Ist Hypnose ein spezifisch veränderter Bewusstseinszustand der bestimmte PSi – Fähigkeiten erleichtert?

PSi-mann-kopf-licht-universum

“Ist Hypnose ein spezifisch veränderter Bewusstseinszustand der bestimmte PSi – Fähigkeiten erleichtert?”

Ein PSi – fördernder hypnotischer Zustand insbesondere auf die Hypnotisierbarkeit und Dissoziation wurde versucht über zeitgenössische Forschungen, zu etablieren [1]. Das Konzept der Hypnose ist aber aus wissenschaftlicher Sicht immer noch sehr umstritten, was ein Rückblick auf die 60 Jahre intensiver Hypnoseforschung zeigt [1].

So waren sich Wissenschaftler teilweise uneinig, ob ein hypnotischer Zustand tatsächlich existiert oder nicht, da das Problem Hypnose als einen veränderten Zustand des Bewusstseins zu definieren auch darin lag, dass es keine allgemein akzeptierte Definition des normalen Bewusstseins gab [1, 2].

Was verstehen wir Allgemein unter Hypnose

Der hypnotische Zustand ist nichts anderes als eine künstlich eingeleitete Trance, in welcher der Hypnotisierte besonders leicht Suggestionen annehmen kann [3]. Während des hypnotischen Zustandes ist die Wahrnehmung eingeschränkt und dreht sich komplett nach innen auf die eigenen Gefühle und Gedanken hin [3].

ie Hypnose ist somit nicht Schlaf, sie ist keine Ohnmacht und man ist auch nicht willenlos [3]. Das menschliche Bewusstsein wird generell in vier unterschiedliche Bewusstseinszustände unterteilt [3].

  • „Beta“ = normales Wachbewusstsein
  • „Alpha“ = leicht modifiziertes Bewusstsein
  • „Theta“ = tiefer Schlaf
  • „Delta“ = komatöser Zustand

Ist Hypnose ein spezifisch veränderter Bewusstseinszustand-mann-kopf-licht-universum

Auf der Suche nach einem Psi –

fördernden Zustand mit Hilfe von Hypnose durch die Hypnosewissenschaft und Parapsychologie

Der emeritierte Professor Adrian Parker der Psychologie von der Universität Göteburg hatte sich ebenfalls dieser Fragestellung angenommen und sich in seinem Artikel (2015) “The jungle of hypnotic psi: part 2. Research on relationships between psi and hypnosis” mit den Methoden sowie Ergebnissen der letzten Jahrzehnte dieser Forschung und den einzelnen Einflussfaktoren, die während der Erforschung hypnotischer Zustände zu berücksichtigen sind gewidmet [2].

Die zeitgenössischen Forschungen zur Hypnose als ein Psi fördernder Zustand, zeigen laut Adrian Parker große methodische Schwächen und haben es versäumt reproduzierbare Ergebnisse zu liefern um zukünftige Psi – Werte hervorzusagen [2].

Ist die Dissoziation ein gesunder oder pathologischer Zustand und inwieweit bezieht sich dieser auf Psi?

Die Dissoziation wird normalerweise als Störung integrierter Funktionen von Bewusstsein, Gedächtnis, Identität oder Wahrnehmung der Umwelt verstanden [4].

Dissoziative Zustände existieren auf einem Kontinuum von nicht pathologischen Zuständen, wie der Highway – Hypnose und Tagträumen bis hin zu pathologischen Zuständen wie der Derealisierung (Surrealität) sowie Depersonalisierung (Abwesenheit der Identität) [4].

Für die Erfassung des dissoziativen Zustandes gibt es unterschiedliche Fragebogenmaßnahmen im wissenschaftlichen Bereich wie die pathologisch orientierte Dissociative Experience Scale (DES) für die Erfassung von Menschen mit hohen dissoziativen Werten von denen aber nicht alle das Kriterium einer pathogenen DSM – Diagnose erfüllen [2].

Werden ungewöhnlich begabte gesunde Menschen mit Psi – Fähigkeiten

für diese Fragestellung berücksichtigt, welche hohe dissoziative Zustände erleben, dann ist das DES nicht das geeignete Instrument [2].

So stellten Wissenschaftler in ihrer Studie im Jahr 2018 zu den Dissoziationswerten von Menschen, welche mediale Erfahrungen gemacht haben fest, dass die Studienteilnehmer mit medialen Erfahrungen im Durchschnitt höhere Dissoziationswerte hatten, als gesunde Menschen ohne mediale Erfahrungen aber nicht die Grenzwerte für pathogene dissoziative Zustände überschritten wurden [4].

Aus diesem Grund wäre es wichtig für die Erfassung eines Psi – fördernden Zustandes sich auf die positiven gesunden Aspekte der Dissoziation im Vergleich zu den pathogenen Aspekten zu konzentrieren [2].

Neben der DES – C gibt es andere Möglichkeiten der Erfassung der gesunden Dissoziation in der normalen Bevölkerung, wie die Dissociative Processes Scale (DPS), welche eine gute Zuverlässigkeit zeigt [2].

Diese wurde jedoch nicht in den vorangegangenen großen zeitgenössischen Arbeiten über Hypnose als Psi fördernder Zustand verwendet [2].

