Ingwer, Zwiebeln, Kohl & Co: Gesundheit aus der Gemüsekiste

gemuese pumpkin

gemuese pumpkinIngwer, Zwiebeln, Kohl & Co: Gesundheit aus der Gemüsekiste

Bewährte Hausmittel Serie von Maria Lohmann / Folge 2

Bei vielerlei Beschwerden ist nicht immer gleich der Gang zur Apotheke notwendig, auch einige Hausmittel aus der Gemüsekiste können erste Hilfe leisten.
Ingwer: Die Ingwerwurzel besitzt eine angenehme aromatische Schärfe und kommt in vielen Küchen zum Einsatz, ob frisch und dünn geschält oder in Pulverform.
Schon seit dem Mittelalter ist sie ein wertvolles Heilmittel bei der Behandlung zahlreicher Erkrankungen. Die hohe Konzentration von Enzymen macht den Ingwer so wertvoll. Er regt die Magen- und Darmaktivität an, leitet Giftstoffe aus dem Darm und wirkt insgesamt beruhigend auf den Verdauungstrakt. Ingwer gilt als „Freund des Magens” und hilft bei Reiseübelkeit. Zudem hat Ingwer nachweislich einen positiven Einfluss auf die Fließfähigkeit des Blutes und regt die Durchblutung an. Nachgewiesen ist auch eine Stabilisierung des Immunsystems. In der chinesischen Medizin wird die Wurzel bei Schwächezuständen verordnet.

Eine Kur mit Ingwerwasser unterstützt den Stoffwechsel und hat eine reinigende Wirkung.

Dazu kochen Sie ein Liter Wasser auf und geben zwei bis drei dünne Scheiben Ingwer dazu und anschließend in eine Thermoskanne füllen. Trinken Sie das Ingwerwasser tassenweise über den Tag verteilt, die letzte Tasse nicht später als am frühen Nachmittag, da Ingwer anregend wirkt. Wer unter Reisekrankheit leidet, kann mit ein bis zwei Esslöffeln Ingwersaft vorbeugen oder gegen die Übelkeit während der Reise langsam ein Stückchen Ingwer (frisch oder kandiert) kauen.

Fernöstlicher Ingwertrunk: Bei drohender Erkältung mit Anzeichen von Frösteln ein kleines Stück frische Ingwerwurzel raspeln, mit dem Saft einer Zitrone und einer halben Tasse Wasser erhitzen, mit etwas Honig süßen und so heiß wie möglich langsam in kleinen Schlucken trinken. Anschließend ab ins Bett und gut zudecken, Wasser zum Trinken bereitstellen. Der Ingwertrunk wärmt innerlich intensiv auf, fördert das Schwitzen; am nächsten Tag sind die Beschwerden häufig verschwunden.
Asiatische Heilkompresse: Bei Verstopfung der Nasennebenhöhlen etwa zwei EL frischen Ingwer reiben, kurz in wenig Wasser erhitzen, in ein Tuch einschlagen und auf die Nebenhöhlen legen. Nach dem Abkühlen entfernen. Bei Bedarf wiederholen. Achtung: Die Haut kann sich leicht röten.

Zwiebeln enthalten einen hohen Anteil an Zink, Schwefel, Fluor und Kalium sowie eine hohe Konzentration der Vitamine A, B, C und E.

Diese Wirkstoffe machen die Zwiebel zu einem wertvollen Gemüse. Die in der Zwiebel enthaltenen ätherischen Öle wie Alliin und Allizin wirken zudem antibakteriell, schleimlösend und desinfizierend. Äußerlich angewendet hilft die Zwiebel bei Ohrenweh, Insektenstichen und Halsschmerzen.

