Ernährung

Moderne Fastenzeit: 5 individuelle Diäten im Vergleich

Bild-4-Modernes-FastenModerne Fastenzeit:
5 individuelle Diäten im Vergleich

Nach Karneval ist vor Ostern. Und man muss kein gläubiger Christ sein, um diese Phase zu nutzen, um seinen Body zu entschlacken und zu verschlanken.

Es gibt einen großen Termin, zu dem sich viele Menschen vornehmen, es bei der Ernährung bewusster angehen zu lassen – Silvester. Die Fastenzeit, also jene 40 (eigentlich echte 46) Tage zwischen Aschermittwoch und Ostersamstag, kommt hingegen in den Köpfen einer zunehmend agnostischen Gesellschaft kaum noch vor.

Dabei hat sie eigentlich alles, was man für eine gute Diät braucht, allem voran einen klar definierten, nicht zu langen Zeitraum. Wer es allerdings angehen will, hat die Qual der Wahl unter tausenden Diät- und Fastenphilosophien. Um es etwas zu erleichtern, zeigt der folgende Vergleich taugliche Diäten für viele Lebensmodelle. Natürlich gilt als Grundlage: Erlaubt ist alles, wofür der Hausarzt grünes Licht gibt.

Die klassische: Genuss-Fasten

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Einfach auf das verzichten, was man mag aber von dem man weiß, dass es nicht gesund ist. Das ist österliches Genuss-Fasten.

Diese erste Möglichkeit entspricht noch am ehesten dem, was als vor-österliches Fasten definiert wird. Sprich, man verzichtet auf alles, was unter die persönlichen Genussmittel fällt.

Damit ist diese Diät nicht nur mit den Kalorien verbunden, sondern auch mit einem bewussteren, weniger konsumorientierten Dasein. Doch wie geht man es an? Nun, man erstellt zunächst eine Liste von allem, was einem „lieb und teuer“ ist:

  • Süßigkeiten (egal ob süß oder herzhaft)
  • Alkohol
  • Kaffee/Tee
  • Limo, Cola
  • Fast Food
  • Besonders „gehaltvolle“ Speisen
  • Gerne auch elektronische Genussmittel

Und dann verzichtet man bewusst darauf. Man trinkt ausschließlich Wasser, belässt es bei einfachen Mahlzeiten, geht allerdings auch nicht so weit, wie es beim Heilfasten vorgeschrieben wird.

Ja, das wird die Pfunde zum Schmelzen bringen, wenngleich man unterstreichen muss, dass ein solches Fasten nichts ist, was man über einen längeren Zeitraum machen kann. Es ist keine dauerhafte Ernährungsumstellung. Wer das will, muss nach dem Fasten ein neues Programm für sich finden.

Merkmale: Sehr effektiv, benötigt aber einen starken Willen

Die Wirksame: Low Carb

Kohlenhydrate, auf Englisch Carbohydrates oder abgekürzt Carbs, sind die großen Dickmacher unserer Gesellschaft.

Das liegt daran, dass unser Stoffwechsel sie zu Glukose umwandelt, Traubenzucker. Damit sind Kohlenhydrate zwar Energielieferant; aber ein schlechter. Denn Glukose lagert der Körper, sofern sie nicht direkt verbraucht wird, bevorzugt für schlechte Zeiten ein – in Form von Fettpolstern.

Ernährungswissenschaftler sehen die Tatsache, dass praktisch alle westlichen Gesellschaften immer dicker werden, darin begründet, dass Kohlenhydrate überall drinstecken – und ein hoher Carb-Anteil auch noch die unangenehme Nebenwirkung hat, für sehr diätschädigende Heißhungerattacken verantwortlich zu sein.

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Low Carb ist eine echte Sattmacher-Diät, zumal es im Handel viele Produkte gibt, die alle Regeln einhalten.

Zwar ist Low Carb nicht für jeden geeignet – allen voran Bodybuilder (nicht Kraftsportler) können nach neuesten professionellen Erkenntnissen vom Laden und Entladen mit Kohlenhydraten profitieren. Aber für die Normalverbraucher ist es eine tragfähige Fastenzeit-Option.

Doch wie muss man Low Carb angehen?

  1. Man streicht alle Zuckerhaltigen Getränke
  2. Alles, was unter die Liste der Backwaren fällt, Kartoffeln oder Getreide enthält (Stichwort Nudeln) wird massiv reduziert
  3. Süße wird durch Naturprodukte gewonnen, etwa Imkerhonig oder Stevia
  4. Man stellt seine Ernährung mehrheitlich aus der Liste von komplexen Kohlenhydraten sowie Fleisch und Gemüse zusammen.

Wenn man sich in das Thema einliest, wird man schnell feststellen, dass Low Carb sich bereits gut durchführen lässt, indem man auf vorgefertigte Lebensmittel verzichtet. Der Rest ist eine klassische Ernährungsumstellung

Merkmale: Gut in den Alltag integrierbar, hohe langfristige Wirksamkeit, hohe Zahl an Low-Carb-Produkten

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Wohl kaum eine Diät würde Berge von Eiern und Speck erlauben – bei Keto ticken die Uhren allerdings anders.

Die Gewöhnungsbedürftige: Keto

Die meisten Menschen sind der Ansicht, dass ein Nährstoff bei keiner Diät etwas verloren hat, Fette. Allerdings stammt diese Ansicht aus früheren Tagen der Erkenntnis.

