Kreativität und die tiefe Sehnsucht nach sich selbst

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Schriftsteller oder überhaupt Künstler zu sein bedeutet oft, tiefe Sehnsucht nach sich selbst zu haben und gleichzeitig voller Hemmung zu sein, anzufangen. Weil die Scham darüber, sich zu zeigen, in jeder Zelle sitzt. Es bedeutet, voll brennender Ideen zu sein, diese innere kreative Spannung zu halten und sich gleichzeitig mit dem Alltag und den Wünschen anderer auseinander zu setzen. Schriftsteller zu sein heißt, dass du fast platzt vor all dem, was gesagt werden will und doch Angst hast, nicht die richtigen Worte zu finden.

Bei mir bedeutet Schriftsteller sein außerdem, dass ich viel schneller tippe, als ich es kann, das heißt, ich brauche mindestens noch mal so lang, um den Text in eine Form zu bringen, die man lesen kann. Ich erahne meistens nur, was ich meinte, wenn ich so schnell schreibe, wie es aus mir heraus fließen will und das nervt mich. Als Schriftsteller werde ich ständig mit meinem eigenen Gefühl, nicht gut genug zu sein, konfrontiert und oft genug stimmt das auch.

Es warten so viele Geschichten, Erkenntnisse und Impulse in mir darauf, in Form und auf eine für den Leser gut zu erfassende Weise nach Auen gebracht zu werden, dass ich manchmal an der Form verzweifle. Ich muss mich mit QR-Codes befassen, mit Schnittstellen, mit kompatiblen und nicht kompatiblen Systemen, dabei will ich einfach hier mit meinen Katzen sitzen und schreiben. Das ist so, wenn man vom Schreiben leben will, es muss nach Außen und unter die Leute gebracht werden.

Schriftsteller zu sein bedeutet für ich, meinem Quell der Inspiration zu vertrauen und es auszuhalten, wenn sie einmal nicht fließt. Es bedeutet, sehr gut darauf zu achten, was mich selbst nährt und alles zu unterlassen, was meine Inspiration nachhaltig dämpft – besonders im Umgang mit anderen Menschen. Ich kann nur Menschen in meinem nahen Umfeld haben, die selbst inspiriert sind und für etwas brennen, denn nur sie verstehen, dass ich jetzt, doch, jetzt und auf der Stelle an meinen Schreibtisch muss, egal, was gerade passiert.

Oft genug klappt das nicht, es gibt immer noch etwas zu tun oder jemand braucht mich und dann wird es ganz schlimm – dann spüre ich diese tiefe Sehnsucht nach mir selbst und werde wütend. Oder ungeduldig. Jammerig sogar, ich sags einfach mal.

Ich sehne mich nach meine Elfenbeinturm, in dem ich in Ruhe und Frieden schriftstellern kann und liebe meine pralles, intensives, mich sehr forderndes Leben mit all den Wesen um mich herum, mit denen ich in inniger Beziehung bin, Mensch und Tier. Ich sehne mich danach, eine Woche lang nichts zu reden und nur mich zu hören und gleichzeitig schöpfe ich unermesslich viel Kraft aus meinen Beziehungen, aus meiner gepflegten Wohnung und aus meiner harmonischen Umgebung. Wenn der Abwasch ruft, dann spüre ich das, es ist keine Ablenkung, sondern da ist eine Art Disharmonie im Haus, die geglättet werden will, selbst wenn ich gerade schreiben möchte. So ist das für mich als Schriftstellerin… ohne Fazit, ohne Lehre, es ist so und ich liebe es. 

08.12.2017

Susanne Hühn

Autor

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