Innere Stimme

Intuitive Intelligenz üben, sonst geht sie verloren

meditierende Frau am WasserIntuitive Intelligenz üben, sonst geht sie verloren

Intuitive Intelligenz – die wird jetzt benötigt, es soll ein neues Projekt entstehen, die ‚Nasenspitzen‘. Eine Geschichte vom Meisterdieb, der seinem Sohn intuitive Intelligenz lehrt.

Es scheint wahrscheinlich, dass sich die Menschheit in ein riesiges Superhirn verwandeln wird. Jeder ist mit jedem vernetzt und das gesamte Wissen kann überall und jederzeit abgerufen werden. Werde ich dadurch intelligenter?

Auf eine Art ja. Einfache, logische Fehler lassen sich vermeiden, wenn ich Fakten und Zusammenhänge kenne. Andererseits hat mein Kopf seine Grenzen, schließlich stehen alle Weisheiten dieser Welt zum Nachlesen bereit, vieles habe ich bereits gelesen, doch kann ich sie in mein Leben integrieren? Nein – hier sitzt der gleiche Dummkopf, der ich immer war. Einer, der Plastik kauft, obwohl ich weiß, dass sich Plastik so gut wie nicht abbaut. Trotz Wissen verhalte ich mich also unintelligent.

Kann ich Intelligenz überhaupt lernen?
… Bestimmt nicht durch Lesen, das ist mir aus Erfahrung klar.
Wie werde ich intelligent?
Besteht Hoffnung, dass die Menschheit – und vor allem ich – dazulernen?

Wenn mich eine Frage beschäftigt, dann gibt mir das Leben oft Hinweise auf eine Antwort – so auch diesmal durch die Geschichte vom Meisterdieb und seinem Sohn. Osho erzählt sie und weist darauf hin, wie sich Intelligenz bildet. Sie kann nicht unterrichtet werden. Jeder Mensch besitzt natürliche Intelligenz, doch erkennen und nutzen wir sie nur nicht. Wenn Intelligenz nicht genutzt und geübt wird, versiegt die natürliche Quelle.

Die Geschichte vom Meisterdieb,
der seinen Sohn in intuitver Intelligenz unterrichtet

Der Sohn eines Meisterdiebs möchte von seinem Vater in die Kunst des Stehlens eingeweiht werden. Der Vater ist noch nie gefasst worden, er ist berühmt für seine Kunst, jede Situation zu bewältigen. Der Sohn möchte diese Kunst vom Vater lernen und dieser erklärt sich dazu bereit. Die beiden brechen nachts in ein Haus ein. Die Bewohner schlafen fest.

Die beiden Einbrecher finden einen alten Schrank und der Vater öffnet ihn. „Steig rein und suche nach Wertsachen“, sagt der Vater. Der Sohn tut, wie ihm gesagt wird. Als er drinnen ist, schließt der Vater die Türe und verschließt sie von außen mit dem Schrankschlüssel. Dann macht er großen Lärm, er ruft: „ein Dieb, ein Dieb, wacht auf!“. Die Bewohner springen aus ihren Betten und machen sich auf die Suche nach dem Einbrecher.

Der Sohn im Schrank gerät in schreckliche Panik. Ist sein Vater übergeschnappt? Und was soll er jetzt tun? Wie kommt er unbeschadet wieder aus dieser Situation? Google kann ihm dabei nicht helfen. Auch nicht das, was er übers Stehlen weiß. Sowieso weiß er gerade gar nichts mehr. Seine natürliche Intelligenz beginnt sich zu regen…

Er hört, wie jemand ins Zimmer kommt und sich dem Schrank nähert. Was soll er nur tun? Ohne darüber nachzudenken, macht er das Geräusch einer Katze. Die Angestellte öffnet den Schrank, um die Katze heraus zu lassen. Schnell stößt der Sohn die Frau beiseite, springt hinaus und flieht aus dem Haus. Alle Bewohner sind hinter ihm her. Als er an einem Brunnen vorbeikommt, nimmt er einen schweren Stein und wirft ihn in den Brunnen. Plumps! Er selbst versteckt sich hinter einem Baum.