Das Zwiebelsäckchen gehört zu den altbekannten und bewährten Hausmitteln bei Ohrenschmerzen. Oft geht ihnen ein grippaler Infekt voraus, der die Belüftung der Ohrtrompete (Eustachische Röhre) zwischen Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr beeinträchtigt. Warme Zwiebelsäckchen auf dem Ohr lindern die Beschwerden: Eine Zwiebel schälen, sehr klein schneiden und in einem Topf leicht dünsten, um die ätherischen Öle freizusetzen, dann noch warm in ein Tuch packen und auf das schmerzende Ohr legen. Das Tuch mit einem Schal oder Stirnband fixieren. Das Zwiebelsäckchen kann bei Bedarf auch über Nacht liegen bleiben, wenn der Kranke während der Anwendung einschläft. Wenn am nächsten Tag keine Besserung der Ohrbeschwerden eintritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Selbstgemachter Sirup aus Zwiebeln leistet gute Dienste bei Husten. Dazu eine große Zwiebel schälen, zerhacken und mit drei Esslöffeln Zucker mischen. In einem Topf mit 125 ml Wasser für einige Minuten zum Sieden bringen, zur Seite stellen und vier Stunden ziehen lassen. Den Sud abfiltern, die Zwiebel dabei gut auspressen. Dreimal täglich ein bis zwei Teelöffel des Sirups nehmen.
Linderung bei Insektenstichen: Mit einer frisch aufgeschnittenen Zwiebel abreiben oder die Scheiben auflegen.

Kohl: Die Bauern bezeichnen ihn als „Arzt der Armen“ – zu Recht.

Besonders hilfreich sind Kohlwickel bei Gelenkbeschwerden. Entfernen Sie aus einigen Weißkohl- oder Wirsingblättern die Mittelrippe und quetschen die Blätter mit einer Glasflasche. Das setzt die Wirkstoffe frei. Nun die Blätter dachziegelartig auf das betroffene Gelenk anbringen und mit einem Tuch fixieren. Der Wickel kann auch über Nacht liegen bleiben. Wenn sich die Kohlblattauflage verfärbt (Hinweis auf einen Reinigungsprozess) oder austrocknet, muss sie erneuert werden. Was man wissen muss: Anfangs können sich die Beschwerden zunächst verstärken; dies ist aber in der Regel positiv zu sehen im Sinne einer Heilreaktion.
Bei einer akuten Gelenkentzündung mit Rötung hingegen lindern Auflagen mit Quark die Überwärmung.

Im 17. Jahrhundert gelangte die Kartoffel aus Südamerika nach Europa. Es war das Verdienst Friedrichs des Großen, die Knolle bei uns kultiviert zu haben. Heute ist sie aus unseren Küchen, ob gekocht oder gebraten, nicht mehr wegzudenken. Die Heilwirkung des basischen Kartoffelsaftes hingegen ist wenig bekannt. Rohe Kartoffeln enthalten hochwertiges Pflanzeneiweiß, viel Kalium, Silizium, Magnesium sowie Vitamin C und B1, und sie sind beinahe fettfrei. Schleimstoffe in der Kartoffel legen sich wie ein Schutzfilm über die kranke Schleimhaut und binden die überschüssige Magensäure.

Zur Vorbeugung von Sodbrennen wird der Saft einer rohen mittelgroßen Kartoffel empfohlen, jedoch nicht mehr. Zubereitung: Kartoffel dünn schälen, grüne Stellen komplett ausschneiden, in Stücke schneiden und in den Entsafter geben. Zur Geschmacksverbesserung können Sie etwas Karottensaft oder Petersilie hinzufügen.

Bei Verspannungen von Schultern, Nacken oder Rücken sorgen Kartoffelauflagen für Linderung. Dazu vier bis fünf Kartoffeln in der Schale weich kochen, zerdrücken, in ein Tuch wickeln und so warm wie möglich (Vorsicht: kann sehr heiß sein!) auf die betroffene Stelle auflegen und mit einem Tuch fixieren. Die Anwendung wirkt entspannend und schmerzlindernd.

22.05.2022
Maria Lohmann
https://www.maria-lohmann.de/

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Maria-Lohmann-MankauMaria Lohmann
Ihre Leidenschaft für Naturheilkunde, traditionelle Heilverfahren und gesunde Ernährung hat sie zum Beruf gemacht. Seit 1992 ist sie Heilpraktikerin, Medizinjournalistin und Autorin zahlreicher Veröffentlichungen und Bücher.
Einer der inhaltlichen Schwerpunkte von Maria Lohmann ist die Ernährungstherapie, insbesondere der Säure-Basen-Haushalt.
Maria Lohmann zeigt, dass man mit einfachen Mitteln sehr viel für seine Gesundheit tun kann. Sie zeigt Möglichkeiten auf, den Körper auf natürliche Weise zu unterstützen, um eine Balance wiederherzustellen.
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