Hause. … Und – die Geistige Welt ist unser Zuhause, in der Mitte des Flusses.

09.03.2018
Andrea Riemer


Zum Abschluss ein tröstlicher Gedanke – als Mutmacher am Weg.

„Sie wusste, das Leben war immer auf ihrer Seite, manches Mal anders als sie es sich wünschte, doch es war immer da. Das Leben liebte Marie und es war geduldig mit ihr. Und doch forderte es sie immer wieder auf, Altes fühlbar und sichtbar abzuschließen. Dann erst war Platz für Neues.“

09.03.2018
Andrea Riemer

cover-Botschaften-andrea-riemerText aus ihrem neuen Buch:
Andrea Riemer, Botschaften vom Leben, dielus edition, Leipzig 2018 (mehr dazu samt Leseprobe unter
www.andrea-riemer.de/das-neue-buch). 

Dazu kann man in einer mehrteiligen, kostenpflichtigen Webinarreihe auch nachhören unter www.sofengo.de/academy/andrea.riemer

Zur Autorin: www.andrea-riemer.de

Alle Beiträge der Autorin auf Spirit Online

2 Kommentar(e)

  • Wundervoll geschrieben! Ja, es ist nicht immer leicht im Fluss zu schwimmen und manchmal gehört eine große Portion Vertrauen, Mut und Liebe dazu, dort zu bleiben. Meiner Meinung nach kann niemand, der einmal Mittelschwimmer war, zurück an den Rand. Auch wenn es dort vermeintlich „einfacher“ ist. Vielen Dank für diese wunderschön geschriebene Erinnerung 🙂

    • Liebe Sabine Stegmann – haben Sie einen Herzensdank für Ihren Kommentar. Wer in der Mitte ist, bleibt mittlerweile auch dort. Auch wenn es einen mal hin- und herschmeißt. So gibt es schönen einen sehr großen „Club der MitteschwimmerInnen“ – herzlich Willkommen. 🙂

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