In deiner Welt – Kapitel 8

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Kapitel-8-georg-huber-in-deiner-welt-romanIn deiner Welt Fortsetzung der spirituellen Geschichte von Georg Huber Kapitel 8

Kapitel 1 bis 7 findest Du >>> HIER
In deiner Welt Fortsetzung der spirituellen Geschichte von Georg Huber – Am Samstagmorgen kamen Nicks Großeltern zu Besuch. Sie wohnten in einem anderen Bundesstaat und hatten jedes Mal vier Stunden Fahrt vor sich, um ihren Sohn, seine Frau und die Enkel zu besuchen. Sie kamen nicht oft zu Besuch, obwohl sie im Gegensatz zu Nicks anderer Oma keine gesundheitlichen Probleme hatten und noch fit waren.

Es lag daran, dass Nicks Opa, trotz seines Rentnerdaseins, noch in verschiedene Geschäfte eingebunden war. Er war Ratsmitglied einer Firma und stellvertretender Geschäftsführer einer anderen. Zudem flogen oder fuhren die Großeltern alle paar Monate in ein anderes Land. Und jedes Mal, wenn sie dann doch die Enkel besuchten, erzählten sie von ihren spannenden Abenteuern und Besichtigungen.

Auch dieses Mal erzählte der Opa beim Mittagsessen von ihrer letzten Safaritour in Afrika, und Nicks Oma sagte immer wieder zu ihrem Mann:

»Ach, jetzt übertreibe doch nicht!«

Nicks Opa liebte es, theatralisch von seinen Abenteuern zu berichten. Nach dem Essen spielten die Männer Fußball, während die Frauen drinnen redeten und das Geschirr abräumten. Nick hoffte den ganzen Tag, dass sein Vater nichts von seiner Strafarbeit erzählen würde, und es schien auch so, als ob er Nick dieses Mal nicht wie einen Idioten darstellen würde. Nicks Opa war sehr darauf fixiert, was man alles in seinem Leben erreichen sollte. Und oft sprach er auch mit Nick und seinem Vater darüber, nur Henry wurde davon verschont.

Henry war ohnehin Opas ganzer Stolz, und Nick beobachtete auch dieses Mal, wie sehr Henry gluckste, während er mit seinem Opa herumtollte.

Nick setzte sich auf die Veranda und lehnte sich an das Haus.

Normalerweise war er neidisch auf seinen Bruder, doch dieses Mal konnte er ihm beim Spielen zuschauen und sich für ihn freuen. Eines Tages, wenn Henry älter wäre und erstmals in der Schule seine Leistung bringen müsste, würde Opa vielleicht auch anders mit ihm umgehen. Dann würde er wieder erzählen, wie andere Kinder nach der Schule spielen gewesen seien, während er am Schreibtisch gesessen habe, um mehr zu lernen als die anderen. Und dass es wichtig sei, dass man die Schule mit Bestnoten abschloss, um auf ein gutes College zu kommen. Henry schoss den Ball in Nicks Richtung und forderte seinen Bruder damit auf, aufzustehen und mitzuspielen. Nicks Mutter und seine Oma kamen ebenfalls heraus und setzten sich mit einer Tasse Tee an den weißen Gartentisch.

Erst als es Abend wurde und Nicks Mutter das Essen vorbereitet hatte, gingen alle wieder hinein.

Henry hatte einen Riesenhunger von dem vielen Spielen und fing sofort mit dem Essen an. Er schlang es richtig hinunter. Gerade als Nick den Löffel in die Hand genommen hatte und von der Suppe essen wollte, fing sein Vater an zu reden. Für einen Moment erschrak Nick, weil er zunächst befürchtete, sein Vater könnte von seinem Missgeschick und dessen Folgen erzählen. Doch für die Rede des Vaters gab es einen feierlicheren Grund.

»Es ist jetzt offiziell: Ich wurde zum Abteilungsleiter befördert! «

Alle fingen an, durcheinanderzureden, und Nick beobachtete seine Mutter, die voller Freude strahlte und mit ihrer Schwiegermutter tuschelte. Henry kümmerte das ziemlich wenig, er aß einfach weiter. Er hatte schließlich keine Ahnung, was ein Abteilungsleiter sein könnte. Nicks Oma stieß ihren Gatten an und sagte:
»Ist das nicht fantastisch?«

Dieser schlürfte seine Suppe und antwortete, ohne seinen Löffel abzulegen:
»Ja, natürlich. Endlich strengt der Junge sich mal an. Mit seinem mickrigen Gehalt kann er ja kaum sein Haus abbezahlen.«
Nick hielt einen Moment inne und erinnerte sich wieder an sein letztes Gespräch mit Jack.

Jack hatte wirklich recht gehabt, doch irgendwie war Nick das die ganze Zeit nicht aufgefallen.

Er blickte seinen Vater an und sah, wie die Freude aus seinen Augen verschwand. Robert schaute auf den Tisch und sagte etwas nüchtern:
»Es ist nun einmal nicht jeder so perfekt wie du, Dad!«
Nicks Opa wischte sich mit der Serviette den Mund ab.

»Ich bin nicht perfekt, aber in deinem Alter hatte ich schon meine erste Firma!«
Nick konnte förmlich spüren, wie sein Vater innerlich klein wurde. Er wusste nicht, ob er sich das einbildete, doch er konnte es irgendwie fühlen. Diese Enttäuschung und dieses Gefühl, nach wie vor dieser kleine Junge zu sein, der die Anerkennung seines Vaters suchte.

Das traf es genau, dachte Nick.

Schließlich hatte sein Opa Robert auch »Junge« genannt. Nick merkte, dass seine Augen feucht wurden, und schnell schluckte er, damit niemand das bemerken konnte. Jack hatte so recht gehabt. Nick stand eilig auf und ging auf die Toilette. Dort fing er an zu schluchzen, und die Tränen flossen über sein Gesicht. Endlich wurde ihm alles klar, ergab alles einen Sinn.