Heute ist die Ernährungswissenschaft ein Stück weiter. Man kennt nicht nur gute und schlechte Fette, sondern auch Diäten, die hauptsächlich darauf basieren – namentlich die Keto-Diät, abgekürzt für ketogen, was daraus entstammt, dass die Leber Fette zu Ketonen umwandelt.

Simpel ausgedrückt ist Keto eine No-Carb-Diät – Null-Kohlenhydrate. Denn in Fetten steckt nur ein enorm geringer Anteil an Glukose. Die braucht der Körper jedoch für alle möglichen Körperfunktionen. Ergo zapft er seine Reserven an. Sind die erschöpft (was sehr schnell geht), beginnt die Ketose: Der Körper stellt sich auf Ketone als Nährstofflieferant um.

Das Prinzip wird seit einigen Jahren in der Behandlung seltener Erkrankungen angewandt. Für eine normale Diät muss man allerdings betonen ist es gewöhnungsbedürftig; das zeigt ein typischer Tagesplan:

  • Frühstück: Rührei mit Speck und Camembert
  • Mittagsessen: Cordon Bleu mit Rahmsoße
  • Abendessen: Räucheraal mit Olivenöl

Die Betonung liegt dabei darauf, dass keine Beilagen erlaubt sind, weil jede Kohlehydrat-Zufuhr den Erfolg schmälert.

Merkmale: Ungewöhnlich, mittelschwer umzusetzen, befriedigt echte Schleckermäuler, braucht aber hohe Disziplin.

Die Urige: Paleo

Wer sich nach Diät-Varianten umsieht, wird abertausende entdecken. Seit einigen Jahren allerdings sind viele der Meinung, dass gar keine Weiterentwicklung mehr notwendig sei – da alles, was es über ganzheitliche Ernährung zu wissen gibt, schon von unseren Vor-Vorvätern umgesetzt wurde.

Damals herrschte Steinzeit – das Paläolithikum. Daraus ergeben sich auch schon die wichtigsten Eckdaten, die man über die Paleo-Diät wissen muss, man isst wie ein Steinzeitmensch.

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Hat man sich erst mal in Paleo eingelesen, stellt man fest, dass es eine erstaunlich vielfältige Diät ist.

Damals war der Mensch noch nicht sesshaft, lebte als Jäger- und Sammlerkultur. Nahrungsimporte waren ihm ebenso unbekannt wie dauerhaftes Lagern, Umwandeln oder Vorfabrizieren.

Die Paleo-Diät spiegelt all das wider, erlaubt sind also nur Dinge, die man vor 10.000 und mehr Jahren hierzulande hätte essen können:

  • Grundsätzlich nur regional und saisonal, kein Gewächshaus-Gemüse, keine exotischen Früchte
  • Kein Zucker, es sei denn, er steckt in Früchten oder Honig
  • Weitestgehender Verzicht auf Milchprodukte (Weder Weidehaltung noch Milch-Prozessierung waren bekannt)
  • Nüsse
  • Kräuter
  • Wurzelgemüse
  • Fisch und Fleisch
  • Ausschließlich Wasser

Ob Getreideprodukte erlaubt sind, daran scheiden sich die Geister. Zwar existierten in der Steinzeit tatsächlich noch nicht unsere Hochleistungs-Getreidesorten, aber Wildgetreide wie Emmer, Dinkel und Einkorn wurde durchaus benutzt.

Zudem sind Pflanzenfette untersagt – damals war es unbekannt, wie Öle aus Oliven und Co. gepresst werden. Erlaubt sind nur tierische Fette, etwa Schmalz.

Merkmale: Einfache theoretische Herangehensweise, beim Umsetzen jedoch knifflig. Weniger eine klassische Gewichtsabnahme-Diät als eine ganzheitliche Ernährungsumstellung, dafür aber relativ gut durchzuhalten.

Die Tierliebe: Vegan

Betrachtet man den heutigen Konsum von Tierprodukten jeglicher Art, stehen nicht nur ausgesprochene Tierfreunde vor einem Dilemma.

Denn es ist ja nicht nur das Leid, das die industrielle Haltung und Schlachtung von Tieren verursacht. Es sind die klimatologischen Probleme, welche daraus entstehen. Es sind die pharmazeutischen Schneebälle durch die inflationäre Nutzung von Antibiotika und nicht auch zuletzt die ganzen Krankheiten, die mit unserem modernen, viel zu häufigen Fleisch-/Tierproduktkonsum in Verbindung gebracht werden.

An diesem Punkt ist es durchaus eine Option, für die Fastenzeit in das Leben eines Veganers hineinzuschnuppern. Nein, man muss nicht gleich der Super-Veganer werden und alle tierischen Produkte aus seinem Leben verbannen.

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Auch dank eines wahren Füllhorns an veganen Ersatzprodukten ist der Einstieg heute so einfach, wie nie zuvor.

Aber wenn man sich als Leitstern vornimmt, für die kommenden Tage auf alles zu verzichten, was von Tieren stammt und es durch die Inhalte der veganen Ernährungspyramide zu ersetzen, wird man definitiv seinem Körper etwas Gutes tun.

Man wird vielleicht nicht einen solchen Gewichtsverlust erleben wie bei den anderen Kuren dieses Artikels. Aber man wird vielleicht eine neue Sicht auf die Dinge bekommen – und wenn das dazu führt, dass man nach der Fastenzeit bewusster mit tierischen Produkten umgeht, hat man schon einen Erfolg zu feiern. Denn es ist nicht so sehr die generelle, sondern die inflationäre Nutzung von Tieren.  

08.04.2019
Spirit Online

Bildquellen:

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