Die Leute, die ihn verfolgen, stehen um den dunklen Brunnen herum und sagen: ‚Da kommt er nicht alleine raus. Wir können morgen nach ihm schauen, wenn es wieder hell ist. Entweder wird er tot sein oder wir werden ihn rausfischen und ihn der Polizei übergeben können…‘

Der Sohn schafft es sicher nach Hause und findet seinen Vater friedlich schlafend im Bett. Wütend rüttelt er ihn wach und schreit ihn an: „Was hast du gemacht? Wie konntest du mir das antun! Was bist du nur für ein grausamer Lehrer!“

„Du bist doch hier, Junge, nicht?“, antwortet der Vater gelassen. „Also hast du die Kunst gelernt. In unserem Beruf geschehen oft solch unvorhersehbaren Dinge und du wirst genau wie heute deine intuitive Intelligenz benutzen müssen, um sie zu meistern. Du hast bewiesen, dass du das kannst. Das ist alles. Jetzt lass mich weiter schlafen.“
Osho, Be Still and Know #9

Die Geschichte ist von mir aus der Erinnerung nacherzählt, auf osho.com kannst du die ausführliche Version lesen

Eine ähnliche Geschichte: die Nasenspitzen

Mich hat diese Geschichte berührt. Auch ich befinde mich gerade in einer undurchsichtigen, unkontrollierbaren Situation und weiß nicht, wie ich da rauskommen soll. Ich habe mich entschlossen, ein neues Angebot für Meditation auszuarbeiten, die ‚Nasenspitzen‘. Ich möchte meine Erfahrung und überliefertes Wissen über Meditation in intelligenter Weise an Leute weitergeben, die wie ich auf der Suche sind. Wie mag die Brücke wohl aussehen, die ich den Lesern schlagen könnte?

Google schlägt vor, das Gleiche wie alle anderen auch zu machen: Webinare, Trainings, Online Kurse … Das befriedigt mich nicht. Nachahmung ist ja ganz nett, doch für mich nicht wirklich erfüllend. Ein wenig fühle ich mich wie der Sohn im Schrank auf der Suche nach einer kreativen Lösung.

Wohin sich wenden? Wohin geht der Weg? Welche Richtung soll ich einschlagen? Wie etwas finden, das mir entspricht und genauso auch den Bedürfnissen des Netzwerks…

Nach langer Recherche gebe ich innerlich auf, eine geniale, logische Lösung zu finden. Alles Wissen dieser Welt befriedigt mich nicht. Trotz Vernetzung, trotz verfügbaren Superhirns im Internet – ich warte auf meine ureigene, überraschende, spontane, intuitive Intelligenz.

Kann man etwas für intuitive, spontane Intelligenz tun?

Ja, ich kann: Intelligenz muss ständig und überall angewendet werden, damit sie erstarkt. Mit der intuitiven Intelligenz ist es wie mit jedem anderen Sinn. Die Sinne verlieren ihre Fähigkeiten, wenn sie nicht genutzt werden. Das bedeutet für mich, nach dem inneren Klick, dem inneren Ja zu suchen. Wo immer es zu hören ist, es zuzulassen und zu handeln.

Ein kleiner Anfang mit den Nasenspitzen ist gemacht. Täglich krieche ich wie ein Wurm Zentimeter um Zentimeter weiter und es entsteht eine neue Kleinigkeit – eine Farbe, ein Foto, ein kleine Begeisterung für eine Idee. Langsam, langsam formt sich eine neblige Gestalt.

Ich werde dich dann informieren, wenn die Nasenspitzen fertig sind…

Ein Beitrag von Samarpan P. Powels, Meditationslehrerin, Herausgeberin von FindYourNose, Herzschmerz Tipps und FindYourNose Online Marketing.

Mit freundlicher Genehmigung von FindYourNose, Online Magazin für Meditation
Dort sind auch alle weiterführenden Links zu finden

Den Artikel kommentieren