Sein Vater konnte ihm wirklich keine Aufmerksamkeit und Liebe geben, weil er sie tatsächlich nicht kannte. Er war selbst ein Opfer seiner Kindheit und tat nun genau das mit Nick, was sein eigener Vater mit ihm getan hatte. Nicks Vater war nicht etwa böse auf Nick oder konnte ihn nicht leiden, nein, er war einfach nicht fähig, ihm seine Liebe so zu zeigen, wie Nick es gebraucht hätte. Zum ersten Mal in Nicks Leben war sein Mitgefühl für seinen Vater größer als die Wut und Trauer.
Er wischte sich das Gesicht ab und atmete tief ein.
Er blickte in den Spiegel und vergewisserte sich, dass keine Spuren seiner Tränen mehr zu sehen waren.

Dann ging er zurück und setzte sich wieder an den Tisch, an dem alle schweigend weiteraßen. Auch Nick aß zunächst weiter und sagte dann schließlich:

»Ich glaube, Opa, dass du zwar richtig erfolgreich in deinem Beruf warst, aber davon hatten deine Frau und deine Kinder nichts.«

Nicks Mutter ließ vor Schreck den Löffel auf den Teller fallen, und Nick sah, wie sein Vater staunend den Kopf erhob und seinen Sohn anschaute.
»Was verstehst du denn von Kindern?«, fragte sein Opa gehässig.
»Ich war arbeiten, damit es meiner Frau und meinen beiden Söhnen gut ging. Sie hatten immer alles, was sie brauchten.«
Nick blickte weiter seinem Vater in die Augen und antwortete: »Manchmal brauchen Kinder etwas anderes als Essen, Geld und schönes Spielzeug! Manchmal brauchen sie Beachtung von ihren Eltern!«

Nick sah, wie die Gesichtszüge seines Vaters vor Verwunderung entgleisten. Er hatte die Augen weit aufgerissen und versuchte, den Kloß in seinem Hals abwärts zu bewegen. Er konnte einfach nicht glauben, was er da gerade von seinem Sohn gehört hatte. Nicks Opa reagierte zunächst gar nicht, denn er hatte noch nie Widerworte von seinem Enkel gehört. Einen Moment lang dachte er darüber nach, was er ihm antworten könnte. Doch bevor er dazu kam, etwas zu sagen, stand Nicks Vater auf, ging zu seinen beiden Söhnen und kniete sich auf den Boden. Er umarmte sie und sagte: »Es tut mir leid, dass ich in letzter Zeit so selten zu Hause sein konnte und so gestresst war! Das hat jetzt ein Ende!«

Nick schloss seine Augen und genoss diese Umarmung.

Es war die erste richtige Umarmung seit vielen Monaten. Sie war kurz, aber herzlich. Nicks Vater setzte sich wieder gestärkt an seinen Platz.
»Ich werde so schnell wie möglich Urlaub einreichen und dann fahren wir, ach nein, wir fliegen gemeinsam weg!«
»Das ist eine tolle Idee!«, freute sich Nicks Mutter.
»Jetzt wollen wir mal nicht so sentimental werden!«, warf Opa schnell in die Runde. Catherine versuchte natürlich, die Spannung abzubauen, und rief eilig:
»Wer hat Lust auf Nachtisch?«
Als sie aufgestanden war, ging sie noch zwei Schritte um den Tisch herum und gab Nick einen Kuss auf den Kopf. Nick lächelte.

Er hatte seinem Vater Anerkennung gegeben, so, wie Jack es ihm beschrieben hatte.

Und es fühlte sich einfach wunderbar für ihn an. Nur eine Stunde später standen alle vor der Tür und winkten den Großeltern zum Abschied. Nicks Vater umarmte dabei seine beiden Kinder. Es schien so, als hätte er durch diesen Tag gelernt, wie wichtig sie ihm waren.

Den ganzen Abend verbrachte er mit ihnen auf dem Boden beim Spielen, und immer wieder lächelte er erleichtert. Selbst für Nick hatte er immer wieder ein Lächeln übrig. Nick ging früh ins Bett. Er rief noch schnell Steve an, um ihm zu erzählen, was Bob ihm gesagt hatte, doch er hatte keine Lust auf ein langes Gespräch und sagte Steve, dass er sehr müde sei und ins Bett wolle. Das stimmte eigentlich nur halb. Natürlich war er von dem Tag zwar wirklich müde, doch irgendwie wollte er den Moment einfach nur genießen und nicht mit Steve über alte Probleme quatschen.
Was Steve davon hielt, war ihm auch egal.

Es gab einen neuen Nick, und daran musste Steve sich eben gewöhnen.

Nach dem Gespräch legte er sich wirklich ins Bett, und bevor er einschlief, lächelte er wie schon lange nicht mehr. Er bekam das Grinsen einfach nicht mehr weg. Er konnte spüren, wie eine große Last von ihm abfiel. In nur wenigen Tagen hatte er das Unmögliche erreicht und das Verhältnis zu seinen Eltern ins Positive gewandelt.

»Danke, Jack«, flüsterte Nick leise und schlief sein.>> In deiner Welt Fortsetzung der spirituellen Geschichte von Georg Huber

Weiter geht es mit – In deiner Welt Fortsetzung der spirituellen Geschichte am Sonntag den 12. Mai 2019


Den Roman
In deiner Welt
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von Georg Huber
gibt es als Ebook >>>  HIER

05.05.2019
Alles Liebe für euch!
Euer Georg 
Weitere Informationen zu Georg Huber findest du unter 
www.jeomra.de

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