Fazit

Die letzten 60 Jahre Forschung auf diesem Gebiet haben gezeigt, dass eine größere Präzision bei der Messung für die Erfassung scheinbar Psi begabter Menschen erforderlich ist [2].

Weiterhin wichtig für diesen Forschungsbereich bleibt, es die Frage zu klären, welche Relevanz haben der Zustand der Hypnose und Psi Fähigkeiten für das Verständnis der Natur unseres Bewusstseins [2].

Damit die Hypnose als ein Psi fördernder Zustand unter Laborbedingungen nachgewiesen werden kann, müssen Wissenschaftler neben Finanzierungsmitteln, methodischen Schwächen der letzten Jahre Forschung zukünftig die Gesamtheit der Variablen berücksichtigen, die an Psi – Fähigkeiten und Hypnose beteiligt sind [2].

Für zukünftige Forschungen mit einem besseren anspruchsvolleren Design könnten bessere Erfolge zeigen mit ausgewählten Personen, die besonders begabt sind und in der Lage sind ihren Bewusstseinszustand zu ändern [2].

Der Fokus würde in zukünftigen Arbeiten auf der persönlichen Geschichte und Eigenschaften von Menschen liegen, die qualitativ hochwertig Psi Phänomene produzieren können, was ebenfalls die Experimentatoren im Selbstversuch mit einschließt [2].

Weitere Schlussfolgerungen aus den letzten Jahrzenten Forschung [2].

(1) Der am meisten Psi begünstigende Zustand ist nicht tiefe Hypnose, sondern leichte Veränderungen im Bewusstsein.

(2) Menschen die somnambulistische Zustände erleben, müssen lernen den Psi – Zustand von dem der Fantasie und Halluzinationen zu unterscheiden.

(3) Andere anwesende Personen können einen Einfluss auf das Ergebnis von Psi Phänomenen haben.

(4) Beobachtungen anderer erfolgreicher Experimente fördern das Auftreten der Phänomene.

(5) Damit der richtige Geisteszustand für Psi bei den Teilnehmern erzeugt werden kann, muss der Experimentator tiefen psychologischen Kontakt zu den Teilnehmern herstellen.

(6) Extrem subtile Testbedingungen können die Natur der Phänomene beeinflussen.

(7) Der Psi – Faktor ist eine Begabung und scheint eine genetische Veranlagung zu haben.

(8) Der Weg nach vorn in dieser Forschung ist der Einsatz begabter Medien.


Quellen:

1. Adrian Parker (2015). The jungle of hypnotic PSI: Part 1. Research on hypnosis relevant to PSI. Journal of Parapsychology, 79(1), x-xx.
2. Adrian Parker (2015). The jungle of hypnotic PSI: Part 2. Research on relationships between PSI and hypnosis. Journal of Parapsychology, 79(1), x-xx.
3. Bendedikt Ahlfeld und Stefan Strobl (2016). Hypnose lernen – Praxishandbuch: für tiefe Trance, Selbsthypnose… BoD – Books on Demand, Norderstedt
4. Helané Wahbeh et. al (2018). People reporting experiences of mediumship have higher dissociation symptom scores than non-mediums, but below thresholds for pathological dissociation. F1000 Research doi: 10.12688/f1000research.12019.3


Bildquelle: www.canstockphot.de

13.04.2020
Dr. rer. hum Jana Stapel
E-Mail: mediumdr.stapel@gmail.com
Webseite: www.medium-dr-janastapel.com

Alle Beiträge der Autorin auf Spirit Online

 

Spirit PLUS – Für Spirit Online zahl ich

Standpunkt und Haltung in einer sich verändernden Welt

Spirituell relevante Informationen nachvollziehbar, kompetent, glaubwürdig und verständlich
Leben ist Veränderung – was so einfach klingt, ist eines der anspruchsvollsten Unterfangen des täglichen Menschseins. Wir stellen uns dieser Aufgabe!

Unsere Informationen auf spirit-online.de sind frei zugänglich – für alle. Jeden Tag. Das geht nur, wenn uns viele Leser*innen freiwillig unterstützen.
Schon 5,- Euro im Monat helfen uns und sichern die Zukunft von spirit-online.de
Jederzeit sofort kündbar einfach per E Mail!

Unterstützen Sie Spirit Online mit Ihrem Beitrag

Spirit PLUS – Für Spirit Online – Für Spirit Online zahl ich

1 Kommentar

  1. Sehr geehrte Frau Dr. Stapel,

    vielen Dank für diesen Informativen, wissenschaftlich fundierten Einblick in die Hypnosetherapie. Ich überlege gerade selbst eine Hypnose Weiterbildung an meine Hypnoseausbildung anzuschliessen. Schon immer gern habe ich den gleichenSachverhalt mit verschiedenen Worten und Philosophien zu versucht wiederzugeben und zu verstehen. Ihr Artikel gefällt mir aus diesem Grund besonders gut. Vielen Dank für die Denkanstösse – ich werde sie mit in meine Hypnoseausbildung nehmen.

    Liebe Grüsse,

    Mareike Bern Zahn

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*